Neuigkeiten:

Probleme mit dem ersten Login nach der Registrierung? Unterstützung gibt's über den Kontakt-Button

Hauptmenü

Antworten

Erweiterte Optionen...
Verifizierung:
Bitte lasse dieses Feld leer:
Gib nur die Großbuchstaben ein: CfLfWx83:
Gib nur die Großbuchstaben ein: xXDU6mHJ:
Shortcuts: mit Alt+S Beitrag schreiben oder Alt+P für Vorschau

Zusammenfassung

Autor Kirbstone
 - 11.01.2020 22:05
vor mehr als 30 Jahren war ich im FDR taetig.  ich fang mit Crossdressing an und bestellte meine 'femme' Klamotten durch Katalogen und Schneckenpost.  kein Internet damals.
ich umkleidete abends im Dunkelheit und bummelte durch die ortlichen Kleinstadt nicht weit vom meiner Wohnung. ich engagierte mit Niemanden.

viel spater fand ich das Gesichtschmucken und Peruecketragen etwas peinlich und durch Faulheit trug nur Roecke und gelgentlich Hose.  in Damenschuhe koennte ich nur ganz kurzen Auftritte machen, so-wie-so.  ich benutze die nur fuer Fotos, heutzutage.

Tom
Autor tcar
 - 11.01.2020 09:50
Bei mir war's wie bei MAS und Rockermatze auch ein sehr heißer Sommer. Die komplette Story hatte ich ja schon in meinem Begrüßungsbeitrag geschrieben, daher hier nur noch mal der Link:
https://www.rockmode.de/index.php?topic=7507.msg116106#msg116106

Die Geschichten aus Kindertagen kann ich allerdings auch nachvollziehen - in meiner Straße waren die meisten Kinder in meinem Alter um mich herum Mädchen, und ich kann mich erinnern, dass ich es auch doof fand, dass die Mädchen alles tragen durften und ich mit Hosen und Shorts vorlieb nehmen musste. Insbesondere auf die Sommerkleider war ich neidisch.

Allerdings verschwand das Thema dann lange in der Versenkung, bis eben zu jenem heißen Sommertag in meiner WG  :D
Autor Chris Schumann
 - 10.01.2020 20:53
Ich hab damals, so mit 16 rum, angefangen bei Mutti zu stöbern...

Hab dann später mit 18 angefangen, eigene Anschaffungen zu tätigen...

Zuerst hauptsächlich Heels, später auch bischen Fetischklamotten... - musste irgendwie alles ausprobieren...

Im Laufe der Zeit hat sich das dann "normalisiert", und heute hab ich ein "normales" Portfolio an Damenkleidung aller Art zuhause. Und trag es gerne ;)
Autor MickyBlueEyes
 - 10.01.2020 20:27
Danke!

Aber bitte jetzt wieder zurück zum Thema, sonst artet's noch zum Gratulationsthema aus - an die anderen potentiellen Gratulanten: Das gilt schon!

Viele Grüße
MickyBlueEyes
Autor MAS
 - 10.01.2020 08:20
Eine juge Ehe ist doch was Feines!

Auch von mir herzlichen Glückwunsch, lieber Micky!

LG, Micha
Autor MickyBlueEyes
 - 10.01.2020 08:11
Danke Dir!
Autor Skirtedman
 - 10.01.2020 00:48
Zitat von: MickyBlueEyes am 09.01.2020 21:21
Trifft alles immer noch zu, außer dass meine damalige Freundin jetzt meine Frau ist. 8)

Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Micky!
Autor MickyBlueEyes
 - 09.01.2020 21:21
Hallo zusammen!

Da zitiere ich doch meinen ersten Beitrag von vor fast einem Jahr hier:

Zitat von: MickyBlueEyes am 20.02.2019 20:09
Hallo zusammen!
...
Schon vor fast zwanzig Jahren habe ich mir gedacht, dass die Mädels alle Möglichkeiten bei den Klamotten haben und die Jungs da seeehr beschränkt sind - im Kleiderschrank und auch wohl im Denken ...  ;-)

Aber es hat bis in den Sommer 2014 gedauert, bis ich mir einen Rock gekauft und ihn auch in der Öffentlichkeit getragen habe.
Gott sei Dank toleriert meine Freundin (Verlobte) das nicht nur, sondern unterstützt mich dabei sogar, auch wenn sie das immer noch ein bisschen ungewöhnlich findet - was es ja auch leider immer noch ist, da die meisten Jungs sich zu wenig trauen bzw. da gaaanz seltsame Vorurteile haben.

