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Zusammenfassung

Autor MAS
 - 19.12.2016 12:27
Zitat von: JJSW am 19.12.2016 12:24
Zitat von: MAS am 18.12.2016 18:17

Bzg. Devianz usw. empfehle ich: http://michael-alwis-schmiedel.blogspot.de/2005_03_01_archive.html

LG, Micha

Lieber Micha
Dieser Text gefällt mir sehr gut und spricht mich an.
Vielen Dank dafür.
Grüßle
Jürgen

Das freut mich, Jürgen!

Den habe ich mal geschrieben, weil die Meinung eines Chefs von mir über mich so gar nicht meinem Selbstbild entsprochen hat. Sowohl der Text, als auch mein weiteres Verhalten konnte ihn aber überzeugen, dass ich nicht nur ein Rebel war, sondern auch Verantwortung zeigte.

LG, Micha
Autor JJSW
 - 19.12.2016 12:24
Zitat von: MAS am 18.12.2016 18:17

Bzg. Devianz usw. empfehle ich: http://michael-alwis-schmiedel.blogspot.de/2005_03_01_archive.html

LG, Micha

Lieber Micha
Dieser Text gefällt mir sehr gut und spricht mich an.
Vielen Dank dafür.
Grüßle
Jürgen
Autor high4all
 - 19.12.2016 07:06
ZitatMir fällt dabei eine ehemalige Kollegin ein, die sich überwiegend burschikos (sagt man das heute noch?) kleidete. Zu einem privaten Anlass, der mir nicht mehr gegenwärtig ist, trug sie ein ein kurzes, weißes Kleid, hatte sich ein wenig geschminkt, und sah auf einmal ganz anders aus. Sie brach mit unseren Sehgewohnheiten.

So ähnlich erlebe ich es mit Arbeitskollegen, die ich "nur" in Arbeitskleidung kenne. Wenn ich die nach Feierabend im Supermarkt in Freizeitkleidung sehe, muss ich zweimal hinschauen, um sie zu erkennen.
Autor Ben
 - 19.12.2016 02:25
Hallo.

Wenn nicht in diesem Thread abzuschweifen und sich philosophisch auszutauschen, wo dann?
Wer keine Lust hat, daran teilzunehmen, kann ich sich gerne ausklinken, ohne den eigenen Unsinn darin zu betonen. .

Fernab der der unterschiedlichen Theorien stelle ich für mich fest, dass mir die gezeigten Outfits der Menschen, die sich hier bildlich zeigen, vertraut sind. Das bedeutet, dass die Menschen und ihre Outfits für mich stimmig sind und meine Wahrnehmung nicht stören, obwohl ich viele nicht einmal persönlich kenne. Überspitzt formuliert: Hajo kann fast alles tragen kann, ohne mich zu schockieren, während mich Gregor in Hajos Kleidung irritieren würde. Umgekehrt gölte das für mich wohl genauso.
Mir fällt dabei eine ehemalige Kollegin ein, die sich überwiegend burschikos (sagt man das heute noch?) kleidete. Zu einem privaten Anlass, der mir nicht mehr gegenwärtig ist, trug sie ein ein kurzes, weißes Kleid, hatte sich ein wenig geschminkt, und sah auf einmal ganz anders aus. Sie brach mit unseren Sehgewohnheiten. Ähnlich geht es mir wiederum mit den Reaktionen Anderer, wenn ich mal Hosen trage.
Ich registriere auch (wahrscheinlich nicht alle) Männer auf der Straße, die sich abseits des Mainstreams kleiden. Die kenne ich gar nicht, aber sie sind anders angezogen als die Männer, die ich sonst tagtäglich sehe. Auf Details wie Ohrringe achte ich tatsächlich nicht; das Thema ist für mich, seit ich 15 bin, durch. (Ich trug ihn rechts, vielleicht deshalb.)

Meine Wirklichkeit ist nicht die Anderer. Ich habe wahrscheinlich ähnliche Seherfahrungen gemacht und damit ähnliche Prägungen wie Ihr und noch einmal andere als ausschließlich Hosen tragende Männer und Frauen, denen ein Rock tragender Mann vertraut ist.
Und dennoch sind mir Jeans und Anzug bei Männern vertrauter als Röcke, Kleider, Strumpfhosen und kleinere Accessoires. Wahrscheinlich würde ich mich auch umdrehen, gingen Hajo oder Gregor überraschend an mir vorbei, weil sie sich außerhalb des Kontexts Forum bewegten.

VG Ben.
Autor MAS
 - 18.12.2016 18:17
Zitat von: Mann im Rock am 18.12.2016 18:07
Zitat von: MAS am 18.12.2016 16:15sprachen wir denn nicht von Realität? Du sprichst jetzt von Normalität. Sind die beiden Begriffe für Dich identisch?

