Neuigkeiten:

Passwort vergessen? Kein Problem. Lass dir einen Link per Email schicken, mit dem du deine Mitgliedschaft wieder aktivieren kannst.

Hauptmenü

Antworten

Erweiterte Optionen...
Verifizierung:
Bitte lasse dieses Feld leer:
Gib nur die Großbuchstaben ein: 4gKJsusW:
Gib nur die Großbuchstaben ein: 8AJUE8Y9:
Shortcuts: mit Alt+S Beitrag schreiben oder Alt+P für Vorschau

Zusammenfassung

Autor JoHa
 - 20.11.2021 21:37
Danke für eure ermutigenden Kommentare.
Mittlerweile waren wir (meine Frau und ich) beim Hausarzt, im Elektroladen, im Supermarkt und in der Apotheke im Dorf. Zweite Blicke gab es nur im Wartezimmer und bei der Kasse im Gemüseshop des Supermarktes. Im Elektroladen hörte ich beim zweiten Besuch, um eine Bestellung abzuholen, von dem jungen Verkäufer: "Hallo, der Mann im Rock ist wieder da!"  Bemerkt und nicht bewertet. Gut so.
Autor Zareen
 - 20.11.2021 20:35
Zitat von: JoHa am 07.11.2021 11:37
Kein Kommentar zu meinem Rock.
Nix.
Ich glaube, das war ein weiterer Impuls für mich, den Rock nicht nur in der Stadt, sondern auch im Dorf ankommen zu lassen.
Keine Reaktion zu bekommen kann heißen:
- ist bereits 'normal' geworden = beste Situation
- der/die Gegenüber hat dem Rockträger gegenüber keinen Mut (zuwenig Selbstbewusstsein?)
   Das würde dann in unserer Abwesenheit im Kreise seines-/ihresgleichen zu Hause/Kneipe/usw. 'besprochen'
   werden. UND: das ist dann nicht mehr unser Ding. Warum?
   Weil niemand für das verantwortlich ist, was im Kopf eines anderen vor sich geht.
Aber ich glaube, die zweite Variante würde man spüren

Meine Erfahrung ist: authentisch bleiben! Dann funktioniert es auch auf dem Dorf.
Autor Holger Haehle
 - 08.11.2021 10:12
Klasse, dann mach es. Geh einen Schritt weiter.

Wenn die Beziehung zu den Leuten im Dorf gut ist, dann wissen sie was sie an dir haben. Das werden sie nicht wegen deiner Beinkleider aufgeben.

Meine eigene Erfahrung im südlichen Emsland (Clusorth, mittlerweile nach Lingen eingemeindet) ist, dass die Anerkennung sogar wachsen kann, weil man sich besonders macht. Man fand mich anfangs etwas schräg aber interessant. Und einige Zeit später war es völlig normal. Da bekam ich sogar Empfehlungen, die mir selbst zu femin waren.
Autor JoHa
 - 07.11.2021 18:05
Da nun einige Tage dazwischen liegen, denke ich, er hat kein Aufhebens darum gemacht. Mit seiner Frau hatte ich bereits ein kurzes Schwätzchen.
Und wenn ich Angst hätte, zum Tratschthema zu werden, hätte ich nicht schon Post und Pakete in meinem bevorzugten Aufzug entgegengenommen.
Ich betrachte mittlerweile meine nähere Umgebung, 300-500m, als mein "home and castle".
Autor Holger Haehle
 - 07.11.2021 16:16
Lieber JoHa,

und der Nachbar war während der Situation auch entspannt und bemühte sich nicht krampfhaft um Normalität? Noch weißt du nicht , was er zu Hause oder anderen Nachbarn erzählt hat.

Andererseits, war er in der Situation wohl schlimmstenfalls darauf aus die Situation zu akzeptieren, was auf eine gewisse Bereitschaft hindeutet, den Mann im Rock zu tolerieren. Und das ist ein guter Anfang.

Wenn du jetzt nachlegst, dann zeigt das jedenfalls, dass er dich nicht bei einem heimlichen Hobby überrascht hat.

Ich frage mich, warum sollten die Leute im Dorf anders reagieren als die in der Stadt. Die Städte auf dem Hümling sind doch von der Sozialstruktur her tendenziell dörflich, und voller Menschen aus den Dörfern, die dort einkaufen.
Autor Skirtedman
 - 07.11.2021 11:57
Daumen hoch!