Also liegt es an uns, dass Männer im Rock als "normal", d.h. nicht ungewöhnlich, wahrgenommen werden.

Dass das aber noch eine ganze Weile dauern kann, damit müssen wir uns wohl auch abfinden - bei den Mädels hat es ja auch gedauert, bis die Hosen bei ihnen akzeptiert wurden.

In diesem Sinne wünsche ich uns gutes Gelingen und viel Spaß beim befreiten Rocktragen!

Viele Grüße
MickyBlueEyes

PS: Im MOHH-Forum bin ich auch seit kurzem aktiv, weil ich zum Rock mittlerweile auch gerne hohe Schuhe trage - nicht zuletzt deswegen, weil meine Freundin meint, dass die am besten dazu aussehen und mir auch gleich ein Paar schwarze Pumps geschenkt hat, die ihr etwas zu groß waren und mir perfekt passen ;D 8)

Trifft alles immer noch zu, außer dass meine damalige Freundin jetzt meine Frau ist. 8)
Ach ja, meine ganzen Kumpels kennen mich mittlerweile im Rock genauso wie Schwiegereltern und meine Mutter (Vater weilt schon eine Weile nicht mehr unter uns).

Ein paar Kollegen wissen's auch schon / haben mich auch schon im Rock gesehen.
Aber im Büro werde ich wohl auf längere Zeit noch nicht im Rock unterwegs sein - das möchte ich meinen doch recht konservativen Chefs und damit auch mir nicht "antun"

Viele Grüße
MickyBlueEyes
Autor rockpeter
 - 09.01.2020 19:49
Hallo

bei mir gibt es eigentlich gar kein Schlüsselerlebnis. Röcke haben mich schon in der Kindheit interessiert, hier habe ich heimlich Röcke meiner Mutter angezogen. Dann ist das ganze eingeschlafen, und erst mit Ende des Studiums und der ersten Wohnung habe ich mich daran erinnert und Röcke bestellt. An einen Kauf in einem Geschäft war überhaupt nicht zu denken. Dann habe ich meine Frau kennengelernt und dann war das Thema erst einmal vom Tisch. Ca. 10 Jahre später habe ich mich an die Vorteile von Röcken erinnert. Meine Frau kam schnell dahinter, hat es aber akzeptiert. Wegen den Kindern habe ich mich zunächst einmal in der Öffentlichkeit zurückgehalten. Ich bin zwar schon im Rock zum Bäcker gegangen, aber zu Zeiten, wo eine geringe Wahrscheinlichkeit gegeben war gesehen zu werden. Mittlerweile bin ich in meinem Heimatort fast ausschließlich in Rock bzw. Kleid unterwegs.
Es gibt immer noch Bereiche, wo ich nicht im Rock auftreten kann. Beruflich ist es absolut nicht möglich, da ich im Außendienst tätig bin und ich ja die Firma repräsentiere. Aber im Privaten gibt es noch Bereiche, wo ich an mir arbeiten muss. Okay, meiner Mutter und  meinen Schwiegereltern (alle über 80) möchte ich das nicht mehr antun. Aber in meinem Sportverein - ich treibe Sport nicht in meinem Wohnort - bin ich auch noch nicht im Rock aufgetreten. Aber wenn ich meine Entwicklung so betrachte, wird das auch in nicht allzu ferner Zukunft geschehen.

Liebe Grüße
Peter
Autor MAS
 - 09.01.2020 08:14
Ja, lieber Wolfgang, 20 Jahre Forumserfahrung. Rockerfahrung habe ich aber auch schon länger, wenn auch nicht in der deutschen Öffentlichkeit. Aber auch die srilankische Öffentlichkeit ist nicht so ganz kritiklos, wie das von Dir gefundene Schmankerl zeigt.