Ich sehe das so: Ich bin als Mann ein Rockträger. Das ist meine Realität und für mich auch Normalität. Die Gesamtheit der in Deutschland lebenden Menschen, ihre Gedanken, Meinungen und Handlungen, ob konformes oder nicht-konformes Verhalten macht die Realität Deutschlands. Die gesamte Realität umfasst auch von mir gefühlte 0,005% aller Männer, die Rock tragen. Das will sagen: Realität kann nicht verschoben sein.

Was für mich normal ist, muss es nicht in der allumfassenden Realität sein. Da kann es als abweichendes Verhalten gewertet werden.

Aber die eigentliche Frage ist: Warum ist der Gedanke an abweichendes Verhalten eine Gefahr? Für wen und was?

Grüße Matthias


Also "Realität" als soziales Faktum.

Bzg. Devianz usw. empfehle ich: http://michael-alwis-schmiedel.blogspot.de/2005_03_01_archive.html

LG, Micha
Autor Mann im Rock
 - 18.12.2016 18:07
Zitat von: MAS am 18.12.2016 16:15sprachen wir denn nicht von Realität? Du sprichst jetzt von Normalität. Sind die beiden Begriffe für Dich identisch?

Ich sehe das so: Ich bin als Mann ein Rockträger. Das ist meine Realität und für mich auch Normalität. Die Gesamtheit der in Deutschland lebenden Menschen, ihre Gedanken, Meinungen und Handlungen, ob konformes oder nicht-konformes Verhalten macht die Realität Deutschlands. Die gesamte Realität umfasst auch von mir gefühlte 0,005% aller Männer, die Rock tragen. Das will sagen: Realität kann nicht verschoben sein.

Was für mich normal ist, muss es nicht in der allumfassenden Realität sein. Da kann es als abweichendes Verhalten gewertet werden.

Aber die eigentliche Frage ist: Warum ist der Gedanke an abweichendes Verhalten eine Gefahr? Für wen und was?

Grüße Matthias
Autor MAS
 - 18.12.2016 18:04
Zitat von: Peter am 18.12.2016 17:33
Zitat von: MAS am 18.12.2016 11:14
Zitat von: Barefoot-Joe am 18.12.2016 10:25
IMO: Realität ist [...] nur ein winziger Bruchteil der tatsächlichen Realität [...]
Vielleicht sollten wir "Realität" von "Realitätswahrnehmung" unterscheiden.
"Realisierung" kann ja "Wirklichmachung" und "Wirklichkeitserkenntnis" bedeuten.

...ich hab's geahnt...

Und was ist dagegen einzuwenden, ein wenig differenzierter nachzudenken, statt einfach so drauf los zu reden?

LG, Micha
Autor Peter
 - 18.12.2016 17:33
Zitat von: MAS am 18.12.2016 11:14
Zitat von: Barefoot-Joe am 18.12.2016 10:25
IMO: Realität ist [...] nur ein winziger Bruchteil der tatsächlichen Realität [...]
Vielleicht sollten wir "Realität" von "Realitätswahrnehmung" unterscheiden.
"Realisierung" kann ja "Wirklichmachung" und "Wirklichkeitserkenntnis" bedeuten.

...ich hab's geahnt...
Autor MAS
 - 18.12.2016 16:19
Zitat von: cephalus am 18.12.2016 16:04
Zitat von: MAS am 18.12.2016 12:40
Moment, Cephalus: Wenn ich Deiner Argumentation folge, war die Ansicht, dass die Sonne sich um die Erde dreht zu Zeiten, als die Mehrheit das glaubte, wirklich.

Ja, und so ist es immer noch, wenn du als Bezugssystem die Erde festlegst.
Nicht die Sicht der Welt hat sich verändert sondern nur die Position des gemeinüblich akzeptierten Bezugssystems.

Natürlich gab es früher mit diesen Fakten einhergehenden Irrglauben, der in keiner Weise Physikalisch haltbar oder argumentierbar ist -

Ich verstehe Deinen Wirklichkeitsbegriff immer noch nicht ganz, lieber Cephalus.

Gestern war ich Karusell fahren. (Ja auch ich selber, weil ich meine kleine Großnichts festhalten sollte.) Vom Bezugssystem Karusell aus gesehen drehte sich die Umgegend um uns. Meinst Du das?
Das wäre dann aber eine sehr subjektive Wirklichkeit. Dabei gibt es aber keinen Irrglauben, sondern nur andere subjektive Wirklichkeiten aus der Sichtweise anderer Bezugssysteme.

LG, Micha
Autor MAS
 - 18.12.2016 16:15
Zitat von: Mann im Rock am 18.12.2016 14:06
Zitat von: cephalus am 17.12.2016 15:53Irgendwie birgt diese Sicht in meinen Augen immer etwas die Gefahr, dass man den Bezug zur Realität, zu der Sichtweise, der meisten anderen Menschen verliert und man für viele seltsamer gehalten wird, wie man sich selbst einschätzt.

