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Zitat von: JoHa am 09.05.2026 22:12
Pfiat di.
Wenn schon, denn schon.

Zitat von: Zwurg am 09.05.2026 10:24Zitat von: MAS am 04.05.2026 23:14Zitat von: Zwurg am 04.05.2026 19:51
Und ich verstehe nicht weshalb sich bayrisch nicht zur Schriftsprache entwickelt hat,
Bitte nicht "bayrisch", sondern "bayerisch" für den Freistaat oder das Land namens "Bayern" und "bairisch" für den Dialekt. (Ich weiß, man macht hier im Forum nicht auf Schreibfehler aufmerksam, aber wo es hier doch um Sprache geht, erlaube ich mir das, lieber Zwurg.
LG, Micha
Es sei dir ausnahmsweise erlaubt, mich zu korrigieren. Denn im eigentlichen sag ich ja "boarisch" mit o in Ligatur mit dem a. Die Dänen haben hier einen extra Buchstaben.

Zitat von: MAS am 04.05.2026 23:14Zitat von: Zwurg am 04.05.2026 19:51
Und ich verstehe nicht weshalb sich bayrisch nicht zur Schriftsprache entwickelt hat,
Bitte nicht "bayrisch", sondern "bayerisch" für den Freistaat oder das Land namens "Bayern" und "bairisch" für den Dialekt. (Ich weiß, man macht hier im Forum nicht auf Schreibfehler aufmerksam, aber wo es hier doch um Sprache geht, erlaube ich mir das, lieber Zwurg.
LG, Micha

