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Zusammenfassung

Autor doppelrock
 - 07.03.2023 05:51
Den Bildern nach wirkt die Person tatsächlich hübsch.
An Chancengleichheit habe ich aber meine Zweifel:
Wenn es nicht nur um Aussehen geht, sondern auch um eine "Story", ist Saskia gegenüber den anderen im Vorteil, weil die Geschichte "Transgender-Botschaft" ein Alleinstellungsmerkmal ist und medial über die meisten anderen Themen gehoben wird. Die echten Frauen sind also benachteiligt.

Aus meiner Sicht sollte ein "Miss-Wettbewerb" den Frauen vornehalten bleiben wie die Wahl zum "Mister Universum" den Männern. Es kann doch überhaupt kein Problem sein, dass es Wettbewerbe für bestimmte Gruppen gibt, wo manche, die nicht dazu gehören, eben nicht mitmachen können.
Würden wir es nicht völlig absurd finden, wenn bei einem Wettbewerb für Klavierspieler jemand mit Posaune Anspruch auf den Sieg meldet? Busfahrer wird nur, wer die Prüfungen und Dokumente vorweisen kann. Würdet ihr die Klage eines Radfahrers unterstützen, wenn er ohne Prüfung Busfahrer werden will? Weil er in irgendeiner Weise Verkehrsteilnehmer ist? Wohl kaum.
Was spricht dagegen, für Trans-Personen eigene Wettbewerbe zu veranstalten, wo sie miteinander konkurrieren? Alle interessierten, die die Bedingungen erfüllen, können teilnehmen.
Und wenn man vor allem eine politische Botschaft verkünden will, kann man das in den Medien tun, in gehaltvollen, intelligenten, Interviews.
Was beim Verschieben der Maßstäbe herauskommt, zeigt die aktuelle Entscheidung zur "Miss Universe". So wird der Wettbewerb ins Lächerliche gezogen. Vielleicht ist das sogar Absicht?
Autor Skirtedman
 - 05.03.2023 22:39
Grad nochmal kurz gegoogelt und beim NDR folgende aktuellen Worte gefunden:

ZitatDie Auszubildene bezeichnet sich selbst als Botschafterin für das Thema Transgender. "Ich will Außenstehende darüber aufklären, was es bedeutet, eine Transfrau zu sein", so die 19-Jährige. Aus diesem Grund habe sie sich auch bei der aktuellen "Miss Germany"-Wahl beworben.

Das dürfte einige Fragen bzw. Mutmassungen hier im Thread näher beantworten.

Der Titel Miss Germany hat sich wohl seit 2019 weg entwickelt vom reinen 'Hübschchen'-Image. Soziale... sagen wir ...s Bewusstsein soll da nun eine tragende Rolle spielen. Da hätte Saskia mit ihrer Mission durchaus punkten können.

Ich erinnere mich noch, dass ich damals in der neulich von mir erwähnten Discothek "Bierdorf" in Helmstedt der damals amtierenden Miss Germany begegnet bin. Sie trat da als Kandidatin beim Schlamm-Catchen in Aktion.
Das war übrigens da - ihr erinnert Euch - wo die Dorfschönheiten mich für jemand aus Magdeburg hielten. 1983 müsst's gewesen sein...
Autor Skirtedman
 - 05.03.2023 22:17
Also nach allererster Recherche steht Miss Germany 2023 seit gestern Abend fest:
Es ist Kira Geiss aus Magdeburg.

Die erste Kira, die ich persönlich mal kennenlernte, hatte sehr krumme, kurze Beine, dafür aber gleich vier davon und schaute einen erst einmal fünf Minuten schräg von unten an, ehe sie ein unterschiedlich zu deutendes "Wuff" von sich gab.

Dagegen ist meine erste Saskia vor ca. 30 Jahren in mein Leben getreten.

