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Zusammenfassung

Autor MAS
 - 20.11.2022 01:51
Zitat von: hummerbrummer am 19.11.2022 15:50
Zitat von: MAS am 19.11.2022 13:11
Zitat von: Skirtedman am 19.11.2022 13:04
Auch wenn er z.B. 'englisch' als Oberbegriff ansieht, das die Schotten mit einbeziehen soll.

Nee nee, das ist wohl schon im engeren Sinn gemeint, denn es waren ja die Engländer, die ihn für die Schotten erfanden bzw, eigentlich sogar Deutsche im englischen Königshaus, die ihn dann zumindest publik machten.


Der Legende nach war es ein englischer Textilfabrikant, der das gute Stück erfunden hat, weil er seine Leute mit dem Plaid als gefährdet angesehen hat: Es ist durchaus nicht ungefährlich, wenn man mit so einem Kleidungsstück in einer rotierenden Maschine hängenbleibt. Das war um 1725 herum. Zwischendurch war es längere Zeit verboten, Kilt zu tragen.

Und erst 1822 erschien der englische König zu einem Besuch in Schottland im Kilt. Das Königshaus hat ihn also nur adoptiert.

Sagt Wikipedia im Groben...

Gruss Hummelbrummer


Akos gut 100 Jahre dazwischen. Aber es ist schon interessant, wie ein englischer Fabrikant und ein englisches Könighaus mit deutschen Wurzeln eine schottische Tradition begründete.

LG, Micha
Autor MAS
 - 20.11.2022 01:48
Liebe Janna,

vgl. https://dress2kilt.eu/s0123.htm

LG, Micha
Autor Jean
 - 19.11.2022 21:54
Zitat von: MAS am 19.11.2022 09:13
IM 16. Jh. wetterten die Pfarrer von den Kanzeln, dass man als ordentlicher Christ keine Hosen tragen solle und nannten die hosentraenden Männer "Hosenteufel".

Das ist mir ja ganz neu das der mann im 16 .jahrhundert keine hose trug aber ich lerne gerne dazu.


Archdukerudolf
Alonso Sánchez Coello
, Public domain, via Wikimedia Commons


Duerer Piper and Drummer 1503
Albrecht Dürer
, Public domain, via Wikimedia Commons


Autor hummerbrummer
 - 19.11.2022 15:50
Zitat von: MAS am 19.11.2022 13:11
Zitat von: Skirtedman am 19.11.2022 13:04
Auch wenn er z.B. 'englisch' als Oberbegriff ansieht, das die Schotten mit einbeziehen soll.

Nee nee, das ist wohl schon im engeren Sinn gemeint, denn es waren ja die Engländer, die ihn für die Schotten erfanden bzw, eigentlich sogar Deutsche im englischen Königshaus, die ihn dann zumindest publik machten.


Der Legende nach war es ein englischer Textilfabrikant, der das gute Stück erfunden hat, weil er seine Leute mit dem Plaid als gefährdet angesehen hat: Es ist durchaus nicht ungefährlich, wenn man mit so einem Kleidungsstück in einer rotierenden Maschine hängenbleibt. Das war um 1725 herum. Zwischendurch war es längere Zeit verboten, Kilt zu tragen.

Und erst 1822 erschien der englische König zu einem Besuch in Schottland im Kilt. Das Königshaus hat ihn also nur adoptiert.

Sagt Wikipedia im Groben...

Gruss Hummelbrummer



Autor MAS
 - 19.11.2022 13:11
Zitat von: Skirtedman am 19.11.2022 13:04
Auch wenn er z.B. 'englisch' als Oberbegriff ansieht, das die Schotten mit einbeziehen soll.

Nee nee, das ist wohl schon im engeren Sinn gemeint, denn es waren ja die Engländer, die ihn für die Schotten erfanden bzw, eigentlich sogar Deutsche im englischen Königshaus, die ihn dann zumindest publik machten.

Aber sonst alles klar!