(Geht auch ohne Button, wenn man sonst nichts weiter schreiben möchte...)
Autor JoHa
 - 07.11.2021 11:37
Am späten Dienstagnachmittag, es dämmerte schon, ging ich kurz mit dem Hund raus, weil er offensichtlich "mal musste". Wir wohnen sehr abgelegen, auf mehrere hundert Meter sieht man jeden kommen.
Da bog ein LKW in unseren Weg ein. Ich stand im kurzen Rock und FSH im Scheinwerferkegel.
Ich dachte, man habe sich verfahren und wartete ab. Da hielt doch der Wagen, unser Nachbar stieg aus und rief: ich hab dir Pflastersteine mitgebracht!
Er schaute sich meine leichten Schuhe an, und fragte, ob ich ihm zeigen könne, wo er den Segen denn abladen solle. Er dachte wohl wie ich, der Matsch neben dem Weg sei Gift für meine Wildlederschuhe.
Ich wies ihn ein, er lud mit dem Kran ab, wir sprachen noch kurz über die Bezahlung, er fuhr winkend davon.
Kein Kommentar zu meinem Rock.
Nix.
Ich glaube, das war ein weiterer Impuls für mich, den Rock nicht nur in der Stadt, sondern auch im Dorf ankommen zu lassen.
Autor Zareen
 - 31.10.2021 12:42
Hallo Cephalus,

Ich gebe Dir ja Recht, eigentlich gehört die Suppe in ein auslaufsicheres Gefäß in den Kofferraum, wo dieses Gefäß dann kraft- und/oder formschlüssig gesichert transportiert werden sollte.
Noch genialer wäre eine kardanische Topfaufhängung:
https://www.spektrum.de/lexikon/physik/kardanische-aufhaengung/7800
Da ist dem Ideenreichtum sicher keine Grenze gesetzt, nur sicher muss es halt sein.

Danke, daß Du auch bei diesem Beispiel, das eigentlich darauf abzielte, jemandem etwas zugute zu halten, die Ladungssicherung im Auge behälst.
Autor cephalus
 - 31.10.2021 08:37
Hallo Zareen,
während man durch seine Kleidung keinen anderen objektiv beeinträchtigt,  trifft das nicht zu, wenn man den Verkehr aufgrund von unzureichender Ladungssicherung behindert.
Autor Zareen
 - 31.10.2021 01:08
Hallo Janky,

Das sehe ich dann schon als sehr zielführend, danke für Deine Erfahrung.

Zareen
Autor Janky
 - 30.10.2021 08:07
Zitat von: Zareen am 29.10.2021 23:26
Zitat von: rockandheels am 20.10.2021 15:30
Und Leute, die sich über das Outfit eines anderen abfällig äußern/lachen wird man immer mal wieder treffen.

Es wird von vielen Menschen immer über Toleranz gesprochen. Merkwürdig nur, daß genau diese Menschen, die am lautesten nach Toleranz rufen, oft die geringste Toleranz gegenüber anderen Menschen haben.

Mir hat eine Geschichte einer Autofahrerin gefallen, die ihrer kranken Mutter deren Lieblingssuppe gekocht hat und den Topf in den Fussraum auf der Beifahrerseite stellte. Damit nichts überschwappt fuhr sie sehr langsam an, bremste recht vorsichtig, schlich um die Kurven und wurde auf der Fahrt von fast allen anderen Autofahrern angehupt, ein Vogel gezeigt und den Stinkefinger gezeigt bekommen. Aber ihr war wichtig, diese Suppe 'heil' zu ihrer Mutti zu bekommen.
Das Fazit: Sie erzählte, ab diesem Zeitpunkt hält sie allen anderen Autofahrern, die um Kurven schleichen und langsam fahren zugute, vielleicht haben sie auch einen Topf Lieblingssuppe derer kranken Mutti im Auto und wollen sie heil zum Ziel bringen.

Vielleicht haben Menschen, die sich selbst so absolut nicht anzusehen kleiden, ihre Gründe dafür.
Mich gehen diese Gründe nichts an. Und mein "Fehler" ist, daß ich entweder denke, dann geht ihn auch meine Kleidung nichts an, oder ich fühle mich bewogen, mich zu rechtferigen.

Beides führt weder mich, noch meinen Mitmenschen weiter.
Ist es nicht anders, jemandem etwas zugute zu halten? Vielleicht ist mein Gegenüber zutiefst einsam? Vielleicht ist mein Gegenüber sehr streng nach dem Motto erzogen worden Jungs=Hosen, Mädchen=Röcke und Kleider, wer als Junge Röcke tragen will, soll das Geschlecht wechseln, dann darf er Röcke tragen. Solche Erziehungen sind nicht selten, darüber redet nur niemand.

Als ich als kleiner Junge mal einen Rock meiner Mutti anzog, meinte meine Mutter peinlich berührt, "so was tut man als Junge nicht". Das Warum-nicht konnte sie mir nicht schlüssig beantworten und so ist daraus ein Warum-eigentlich-nicht geworden, dessen Umsetzung viele Jahrzehnte gebraucht hat.

Und ich habe festgestellt, daß gerade Menschen, die schon lange auf Erden leben, und junge Menschen toleranter sind, als die, die der Jugend entwachsen sind und sich noch nicht zu den Senioren zählen.

Das ist doch die reine Wahrheit , so ist das Leben und keine Geschichte.
Das Problem ist doch schon im Strßenverkehr, das alle immer eilig haben um von A nach B zu kommen und dann kommt jemand , der wie ich sagen würde nach Verkehrsregeln fährt und vielleicht was im Auto hat ( Suppentopf) oder einfach noch nicht lange den Führerschein hat und wird dann immer angehupt usw. das ist eben heute nicht mehr Tolerant von den anderen.

