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Zusammenfassung

Autor Jean
 - 31.10.2022 17:30
Danke für den link das ist ja ne wahre fundgrube.
Hier habe ich ein video zu männermode um1475
Autor doppelrock
 - 31.10.2022 16:32
Na, in diesem Thema lässt sich trefflich philosophieren...

Vorweg wage ich zu behaupten, dass zumindest für das gemeine Volk der Begriff "Mode" im Mittelalter höchst unzutreffend war und vor allem auf dem Land die Form der Kleidung ausschließlich Funktion und Verfügbarkeit folgte.
Selbst in fast neuzeitlichen Jahren (1930) waren viele Landbewohner so arm, dass selbstverständlich Kinder die Sachen der größeren Geschwister auftrugen. Einschließlich Schuhe. Zur Anschaffung neuer Sachen ging man bestenfalls einmal im Jahr aufs Viehmarkt, wie meine Großeltern berichteten. Für Kinder war mindestens im Sommerhalbjahr barfußlaufen üblich.

In den Jahrhunderten davor werden die Leute eher noch ärmer gewesen sein, das Wort von "Mode", also dem Luxus, zwischen verschiedensten Kleidern nach Lust und Laune  zu wählen, ist da doch sehr unpassend. In der Stadt mag es den ein oder anderen Unternehmer oder Staatsdiener gegeben haben, dem das Geld lockerer saß. Sicher die Ausnahme, nicht die Regel.

Besser wäre, von Bekleidungsformen oder -arten zu reden.
Autor MAS
 - 31.10.2022 13:33
Ich lese gerade, dass die Adeligen nur im 12./13. Jh., die Haare lang trugen, die Bauern und das "gemeine Volk" aber wohl nie: https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Haartracht

LG, Micha
Autor Jean
 - 31.10.2022 13:19
Von kleiderordnungen habe ich schon gelesen.
Aber das auch noch die haarlänge reglementiert war wusste ich nicht.
Autor MAS
 - 31.10.2022 07:55
Die langen Haare, Janna, waren zu der Zeit ein Vorrecht es Adels.

LG, Micha
Autor Jean
 - 31.10.2022 03:55

Codex Manesse Heinrich von Veldeke
Master of the Codex Manesse
, Public domain, via Wikimedia Commons

Auch hier sehe ich ein kleid.
Wie auch immer mit den langenn haaren hat es für mich was feminines.
Autor Skirtedman
 - 31.10.2022 03:23
Ja, (Bild 1) Kettenhemd mit einer Art Überwurf-Mantel drüber.

Auf Bild 2 ist vielleicht auch nur ein langer Überwurf-Mantel. Andererseits ist ja bekannt, dass Ritter in Friedenszeiten oder auf Heimat-Urlaub ein Friedenskleid getragen haben.
Autor culture skirt
 - 31.10.2022 02:11
Zitat von: JJSW am 30.10.2022 22:08
Ich gehe zwar gerne auf Mittelaltermärkte gehe, gerne gewandet, ich weiß aber auch, das damalige Leben war sicher nicht einfach und bequem, sondern durchaus auch anstrengend und gefährlich.
Deswegen bin ich doch froh, in der heutigen Zeit zu leben, leiste es mir aber, anders als der gewöhnliche Standardmann von heute gekleidet zu sein.
Das meiste verfälscht Hollywood zur reinen Unterhaltung. Das Mittelalter war nicht so finster und brutal wie erzählt wird. Vor allem willst du ja auf den Punkt raus mit dem Kriegerischen.
Nach dem Mittelalter wurden für Kriege Söldner geworben, die nach getaner ,,Arbeit" wieder entlassen wurden. Ende des 17. Jahrhunderts kamen die ersten stehenden Heere in Mode, die auch in Friedenszeiten bestanden, um durch ihre Schlagkraft Gegner abzuschrecken bzw. selbst jederzeit angriffsbereit und damit dem Gegner überlegen zu sein. Die stehenden Heere, die im 18.Jahrhundert entstanden, waren kleine Heere. Die Soldaten wurden in Kriegen möglichst schonend eingesetzt. Zu kostbar waren die mühsam mit den komplizierten Handgriffen der Muskete und den taktischen Truppenbewegungen vertraut gemachten und gedrillten Truppen für den Geldgeber, die absolutistischen Monarchen und Monarchinnen.

Es gab Feldzüge, die endeten, ohne dass eine Schlacht oder ein größeres Gefecht geschlagen worden wäre. Die Strategie bestand darin, die Nachschubwege des Gegners durch geschickte Truppenbewegungen zu gefährden, so dass dieser wieder den Rückzug antrat. Oder man versuchte, sich strategisch günstig gelegene Festungen des Gegners einzuverleiben.

