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Zusammenfassung

Autor JuergenB
 - 18.11.2004 18:49
Zitat von: Collantix am 17.11.2004 22:46(präsente) Väter sind hier immer noch in der Minderheit, Elternabende sind in den meisten Fällen ein Fall für die Mütter.

Hallo Collantix,

stimmt absolut! Egal ob Elternabend, Herbstfest, oder einfach nur die Kleine in den Kindergarten bringen bzw abholen ... bislang habe ich erst einen einzigen anderen Vater gesehen, und das bei 125 Kindern.

Gruß
JürgenB
Autor Gatito
 - 18.11.2004 02:08
hola Collantix:

Frei nach dem Motto: Was nicht tötet härtet ab! :-)

Gatito
Autor Ben
 - 17.11.2004 22:46
Hallo Gatito,

ich glaube, was uns routinierte Rockträger von anderen unterscheidet, ist der Umstand, daß wir die wenigen, wirklich negativen Reaktionen an einer Hand abzählen können und viele positive Erlebnisse im Rock hatten. Vielleicht fehlt einfach ein Stück die Vorstellungskraft, daß es den meisten wurscht ist, was andere anhaben.

Und was das konkrete Beispiel Kindergarten betrifft: (präsente) Väter sind hier immer noch in der Minderheit, Elternabende sind in den meisten Fällen ein Fall für die Mütter. Väter scheinen da wohl einfach Berührungsängste zu haben. Und in einem Umfeld, in dem man sich unsicher / unwohl fühlt, wird man wohl noch mehr versucht sein, nicht aufzufallen.

Gruß
Collantix
Autor Gatito
 - 17.11.2004 14:20
hola Collantix:

Der Unterschied zwischen deinen Posting und anderen:

Die einen liefern gleich den 100%igen Ausgang was passieren wird. Da findet keinerlei analytisches Denken statt. Das ist fast mit "ich traue mich niemals in Rock in die Öfeentlichkeit" Ding gleichzusetzen: Die perfekte Schwarzmalerei.

adios, Gatito
Autor Ben
 - 17.11.2004 01:53
Hallo,

nachdem mein "Spezialgebiet" Kindergarten angesprochen wurde, ein paar Sätze dazu von mir:
Ich weiß nicht, um was für einen Kindergarten es sich handelt, und was für Erzieherinnen dort arbeiten. Aber daß Erzieherinnen das Jugendamt (wo im übrigen nicht nur Radikalfeministinnen arbeiten) kontaktieren, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Natürlich kann man dramatisieren, damit eine Institution wie das Jugendamt sich einer harmlosen Sache annimmt. Aber ein rocktragender Vater darf kein Anlaß sein, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Ich erwarte von einer Erzieherin (also auch von mir) wenn Unklarheiten bestehen, daß die betroffene Person erst einmal befragt wird (oder meinetwegen auch die Mutter). Dazu gibt es den Rahmen der im Vorfeld terminierten Elterngespräche (die man auch als Eltern einfordern kann).

Daß im Kindergarten die Kinder untereinander darüber reden, darauf sollte man sich einstellen. Und auch so ein Thema kann man im Kindergarten im Rahmen eines Projekts ausbauen, indem nan zum Beispiel die Kleidungsstile verschiedener Kulturen und Epochen aufzeigt. Und da kann man als rocktragender Vater ja auch Material / Wissen beisteuern...

Gruß
Collantix
Autor Gatito
 - 16.11.2004 22:52
hola Jürgen,

es gibt bestimmt viele Wege zum Ziel. Ich reagiere nur dann verwundert, wenn Rückstecken als personlicher Freiraum zur Entwicklung lackiert wird.

Als einziger Vergleich hält mir nur das militärische Wort für Frontbegradigung ein.

adios, Gatito
Autor JuergenB
 - 16.11.2004 22:11
Hallo Edelweiß, hola Gatito,

da habt Ihr beide Recht:

Das erste Mal im Rock war bei mir in einem langen schwarzen Herrenrock, 300 Kilometer von daheim, und insgesamt auf estrem maskulin getrimmt. Dabei hatte ich Schiß bis zum Anschlag.

Keine der Befürchtungen ist eingetroffen. Stattdessen kommt eine Oma auf mich zu, ergreift mit beiden Händen meine Rechte und sagt "Endlich mal ein kerl der sich traut!" So wurde ich von Mal zu Mal mutiger, und jedesmal kamen mehr Komplimente.

