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Zusammenfassung

Autor hirti
 - 11.02.2019 08:58
Zitat von: high4all am 08.02.2019 15:51

Hi Hirti,
aus Deinem Artikel an andere Stelle ("Aus der Sicht eines ehemaligen Rockträgers") hatte ich entnommen, dass Du gar keine Röcke mehr trägst.
Liege ich mit meiner Einschätzung falsch?
Hajo

Hi Hajo!
Ja, du liegst falsch. Das war nur leider nicht zu erkennen weil der Artikel ohne Datum wieder aufgetaucht ist. In Wirklichkeit ist er schon viele Jahre alt ist und vermutlich wieder erschienen weil er in eine andere Kategorie verschoben wurde(?)
Mein Status ist tatsächlich so dass ich einige Jahre lang keine Röcke getragen habe, dann damit wieder begonnen habe und mittlerweile wieder Röcke, Kleider, hohe Schuhe etc trage.

Aber, um wieder zum Thema zurückzukommen, nur bei passender Gelegenheit, und eine Firmenveranstaltung ist für mich keine solche.
lg
Autor cephalus
 - 08.02.2019 16:24
Zitat von: high4all am 08.02.2019 15:48
Zitatich fand es zwar auch sehr mutig von Hansi, aber manchmal ist der Übergang von Mut in Dummheit eher fließend.
Das ist starker Tobak und grenzt, bezogen auf Hansi, fast an Beleidigung.

Sorry, das war dann wohl missverständlich:
Der zweite Teil war nur auf Hirti bezogen und sollte zum Ausdruck bringen, dass ich es als eher ungeschickt empfände sich zusätzlichen Angriffspunkten auszusetzen, wenn man sich eh unter Angriff sieht.
Was beim einen in seiner Situation anerkennenswerter Mut ist, könnte beim anderen die Grenze überschreiten.
Autor high4all
 - 08.02.2019 15:51
Zitat von: hirti am 08.02.2019 10:45
Normalerweise hört man den Satz nicht oft von mir, da es mir in den Bereichen wo ich Rock und Kleid trage an Mut nicht mangelt, aber in dem Fall:

Hi Hirti,

aus Deinem Artikel an andere Stelle ("Aus der Sicht eines ehemaligen Rockträgers") hatte ich entnommen, dass Du gar keine Röcke mehr trägst.

Liege ich mit meiner Einschätzung falsch?

Hajo
Autor high4all
 - 08.02.2019 15:48
Zitatich fand es zwar auch sehr mutig von Hansi, aber manchmal ist der Übergang von Mut in Dummheit eher fließend.
Das ist starker Tobak und grenzt, bezogen auf Hansi, fast an Beleidigung.

Zitat
Da sollte man sich auf sein Gefühl verlassen, auf welcher Seite man steht.

Im Zweifel auf der Seite derer, die es schon immer gewusst haben. Was es auch sein mag.

Gruß
Hajo

Autor cephalus
 - 08.02.2019 13:38
Zitat von: hirti am 08.02.2019 10:45

Respekt für so viel Mut!

...

da halte ich es für mich für unklug, den Elementen die ohnehin scharf auf meine Position sind und jede sich bietende Gelegenheit für eine strategische Attacke nutzen, auch noch zusätzliche Angriffsfläche zu bieten.


Hallo Hirti,
ich fand es zwar auch sehr mutig von Hansi, aber manchmal ist der Übergang von Mut in Dummheit eher fließend.
Da sollte man sich auf sein Gefühl verlassen, auf welcher Seite man steht.

Ich fand es schon immer sehr mutig, wie offen Du, zumindest früher, mit deinen Daten umgegangen bist. Jedenfalls war es kein Problem Realname, Arbeitgeber, Hobbys und Interessen usw. zusammenzuführen - sicher auch nicht für Kollegen :o


Sooo feminin habe ich im übrigen Hansis Outfit nicht mal gefunden, aber vielleicht hat es mir schon deutlich das Maß verzogen.

VG
Cephalus
Autor hirti
 - 08.02.2019 10:45
Hallo!
Nachdem ich eine Weile nicht im Forum war, habe ich deinen Artikel erst jetzt gesehen.

Normalerweise hört man den Satz nicht oft von mir, da es mir in den Bereichen wo ich Rock und Kleid trage an Mut nicht mangelt, aber in dem Fall:
Respekt für so viel Mut!