LG, Micha
Autor Skirtedman
 - 19.11.2022 13:04
Ja, so habe ich das auch verstanden. Dass vor dem Kilt die Schotten sich ihren Plaid, die Decke, das Tuch umgebunden und gegürtet ('belted') haben in Form eines Kleides.

Der Kilt ist dann die Weiterentwicklung davon, indem dieses Kleidungsstück in erster Linie alle Bestandteile oberhalb des Gürtels weggelassen hat, dafür aber dem Rest mehr Halt verliehen hat, was dann als praktischer sich herausstellte, sei es nun bei der Arbeit oder im Kampf. Und die ehemals mühsam im Gürtel zu zupfenden Falten wurden dem Kilt gleich schon durch die Nähte formgebend und haltbar eingenäht.

Insofern ist die Beschreibung von der Idee des niederländischen Rockanbieters schon einigermaßen richtig. Auch wenn er z.B. 'englisch' als Oberbegriff ansieht, das die Schotten mit einbeziehen soll.

Es ist halt keine wissenschaftliche Arbeit, die er dem potentiellen Kunden vorlegt, sondern eine grobe Zusammenfassung, die eher Emotionen bei den Kunden wecken soll als geschichtlich fundiert zu informieren.
Autor MAS
 - 19.11.2022 10:19
Danke, lieber Gregor!

So verglichen macht es aber auch bzgl. der Schlachten Sinn: Der neue Kilt war prakischer als der traditionelle Belted Plaid. Darum ging es und nicht darum, dass die schottischen Kilts unpraktischer sein sollten als die englischen Hosen.

LG, Micha
Autor GregorM
 - 19.11.2022 09:46
Ja, lieber Micha, auch mir scheinen die historischen Begründungen nicht logisch. Das einzige, was richtig sein soll, ist, dass die heutige Form des Kilts eine englische Erfindung sein soll, aber nicht um Schlachte auszukämpfen, sondern um Praktikalitet während der Arbeit

Zitat von:  Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_kilt

A letter written by Ivan Baillie in 1768 and published in the Edinburgh Magazine in March 1785 states that the garment people would recognize as a kilt today was invented in the 1720s by Thomas Rawlinson, a Quaker from Lancashire. After the Jacobite campaign of 1715, the government opened the Highlands to outside exploitation, and Rawlinson went into partnership with Ian MacDonnell, chief of the MacDonnells of Glengarry to manufacture charcoal from the forests near Inverness and smelt iron ore there. The belted plaid worn by the Highlanders he employed was too "cumbrous and unwieldy" for this work, so, together with the tailor of the regiment stationed at Inverness, Rawlinson produced a kilt which consisted of the lower half of the belted plaid worn as a "distinct garment with pleats already sewn". He wore it himself, as did his business partner, whose clansmen then followed suit.[6]

It has been suggested that there is evidence of Highlanders wearing only the bottom part of the belted plaid before this, possibly as early as the 1690s,[2] but Rawlinson's is the earliest documented example with sewn-in pleats, a distinctive feature of the kilt worn today.

Gruß
Gregor

Autor MAS
 - 19.11.2022 09:13
Danke für die Links, lieber Gregor!

Aber dieses Argument verstehe ich nicht:
"The kilt is actually an English invention as the tartan robes the Scottish men wore, weren't practical in battle. Thinking that the robes existed out of long pieces of cloth wrapped around the body. If you think you have to fight for your life, you don't want to wear gear that falls of your body easily. Because of this same practicality the kilt design was adopted."

Kilts wurden akzeptiert, weil sie in der Schlacht unpraktisch waren? Oder meint das, dass die Engländer den Schotten den Kilt verordneten, damit diese im Kampf benachteiligt waren, sollten sie mal wieder einen Aufstand gegen England wagen?

Und das hier scheint mir zu kurz gegriffen:
"Since the 19th century the skirt got strictly banned as a male garment as it didn't fit the concept of masculinity, a moralistic criteria imposed by Christianity. So it is actually religion that wiped out the skirts for men as it was not found masculine enough."