Das beweist einerseits Deine Aussage, Gatito, daß man sich selber am meisten im Weg steht, und andererseits Deine aussage, Edelweiß, daß man sich diese Freiheit Stück für Stück erarbeiten muß.

Die bisherige Krönung habe ich gestern erlebt, kann ich aber wegen möglicher rechtlicher Konsequenzen jetzt noch nicht kundtun. (Rechtlich hat nur mit arbeitsrechtlich zu tun, aber absolut nichts mit Rock!) Sobald mein Beschäftigungsverhältnis geklärt ist, kommt das nach.

Gruß
JürgenB
Autor Gatito
 - 16.11.2004 17:50
Skirttrender:

Also bei allen Versuchen im Rock in die Öffentlichkeit zu gehen, sitzt der größte Unterdrücker in eigenen Hirn. Ich erinnere mich noch, was für Horrorszenarios ich mir ausgemalt habe.

Passiert ist in dieser Hinsicht nichts.

adios, Gatito
Autor Edelweiss
 - 16.11.2004 12:42
Hallo Ferdi,

ich gebe Dir Recht, dass ausgerechnet die Mitglieder bzw. deren Kinder jener bekannten Religion sich darüber lustig machen. Und gleichzeitig verstehe ich das überhaupt nicht. Den gerade in dieser Religion ist mehr noch als bei uns das Tragen von Männerkleidern üblich und nicht nur bei "kirchlichen" Würdenträgern wie bei uns.

Viele Grüsse
Edelweiss
Autor Skirttrender
 - 16.11.2004 12:29
Zitat von: Gatito am 15.11.2004 12:57
.....Personen die "Angst haben sichtbar einen Rock zu tragen"  

"Ich habe Angst wenn meine Partnerin auf mich -den komischen Mann in Rock- angesprochen wird."

Die Ã,,ngste kommen IMO aus zwei Gründen:

-Die Abhängigkeit von der Gesellschaft: Geld/Einkommen, Beruf, soziale Kontakte usw. ...und die Angst, daß zu verlieren.

-Die Angst aufgrund eigener Unsicherheit, und dies aufgrund der eigenen, noch-nicht-so-groß-entwickelten Emanzipation.

Das lernt man nicht sofort auf einmal, daß muß man lernen und üben. So wie Fahrrad fahren, Inline Skater fahren u.ä.
Der Eine wackelt zaghaft, und der Andere flitzt herum und macht Kunststücke. Nicht Jeder ist gleich Super-Champion.

Der Eine probiert es mit einem Wickelrock am Sommerstrand, der Andere stolziert im rosa Mini mit High Heels durch die Innenstadt. Beide verdienen Bewunderung und Anerkennung, weil sie jeweils daß können, was sie sich innerlich erarbeitet haben.

Gruß

Skirtrtender


Autor Gatito
 - 15.11.2004 12:57
hola,

also beim Lesen der letzten Postings fiel öfters das Wort Angst. Aus eigener Erfahrung (und meinen Semestern in Psychologie) stelle ich mir nun die Frage, ob man Personen die "Angst haben sichtbar einen Rock zu tragen" nicht mal den Vorschlag machen sollte, diese Angst therapeutisch zu behandeln.

Nein, das hat nichts mit durchgeknallt etc. zu tun.

Aber es muß doch ein Leidensdruck entstehen, wenn ich hier öfters lese "Ich habe Angst wenn meine PArtnerin auf mich -den komischen Mann in Rock- angesprochen wird.

Höchst bedauerlich, wenn wir uns so von der MEinung anderer abhängig machen. Langsam wundere ich mich, was der Unterschied zwischen Männern wie Ferdi und Heinz zu anderen (vorsichtshalber lieber keine Namen) ist.

Also ich gaaube, dazu mache ich heute Abend einen neuen Thread auf. Uni ruft....

adios, Gatito
Autor Ferdi
 - 15.11.2004 12:23
Hallo zusammen!

Herminator:
Nicht weil ich Befürchtungen habe, sondern weil ich ihre Angst respektiere!