Der Begriff des Soldaten als Kanonenfutter wurde erst in den französischen Revolutionskriegen geprägt, als die unerfahrenen Bürgerarmeen die gut gedrillten Heere der absolutistischen Fürsten allein durch die Überlegenheit der Masse in die Knie zwangen. Im 19. Jahrhundert wurden die Heere immer größer. Die Massen konntenin der Regel nur noch durch Wehrpflicht erreicht werden.
Im 20. Jahrhundert standen in Europa schließlich Millionenheere bereit. In der angespannten Lage auf Grund des allgemein verbreiteten Imperialismus und Nationalismus reichte schließlich ein Funke, der das Fass zum Explodieren brachte. Der Erste Weltkrieg als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts war der erste Höhepunkt der Kriege dieser Millionenarmeen. Es galt nicht mehr, nur Teilerfolge zu erringen, sondern als Kriegsziel galt nur noch die totale Unterwerfung und der totale Sieg über den Feind. In reinen Abnutzungsschlachten wurde deshalb kein Opfer an Menschenleben für zu groß erachtet.

Autor JJSW
 - 30.10.2022 22:08
Prinzipiell sind diese langen Gewänder schon bequem. Aber:
Bild 1 deutet auf eine Szene anlässlich eines Turniers hin. Zu sehen am Helm inklusive Helmzier, dem Schild und das bereitstehende Streitross.
Das Kettenhemd, das der vor der holden Maid knieende, junge, edle Ritter trägt, dürfte schon etliche Kilogramm wiegen.
Auch die Strümpfe bzw. Schuhe sind wohl solcher eiserner Machart.

Bild 2 des Pärchens, das an der Rosenranke sitzt, sieht schon sehr nach Mittelalterromantik aus.
Zuvor musste aber sicher manche Schlacht geschlagen oder ein Turnier gewonnen sein.

Ich gehe zwar gerne auf Mittelaltermärkte gehe, gerne gewandet, ich weiß aber auch, das damalige Leben war sicher nicht einfach und bequem, sondern durchaus auch anstrengend und gefährlich.
Deswegen bin ich doch froh, in der heutigen Zeit zu leben, leiste es mir aber, anders als der gewöhnliche Standardmann von heute gekleidet zu sein.

Zitat von: LKiR am 30.10.2022 20:47
Zitat von: Janna am 30.10.2022 19:35
Ich habe dir ja im andern thread geschrieben das ich liebend gerne mal ein  kleid der renaissance tragen würde.

Was hindert dich daran?

Einfach mal einen Mittelaltermarkt oder ähnliche veranstaltung besuchen.
Dort sehe ich immer wieder mal Leute in solch prunkvollen Gewändern.

Gerade auf dem MPS , wo es nicht immer historisch korrekt, sindern auch phantasievoll zugeht, sehe ich dort immer wieder Männer in Kilts oder Lederröcken.
Auch immer mal Leute in aufwändigen Barock- Gothic- oder Steampunk Gewändern.

Ich bin dann nächsten August wieder in Speyer dabei.

@Ludwig
Gefällt mir auch, erinnert mich eher etwas an die Hippiezeit, ich finde es auch angenehm und bequem.
Hab was ähnliches mit etwas mehr bunt.

Grüßle
Jürgen
Autor Ludwig Wilhem
 - 30.10.2022 21:42
Nicht ganz Mittelalter, aber ähnlicher Stil? LG Ludwig
Autor LKiR
 - 30.10.2022 20:47
Zitat von: Janna am 30.10.2022 19:35
Ich habe dir ja im andern thread geschrieben das ich liebend gerne mal ein  kleid der renaissance tragen würde.

Was hindert dich daran?
Autor MAS
 - 30.10.2022 19:59
Zitat von: Janna am 30.10.2022 19:35
Ich habe dir ja im andern thread geschrieben das ich liebend gerne mal ein  kleid der renaissance tragen würde.
Darum hier ein video zum thema.
https://youtu.be/Jzr7m-OCFas
Vielleicht nicht besonders bequem aber für mich total faszinierend.

Ja, hübsch und stattlich zugleich. Das wort "Frau" bedeutet ja ursprünglich auch "Herrin".

LG, Micha
Autor MAS
 - 30.10.2022 19:56
Vor allem sieht man da zwei Längen, wobei die kurzen Kleider im Spätmittelalter aufkamen, die langen vorher da waren.

LG, Micha
Autor Silkman
 - 30.10.2022 19:44
Na dann schauen wir doch erstmal bei Wikipedia rein:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kost%C3%BCme_Mittelalter_(Brockhaus).jpg#/media/Datei:Kostüme_Mittelalter_(Brockhaus).jpg

Grade die beiden links und rechts aussen passen doch schonmal hierher  :D

Jürgen
Autor Jean
 - 30.10.2022 19:35
Ich habe dir ja im andern thread geschrieben das ich liebend gerne mal ein  kleid der renaissance tragen würde.
Darum hier ein video zum thema.
https://youtu.be/Jzr7m-OCFas
Vielleicht nicht besonders bequem aber für mich total faszinierend.