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Zusammenfassung

Autor Skirtedman
 - 19.05.2025 12:29
Hallo,

gestern war ich erneut drei "Vorfällen" ausgesetzt.

Zunächst aber muss ich meine Wortwahl von gestern noch schnell korrigieren. Als ich das Fazit meines letzten Beitrags schrieb, war ich unter leicht zeitlichem Druck. Ich erinnerte mich nicht mehr, dass ich eigentlich von Selbstsicherheit Gelassenheit sprechen wollte. "Gelassenheit" ist da das absolut richtige Wort. Hier also die Korrektur:

Zitat von: Skirtedman am 18.05.2025 14:36
...
Ich hab das alles mit einer gesunden Portion Humor genommen...

Ich kann mir aber vorstellen, dass ein Rockträger mit noch nicht so ausgeprägter Gelassenheit - oder eine Begleitperson - dies alles als unangenehme Belästigung auffassen könnte.


https://up.picr.de/49622075al.jpg

Nun aber zurück zu den neuen drei Vorfällen von gestern. Wieder war ich in einer Gegend unterwegs, in die ich nicht so oft hinkomme. Aber sämtliche drei Vorfälle hätte auch ein männlicher Rockträger ohne eine Spur Gelassenheit als höchst erfreulich empfunden,

drum berichte von diesen Ereignissen an anderer Stelle im Forum,
nämlich bei "Phishing for Kompliments".
Autor MAS
 - 18.05.2025 15:59
Ja, so versucht jeder, was er sieht, einzuteilen! ;D

LG, Micha
Autor MAS
 - 18.05.2025 15:53
Zitat von: Skirtedman am 17.05.2025 11:50

Da kamen sicherlich verschiedenste Faktoren zusammen, unter anderem:
- früher (vor 20, 30, 40 Jahren) gab es einen Haufen mehr Vorurteile gegenüber einem selbst (wegen Rock und so)
- früher ragte man mit seinen Abweichungen von der Norm noch mehr heraus
- früher waren die Leute noch nicht so gleichgültig, z.B. was potentielle abweichende sexuelle Vorlieben anging
- ich selbst war noch nicht so "abgebrüht"
- ich selbst hatte vermutlich noch nicht so sicher meine Stile gefunden und somit sah manches vielleicht wirklich manches eher komisch aus
- ich war noch nicht so selbstbewusst und in mir ruhend wie heute
- ich hatte noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt, wie mit unschönen Erlebnissen umzugehen ist
- ich bin eher potentiellen Konfrontationen aus dem Weg gegangen als sie jetzt zu riskieren - und sie trotzdem erst gar nicht entstehen zu lassen
- ich hatte noch nicht in diesem Maße gelernt, wenn jemand über mich lacht, einfach freundlich mitzulachen

Also froh bin ich, diese früheren sehr präsenten Anfeindungen erlebt zu haben und nach und nach daran zu wachsen und zu lernen, mit ihnen umgehen zu können.

Ich denke, lieber Wolfgang, das kann ich alles auch so unterschreiben. Danke für die Auflistung!

LG, Micha
Autor Skirtedman
 - 18.05.2025 14:36
Naja, manchmal ist man es ja gar nicht selber, der so unsicher ist.
Manchmal sind es ja auch die Begleitpersonen, die mit Dir unsicher sind.
Ich denke, das erfährt man am ehesten von Personen, die einem irgendwie nahestehen (also Verwandtschaft, Freunde, Partnerin).
Ich kenne das von einigen meiner verflossenen Freundinnen. Die mich nicht immer vollständig unterstützen konnten oder wollten.

Und dann können einige Erlebnisse ganz schnell negativ gewertet werden. Und die Begleitperson denkt, man sei "dumm angemacht" worden.


https://up.picr.de/49616998aw.jpg

Gestern erlebte ich einige Ereignisse, die man durchaus mit entsprechender Stimmung als negativ empfinden könnte - ich war auch in einer Gegend unterwegs, wo ich nicht so oft hinkomme - vielleicht haben die noch ein bisschen Lernbedarf...  ;)

Nach einem Jahr bin ich (ironisch gemeint) "der Schwester von Lars" wieder begegnet. Nach ein bisschen Erzählen kam irgendwie die Sprache darauf, dass ich gar nicht mehr wüsste, was ich letztes Jahr bei unserer letzten Begegnung getragen hätte.