Respektieren ist das Eine, abbauen das Andere. Beispiel Flugangst: Die Lufthansa bietet regelrechte Seminare für flugangstgeplagte Passagiere an, um die Ã,,ngste abzubauen, was in vielen Fälle auch gelingt. (Warum, steht hier nicht zur Debatte, sie wollen neue Fluggäste gewinnen). Beispiel Spinnenangst: Unsere normalen mitteleuropäischen Spinnenarten sind alle durchweg harmlos, im Gegensatz zu Wespen, Mücken usw. Trotzdem haben sehr viele Menschen eine panische Angst vor diesen Tieren. Auch hier gibt es Seminare um diese Ã,,ngste abzubauen. Viele Menschen kippen auch einfach um, wenn man ihnen beim Arzt eine Blutprobe abnimmt. Und so weiter. Es gibt viele Ã,,ngste, die kann man nur loswerden, indem man sie frontal angeht und abbaut, indem man, z. B. bei den Spinnen, bewusst die Erfahrung macht, dass die Tiere einem absolut nicht schaden.

Es gibt noch mehr solche Beispiele, wo ich mich nur wundern kann. Ich sehe zum Beispiel oft (erst gestern wieder auf 'ner Party erlebt), dass sich Frauen, die befreundet sind, bei der Begrüssung regelrecht abknutschen. Männliche Freunde vermeiden das krampfhaft, auch wenn sie die besten Freunde sind und sich lange nicht gesehen haben. Sie begnügen sich mit Händeschütteln und klopfen sich allenfalls mal auf die Schultern. Ich nehme meine besten Freunde auch in den Arm, wenn ich sie lange nicht mehr um mich hatte. Was zum Teufel ist auch dabei? Warum können Frauen das und Männer nicht? Weil Männer keine Gefühle haben dürfen, weil Männer Gefühle, die sie haben, nicht ausdrücken dürfen? Verzeihung, aber welcher Kleingeist hat bloss solche Restriktionen in die Welt gesetzt? Das ist doch auf Deutsch gesagt Scheisse!

Thema Schule, Kinder und Erzieherinnen: Wenn ich morgens zum Bäcker gehe, um meine Brötchen zu holen, komme ich an einer katholischen Grundschule vorbei. Dort toben in der grossen Pause hunderte von Kindern auf dem Hof herum. Wenn ich an dem Zaun entlang gehe, kommt es vor, dass sich eine kleine Traube von Kindern versammelt und mich in meinem Rock begutachtet. Dann kommen Fragen wie: "Warum tragen Sie einen Rock". Ich antworte dann meist: "Weil ich schlecht in Unterwäsche rumlaufen kann". "Und warum tragen Sie keine Hose". Ich dann: "Weil mir Hosen nicht gefallen und weil ich mich in Röcken viel wohler fühle". Das wird von den Kindern, die ja auch meistens nicht das tun, was ihre Eltern und Lehrer von ihnen erwarten, akzeptiert, und dann ist der Fall *Mann im Rock* für sie erledigt. Einmal jedoch fragte ein ausländischer Mitschüler aus einer wohlbekannten Region: "Sind Sie schwul?" Dem sagte ich dann: "Nein, aber woher weisst Du überhaupt, was das ist? Wer hat Dir das erklärt? Da muss es in Deiner Familie doch jemanden geben, der das ist oder sich damit auskennt,oder nicht?" - Ergebnis: Sendepause, keine weiteren Fragen, Tagesordnung.

Was will ich damit sagen? Es geht nicht, diesen zweifellos lästigen Konfrontationen ängstlich und mit hochgeschlagenem Mantelkragen aus dem Wege zu gehen. Das ist wohl auch das, was Gatito mit "Lenor-weichgespült" meinte. Wenn man so ängstlich ist vor so wirklich harmlosen Zwischenfällen, dann ist es ehrlicher und besser, man packt das Rocktragen garnicht erst an. Wenn man aber will, dann muss man diese Situationen frontal angehen. Das führt letztlich zu einem wirklich nachhaltigen Erfolg. Der ausländische Schüler wird sich zukünftig sicher dreimal überlegen ob er einen rocktragenden Mann fragt, ob er schwul sei.

triks: Ich hatte meine erheblichen Zweifel daran geäußert, das es ein guter Trick ist, einem Kind einen Rock als Hose zu verkaufen. Wo und wann jemand einen Rock trägt, bleibt jedem selbst überlassen. Das steht für mich nicht zur Diskussion.