Aber zurück mal zum Thema mit Rock im Dorf
Ja ist schon schwierig , wenn man seit vielen Jahren in einen Dorf wohnst und da kennt nun mal sich untereinander.
Aber ich muss sagen, das es geht und doch oft die auf dem Dorfe mehr Toleranz zeigen als wie in der Stadt.
Ich für meinen Teil, bin in den letzen Jahre oft immer wieder in Rock oder auch Kleid vor die Türe gegangen oder auch so Spazieren.
Meine Nachbarn haben mich auch gesehen und mich wieder immer gegrüßt.
Wenn ich sie getroffen habe, dann habe ich ihnen erklärt warum ich das trage und sie sagten immer oder ähnlich, das Sie damit kein Problem haben da ich ja dadurch kein anderer Mensch bin oder so. Ich finde es nur wichtig , das man seinen Mitmenschen auch das erklärt und so gibt es eigntlich kein Gerede.
Also mir hat ist nicht bekannt, das über mich im Dorf geredet wird. Das bestätigen auch eine die ich nicht so genau kenne aus dem Dorf !

Autor MAS
 - 30.10.2021 00:31
Ein guter Beitrag, Zareen! :)

LG, Micha
Autor Zareen
 - 29.10.2021 23:26
Zitat von: rockandheels am 20.10.2021 15:30
Und Leute, die sich über das Outfit eines anderen abfällig äußern/lachen wird man immer mal wieder treffen.

Es wird von vielen Menschen immer über Toleranz gesprochen. Merkwürdig nur, daß genau diese Menschen, die am lautesten nach Toleranz rufen, oft die geringste Toleranz gegenüber anderen Menschen haben.

Mir hat eine Geschichte einer Autofahrerin gefallen, die ihrer kranken Mutter deren Lieblingssuppe gekocht hat und den Topf in den Fussraum auf der Beifahrerseite stellte. Damit nichts überschwappt fuhr sie sehr langsam an, bremste recht vorsichtig, schlich um die Kurven und wurde auf der Fahrt von fast allen anderen Autofahrern angehupt, ein Vogel gezeigt und den Stinkefinger gezeigt bekommen. Aber ihr war wichtig, diese Suppe 'heil' zu ihrer Mutti zu bekommen.
Das Fazit: Sie erzählte, ab diesem Zeitpunkt hält sie allen anderen Autofahrern, die um Kurven schleichen und langsam fahren zugute, vielleicht haben sie auch einen Topf Lieblingssuppe derer kranken Mutti im Auto und wollen sie heil zum Ziel bringen.

Vielleicht haben Menschen, die sich selbst so absolut nicht anzusehen kleiden, ihre Gründe dafür.
Mich gehen diese Gründe nichts an. Und mein "Fehler" ist, daß ich entweder denke, dann geht ihn auch meine Kleidung nichts an, oder ich fühle mich bewogen, mich zu rechtferigen.

Beides führt weder mich, noch meinen Mitmenschen weiter.
Ist es nicht anders, jemandem etwas zugute zu halten? Vielleicht ist mein Gegenüber zutiefst einsam? Vielleicht ist mein Gegenüber sehr streng nach dem Motto erzogen worden Jungs=Hosen, Mädchen=Röcke und Kleider, wer als Junge Röcke tragen will, soll das Geschlecht wechseln, dann darf er Röcke tragen. Solche Erziehungen sind nicht selten, darüber redet nur niemand.

Als ich als kleiner Junge mal einen Rock meiner Mutti anzog, meinte meine Mutter peinlich berührt, "so was tut man als Junge nicht". Das Warum-nicht konnte sie mir nicht schlüssig beantworten und so ist daraus ein Warum-eigentlich-nicht geworden, dessen Umsetzung viele Jahrzehnte gebraucht hat.

Und ich habe festgestellt, daß gerade Menschen, die schon lange auf Erden leben, und junge Menschen toleranter sind, als die, die der Jugend entwachsen sind und sich noch nicht zu den Senioren zählen.
Autor JJSW
 - 23.10.2021 07:56
Hallo Zareen

Sehr interessant, Deine Beiträge. Und schön, das Du das Forum quasi wiederentdeckt hast und nun mehr schreibst.

Punkt 1 und 2 kann ich voll bestätigen, so meinen Erfahrungen nach.
Danke für die Ergänzung mit Punkt 3 und 4.

Zu Beginn hab ich mich ermutigt von den Beiträgen hier im Forum eines Tages im Sommer im Rock vor die Tür gewagt. Mit einiger Aufregung und leicht erhöhtem Puls. Doch es geschah nichts besonderes und ich wurde zunehmend entspannter auf meinem Spaziergang durch den Ort.
Am nächtem Tag ging ich zum Feierabend gleich wieder im Rock raus.
Das praktische Rocktragen draußen war und ist das beste Training für mein (anfangs nur geringes) Selbstbewusstsein.

Grüßle
Jürgen
Autor MAS
 - 23.10.2021 00:39
Ja, interessant!

LG, Micha