Setzen wir voraus, es gäbe eine wie auch immer geartete allseits anerkannte Normalität. Eine Möglichkeit, sich damit zu arrangieren, ist konformes Verhalten. Die andere Möglichkeit ist deviantes Verhalten, von den grundlegenden Regeln und Normen abweichen. Das kann in ganz unterschiedlicher Weise geschehen. Es gibt auch solches abweichendes Verhalten, sich etabliert und die Gesellschaft verändert, z.B. der große Gesellschaftsschock der 60er-Jahre, der Minirock.

Darauf aufbauend mal jetzt anders gefragt: Wieso birgt eine Sicht, die sich nonkonform zur Normalität der anderen Menschen verhält, eine Gefahr? Und eine Gefahr für wen oder was?

Gruß
Matthias


Lieber Matthias,

sprachen wir denn nicht von Realität? Du sprichst jetzt von Normalität. Sind die beiden Begriffe für Dich identisch?

LG, Micha
Autor cephalus
 - 18.12.2016 16:04
Zitat von: MAS am 18.12.2016 12:40
Moment, Cephalus: Wenn ich Deiner Argumentation folge, war die Ansicht, dass die Sonne sich um die Erde dreht zu Zeiten, als die Mehrheit das glaubte, wirklich.

Ja, und so ist es immer noch, wenn du als Bezugssystem die Erde festlegst.
Nicht die Sicht der Welt hat sich verändert sondern nur die Position des gemeinüblich akzeptierten Bezugssystems.

Natürlich gab es früher mit diesen Fakten einhergehenden Irrglauben, der in keiner Weise Physikalisch haltbar oder argumentierbar ist -
Autor Mann im Rock
 - 18.12.2016 14:06
Zitat von: cephalus am 17.12.2016 15:53Irgendwie birgt diese Sicht in meinen Augen immer etwas die Gefahr, dass man den Bezug zur Realität, zu der Sichtweise, der meisten anderen Menschen verliert und man für viele seltsamer gehalten wird, wie man sich selbst einschätzt.

Setzen wir voraus, es gäbe eine wie auch immer geartete allseits anerkannte Normalität. Eine Möglichkeit, sich damit zu arrangieren, ist konformes Verhalten. Die andere Möglichkeit ist deviantes Verhalten, von den grundlegenden Regeln und Normen abweichen. Das kann in ganz unterschiedlicher Weise geschehen. Es gibt auch solches abweichendes Verhalten, sich etabliert und die Gesellschaft verändert, z.B. der große Gesellschaftsschock der 60er-Jahre, der Minirock.

Darauf aufbauend mal jetzt anders gefragt: Wieso birgt eine Sicht, die sich nonkonform zur Normalität der anderen Menschen verhält, eine Gefahr? Und eine Gefahr für wen oder was?

Gruß
Matthias
Autor MAS
 - 18.12.2016 13:26
Zitat von: high4all am 18.12.2016 13:02
Da wir im postfaktischen Zeitalter leben, dreht sich die Sonne um die Erde. Denn Gefühle sind Realität. Was interessieren Fakten. ::)

Das ist doch alles nur ein postfaktisches Narrativ!  ;D

LG, Micha
Autor high4all
 - 18.12.2016 13:02
Da wir im postfaktischen Zeitalter leben, dreht sich die Sonne um die Erde. Denn Gefühle sind Realität. Was interessieren Fakten. ::)
Autor MAS
 - 18.12.2016 12:40
Zitat von: cephalus am 18.12.2016 12:14
Zitat von: Mann im Rock am 18.12.2016 10:52
Ganz einfach: ein Mann sitzt in einem Zug und nimmt wahr, dass die Landschaft vorbei rauscht. Ein anderer Mann steht auf einem Feld und sieht den Zug vorbeirauschen. Was ist hier DIE Realität? Beide haben je nach ihrer Perspektive eine eigene Realität.

Der Physiker würde dazu einfach "Bezugssystem" sagen.
Bleibt immer die Frage welches man als gesellschaftlich üblich ansieht - das hängt wieder vom Zeitgeist ab.

Man denke nur an das Geo- bzw. Heliozentrische Weltbild:
Heute würde kaum mehr einer sahen die Sonne kreise um die Erde, selbst wen das aus dem Bezugssystem der Erde absolut korrekt ist.

Und ebenso, befürchte ich, ist unser Rockbezugssystem so weit von der Massenansicht entfernt, wie man in der Neuzeit auch nicht mehr die Erde sondern die Sonne ins Zentrum stellt.
Und hier wie dort könnte man fragen warum, warum warum nicht das Zentrum des Andromedarnebels oder ...?

Moment, Cephalus: Wenn ich Deiner Argumentation folge, war die Ansicht, dass die Sonne sich um die Erde dreht zu Zeiten, als die Mehrheit das glaubte, wirklich.

Demzufolge bedeutet "Wirklichkeit" für Dich soviel wie "Meinung der Mehrheit". Verstehe ich Dich so richtig?

LG, Micha