Zitat von: MAS am 05.05.2026 07:51
Zu "key": Wenn Du Doch wo niederlässt, bekommst Du auch den Schlüssel für die Tür!
LG, Micha
(und eventuell auch mit Klafter) und auf alle Fälle auch "close to" im Sinne von "nahe bei".
Zitat von: MAS am 04.05.2026 23:08Zitat von: Gofalski am 04.05.2026 17:02
Hallo zusammen, das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beheimatete "Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache" (DWDS) sagt zur Herkunft von Ungeheuer:
geheuer Adj., heute nur noch verneint nicht geheuer 'unheimlich' gebräuchlich. Mhd. gehiure 'nichts Unheimliches an sich habend, lieblich, angenehm, trefflich' ist mit Präfix zu einem mhd. nicht belegten Adjektiv ahd. hiuri 'einfältig, schlicht' (um 800) gebildet, dem aengl. hēore 'angenehm, freundlich, mild', anord. hȳrr 'mild, froh, freundlich' entspricht. Es gehört etymologisch als Bildung mit r-Suffix zu germ. *hī̌w-, ie. *k̑(e)iu̯- und damit zu Heirat (s. d.) und weiter zu Heim (s. d.). geheuer bedeutet ursprünglich 'zum Haushalt, Hauswesen gehörig' und deshalb 'vertraut, angenehm'. –
ungeheuer Adj. 'unheimlich, grauenhaft', adverbial mit Bedeutungsabblassung 'sehr', ahd. ungihiuri Adj. 'unnatürlich, mißgestaltet' (um 800), mhd. ungehiure.
Ungeheuer n. 'Unhold, Scheusal', ahd. ungihiuri n. (um 800), mhd. ungehiure m. f. n.; Substantivierung des Adjektivs; erst seit dem 18. Jh. durchgehend mit neutralem Genus.
ungeheuerlich Adj. 'schrecklich, fremd, unvorstellbar', mhd. ungehiurlīche Adv.; vgl. ahd. (substantiviert) unhiurlīh 'Ungeheuer' (11. Jh.).
LG Thomas
Danke, Thomas.
Und ich habe mal zu "uhyre" recherchiert:
"Ordet 'uhyre' stammer fra oldnordisk 'ūhýri', sammensat af ū- (ikke) og hýri (stort dyr)."
Quelle: https://www.ecosia.org/search?method=ecosiabrowsernewtab&q=uhyre+ethymologie
"U" also "nicht" und "hýri" "sort dyr", laut Google-Translator "großes Tier". Logischerweise müsste ein "uhyre" also ein "nicht großes Tier" sein, also ein kleines Tier. Aber vielleicht ist das auch wie im Bairischen eine verstärkende Verneinung, also ein großes Tier.
Gregor, was meinst Du?
LG, Micha
Zitat(https://en.wiktionary.org/wiki/uhyre)
uhyre
(Danish)
Etymology
From Middle Low German unhure, ungehure. Compare German Ungeheuer, = un- + geheuer ("pleasant"). The adjective has a cognate in Old Norse hýrr ("pleasant, friendly"), from Proto-Germanic *hiurijaz.
Etymologie
Aus dem Mittelniederdeutschen unhure , ungehure . Vergleiche deutsch Ungeheuer , = un- + geheuer ( ,, angenehm " ) . Das Adjektiv hat ein Verwandtes im Altnordischen hýrr ( ,, angenehm, freundlich " ) , vom urgermanischen *hiurijaz .
Zitat(https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/hiurijaz)
Reconstruction:Proto-Germanic/hiurijaz
Proto-Germanic
Alternative forms
*heuraz
Etymology
From Proto-Indo-European *ḱeywo- ("trusted; familiar"), from Proto-Indo-European *ḱey- ("to recline; settle").
Pronunciation
IPA(key): /ˈxiu̯.ri.jɑz/
Adjective
*hiurijaz
1. trusted; familiar
2. mild; gentle; dear
Etymologie
Vom proto-indogermanischen *ḱeywo- ( ,, vertraut; vertraut/familiär/gewöhnt sein " ) , vom proto-indogermanischen *ḱey- ( ,, sich hinlegen; sich niederlassen/siedeln " ) .
1. vertraut; vertrauenswürdig
2. mild; sanft; lieb
Zitat von: Skirtedman am 04.05.2026 12:47
Abber klor doch!
Zum Beispiel in der Wendung "klorer Kerl". Wobei ich ehrlich gessagt gar nicht weiß, wie man das am exaktesten schreiben würde. Bin fast versucht, das mit h nach dem o zu schreiben. Oder gar mit g. Ich kenne das eigentlich nur aus der gesprochenen Sprache. Und das ist inzwischen sehr selten.
Ich weiß bis heute nicht, woher das genau kommt, ob das von "klar" kommt, oder von "glor", was dann eigentlich mit "ruhmreich" vergleichbar wäre, ableitend von Gloria, was letztlich in der Bedeutung von "glänzend" liegen würde (vergleiche "Gletscher", "glatt").
Aber letztlich scheint "klar" ja auch von "glänzen", "glitzern" abzustammen.
Und ein "klorer Kerl" ist eben ein Mensch, der voll in Ordnung ist, der nicht versucht, einem übers Ohr zu hauen,
der einem ganz gehörig geheuer ist.
Zitat von: Zwurg am 04.05.2026 19:51
Und ich verstehe nicht weshalb sich bayrisch nicht zur Schriftsprache entwickelt hat,
Zitat von: Gofalski am 04.05.2026 20:57
Hallo lieber Zwurg und lieber Skirtedman,
"Hannoveranisch" wurde nicht zum Schriftdeutschen, das war eher umgekehrt. Hannover liegt an der Grenze zwischen de niederdeutschen (Platt) und den mitteldeutschen Dialekten. Als im Zuge der Industrialisierung viel Arbeiter nach Hannoverkamen, konnten sie sich wegen der Unterschiedlichen Dialekte kaum verstehen und sprachen so, wie man schreibt, was sich dann als verrmeintlich höherwertige und prestigeträchtigere Varietät durchgesetzt hat.
Die schriftsprachlichen Normen waren, dank der Arbeit von Luther, den Kanzleien (besonders die Wettiner), Sprachgesellschaften (z. B. Fruchtbringende Gesellschaft) etc,. bereits im 18. Jhdt. sehr einheitlich. So können wir die Texte von Goethe und Schiller problemlos lesen. Eine deutschlandweit verbindliche Regelung gibt es erst seit der ersten orthografischen Konferenz, festgehalten in der 7. Auflage des Dudens von 1901. (Habe ich mal günstig auf einem Flohmarkt erstanden.)
LG Thomas
Zitat von: Gofalski am 04.05.2026 17:02
Hallo zusammen, das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beheimatete "Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache" (DWDS) sagt zur Herkunft von Ungeheuer:
geheuer Adj., heute nur noch verneint nicht geheuer 'unheimlich' gebräuchlich. Mhd. gehiure 'nichts Unheimliches an sich habend, lieblich, angenehm, trefflich' ist mit Präfix zu einem mhd. nicht belegten Adjektiv ahd. hiuri 'einfältig, schlicht' (um 800) gebildet, dem aengl. hēore 'angenehm, freundlich, mild', anord. hȳrr 'mild, froh, freundlich' entspricht. Es gehört etymologisch als Bildung mit r-Suffix zu germ. *hī̌w-, ie. *k̑(e)iu̯- und damit zu Heirat (s. d.) und weiter zu Heim (s. d.). geheuer bedeutet ursprünglich 'zum Haushalt, Hauswesen gehörig' und deshalb 'vertraut, angenehm'. –
ungeheuer Adj. 'unheimlich, grauenhaft', adverbial mit Bedeutungsabblassung 'sehr', ahd. ungihiuri Adj. 'unnatürlich, mißgestaltet' (um 800), mhd. ungehiure.
Ungeheuer n. 'Unhold, Scheusal', ahd. ungihiuri n. (um 800), mhd. ungehiure m. f. n.; Substantivierung des Adjektivs; erst seit dem 18. Jh. durchgehend mit neutralem Genus.
ungeheuerlich Adj. 'schrecklich, fremd, unvorstellbar', mhd. ungehiurlīche Adv.; vgl. ahd. (substantiviert) unhiurlīh 'Ungeheuer' (11. Jh.).
LG Thomas