Sie antwortete ganz frei heraus: "Du hattest einen Bademantel an!" (siehe Bild)


https://up.picr.de/49617001qv.jpg

Da ich diese Assoziation mehrfach von unserem Kollegen Lars kenne, hab ich das zwar Schmunzeln weggesteckt, hab mich aber über diese Einstufung meines Kleides als "Bademantel" nicht sonderlich amused geäußert.


https://up.picr.de/49617004ej.jpg

Dann kam ein Grüppchen von etwa 5 jungen Frauen, Alter etwa Mitte 30, entgegen. Eine beugte sich über das Geländer vor lauter Lachen. Die anderen versuchten sie erfolglos zu beruhigen und gingen langsam weiter. Da mir fast klar war, dass sie über mich ins Lachen gekommen ist, versuchte ich sie anzusprechen.

Sie gestand, immer noch vor Lachen gekrümmt: "Da kommt Friedrich Merz in einem Kleid!"

In der Tat wurde ich schon wiederholt in den letzten Jahren mal weniger, mal mehr scherzhaft mit Friedrich Merz verglichen / verwechselt.
Und ein Bild existiert von mir - auch hier im Forum - wie ich im Mantel die Treppe der Staatskanzlei herunterkomme. Da hane ich tatsächlich eine Ähnlichkeit mit Herrn Merz herausgelesen.
Und ja, mein Haarr-"Dutzel", wie ich die zunehmend sich loslösende Haarinsel auf meiner Stirn nenne, entwickelt sich leider immer mehr nach der Haarpracht von Herrn Merz.

Der sich lachend krümmende Dame gestand ich dann ein, dass ich in der Tat der Kanzler sei und incognito hier am Fluss privat unterwegs wäre... 😄


https://up.picr.de/49617005ol.jpg

An anderer Stelle wollte eine etwa Dreissigjährige mit mir in die Weinberge verschwinden und "die Shirts tauschen". Sie trug Jeans und ein bauchlanges Shirt. Ich hätte da eindeutig ein schlechtes Geschäft gemacht, da mein "Shirt" ein knielanges Kleid war und nach dem Tausch mein sensibler und reaktiver Bereich freigelegen hätte.

Noch eine weitere Begegnung gestern war ... interessant.
Ich war im Begriff, eine Schiebetür zu einer Bank zu öffnen, um Bargeld zu kaufen. Da sehe ich spiegelnd im Glas, wie sich zwei mittelalte Männer sich lautstark über die Gasse zuriefen (also einer dem anderen). "Was ist denn das?" Beide sahen nun zu mir, der erste weiter: "Das ist ja ein toller Einteiler!" Er wiederholte nach einer kurzen Pause, während die Tür sich nun öffnete, nochmals den Satz mit dem "Einteiler". 😄

Als ich meinen Geldkauf wieder rausging, standen die beiden links und rechts der Tür Spalier und der eine machte - reiiiin zufällig - gerade ein Handyfoto von seinem Kollegen. Ich machte den Spaß mit und versuchte noch eine freundliche Winkgeste rechtzeitig hinzubekommen.

Ich hab das alles mit einer gesunden Portion Humor genommen...

Ich kann mir aber vorstellen, dass ein Rockträger mit noch nicht so ausgeprägter Selbsicherheit - oder eine Begleitperson - dies alles als unangenehme Belästigung auffassen könnte.


https://up.picr.de/49617007ol.jpg

Übrigens, gestern morgens noch gedacht, so ein Shirt-Kleid könnte gut an einem Mann funktionieren. "Shirt" und "Einteiler" zeugen aber davon, dass das vielleicht falsch gedeutut werdrn kann... 😶🙃

Gruß
Wolfgang
Autor Skirtedman
 - 17.05.2025 11:50
Ich bin froh, dass ich tatsächlich noch Zeiten erlebte, in der man mit wesentlich mehr Anfeindungen quasi tagtäglich zu rechnen hatte.
Daher kommen auch gewisse "Vorurteile" gegen gewisse Menschengruppen, z.B. Jugendlichen, weil es diese unschönen, oftmals (seelisch) verletzenden Begegnungen gegeben hat.