Apropos KtV-Forum: Da fand ich auch noch was: http://www.maennerrock.eu/forum/messages/22679.htm

LG, Micha
Autor Skirtedman
 - 09.01.2020 00:29
Zitat von: MAS am 08.01.2020 23:00
Eigentlich ist das eine uralte Geschichte. ... ... ... ... ... ... ... ...

Das muss damals in dem KtV-Forum gestanden haben. Ich kann mich noch an bestimmte Teile Deiner 2. Version erinnern.

Leider scheint es im Archiv vom KtV-Forum ein größeres Black-Out gegeben zu haben. 2004 ist da scheinbar auch davon betroffen.

Bei diesem Rückblick wird mir bewusst, dass Du, lieber Micha, und ich schon über 20 Jahre Forums-Erfahrungen gesammelt haben. Die Foren begleiten uns schon so lange. Und Dich haben sie ja endgültig in die Röcke gebracht. Ich hatte mich ja aus der Hosen-Verpackung schon vorher endgültig befreit.

P.S.: darf ich noch ein kleines Geschichts-Schmankerl von Dir, MAS, aus dem hiesigen Forum hervorholen?
https://www.rockmode.de/index.php?topic=358.msg1561;topicseen#msg1561
Autor Skirtedman
 - 09.01.2020 00:01
Zitat von: DesigualHarry am 08.01.2020 23:46
Ich mag es einfach wie Röcke einen edlen höherwertigen Touch verleihen.

Ja, das finde ich auch. Gerade, wenn die Röcke bereits ab dem Bund etwas weiter geschnitten sind und in Stoffwellen nach unten fallen, verleihen sie dem Träger durchaus eine stattliche Statur, etwas Herrschaftliches.

Drum bin ich auch im Verlaufe der Zeit von den einst geliebten schlichten, gerade geschnittenen Jeansröcken abgekommen.
Edit: Naja, das ist nur ein Grund von mehreren...
Autor DesigualHarry
 - 08.01.2020 23:46
Hallo!

Röcke faszinierten mich schon immer, eher solche mit mehreren Lagen als die mit wenig Stoff. Leider hatte ich nicht das Glück eine Schwester zu haben, die mir mal einen Rock leiht. ;D :'( So war dann meine erste Rockerfahrung erst im Erwachsenenalter. Zum Entschluss Röcke öffentlich zur tragen  half mir dieses Forum, noch zu der Zeit als Ferdie noch war.

Heute ist Rocktragen auf der einen Seite bereits zu etwas normalem geworden, auf der anderen Seite ist aber die Faszination ungebrochen. Ich liebe es wenn sich der Rock harmonisch im Takt meiner Füße mitbewegt. Ich liebe die Farben, die großflächig aufgetragen sind, oder die Muster die Geschichten erzählen. Ich mag es einfach wie Röcke einen edlen höherwertigen Touch verleihen.
Autor MAS
 - 08.01.2020 23:00
Danke für die Links, lieber Wolfgang! An diese Texte hatte ich nicht mehr gedacht.

Aber ich fand noch was, das ich vor 16 Jahren im zarten Alter von 39 geschriebe hatte. Die Tunica-Geschichte ist da nicht erwähnt, aber sonst geht der Beitrag über das hier Gefragte ein wenig hinaus. Ich weiß nicht mehr, wo ich ihn veröffentlich hatte.

+++
1. Version:
16.9.2004
Eigentlich ist das eine uralte Geschichte. Ich war noch nicht in der Schule da hatte ich eine gleichaltrige Freundin. Und irgendwie kamen wir dazu, dass ich Röcke von ihr anprobierte und manchmal trug, wenn ich bei ihr spielte. Das war noch zu einer Zeit, da Erotik keine Rolle spielte und der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen daran festgemacht wurde, welche Bewegungen man machte, wenn man Pipi musste.

Leider zog die Familie weg. Ich habe die Mädchen immer beneidet um ihre Röcke und Kleider und auch um andere Kleidungsstücke. Im Laufe des Älterwerdens, kam die Erotik dazu, aber davon will ich nicht erzählen. Ich erfuhr allerdings auch, dass Jungen und Männer in anderen Kulturen Röcke tragen oder zumindest trugen. So kam nach und nach die theoretische Einsicht, dass ich das auch tragen könnte. Aber abgesehen von heimlichen Anproben, setzte ich das nicht in die Praxis um. Es blieb beim Phantasieren.