Unsere Saskia hier ist aber somit auf einem anderen als dem ersten Titel-Platz gelandet.
Autor Zwurg
 - 05.03.2023 21:37
Eine hübsche junge Frau, obwohl ich nicht glaube, das ihr Outing den gewünschten Erfolg bringt.
Autor Holger Haehle
 - 05.03.2023 05:24
Ja Wolfgang, sie tritt geoutet an. Deswegen wissen wir und alle anderen Bescheid.

Ich denke, das geschah in voller Absicht, entweder von ihrer Seite, um eine Lanze für ihre Sache (Trans-Awareness) zu brechen, oder vom Veranstalter, um die potenziellen Zuschauer neugierig zu machen und so die Zuschauerquote zu puschen.

Nach der aktuellen psychologischen und neurobiologischen Studienlage aber, müsste sie die größte Akzeptanz als Transfrau bekommen, wenn sie sich erst outet, nachdem sie einen ersten Eindruck als "Bio-Frau" hinterlassen hat. So wie sie auf den aktuellen Bildern rüberkommt, wirkt sie sehr weiblich und obendrein attraktiv. Deswegen wird sie im ersten Eindruck als 100% weiblich und sexy wahrgenommen. Es ist ohne Zusatzinformationen gar nicht möglich einen Ex-Mann anzunehmen.

Diesen Eindruck nach einem Outing zu revidieren ist wegen der unterschiedlichen Energieniveaus für das neurologische Anlegen eines manifesten Eindrucks bzw. seiner Überschreibung gar nicht so einfach. So war das auch schon bei Kim Petras (https://www.youtube.com/watch?v=XpsSXZT3X_Y).
Autor Skirtedman
 - 05.03.2023 03:44
Zitat von: Holger Haehle am 05.03.2023 03:10
Im Falle der Transfrau würde ich sagen, dass die Zustimmung am größten wird, wenn sie sich nach ihrem Ausscheiden outen würde, denn ansonsten müssten viele Leute ihren ersten Eindruck revidieren.

Also irgendwie ist sie doch schon geoutet. Sonst wüssten wir doch all das gar nicht über sie.
Autor Holger Haehle
 - 05.03.2023 03:10
Das was du sagst, Wolfgang, trifft zu, aber für wie viele Menschen?

Bei sehr vielen Menschen dominiert der erste, meist optische, Eindruck. Wenn der konsitent ist mit einer Erwartungshaltung (so ist eine Frau, Deutscher etc.), dann bleiben sie bei später eingehenden weiteren Informationen, z. B. auch bei ungewöhnlichen Namen, sehr oft bei der Einstellung, die sich aus dem ersten Eindruck ergab.

Erste Eindrücke sind psychologisch nicht so leicht zu ändern wie zweite oder dritte Eindrücke. Und dafür gibt es einen neurobiologischen Grund - die Reizschwelle, um einen Eindruck erstmals neuronal anzulegen, ist niedriger als einen bereits angelegten Eindruck zu überschreiben.

Im Falle der Transfrau würde ich sagen, dass die Zustimmung am größten wird, wenn sie sich nach ihrem Ausscheiden outen würde, denn ansonsten müssten viele Leute ihren ersten Eindruck revidieren.
Autor Skirtedman
 - 04.03.2023 17:46
Natürlich will sie für ihresgleichen eine Lanze brechen. Geht ja schon aus dem kurzen Artikel hervor.

Naja, wer will das nicht. Geht uns im Forum doch den meisten nicht anders. Und zwar nicht im Sinne von "uns hier im Forum", sondern in Sinne von "mich, wie ich mich verstehe".

Zitat von: Holger Haehle am 04.03.2023 16:08
Da sie wahrscheinlich makellos auftreten wird, könnten die Leute auch sagen "wieso trans, da ist doch alles Frau dran" und zum Schluss kommen, dass Transfrauen eben doch Frauen sind.