Da kamen sicherlich verschiedenste Faktoren zusammen, unter anderem:
- früher (vor 20, 30, 40 Jahren) gab es einen Haufen mehr Vorurteile gegenüber einem selbst (wegen Rock und so)
- früher ragte man mit seinen Abweichungen von der Norm noch mehr heraus
- früher waren die Leute noch nicht so gleichgültig, z.B. was potentielle abweichende sexuelle Vorlieben anging
- ich selbst war noch nicht so "abgebrüht"
- ich selbst hatte vermutlich noch nicht so sicher meine Stile gefunden und somit sah manches vielleicht wirklich manches eher komisch aus
- ich war noch nicht so selbstbewusst und in mir ruhend wie heute
- ich hatte noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt, wie mit unschönen Erlebnissen umzugehen ist
- ich bin eher potentiellen Konfrontationen aus dem Weg gegangen als sie jetzt zu riskieren - und sie trotzdem erst gar nicht entstehen zu lassen
- ich hatte noch nicht in diesem Maße gelernt, wenn jemand über mich lacht, einfach freundlich mitzulachen

Also froh bin ich, diese früheren sehr präsenten Anfeindungen erlebt zu haben und nach und nach daran zu wachsen und zu lernen, mit ihnen umgehen zu können.

Zitat von: Slothorpe am 17.05.2025 09:28
... wenn ich im Rock (und in meinem Fall noch auf hohen Schuhen) mich gut fühle, eine offene und positive Ausstrahlung habe, dann habe ich normalerweise mit niemanden ein Problem, egal welches Alter, welche politische Einstellung, welcher Kulturkreis. Vorurteile sind in jedem Fall kontraproduktiv, das sollten wir am Besten wissen...

Es gibt halt leider sehr selten Menschen, die, warum auch immer, auf der Suche nach ,,Opfern" sind um Ihre Aggressionen auszuleben. Da ist man im Rock natürlich ein relativ wahrscheinliches Ziel, weil ungewöhnlich und auffällig.

Mich erinnert das an die Situation im Bus und in der Fußgängerzone, wovon ich am 06.05. berichtet hatte. Vielleicht hattest Du das bereits gelesen: Schilderung Bus / Fußgängerzone und mein Outfit dazu

Da hatte ich mich in beiden Fällen auf eine mögliche "Eskalation" bereits eingestellt und blieb mit meinen inneren Vorurteilen innerlich angespannt. Also viel entspannter, als ich es früher gewesen wäre, aber dennoch war die Anspannung präsent.

Natürlich hätte ich mit diesen Situationen umgehen können, wenn sie zu einer merklichen unangenehmen Reaktion geführt hätten. Richtig "eskaliert" wäre keines der beiden Fälle, weil ich das mit meiner Ausstrahlung hätte kompensieren können - denke ich. Dennoch war ich innerlich darauf schon vorbereitet. Natürlich hätte ich es auch selber provozieren können, indem ich mich umgeguckt hätte und gesucht hätte: Nimmt mich wirklich niemand wahr? Schaut nicht doch irgendwer abfällig oder grimmig? Wird da nicht doch irgendwo über mich getuschelt? Solch ein Verhalten würde natürlich eine Reaktion provozieren.
Autor Skirtedman
 - 17.05.2025 11:31
Eigentlich sind das keine Neuigkeiten, die wir uns hier gerade austauschen.

Ich denke, es wird jeder in der Lage sein, früher oder später zu diesen Erkenntnissen aus eigener Beobachtung zu erlangen.
Und doch spreche ich immer wieder mit Leuten, denen das völlig neu ist.
Es gibt auch welche, die das völlig abstreiten, weil sie eine Mitschuld an einem 'Fehlverhalten' anderer Leute sich nicht eingestehen wollen.

In der Tat, es ist so, dass wir mit unserer Ausstrahlung, und mit unserer inneren Haltung, ganz viel mit dazu beitragen, wie eine "Interaktion" zwischen uns als "Objekt" und den Mitmenschen abläuft.