Mit 21 Jahren machte ich eine Reise nach Sri Lanka und kaufte mir dort zwei Sarongs, die ich dort öffentlich trug. Welch herrliches Gefühl! Zu Hause traute ich mich nicht vor die Tür damit.

Ich kaufte mir auch schon mal einen Jeansrock, aber traute mich damit auch nicht raus, außer einmal im Dunkeln.

Später, als ich meine jetzige Frau kennen gelernt hatte, meinte sie, ich solle mal einen Rock anziehen. Das tat ich dann oft bei ihr, aber nie in der Öffentlichkeit.

Ich war schon 34 als ich im Internet diverse Männerrock-Foren fand. Den Männern, die dort von ihren Rock-Erfahrungen berichteten, wollte ich nicht feige nachstehen. Das hätte mein Ehrgefühl verletzt. So ging ich hinaus ins Menschengewühl und machte in den folgenden 5 Jahren viel mehr positive als negative Erfahrungen mit meinen Mitmenschen. Mittlerweile besitze ich ca. 30 Röcke, die Hälfte kurz, die Hälfte lang, und "erobere" damit ein gesellschaftliches Terrain nach dem anderen. Auch hielt ich schon Vorträge in Unis im Rock.

Soweit in groben Zügen meine Rock-Geschichte.

**

28.9/4./6.10.2004
2. Version:

Eigentlich ist das eine uralte Geschichte. Ich war noch nicht in der Schule da hatte ich eine gleichaltrige Freundin. Und irgendwie – ich kann mich nicht daran erinnern, was der Auslöser war – kamen wir dazu, dass ich Röcke von ihr anprobierte und manchmal trug, wenn ich bei ihr spielte. Sicher war ich zu dem Zeitpunkt schon so sozialisiert, dass ich in Röcken Mädchenkleidung sah, aber ob dieses Bewußtsein bei dem Interesse, das ich an Röcken hatte, überhaupt eine Rolle spielte, ist mir heute nicht mehr gegenwärtig. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mich schämte, dem Vater meiner Freundin im Rock unter die Augen zu treten, gegenüber der Mutter aber keinerlei derartige Scham empfand. Leider zog diese Familie irgendwann weg.

Im Folgenden habe ich die Mädchen immer beneidet um ihre Röcke und Kleider und auch um andere Kleidungsstücke, denn ich fand so manches Mädchenkleidungsstück viel attraktiver als das, was ich so anzuziehen hatte. Strumpfhosen übrigens waren damals für Jungen und Mädchen gleichermaßen normal, und wenn ich heute lese, wie darüber diskutiert wird, dass Strumpfhosen gemeinhin als Mädchenkleidung angesehen werden aber für Jungen doch genau so geeignet sind, verwundert mich das, denn es ist für mich von klein auf selbstverständlich, auch wenn ich seit den Kindertagen kaum noch welche getragen habe.

Ich erfuhr allerdings auch, dass Jungen und Männer in anderen Kulturen Röcke tragen oder zumindest mal getragen haben, also in anderen Ländern und Völkern, aber auch hier bei uns von einigen Jahrhunderten. So kam nach und nach die theoretische Einsicht, dass ich das auch tragen könnte. Aber abgesehen von heimlichen Anproben, setzte ich das nicht in die Praxis um. Zu sehr war ich mittlerweile so sozialisiert, dass sich das für einen Jungen nicht gehört. Es blieb beim Phantasieren.

Mit 21 Jahren machte ich eine Reise nach Sri Lanka und kaufte mir dort zwei Sarongs, die ich dort öffentlich trug. Welch herrliches Gefühl, wie der Stoff die Beine umspielte und die warme Luft daran ließ! Erstmals bewegte ich mich in einem sozialen Kontext, in dem der Rock nicht nur als Frauenkleidung interpretiert wurde. Ach wenn das doch auch in Deutschland so wäre! Die Singhalesen sahen es mit Wohlgefallen, dass ich Freude an ihrer traditionellen Kleidung hatte. Wieder in Deutschland aber traute ich mich nicht vor die Tür damit, sondern trug die Sarongs nur zu Hause.