Ich finde es absolut reizvoll und schön, so wie du das gemacht hast sehr feminin und elegant zu einer Feier zu gehen. Das Outfit und die Kombination sind aus meiner Sicht ein Volltreffer und ich würde es gerne genau so tragen.

Allerdings würde ich selber es nicht auf einer Firmenveranstaltung machen.
Ich habe eine Führungsposition in unserem Unternehmen inne und da halte ich es für mich für unklug, den Elementen die ohnehin scharf auf meine Position sind und jede sich bietende Gelegenheit für eine strategische Attacke nutzen, auch noch zusätzliche Angriffsfläche zu bieten.

lg,
Autor MAS
 - 23.12.2018 12:19
Zitat von: rockpeter am 23.12.2018 11:42
ZitatPeter, ich wünsche Dir und uns, 2019 wieder weiterzukommen mit unserer Befreiung, unserer Emanzipation von den Einschränkungen unsinniger Konventionen!
Lieber Micha,

das wünsche ich Dir auch und allen anderen, zu allererst aber ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Peter

Oh ja, lieber Peter, das wünsche ich auch allen Menschen der Erde, auch denen, die Weihnachten gar nicht feiern.

LG, Micha
Autor rockpeter
 - 23.12.2018 11:42
ZitatPeter, ich wünsche Dir und uns, 2019 wieder weiterzukommen mit unserer Befreiung, unserer Emanzipation von den Einschränkungen unsinniger Konventionen!
Lieber Micha,

das wünsche ich Dir auch und allen anderen, zu allererst aber ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Peter
Autor cephalus
 - 23.12.2018 11:27
Zitat von: MAS am 23.12.2018 10:43
Im Grunde kämpfen bei uns aber gar nicht Vernunft und Gefühl gegeneinander, sondern verschiedene Gefühle kämpfen gegeneinander und beide versuchen, die Vernunft auf ihre Seite zu ziehen. Da ist das Gefühl, dass Röcke tragen für Männer unmoralisch sei und wir nicht unmoralisch sein wollen, auch aus Angst vor negativen Reaktionen der Mitmenschen

Ich glaube die Aspekte sind so vielfältig, dass man sie nicht komplett (be)greifen kann.

Als ich vor zwei Jahren in der Südsee war, habe ich mir natürlich unmittelbar einen lokalen Rock gekauft.
Vor dem ersten Tragen hatte ich ein ähnlich unsicheres Gefühl wie manchmal zuhause.
Beim Tragen war die absolute Normalität ungewohnt und irgendwie hat der gewisse Reiz des Ungewöhnlichen gefehlt.

Rocktragen hatte nur noch einen einzigen Aspekt: Komfort

In meiner Umgebung trugen die Männer (und Frauen) mehrheitlich Röcke, und es war für die Einheimischen auch in keinster Weise bemerkenswert, dass ein Tourist das auch tut - anders wie z.B. in manchen arabischen Ländern

VG
Cephalus
Autor MAS
 - 23.12.2018 10:43
Zitat von: rockpeter am 23.12.2018 10:15
ZitatWarum fällt es uns so schwer, unsere Röcke mit dem Stolz der Avantgarde zu tragen?

Hallo Micha,

tja, gute Frage. Ich glaube, dass es zumindest teilweise so ist, dass wir so funktionieren wollen wie es die Gesellschaft von uns erwartet. Die Arbeitskollegen oder die aus dem Sportverein haben ein Bild von mir, zu dem der Rock nicht passt. Dagegen anzugehen ist für mich nicht immer ganz einfach. In meiner Freizeit bewege ich mich schon zeimlich offen im Rock, ich muss jederzeit damit rechnen dass mich ein Bekannter aus dem Sportverein so trifft. Aber im Rock zum Training zu gehen, das schaffe ich im Moment (noch) nicht.
Ob dieser Weg so richtig ist oder ob ich größere Schritte hätte machen sollen, das werde ich erst in späteren Jahren in einem Rückblick bewerten können.

Liebe Grüße
Peter

Ja Peter, so ähnlich geht es den meisten von uns. Ich habe auch noch hier und da meine Scheu, im Rock oder Kleid zu erscheinen. Aber warum? Vielleicht liegt es einfach daran, das zwar wir das Positive am Rocktragen sehen, zugleich das Harmlose, dass wir die größere Auswahl und Freiheit in Kleidungsfragen als Lebensqualitätsverbesserungen empfinden, aber wissen, dass andere es (noch) nicht so sehen und dass wir ja auch alle darin erzogen wurden, dass gegengeschlechtliches Kleiden irgendwie unmoralisch sei. Letztertes steckt tief in uns drin, auch wenn die Vernunft sagt, dass es Unsinn sei.

