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Zusammenfassung

Autor Albis
 - 28.06.2020 22:05
https://www.rockmode.de/index.php?topic=7871.new#new
...und hier geht es zum Thema Rocktragen in anderen europäischen Ländern weiter, sodass die Diskussion hier zum ursprünglichen Thema zurückkommen kann.
Autor MAS
 - 27.06.2020 08:23
Lieber Albis,

da stimme ich zu. Und ja, beginne doch einen neuen Thread dazu. Über PN habe ich schon mit Jule diskutiert. Das ist schon spannend. Ich wäre also dabei. Thema: "Rocktragen im ehemaligen Ostblock".

LG, Micha
Autor Albis
 - 26.06.2020 22:19
Lieber MAS,

ich habe diese verschiedenen Aspekte geschrieben, weil ich der Meinung bin, dass sie letzten Endes alle mehr oder weniger Einfluss auf das Denken und Fühlen von Menschen haben und somit auch auf ihre Sicht auf Männern in Röcken oder den Abweichlern vom cisgender-heterosexuellen Modell. Auch Dinge, die über 100 Jahre her sind, werden z.T. über Generationen bis in die Gegenwart vererbt.

Belege für eine größere Männerrockfreundlichkeit in Tschechien gegenüber Polen habe ich nicht, aber gefühlt nehme ich das so wahr. Wenn man mich fragen würde, wo ich eher im Rock spazieren gehen würde, würde ich das in Tschechien wohl fast überall außer in sozialen Brennpunkten machen, in Polen hingegen wohl ehr nur in den größeren Städten, die ja deutlich liberaler als das platte Land sind, zumindest nach dem, was ich in den Medien so wahrnehme.

Kriegen wir die politisch-geschichtliche Diskussion irgendwie in einen neuen Thread? Da würde ich dann noch schreiben, dass es die DDR seit knapp 30 Jahren nicht mehr gibt und dass ich denke, dass der verstärkte Nationalismus eher weniger weniger an Wehrmachtsuniformen sondern eher an der Tatsache, dass das Demokratielernen eben erst vor 30 Jahren wirklich begonnen hat.
Autor MAS
 - 24.06.2020 00:15
Lieber Albis,

beantwortest Du damit implizit die anscheinend unterschiedliche Haltung zu Menschen, die vom cisgender-heterosexuellen Modell abweichen? Darum ging es ja bei meiner Frage.

Nationalsozialismus wurde in der DDR einfach verboten, aber nicht aufgerbeitet. Die NVA hatte sogar mehr oder weniger die Uniformen der Wehrmacht übernommen. Dass wir in der DDR und in Polen heute so einen starken Nationalismus haben hat eben auch damit zu tun. Die Polen tun so, als hätte es keine Kollaborateure gegeben und keine Judenverfolgung auch durch Polen. Ich weiß nicht, ob die Tschechosolvaken es besser gemacht haben.
Aber dieses sehr interessante Thema würde für diesen Thread zu weit führen. Ich frage eigentlich nur: Ist Tschechen männerrockfreundlicher als Polen? Und wenn ja, warum?

LG, Micha
Autor Albis
 - 23.06.2020 23:24
Komplett weg vom Thema, aber ich möchte trotzdem antworten:
Warum sollten Polen und Tschechen einander ähnlicher sein als z. B. Deutsche und Niederländer oder Franzosen und Italiener? Es gibt zwar 40 Jahre ähnliche Geschichte, aber davor war sie komplett unterschiedlich: Das heutige Polen war preußisch geprägt bzw. wurde zwischen Russland und Preußen zerrieben. Tschechien/Böhmen hingegen war lange Zeit Teil von Österreich-Ungarn. Auch landschaftlich sind beide Länder überhaupt nicht miteinander vergleichbar: Polen hat Zugang zum mehr und besteht fast ausschließlich aus Tiefland, welches insbesondere in  Masuren sehr dünn besiedelt ist. Tschechien hingegen ist ein von Mittelgebirgen geprägtes Binnenland. Ich weiß nicht, ob es an Bodenschätzen liegt, aber Tschechien hat seit langem eine hohe Industriedichte, wohingegen Polen abseits der großen Städte und des Oberschlesischen Reviers eher ländlich wirkt. Damit einher geht, dass die Menschen unterschiedlichen Berufen nachgingen und auch sonst unterschiedlich geprägt wurden. Über Jahrhunderte.
Und die Behauptung, dass in beiden Ländern wie auch der DDR der Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet worden sei, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Zumindest beim Vergleich der beiden deutschen Staaten in den 50er und 60er Jahren muss doch festgestellt werden, dass in der BRD z. B. viele Menschen, die das Naziregime unterstützt hatten, weiterhin eher der Oberschicht angehörten und hohe öffentliche Ämter innehatten. Das war in der DDR undenkbar.
Autor MAS
 - 21.06.2020 23:26
Ja, wie woanders geschrieben wundert es mich, wie unterschiedlich Polen und Tschechen so drauf sind.
Aber die gemeinsamen 40 Jahre Parteidiktatur und Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus müssen doch den beiden Völkern und den Deutschen in der DDR auch Gemeinsamkeiten aufgedrückt haben.
Das wäre aber auch ein eigenes Thema.

LG, Micha
Autor Albis
 - 21.06.2020 23:10
Zitat von: MAS am 20.06.2020 17:01
Vielleicht liegt Dresden zu nahe an Polen, wo anti-LGBTQ-Sexismus gerade Mainstream ist.

