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Zitat von: MAS am 05.04.2023 19:50
Weißt Du, Zwurg, meine Gedanken gehen in die Richtung:
Denen, die gegen kulturelle Aneignung sind, möchten Kulturen, die noch immer unter dem Kolonialismus bzw. Postkolonialismus leiden, davor schützen, dass Menschen aus den (ehem.) Kolonialherrenkulturen sich über sie lustig machen, ihre kulturellen Symbole usw. missbrauchen und sie so entweihen. So verstehe ich deren Motivation.
Was ich mich nun aber frage und eigentlich sie fragen würde, wenn ich jetzt Kontakt zu ihnen hätte: Sehen sie Kulturen als etwas reines, von außen unbeinflusstes an, das vor Fremdeinflüssen zu schützen ist? Haben sie eine Vorstellung von einer reinzuhaltenden Kultur? Wenn ja, wäre das schon ein Merkmal von Rassismus. Wobei ich aber auch Beispiele im Kopf habe, wo ich auch für diesen Schutz wäre, damit schöne Kulturbestandteile nicht verloren gehen.
Einfach nur aus einer Betroffenheit als weißer Mann heraus, der meint, ihm würde jetzt etwas verboten, das als "Rassismus" zu bezeichnen, ist mir ein bisschen wenig, wenngleich ich das Argument verstehe.
Ich sah neulich einen Beitrag bei "Länder, Menschen, Abenteuer" von einem jungen Deutschen, der Jamaika bereiste und unterwegs von einem Mann niedergeschlagen wurde, der ihn einen "weißen Teufel" nannte. Debei ging seine Helmkamera kaputt. Er sagte aber, er nehme das nicht persönlich, sondern denke darüber nach, wieviele Jahrhunderte die Afrojamaikaner von Weißen versklavt worden waren und welcher Schmerz und auch Hass sich in dieser Zeit aufgebaut hat, der sich in diesem Überfall auf ihn als vermeintlichen Repräsentanten der ehem. Sklavenhalter entladen hat. (https://www.ardmediathek.de/video/laender-menschen-abenteuer/abenteuer-jamaika-reggae-rum-und-rastafaris/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjMzMTUzOV9nYW56ZVNlbmR1bmc)
Natürlich kann man sagen, dass so ein umgekehrter Rassimus entstehe, den man nicht akzeptieren dürfe. Aber dennoch ist es doch wichtig, über die Ursachen nachzudenken und was man als Vertreter einer immer noch dominanten Kultur dafür tun kann, dass sich dieser Schmerz und Hass allmählich abbaut. Und wenn eine erhöhte Sensibilität beim Umgang mit kulturellen Symbolen dazu etwas beitragen kann, ist das ja nicht verkehrt. Oder?
Ich denke allerdings auch, dass die Verwendung solcher kulturellen Symbole in Hochachtung vor der Kultur, aus der sie stammt, auch zu diesem Abbau von Schmerz und Hass beitragen kann. Sie muss dann den betroffenen Menschen gegenüber nur eben entsprechend kommuniziert werden.
Wie gesagt, ich meine jetzt nicht die Übertreibungen, sondern ich meine angemessene Ansprüche, Wobei deren Angemessenheit zu prüfen wäre. Nur wer wäre unparteiisch genug, sie zu prüfen?
LG, Micha

Zitat von: MAS am 05.04.2023 19:12Zitat von: Lars am 05.04.2023 18:11Zitat von: JJSW am 05.04.2023 05:17
Aber mir fällt auf, das dieser dann immer prompt zur Stelle ist.
Klar, da warte ich doch nur drauf
Ist mal wieder klassische Fall .... alle haben es kapiert, außer einer. Ich liebe es
Ich merke jedenfalls, dass Du nicht kapiert hast, warum ich diese Frage stellte.
Wo hast Du eigentlich Deine maßlose Arroganz her, Lars Superschlau?
LG, Micha
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Vielleicht hatte er zu viel Medienpräsenz, Micha da hebt man gerne mal ganz schnell ab
Zitat von: Lars am 05.04.2023 18:11Zitat von: JJSW am 05.04.2023 05:17
Aber mir fällt auf, das dieser dann immer prompt zur Stelle ist.
Klar, da warte ich doch nur drauf
Ist mal wieder klassische Fall .... alle haben es kapiert, außer einer. Ich liebe es
Zitat von: Zwurg am 05.04.2023 14:26
Ich denke in einer so stark vernetzten und durchmischten Weltbevölkerung kann es so etwas wie kulturelles ethnisches Eigentum nicht (mehr) geben.
wenn ich zum Beispiel eine ethnisch nicht in Europa beheimatete Musik spielen möchte und mich dementsprechend zu kleiden, darf mir das niemand verbieten. Während ich ja auch keinem Afrikaner verbieten kann in Afrika bayrische Blasmusik zu spielen und sich eine Lederhose anzuziehen.
Zitat von: JJSW am 05.04.2023 05:17
Aber mir fällt auf, das dieser dann immer prompt zur Stelle ist.