IM 16. Jh. wetterten die Pfarrer von den Kanzeln, dass man als ordentlicher Christ keine Hosen tragen solle und nannten die hosentraenden Männer "Hosenteufel". Warum aber sollten nun im 19. Jh. christliche Männer Hosen tragen? Das lässt sich doch nicht alleine mit der Religion erklären, sondern mit der sich veränderten Auffassung des erstarkenden Bürgertums, dass sich vom Adel absetzen wollte. Von dort aus geriet es dann in die Vorstellungen der Geistlichkeit, die meinten, nur Hosen seien christlicher Männlichkeit zuträglich. Religion befindet sich ja nicht im luftleeren Raum, sondern Teil der Gesellschaft und nimmt gleichermaßen Einflüsse von außen auf und gibt welche nach draußen.

LG, Micha

Autor high4all
 - 19.11.2022 09:02
ZitatJa, Da hast Du wohl recht, Ich und einige andere aus dem kleinem Forum sind wohl meilenweit vorausgaloppiert, während die (viel größere und entsprechend trägere) Gesellschaft entsprechend langsamer und träger sich in Bewegung setzt.

Die andere Seite ist diese:

Wenn keiner vorausgaloppiert, setzt sich keiner in Bewegung.
Autor JJSW
 - 19.11.2022 08:02
Vielen Dank, Gregor für den Link

Ja, Da hast Du wohl recht, Ich und einige andere aus dem kleinem Forum sind wohl meilenweit vorausgaloppiert, während die (viel größere und entsprechend trägere) Gesellschaft entsprechend langsamer und träger sich in Bewegung setzt.

Ich bediene mich wie selbstverständlich heute aus dem großem Damensortiment und hätte wohl einige der aktuellen Presseartikel und Anbieter für Männerröcke verpasst.

Da ist es gut, mal anzuhalten und auf die Gesellschaft zurückzuschauen

Ist wohl wie beim Erlernen von Musikinstrumenten. Da muss man auch mit Tonleitern und einfachen Stücken beginnen und kann nicht erwarten, das jemand gleich ganze Symphonien beherrscht.

Mal angenommmen 0,01% der Männer Deutschlands würden es wagen, auch draußen Rock zu tragen. Dann wäre es möglich, in mittleren Städten ab 10 000 Einwohnen einen oder mehrere Männer im Rock zu sehen und in den Großstädten
zehn bis 100 (pro Tag).

Darum finde ich es gut, wenn Lars oder Timper im Rock über den Ku'damm flanieren,
Wolfgang in Mainz, Gregor in Kopenhagen, Micha in Siegburg oder Bonn und ich in Baden-Württemberg oder wo es mich gerade hinzieht.

Grüßle
Jürgen 
Autor hummerbrummer
 - 19.11.2022 07:21
Zitat von: JJSW am 19.11.2022 02:56

So hätte es Bonprix mit dem von Micha erwähnten langen Jeansrock schon vor 2015 machen können. Statt den aus dem Sortiment zu nehmen (wo kriegt man heute noch lange Jeansröcke in A-Linie und Maxilänge her?) , hätte man diesen Rock weiter unisex anbieten können.


Nur war es da noch nicht so weit, dass ein größeres Unternehmen das auch erkannt hätte. Man hat einfach keinen nennenswerten Absatzmarkt gesehen. Der entsteht erst jetzt, als Folgeerscheinung der Genderdebatte und einiger interessanter Artikel in der Presse.
Was den Adidas- Rock angeht, hoffe ich auf weitere Unisex- oder Männermodelle. Ich habe welche davon und finde die Dinger toll. Es ist momentan nur zu kalt, um sie ohne wärmende Unterkleidung täglich zu tragen. Aber auf den Winter folgt der Frühling, wie man ja weiß.

Gruß Hummerbrummer

Autor GregorM
 - 19.11.2022 06:30
Die holländische Firma Haruco-Vert, hat auch eine "Unified" Serie im Sortiment. https://www.haruco-vert.com/product-category/sustainable-unisex-designer-clothing/ , darunter auch Röcke (und Kleider).