LG, Micha

Sorry, lieber MAS, aber das ist Quatsch! Dresden liegt deutlich näher an Tschechien als an Polen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine politische Stimmung aus dem Ausland derart großen Einfluss auf die inländische Stimmung hat.
Autor MAS
 - 20.06.2020 17:01
Vielleicht liegt Dresden zu nahe an Polen, wo anti-LGBTQ-Sexismus gerade Mainstream ist.

LG, Micha
Autor Zwurg
 - 20.06.2020 12:44
Das ist mit den Ängsten ist schon so eine Sache, die ist nicht von der Hand zu weisen. Denn die Ängste sind zum Teil ja auch begründet.

Es ist natürlich auch eine Frage des Gesamterscheinungsbildes, aber das kann man ja niemand vorschreiben. Es gibt hier Leute die Hauptsächlich im Kilt unterwegs sind und Leute die sich dem Erscheinungsbild einer Frau sehr (zum Verwechseln gleich) angenähert haben. Ich tendiere mehr zu den Ersteren mit weniger Anleihen bei den Zweiteren.

Trotzdem haben wir es schon leichter. Meist nimmt keine große Notiz davon dass ich im Rock unterwegs bin(Und ich wohne im erzkonservativen Oberbayern, auf dem Dorf). Bis jetzt hab ich mal einen blöden Spruch gehört oder dass mir jemand nachgepfiffen hat.  Aber bedroht hat mich noch nie jemand, schon gar nicht mit der Faust. Und das hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert. Vielleicht wirke ich auch so, dass jemand zumindest ernsthafte Blessuren davon tragen würde, wenn er mich tätlich angreifen würde. (Da ich ja einen gewissermassen Kampfsport trainiere) hat das vielleicht unbemerkterweise etwas in meiner Ausstrahlung verändert.
Mag sein das mein Gesamterscheinungsbild heute ein maskulineres Bild ist als in der Vergangenheit. Schließlich war ich früher glatt rasiert und hatte lange Haare, während ich heute meist bärtig und mit kurzen Haaren herumlaufe.
Genau festmachen kann ich das nicht, aber die Angst im Hinterkopf bleibt. Obwohl nichts passiert ist.

Aber es kann dich niemand ins Gefängnis bringen, weil du bei einer Fronleichnahmsprozession im Dirndl mitgelaufen bist. Wahrscheinlich wird dich heute nicht wirklich jemand verprügeln weil du Damenkleidung trägst.
Und damals warst du echt komplett alleine. Es gab kein Internet, man kannte keine Gleichgesinnte. Wer weiß vielleicht hat Josef Meissauer auch richtige Prügel bezogen. Vorstellbar ist das.

Vielleicht entwickelt sich bei dir auch mit fortschreitendem Alter, der Veränderung im Haarwuchs, im Gesicht und im Körper ein maskulineres Aussehen und Auftreten und damit einhergehend eine Veränderung deines Stils. Vielleicht beginnst du auch noch ein körperlichesTraining, das die Art wie du auf blöde Sprüche oder Drohungen reagierst verändert?
Möglicherweise nimmst du dann deine Umwelt anders wahr.
Wer kann es schon sagen?
Autor culture skirt
 - 19.06.2020 20:37
Hallo,

ich merke keinen großen Unterschied von 1910 zu heute. Er stand genauso auf verlassenen Posten wie unser einer. Die Woche haben die Anfeindungen massiv zugenommen. Man kann zwar drüber weg hören und so tun, als wäre das belanglos. Aber wenn man an den Kopf geknallt bekommt, man ist ein Mann und sowas ist ekelhaft und mit der Faust gedroht wird, ist das schon schon ne Ansage und ich werde mir für die Zukunft überlegen, wie ich mal pauschal über Männer was raushaue, wenn die mich wieder mal toxisch anschauen. Und daher verstehe ich nicht, wie man sich dann noch für die stark machen will und die Frage stellt, wieso nicht mehr Männer Röcke tragen. Genau deswegen.

Viele Grüße
Jule
Autor Ludwig Wilhem
 - 19.06.2020 17:13
Hallo, ich habe unter Google "Bürstenhändler Josef Meissauer" eingegeben und bekam einen Link zum Lesen des kompletten Artikels. Er ist meines Erachtens lesenswert, um den Mann/Frau zu verstehen.
Ludwig
Autor culture skirt
 - 18.06.2020 17:08
Zitat von: Mann im Rock am 18.06.2020 08:16
Zitat von: Zwurg am 12.06.2020 17:09
... oder auch Frau sein wollen gleichgesetzt wird....

Man muss sich auch mal vor Augen führen, welch geballte Frauenverachtung (Menschenverachtung) in einem solchen Gedanken liegt.

Gruß
matthias
Ich lese da eher die Verachtung  heraus, dass Männer damit das schöne Frauenbild bei anderen Männern beschmutzen.
Oder einfacher ausgedrückt. Männer sind es nicht würdig, so schön zu sein wie Frauen.
Autor MAS
 - 18.06.2020 13:27
Lieber Matthias,

erläutere bitte mal Deinen letzten Satz.

LG, Micha
Autor Mann im Rock
 - 18.06.2020 08:16
Zitat von: Zwurg am 12.06.2020 17:09
... oder auch Frau sein wollen gleichgesetzt wird....

Man muss sich auch mal vor Augen führen, welch geballte Frauenverachtung (Menschenverachtung) in einem solchen Gedanken liegt.

Gruß
matthias
Autor osem
 - 18.06.2020 07:53
Wenn Frauen Haare im Gesicht haben, dann auf den Zähnen!  *grins*