Der Neid auf die Mädchen und Frauen wurde indes immer größer, vor allem an warmen Sommertagen, an denen ich mir in meinen Hosen so winterlich eingepackt vorkam. So kaufte mir auch schon mal einen Jeansrock, aber traute mich damit auch nicht raus, außer im Dunkeln, was mir im Nachhinein eher Gefühle der Peinlichkeit erzeugt, letzteres natürlich nicht deshalb, weil ich einen Rock trug, sondern weil ich mich damit nicht tagsüber raus traute.

Später, als ich meine jetzige Frau kennen gelernt hatte, meinte sie zum Spaß, ich solle mal einen Rock anziehen. Das tat ich dann oft bei ihr, aber nie in der Öffentlichkeit. Das wäre ihr zunächst auch gar nicht recht gewesen.

Ich war schon 34 als ich im Internet diverse Männerrock-Foren fand. Den Männern, die dort von ihren Rock-Erfahrungen berichteten, wollte ich nicht feige nachstehen. Das hätte mein Ehrgefühl verletzt. So ging ich hinaus ins Menschengewühl, genoss das luftige Gefühl um die Beine und machte in Bezug auf das Rocktragen in den folgenden fünf Jahren viel mehr positive als negative Erfahrungen mit meinen Mitmenschen. Auch meine Frau merkte diese überwiegend positive Resonanz und freute sich mit mir. Ich denke, dass es vielen so geht, dass sie selbst zwar nichts dagegen haben, dass Männer Röcke tragen oder theoretisch sogar dafür sind, die Angst vor der Intoleranz der Mitmenschen sie aber davon abhält, es sich selbst bzw. ihrem Freund oder Mann zu gestatten.

Mittlerweile besitze ich ca. 30 Röcke in verschiedenen Stoffen, Formen und Farben (und Größen, denn ich habe zugenommen), die Hälfte kurz, die Hälfte lang, und "erobere" damit ein gesellschaftliches Terrain nach dem anderen. Dabei musste ich schon etwas Geduld und Hartnäckigkeit aufweisen, denn in jeder neuen sozialen Situation kam wieder die Spannung auf, ob ich wohl im Rock toleriert oder gar respektiert würde. Und immer wieder erwies sich die Furcht, es könnte nicht so sein, als unbegründet. Ob Freunde oder Familie, ob Nachbarschaft oder Verwandtschaft, ob Kommilitonen oder Kollegen, zumindest auf der Verstandesebene hatte niemand dagegen etwas auszusetzen, sondern teilte meine Argumente, nur kam dem einen oder der anderen ein wenig emotionales Unbehagen auf, eben aufgrund der gleichen Sozialisation, die weniger auf logischer, als auf sozialer Plausibilität beruht, also weniger auf konsequenter Logik als auf Herdentrieb. Hin und wider begegnete ich mal Jugendlichen oder Männern, die sich darüber lustig machten, doch darauf angesprochen, hatten sie keine Argumente, sondern lenkten ein. Auch hielt ich schon in Unis Vorträge im Rock ohne negative Reaktionen wahrzunehmen. Wie gesagt, positive überwogen. Die meisten Leute scheinen dem recht gleichgültig gegenüber zu stehen oder sie sind höflich und zurückhaltend oder aber sie befürworten das männliche Rocktragen, auch wenn sie es selber nicht praktizieren.

Wenn ich nun darauf zurück blicke muss ich doch sehr dafür plädieren, den Jungen von klein auf die Möglichkeit der freien Wahl zwischen Röcken und Hosen zu geben, damit sie nicht entweder zu Unterdrückten oder zu Rebellen werden müssen, wenn sie mal einen Rock tragen wollen und sich das aus Angst vor den Reaktionen der Mitmenschen nicht trauen oder aber so wie ich, Schritt für Schritt sich den Mut dazu erarbeiten müssen.

