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Zusammenfassung

Autor DesigualHarry
 - 05.09.2019 22:49
Hallo!

Ja, früher einmal war die Hose wohl noch so etwas wie ein Feind. Wenn es heute die Situation erfordert, und von mir verlangt wird Hosen zu tragen, so betrachte ich dann aber die Hose als einen Freund. Ich weiß ja, dass es nur für einen Zeitraum ist, danach kann ich ja die Freiheit wieder geniessen.

Klar hätte ich auch gerne die totale Freiheit meine Kleidung frei wählen zu können, aber es macht in dieser Situation dann keinen Sinn, den hochkommenden negativen Gefühle und Gedanken nachzugehen.

Das was ich gelernt habe ist es immer das beste aus einer Sache zu machen, schauen dass Körper und Geist in Harmonie bleiben. Am besten geht das mit Freunden. Inneren Freu(n)den. :)
Autor Albis
 - 05.09.2019 21:57
Letzten Endes ist es ja der Kampf zwischen Rock und Hose. Im Sinne von DesigualHarry wäre die Hose demnach der Feind.
Mir geht's zum Teil auch wie Zwurg. Letzte Woche hat die Hose leider immer gewonnen. :(
Autor MAS
 - 29.08.2019 23:41
Weil Du das Ziel erreicht und den Kampf für Dich gewonnen hast, lieber Harry!  :)

LG, Micha
Autor DesigualHarry
 - 29.08.2019 22:15
Hallo!

Wow!... Ich bin erstaunt, erstaunt deswegen wieviele noch einen Kampf mit sich selber führen. Ich persönlich hab diesen Kampf gegen mich schon längst in  Frieden aufgelöst.
Autor MAS
 - 29.08.2019 16:54
Ich finde es interessant, dass es zugleich ein Kampf gegen und für mich selbst ist. Gegen mich im Sinne von gegen meine Angst, gegen meine Verzagtheit, gegen meinen Drang, nicht auzzufallen (wobei das alles bei mir gar nicht so groß ist), und für mich im Sinne von für meine Freiheit, für mein Wohlbefinden, für meine Lebensfreude, für meine Weiterentwicklung. Und bei anderen ist es genau so: gegen die Engstirnigkeit, das Übermichbestimmenwollen, die Intoleranz usw. von anderen und für die Horizonterweiterung, Phantasie, Freude an Abwechlsung und auch Weiterentwicklung von anderen. Und letztlich auch für die Gesellschaft, die gesünder ist, wenn sich ihr Mitglieder wohl fühlen und auch psychisch gesund sind.

LG, Micha
Autor Zwurg
 - 29.08.2019 12:36
Meine Mutter trägt heute auch gerne Hosen, obwohl sie nicht dafür gekämpft hat.
Früher halt nur Röcke und Kleider.


In diesem Sinne versuche ich auch wieder mehr Rock zu tragen, den einzigen Kampf den es für mich gibt, ist der gegen mich selbst.
Autor MAS
 - 29.08.2019 08:29
Ja, ich denke, heutige Frauen ruhen sich auf den Lorberen der Frauen früherer Generationen aus. Sicher haben nicht alle Frauen für ihre Emanzipation gekämpft, sondern viele haben andere für sich kämpfen lassen bzw. es war ihnen egal, aber als sich die Emanzipation durchsetzte, haben sie das auch genossen. Mir sagte mal eine Frau, dass sie, wenn Hosen für Frauen heute immer noch verboten wären, auch nicht dafür kämpfen würde. Aber da sie niunmal erlaubt und üblich seien, trage sie auch gerne Hosen.

LG, Micha
Autor high4all
 - 29.08.2019 08:12
Zitat von: DesigualHarry am 28.08.2019 17:59
Hallo!

Und ich würde sagen: Dadurch dass die Frauen nicht mehr für ihre Kleidung kämpfen, dürfen sie heute alles tragen. Die Freiheit alles zu tragen Kahm nicht durch den Kampf, sondern weil sie das kämpfen gegen das tun ausgetauscht haben. Solange sie kämpften, solange Kahm von den Männern der Widerstand.

Frauen dürfen heute alles tragen, weil sie für ihre Kleidung gekämpft haben. Inklusive Demonstrationen für den Minirock in der 1960ern. Oder sie haben es in Kauf genommen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, weil sie Hosen getragen haben (bei BMW in den 1960rn). Oder Verhaftungen durch die Polizei zu Kaiserszeiten, weil sie Hosen an hatten.
Autor DesigualHarry
 - 28.08.2019 17:59
Hallo!

Und ich würde sagen: Dadurch dass die Frauen nicht mehr für ihre Kleidung kämpfen, dürfen sie heute alles tragen. Die Freiheit alles zu tragen Kahm nicht durch den Kampf, sondern weil sie das kämpfen gegen das tun ausgetauscht haben. Solange sie kämpften, solange Kahm von den Männern der Widerstand.
Autor MAS
 - 28.08.2019 15:54
Zitat von: Ludwig Wilhem am 28.08.2019 15:34
Hallo, ich kämpfe nicht für Rock oder Kleid, wünsche mir aber von der Gesellschaft mehr Offenheit, denn die Gleichberechtigung ist im Bereich der Kleidung noch nicht angekommen, Frauen brauchen für ihre Kleidung nicht zu kämpfen - Tragen viele Männersachen; trägt ein Mann Kleidung aus der Damenabteilung wird er immer noch als Exot angesehen. Ich kämpfe im Stillen, d.h. für mich, immer wieder Röcke und immer wieder Versuch auch Kleider in der Öffentlichkeit zu tragen.
Gruß Ludwig

Ob still oder laut, ist letztlich nur eine Frage der Methode, lieber Ludwig.