Lesenswert ist ihre Bergündung für den Männerrock. https://www.haruco-vert.com/2022/04/13/men-in-skirts/

Gruß
Gregor

Autor GregorM
 - 19.11.2022 06:21
Zitat von: Skirtedman am 19.11.2022 01:43
Doch, es braucht den Männerrock, denn Bruder, Vater, Opa und Onkel und Lehrer von dem Mädchen tragen allesamt mit größter Wahrscheinlichkeit noch keinen Rock.

Es geht nicht um Micha, die beiden Jürgens oder mich, sondern um die anderen im Dilemma steckenden Männer.

GENAU.

Und wenn ich hier lese und sehe, komme ich oft dem Gedanken nicht los, wir haben die immer mehr positive und liberale Haltung der Gesellscahft so weit überholt, dass wir ihr im fernen Horizont verschwunden sind, um in unserer eigenen abgesonderten Glocke zu leben , wo UNS Außergewöhnliches normal ist und "normale" Leute als rückständig gelten.

Gruß
Gregor
Autor JJSW
 - 19.11.2022 02:56
Ich meine, eigentlich gibts schon Männerröcke.
Nur sind sie meistens in den Damenabeilungen versteckt, damit sie keiner entdeckt  ;)
Eine gute Idee fand ich es, den Rock genderneutral, bzw unisex anzubieten, wie adidas es neulich gemacht hat, inklusive Größenanleitung.

So hätte es Bonprix mit dem von Micha erwähnten langen Jeansrock schon vor 2015 machen können. Statt den aus dem Sortiment zu nehmen (wo kriegt man heute noch lange Jeansröcke in A-Linie und Maxilänge her?) , hätte man diesen Rock weiter unisex anbieten können.
Der bekam einige gute Bewertungen von Männern (auch von mir)
Ich habe diesen Rock seit 2015, schon oft getragen und gewaschen und immer noch in gutem Zustand.
Für mich ein guter Einstieg auch ins herbst- und winterliche Rocktragen, da ich lange brauchte, bis ich mich in Strumpfhosen wagte.

Ebenso gut geeignet ist der Rock von Krisp, der auf meinen Bildern öfters zu sehen ist. Sieht auf den Fotos vom Anbieter sehr feminin aus, ist aber dank A-Linie und Gummibund gut als Männerrock geeignet. Da empfehle ich den schwarzen matten, in Lederoptik (ist kein Kunstleder, sondern ein angenehm weicher Polyesterstoff), für Kerle in meinem Kaliber in Größe 48  ;)
Ich hab auch die Lackvariante, ist mehr was für Mutigere, fortgeschrittene oder Gothic-Vorbelastete  ;)
Auch dieser Rock wäre meiner Meinung gut als Unisex-Rock anzubieten. Es sind auch dort einige Bewertungen von Männern zu finden.

Als Männerröcke gut tauglich finde ich allgemein Röcke in A-Linie mit Gummibund, nach Belieben Knielang oder Maxi, Skaterröcke  (luftig und sportlich) und Jeansröcke.
Kilts, Utility- oder Cargokilts
(die letzt genannten sehe ich oft auf Festivals wie dem MPS und auf Mittelaltermärkten, sonst aber auch so gut wie nie)

Im Sommer auch Sarongs und Wickelröcke.

Mit bunten Batiksarongs, so hats bei mir Sommer 2013 mit dem Rock tragen angefangen, aber ist das überhaupt noch modern?
So Ende der 90er hab ich dermaßen berockte Männer auf dem Seenachtsfest in Konstanz gesehen. Und im Fernsehen auf der Loveparade.
Damals fehlte mir selbst noch der Mut, dies zu wagen, ich kannte noch keine Vorbilder aus dem Forum und Internet war bei mir erst in den Anfängen (mit 56K-Modem am analogem Telefonnetz und teuren monatlichen Telefonrechnungen bei der Post bzw.Telekom)


Grüßle
Jürgen

Lieber im Rock, als im Dilemma stecken