Im Grunde kämpfen bei uns aber gar nicht Vernunft und Gefühl gegeneinander, sondern verschiedene Gefühle kämpfen gegeneinander und beide versuchen, die Vernunft auf ihre Seite zu ziehen. Da ist das Gefühl, dass Röcke tragen für Männer unmoralisch sei und wir nicht unmoralisch sein wollen, auch aus Angst vor negativen Reaktionen der Mitmenschen. Da ist auf der anderen Seite das Gefühl, dass uns was fehlt, wenn wir keine Röcke tragen dürfen, dass wir immer nur in Hosen nicht die sind, als die wir uns eigentlich fühlen. Und da ist das Gefühl der Scham anderen gegenüber, wenn wir Rock tragen, und das Gefühl der Scham uns selbst gegenüber, wenn wir uns das nicht trauen. So entsteht ein Leidensdruck. Ein Kommilitone sagte mal auf meine Frage, ob er nicht auch Rock tragen wolle, nein, sein Leidensdruck sei nicht so groß wie meiner. Der Gedanke, darunter zu leiden, was in der Gesellschaft normal ist, bringt nochmal Unsicherheiten mit sich.

Es ist also ein Dilemma, in dem wir uns befinden, bis es uns eines Tages gelingt, alles zur Seite zu schieben, im Rock oder im Kleid rauszugehen und dann auch noch überwiegend positive Reaktionen der Mitmenschen zu erleben. Und doch bei jeder neuen Herausfordernung, sei es bei neuen Menschen, sei es bei neuen Röcken oder Kleidern oder anderen Kleidungsstücken wieder die Aufregung, ob das gut geht, ob auch die neuen Menschen uns respektieren, ob auch das neue Kleidungsstück gut ankommt.

Peter, ich wünsche Dir und uns, 2019 wieder weiterzukommen mit unserer Befreiung, unserer Emanzipation von den Einschränkungen unsinniger Konventionen!

LG, Micha
Autor rockpeter
 - 23.12.2018 10:15
ZitatWarum fällt es uns so schwer, unsere Röcke mit dem Stolz der Avantgarde zu tragen?

Hallo Micha,

tja, gute Frage. Ich glaube, dass es zumindest teilweise so ist, dass wir so funktionieren wollen wie es die Gesellschaft von uns erwartet. Die Arbeitskollegen oder die aus dem Sportverein haben ein Bild von mir, zu dem der Rock nicht passt. Dagegen anzugehen ist für mich nicht immer ganz einfach. In meiner Freizeit bewege ich mich schon zeimlich offen im Rock, ich muss jederzeit damit rechnen dass mich ein Bekannter aus dem Sportverein so trifft. Aber im Rock zum Training zu gehen, das schaffe ich im Moment (noch) nicht.
Ob dieser Weg so richtig ist oder ob ich größere Schritte hätte machen sollen, das werde ich erst in späteren Jahren in einem Rückblick bewerten können.

Liebe Grüße
Peter
Autor MAS
 - 23.12.2018 09:36
Ja, es ist schon eigenartig, welche Angst und Scheu uns da anerzogen wurde, obwohl es nur darum geht, eine ganz harmlose Verbesserung unserer Lebensqualität umzusetzen.

Warum fällt es uns so schwer, unsere Röcke mit dem Stolz der Avantgarde zu tragen?

LG, Micha
Autor rockpeter
 - 23.12.2018 09:21
ZitatAber diese Sicherheit bekommt man nur selten von heute auf morgen.

Meist wird man sich fragen "kann ich/ soll ich?" und "was werden die anderen sagen/ wie reagieren?".
Dabei ist "mir doch egal - die können mich mal!" nicht immer die richtige und empfehlenswerte Eigen-Antwort.
Insbesondere dann nicht, wenn man mit Personen zusammen kommt, die einen schon kennen und/oder bewerten können (z.B. aktuelle/ zukünftige Kollegen/ Vorgesetzte) oder persönlich betroffen sind und sich ggf. fremdschämen könnten und Angst haben, selber zum Gespött zu werden.