Wer keinen Rock tragen will, braucht das ja auch nicht, aber das Bewusstsein der Wahlmöglichkeit muss da sein, und daran hapert es eben auch, denn viele Jungs und Männer wissen nicht, dass sie die freie Wahl haben und empfinden die diskriminierende Kleidungskonvention nicht als solche, sondern eher als ein Naturgesetz. Sie wissen nicht, dass sie selber Schöpfer dieses ,,Gesetzes" sind, und als solche es auch aufheben können. Aber was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, heißt es bekanntlich, und daran ist was wahres dran. Lasst also Hänschen schon lernen, damit Hans sich wohl fühlt als autonomes, eigenverantwortliches menschliches Wesen. Es gibt ja auch Frauen, die lieber Hosen als Röcke tragen, und da sie von klein auf so erzogen sind, dass sie die Wahl haben, wählen sie frei und ungezwungen. Warum sollten wir Männer es da schlechter haben? Dass viele Frauen sich der historischen Bedingtheit der sozialen Akzeptanz ihrer freien Wahlmöglichkeit nicht bewusst sind, sondern sie selbstverständlich wie ein Naturgesetz für sich wahrnehmen, steht auf einem anderen Blatt. Gerade aber die Frauen, die die Geschichte der weiblichen ,,Eroberung" der Hosen kennen, stehen der Männerrockbewegung meistens sehr sympathisierend gegenüber oder unterstützen sie gar. Es sei denn, sie wollen die freie Wahl als weibliches Vorrecht für sich beanspruchen oder haben selbst einen solchen Widerwillen gegenüber Röcken entwickelt, dass sie gar nicht verstehen können, wie ein Mann gerne Röcke tragen kann.

Männer dagegen haben oft sehr viel Angst davor, von den Mitmenschen irgendwie ungünstig beurteilt zu werden und versagen sich so innere und äußere Freiheiten. Ihr Ruf ist ihnen oft wichtiger als Ihr eigener Sinn. Da bin ich echt froh, das hinter mir gelassen zu haben, und während ich mir das Recht auf meinen Eigensinn nehme, gestehe ich diesen auch anderen zu, und im gegenseitigen Respekt lebt es sich noch viel besser miteinander als in der gegenseitigen Unterdrückung und Unterwerfung. Das ständige Sich-Anpassen an vermeintliche soziale Zwänge schadet der Gesellschaft letztlich mehr als es ihr nützt, vor allem dadurch, dass es eine Menge Stress mit sich bringt und keinen echten Respekt voreinander produziert, sondern Fäuste in den Hosentaschen statt offener zum Gruß erhobener Hände. Das Rocktragen alleine ist natürlich keine Lösung aller psychosozialer Probleme, aber die eine oder andere Verkrampfung kann man damit schon lösen, das habe ich am eigenen Leib gemerkt. Aber auch hier muss ich eingestehen, dass es Menschen gibt, die sich einfach nur dann wohl fühlen, wenn sie sich ein- und unterordnen und unbemerkt in der Masse untertauchen können und keine Eigenverantwortung für ihr Verhalten übernehmen müssen. Nun, die Verantwortung möchte ich doch jedem aufbürden, der Mündigkeit für sich beansprucht, aber ansonsten mag sich, wer will, dem Herdentrieb ergeben, soll aber nicht von anderen erwarten, es ihm gleich zu tun. Dummerweise geschieht das aber oft, denn Individualisten stören die von Herdenmenschen konstruierte Plausibilität. Sie nehmen nämlich ihre eigenen Vorlieben oft als Naturgesetze hin. Ich möchte ihnen zumuten, für ihre sozialen Vorlieben die Verantwortung genau so zu übernehmen wie ich für die meinen. Wenn man eigene Verantwortung und Respekt voreinander zusammen bringt, kann dabei die wunderbarste und lebenswerteste Gesellschaft heraus kommen, in der auch niemand überfordert wird, weder darin, sich anpassen, noch darin, seine Individualität betonen zu müssen.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht ...

Soweit in groben Zügen meine Rock-Geschichte.

Michael (MAS) im September 2004
+++


Ja, so hat das angefangen und so schieb ich 2004 darüber.

LG, Micha