Ich denke, das ist Wunschdenken. Dazu wird es noch ein paar Jahrzehnte Gewöhnung brauchen. Ist so, wie mit Menschen deutschen Passes, aber mit Namen, die sich auf ihre Herkunft vor drei Generationen zurückführen lassen. Sie werden das Etikett ihrer ursprünglichen Herkunft nicht völlig los.
Autor Holger Haehle
 - 04.03.2023 16:08
Hätte sie auch ohne den Zusatz "Trans" ins Rennen gehen können? Will sie so vielleicht für ihresgleichen eine Lanze brechen?
Wenn sie positiv rüber kommt, kann das zu mehr (Trans)-Normalität führen.
Da sie wahrscheinlich makellos auftreten wird, könnten die Leute auch sagen "wieso trans, da ist doch alles Frau dran" und zum Schluss kommen, dass Transfrauen eben doch Frauen sind.
Autor Timper
 - 04.03.2023 15:01
Über Googel findest du mehr.


Von Feuerwerk kann man nicht reden. Mir wäre recht, dass es beim Thema bleibt.
Autor JoeH
 - 04.03.2023 14:59
Zitat von: Timper am 04.03.2023 11:43
Ich fand's einfach nur interessant

In der Tat, sehr interessant und schön zu lesen, dass heutige Miss-Wahlen keine reine Fleischbeschau mit dem Wunsch nach Weltfrieden sind,
sondern tiefgründiger. Gut auch, dass die beschriebene Teilnehmerin es ablehnt, künftig als "Maskottchen" aufzutreten.

Schade, dass der Artikel sonst nicht soviel hergibt.



ZitatHat nicht viel mit uns zu tun.
Stimmt. Dafür gibt es schon wieder ein wahres Feuerwerk an Antworten!   ;)
Autor Skirtedman
 - 04.03.2023 13:34
Zitat von: Timper am 04.03.2023 13:22
Aber kann so eine Veranstaltung wirklich nur an harten Kriterien entschieden werden???

Natürlich nicht. Auch bei Bewerbungen auf Stellenangebote nicht. Sonst wäre ein anschließendes Bewerbungsgespräch überflüssig.
Autor Timper
 - 04.03.2023 13:22
Na eins steht außer Frage- sie muss als Frau unter Frauen gewertet werden. Der Trans Hintergrund darf keine Rolle spielen.
Wie beim Fußball. Gleiche Regeln für alle.

Aber Neid, Missgunst, Ablehnung wird's im Hintergrund schon geben.
So sind die Menschen , darf natürlich in der Jury keine Rolle spielen.
Aber kann so eine Veranstaltung wirklich nur an harten Kriterien entschieden werden???
Bisschen Zweifel habe ich schon.

Skm , ist schon ok😉
Autor Skirtedman
 - 04.03.2023 13:14
Ja, Timper, das Thema hat nicht viel mit uns zu tun. Trotzdem Danke für´s Teilen. Nun, es hat in mir vielfältige Gedanken ausgelöst.

Ich möchte davon 2 Gedanken noch loswerden:

1) Die Chance, dass sie´s nicht wird, steht bei 9/10, also 90 %. Ich kann mir vorstellen, wenn sie´s wirklich nicht wird, dass manche Kommentatoren das nicht als 10%ige Chance wahrnehmen, sondern als etwa 50%ige handhaben, vielleicht sogar als Affront gegen ihre Community sehen.
Diese meine Vorstellung, die ich mir grade mache, ist natürlich nicht frei von Unterstellungen, die in meinen Gedanken rumschwirren.

2) Ich stelle mir vor, ein Transmann (F->M) würde bei Mister Germany (gibt´s das noch?) teilnehmen. Ich könnte mir vorstellen, der Widerstand dagegen wäre ungleich viel größer, vermutlich - so meine Vorstellung - hätte ein Transmann gar keine Chance, unter die Top 10 zu kommen.

@Timper: falls Du den Thread kaputtkommentiert siehst, musst Du versuchen, lenkend (moderierend) einzugreifen.
Autor Lars
 - 04.03.2023 12:51
Ihr habt erfasst, was ich mit Gleichberechtigung meine.