Nicht zuletzt verschiebt sich unsere Wahrnehmung eines Ereignisses, wenn wir gedanklich verletztlicher sind. Dann kann ein ungebetenes "Huhuuu!" über die Straße ein völlig deprimierendes Ereignis sein. Sind wir lächelnd und frohen Mutes aus dem Haus gestartet, dann erfreut es vielleicht die Seele sogar, wenn ein eher ironisch gemeintes "Huhuuu!" einem zugerufen wird. Man kann das dann einfach wegschmunzeln und unbeschwert seinen weiteren Gang fortsetzen.
Autor MAS
 - 17.05.2025 10:49
Ja klar, Ingo! Und auch wenn ich anderen Menschen misstraue, wenn ich sie für gefährlich halte, strahle ich Angst und/oder Aggression aus. Auch das können sie dann riechen - wörtlich oder sinngemäß.

LG, Micha
Autor BerlinerKerl
 - 17.05.2025 10:31
Zitat von: MAS am 17.05.2025 10:08
Zitat von: BerlinerKerl am 17.05.2025 10:04
Das machen die "Halbstarken" (auch Mädchen) übrigens auch. Unterbewusst checken die uns schon. Wenn Sie mit Gegenwehr rechnen, lassen sie es.

Oder auch, wenn sie merken, dass von einem weder Aggression noch Angst ausgeht. Begegnet man den Menschen offen und freundlich, sind sie es umgekehrt meistens auch. Wie man in den Wald hinein ruft ...

LG, Micha

Angst entwickelt der Mensch, wenn er sich unwohl fühlt.

Wenn ich mich in der Kleidung nicht wohl fühle, oder meine ich bin Overdressed, dann strahlt man Angst aus. Andere würden sagen, dass man es riechen kann.
Autor MAS
 - 17.05.2025 10:08
Zitat von: BerlinerKerl am 17.05.2025 10:04
Das machen die "Halbstarken" (auch Mädchen) übrigens auch. Unterbewusst checken die uns schon. Wenn Sie mit Gegenwehr rechnen, lassen sie es.

Oder auch, wenn sie merken, dass von einem weder Aggression noch Angst ausgeht. Begegnet man den Menschen offen und freundlich, sind sie es umgekehrt meistens auch. Wie man in den Wald hinein ruft ...

LG, Micha
Autor BerlinerKerl
 - 17.05.2025 10:07
Wenn ich mal angesprochen werde und dieses auf einer Ebende entgleitet, wo eine Diskussion nicht mehr fruchtet sage ich zu den Personen:  "ICH kann es mir leisten, Ich, Andere nicht!"

Dann fängt das denken an und das dauert bei den jungen Leuten meist länger.
Autor BerlinerKerl
 - 17.05.2025 10:04
Zitat von: Slothorpe am 17.05.2025 09:28

Es gibt halt leider sehr selten Menschen, die, warum auch immer, auf der Suche nach ,,Opfern" sind um Ihre Aggressionen auszuleben. Da ist man im Rock natürlich ein relativ wahrscheinliches Ziel, weil ungewöhnlich und auffällig.

Damit muss man schon rechnen und situativ geeignet reagieren...

Das dürfte der Grund sein, dass man sich öfters als Opfer fühlt bei solchen Gruppen. Weil man im Hinterkopf immer das Gefühl hat, damit rechnen zu müssen und gleich situationsbedingt darauf reagieren zu müssen.

Auch ist die Annahme, dass es sehr selten Menschen gibt die sich Opfer suchen. Wie kommst du zu der Annahme, dass es nur wenige Menschen sind?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man keine Probleme mit Menschengruppen hat, wenn man selbstbewusst diesen gegenüber auftritt. Das kann man aber nur machen, wenn man sich in der Kleidung wohl fühlt und dieses für sich auch akzeptiert. Man kennt es von sich selbst, dass man feinfühlig ist und auch sein Gegenüber gut lesen kann, wenn man ihn beobachtet.

Das ist übrigens auch der Grund, warum ein Richter das Gesicht in Gänze von den Angeklagten oder Zeugen sehen will. Er will ihn "lesen".

Das machen die "Halbstarken" (auch Mädchen) übrigens auch. Unterbewusst checken die uns schon. Wenn Sie mit Gegenwehr rechnen, lassen sie es.