Darum: vorsichtig antasten, mal schauen, was so geht und toleriert wird.
Und wenn das alles positiv verläuft, kann man auch mal einen draufsetzen.  Wink

Hallo Hansi,

das ist in meinen Augen unheimlich gut geschrieben. Ich bin auch eher der Typ, der sich vorsichtig bewegt.Gerade bei den Menschen, die mich von früher her kennen, habe ich so meine Probleme. Meine Freunde bzw. Freundinnen, die mich im Rock kennen, habe ich erst durch das Rock tragen kennengelernt. Das mache ich mittlerweile auch schon ca. 6 Jahre und wenn ich die Zeiten so vergleiche, bin ich schon viel sicherer geworden. Ich bin zwar vor 5 Jahren auch schon im Rock zum Bäcker gegangen, aber dann nur wenn keine Kunden da waren. Heute mache ich alle Erledigungen am Wochenende im Rock.
Die Trennung zu Arbeitskollegen ist nicht schwierig, da ich im Außendienst tätig bin und die Kollegen über Bayern verstreut sind.

Liebe Grüße
Peter




Autor Hansi1973
 - 23.12.2018 00:16
Noch was: auch mit dem Auftreten hat man es selber in der Hand, wie männlich/ weiblich das wirkt.

Auch da scheinen viele Menschen ja zu glauben, dass ein "Damenrock", "Damenschuhe" und "Damentasche" automatisch "weiblich" rüberkommen und es sehr wahrscheinlich eher aussieht wie die Mischung aus Charleys Tante oder das Schwanensee-Ballett - aufgeführt von den Herren der örtlichen Dorffeuerwehr oder gar das Ganze "tuckig" wirkt und man selber in den Verdacht gerät, schwul zu sein.

Das KANN passieren - muss es aber nicht!
Autor JJSW
 - 22.12.2018 23:47
Hallo Marcel, freut mich, in letzter Zeit wieder etwas mehr im Forum von Dir zu lesen  :)

Zitat von: Dr.Heizer am 22.12.2018 22:09
Sehr gut geschrieben, Hansi1973!
Zitat von: Hansi1973 am 22.12.2018 21:14
Wichtig ist nur, dass man sich seiner Erscheinung bewusst ist und darin "lebt", damit dies auch glaubhaft rüberkommt und eben nicht wie eine billige Verkleidung wirkt.
Genau das ist auch meine Überzeugung (auch mit von den Sehgewohnheiten abweichender Kleidung):
Wirke authentisch und gekleidet. Tue das, was Du auch sonst tust, bewege Dich, wie sonst auch. Das kommt an, das wirkt und wird auch mit Rock oder sonstige über kurz oder lang akzeptiert.
Bist Du verkleidet, fühlst Dich also nicht wohl in dem, was Du trägst, wirkst Du nicht authentisch, bist nicht so selbstbewusst wie immer und nicht so sympathisch.


Gut geschrieben, wobei ich aus meiner Sicht noch ergänze:
Das mit dem selbstbewußt und athentisch wirken, war für mich zunächst nicht selbstverständlich. Wenn ich mich an meine Unsicherheit beim erstem Mal Rock tragen im Heimatort erinnerte. Aber als nichts besonderes geschah, wiederholte ich es gleich am nächsten Tag. Und mit jedem neuem Tag im Rock wuchs die Selbstsicherheit,  so das ich bald andere Röcke, kürzere, gemusterte, Kleider ausprobierte. Ebenso wurde es für mich immer leichter, mich im Rock zu bewegen, je mehr Leute davon wußten.

Eigentlich reine Übungssache, wobei ich auch lieber in kleinen Schritten vorgegangen bin, aber in dreieinhalb Jahren schon sehr zufrieden bin, was ich erreicht habe.
Also Rock tragen = gutes Training fürs Selbstbewußtsein.


Zitat von: Hansi1973 am 22.12.2018 21:14
Darum: vorsichtig antasten, mal schauen, was so geht und toleriert wird.
Und wenn das alles positiv verläuft, kann man auch mal einen draufsetzen.  ;)

Ganau. Als ich mich im Freizeitbereich sicher im Rock bewegte und mich viele Leute so kannten,
hab ich mich im letztes Jahr im Sommer im Rock an den Arbeitsplatz gewagt.
Dieses Jahr am letztem Arbeitstag nun auch im Winter, davon hab ich auch bereits berichtet.

Wobei ich gar nicht das Ziel habe, jeden Tag Rock am Arbeitsplatz zu tragen. Dafür sind mir meine Röcke auch zu schade.
Wichtig ist für mich zu wissen, das ich es kann  :)

Grüßle
Jürgen