Und hier
"Frauen brauchen für ihre Kleidung nicht zu kämpfen"
würde ich ergänzen:
"Frauen brauchen für ihre Kleidung nicht mehr zu kämpfen".
Sie haben den Kampf bereits gewonnen. Aber auch das noch längst nicht überall.


LG, Micha
Autor Ludwig Wilhem
 - 28.08.2019 15:34
Hallo, ich kämpfe nicht für Rock oder Kleid, wünsche mir aber von der Gesellschaft mehr Offenheit, denn die Gleichberechtigung ist im Bereich der Kleidung noch nicht angekommen, Frauen brauchen für ihre Kleidung nicht zu kämpfen - Tragen viele Männersachen; trägt ein Mann Kleidung aus der Damenabteilung wird er immer noch als Exot angesehen. Ich kämpfe im Stillen, d.h. für mich, immer wieder Röcke und immer wieder Versuch auch Kleider in der Öffentlichkeit zu tragen.
Gruß Ludwig
Autor cephalus
 - 26.08.2019 16:50
Hallo Christian,
vielleicht warst Du etwas zu optimistisch,  ich gehe seit jeher davon aus, dass auch für meine Söhne ein Rock immer ungewöhnlich bleiben wird.  Aber, was ich auch bemerke, ist der Umgang von Gleichaltrigen und deren Eltern mit "Abweichungen " dieser Art.
Mal Nagellack, mal ein Kleid an meinen Jungs,  das wird bemerkt,  aber nicht nachhaltig kritisiert.
Und der Junge in der Parallelklasse, der mehr Röcke und Kleider als Hosen trägt, macht das ebnen so. Fertig!

Die abgetauchten Rocker existieren immer noch und rocken, benötigen nur nicht mehr die seelische und moralische Unterstützung durch ein Forum.

VG
Cephalus
Autor MAS
 - 26.08.2019 10:55
LIeber Joe,

Hermann Hesse hat sogar einem Mörder seinen Eigensinn zugestanden, aber ich sehe es eher wie Du, weshalb ich meinen Eigensinn ja auch sozialverantwortlich nenne. Wobei die Überzeugung muss nicht besser sein als die der Masse, aber sie sollte nicht schädlich für andere oder einen selber sein.


Und lieber Christian,

ich dachte damals auch, in wenigen Jahren wären Männer in Röcken so normal wie Frauen in Hosen oder Frauen in Röcken. Dass die meisten Männer da so konservativ und ängstlich sind oder einfach phantasielos, hätte ich nicht gedacht. Ist aber so. Und diesen Männern gegenüber fühle ich mich frei und ungebunden, schaue zwar nicht auf sie herab, aber sie tun mir schon ein bisschen leid. Ich habe mir mein Pionier- oder gar Elitedenken bewahrt, auch wenn ich von den meisten in Bezug auf Kleidung nicht als Vorbild angeommen werde. Ängste oder Aufregung habe ich eigentlich fast gar keine mehr, wenn ich im Rock unterwegs bin. Zu sehr erlebe ich, dass auch die oben genannten Männer meinen Kleidungsstil eben als mein Ding, von mir aus auch als meinen Spleen respektieren. Diese Art von Toleranz reicht mir notfalls auch. Ich fühle mich jedenfalls alltäglich wohl in meiner Kleidung.

LG, Micha

Autor Barefoot-Joe
 - 26.08.2019 09:40
Hallo Zwurg,

ZitatBei mir ist es der Kampf gegen meine Ängste und meine Selbstzweifel. Obwohl ich nocn fast schon 20 Jahre Röcke in der Öffentlichkeit trage, ist dies immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Woran liegt das denn?
Bei mir wurde das sehr schnell zur völligen Normalität, nachdem ich merkte, dass die Ängste unbegründet waren und das bei vielen gut ankommt.

ZitatManchmal frage ich mich, ob ich heute weniger mutiger bin, zu meiner Wunsch-Kleidung zu stehen als um die Jahrtausendwende.
Damals war ich ja sehr überzeugt, dass ich einer der Pioniere eines männlichen Kleidungswandels bin und dass in wenigen Jahren alle Röcke tragen würden.

Du bist doch heute auch noch Pionier, nur hat es eben mit dem Wandel noch nicht geklappt. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, wir werden ja immer mehr. :) Überlege mal, dass wir Jahrzehnte gebraucht haben, um auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Das geht jedem, der uns sieht, ja ganz genauso und dann dauert es oft noch Jahre, bist man das in die Öffentlichkeit trägt.

ZitatMeine Ängste steigern sich weil die Mitstreiter irgendwo in der Versenkung verschwunden sind, und auch weil ich denke, dass ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden hat.

Wir sind der Wandel... :)

ZitatAm meisten ängstige ich mich vor Situationen wie in dem Zeitungsartikel, auch wenn sie mir persönlich noch nie passiert sind.

Du kannst auch Ärger bekommen, weil jemandem deine Nase nicht gefällt. Wollen wir uns wirklich von der Angst vor anderen leiten lassen? Nach deren Regeln leben? Ist das unser Maßstab? Oder nicht vielleicht doch durch unser persönliches Glück und unsere eigenen Ziele?
Autor Barefoot-Joe
 - 26.08.2019 09:33
Hallo Micha,

Ich bin ja der Meinung, dass man der Gesellschaft einen besseren Dienst leistet, wenn man aus voller Überzeugung tut, was man tut, als wenn man sich einfach nur der Masse anpasst und tut, was man eben tut, weil sich das so gehört und es von einem erwartet wird.

Stell dir mal vor, dieses Argument käme von einem Serienkiller. ;)
Ich verstehe die Aussage natürlich, aber ich gebe zu bedenken, dass dafür die individuelle Überzeugung dazu auch richtig bzw. besser sein muss, als die der Masse.