Autor MAS
 - 17.05.2025 09:58
Na ja, bei solchen Begegnungen ist dann ein gutes Deeskalationsverhalten sinnvoll. Und sollte das nichts nutzen eine gute Selbstverteidigung.

LG, Micha
Autor Slothorpe
 - 17.05.2025 09:28
Ihr seid schon recht ,,philosophisch" unterwegs, aber ja, kurz zusammen gefasst, wenn ich im Rock (und in meinem Fall noch auf hohen Schuhen) mich gut fühle, eine offene und positive Ausstrahlung habe, dann habe ich normalerweise mit niemanden ein Problem, egal welches Alter, welche politische Einstellung, welcher Kulturkreis. Vorurteile sind in jedem Fall kontraproduktiv, das sollten wir am Besten wissen...

Es gibt halt leider sehr selten Menschen, die, warum auch immer, auf der Suche nach ,,Opfern" sind um Ihre Aggressionen auszuleben. Da ist man im Rock natürlich ein relativ wahrscheinliches Ziel, weil ungewöhnlich und auffällig.

Damit muss man schon rechnen und situativ geeignet reagieren...

Vielleicht sprechen wir nochmal darüber?
Autor JJSW
 - 17.05.2025 06:29
Hallo Lars und Micha

Vielen Dank für eure beiden letzten Beiträge, sehr gut und mit Substanz. Davon gerne mehr. Es geht doch, wenn ihr wollt.
Und ihr erlebt beide so viel Interessantes.

Wenn wir schon bei den Bitten sind:

Bitte ein paar belanglose Ein- oder Zweizeiler weniger und weniger reflexartig wirkende Reaktionen darauf, die sich dann zu Foren-Duellen entwickeln.

@ Lars

Das Du anstatt nur Komplimente auch mal nervendes und mittelprächtiges erlebst, das lässt Dich irgendwie menschlicher und sympatischer und weniger überheblich wirken. So mein Eindruck jedenfalls.

Jetzt wirds Zeit, das ich auch mal wieder etwas interessantes erlebe, das ich davon berichten kann...

Gruß
Jürgen
Autor MAS
 - 16.05.2025 22:32
Gude zusammen!

Vorurteil und Reaktion hängen auch zusammen! Denn wenn ich Vorurteile habe, kann ich das unter Umständen auch ausstrahlen, indem ich wegen des Vorurteils z.B. ängstlicher, aggressiver, ablehnender wirke, was wiederum Angst, Aggression, Ablehnung usw. beim Vorverurteilten auslösen kann. Und wenn ein Mensch immer wieder auf solche Vorurteile stößt, verdichtet sich das in ihm und er geht in eine Abwehrhaltung als Grundhaltung über.

Ich erlebte mal, dass ein Mädchen, das sich als Araberin konstruierte, aber auf die Fragen, wo sie geboren sei, welche Sprache sie am besten spreche, welchen Ausweis sie habe, immer mit "in Deutschland" bzw. "deutsch" antwortete. Als ich dann zu ihr sagte, also sei sie deutsch, machte sie ganz große Augen. Mir schien, als sei ich der Erste gewesen, der sie als deutsch bezeichnete. Ich sagte dann, aber Marokkanerin sei sei auch, von den Eltern her, sie sei beides und solle das Beste daraus machen.
Mir scheint, dass viele Kinder und Jugendliche, die in der zweiten, dritten, vierten Generation in Deutschland leben, zu selten hören, dass sie Deutsche sind und zu oft, dass sie Ausländer sind und Andersgläubige. Dadurch treibt man sie natürlich genau dahin, sich als anders als die Mehrheit zu erleben. Und das nutzen nationalistische arabische, türkischer u.a. Gruppen oder eben islamistische Gruppen aus, die jungen Leute zu sich zu ziehen und ihnen die Heimat und Zugehörigkeit zu geben, die die Mehrheitsgesellschaft ihnen verwehrt.

Wenn ich im Rock die Menschen respektiere, ernte auch ich eher Respekt, als wenn ich Ablehnung ausstrahle. Das ist wahrscheinlich das, was Harry mit "Energie" meint. Oder, lieber Harry?

LG, Micha

PS: Dieser mein Beitrag ist m.E. nicht off-topic.