Auch ich halte diesen Trick für falsch. Ein Rock ist ein Rock und eine Hose ist eine Hose, und beides sind Kleidungsstücke für alle! Ich habe mal mehr im Scherz einen Rock als einröhrige Hose bezeichnet, was man ja auch könnte, denn sie unterscheiden sich ja wirklich nur durch die Anzahl der Stoffröhren, die die Beine bekleiden. Aber das ist rein akademisch. Ich trage Röcke und ich trage sie mit sichtbarem und spürbarem Stolz. Ich gehe keiner verbalen Konfrontation aus dem Weg und ich bin aus solchen Diskussionen bisher immer noch als Sieger hervorgegangen, einfach nur deswegen, weil den Kontrahenten nach drei Sätzen die Argumente ausgingen und sie sich eine freche und schnippische Antwort von mir eingehandelt haben.

Und noch etwas: Ich will niemandem das Recht absprechen, für sich selbst Prioritäten zu setzen. Wenn Herminator zum Beispiel sagt, dass es ihm wichtiger ist, seine Frau nicht in Angst und Schrecken zu versetzen, dann respektiere ich das und gehe dagegen nicht argumentativ vor. Dagegen gibt es nämlich keine Argumente. Ich empfinde es allerdings ganz allgemein als ungerecht (nicht vom Gesetz her sondern von den Mitmenschen), dass immer nur den Männern Kompromissbereitschaft und Bereitschaft zum Verzicht abverlangt wird, während die Frauen in fast jeder Hinsicht machen können, was sie wollen. Das bringt mich regelmässig in Rage, das lasse ich mir nicht gefallen und dagegen wettere ich aus allen Rohren. Auch auf die Gefahr hin, mit dem Totschlagargument "frauenfeindlich" tituliert zu werden. Besser das als selbstauferlegte Unfreiheit. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass ein Mann, der liebend gerne die schönen Röcke tragen würde, beim Anblick eines anderen schick gekleideten rocktragenden Mannes lange Zähne bis auf den Boden bekommt. Da sage ich nur: selber schuld, aber seine freie Entscheidung.

"Chacun a son gout"

In diesem Sinne einen fröhlichen Wochenbeginn
Ferdi
Autor triks
 - 15.11.2004 11:46
Zitat von: Herminator am 15.11.2004 11:10....
meine Frau hat halt erhebliche Befürchtungen, die ich zwar für falsch halte und ihr zu nehmen versuche. Aber da hat sie abgewogen, und will gar nicht erst das Risiko eingehen, dass sie auf ihren "seltsamen" Mann angesprochen wird. Und solange dass so ist habe ich beschlossen ihr zuliebe in unserem "Dorf" keinen Kilt in der öffentlichkeit zu tragen. Nicht weil ich Befürchtungen habe, sondern weil ich ihre Angst respektiere! ...

Meiner Frau ist das Gerede der Leute nicht wichtig. Das ist mein Vorteil. Sonst hätte ich sicher eine vergleichbare Situation.

Aber ich habe anläßlich eines Theaterbesuchs auch schon mal darauf verzichtet, einen Rock zu trage, weil meine Frau meinte, sie würde ganz gern einmal nicht mit mir auffallen.

Solange man aus lauter Rücksichtnahme nicht die eigenen Bedürfnisse verleugnet, kann man ja auf die Befindlichkeiten des Partners eingehen. Fatal wäre es, sich hinter den Urteil des Partners zu verstecken. Aber das ist, soweit ich Dich verstehe, bei Dir ja nicht gegeben.
Autor Herminator
 - 15.11.2004 11:10
Nein, ich hatte keine negativen Erfahrungen mit Kindergarten, Erzieherinnen, etc. nicht zuletzt weil ich zu der Zeit außerhalb der Wohnung nur Hosen trug. Ich habe auch sonst keine neg. Erfahrungen mit Kilt gemacht, ginge es nur um mich, würde ich, ausser im Dienst keine Hosen mehr tragen. (Ich arbeite in einem Altenheim mit einem recht "engen" freikirchlichen Träger).
Aber genau darum geht es mir: meine Frau hat halt erhebliche Befürchtungen, die ich zwar für falsch halte und ihr zu nehmen versuche. Aber da hat sie abgewogen, und will gar nicht erst das Risiko eingehen, dass sie auf ihren "seltsamen" Mann angesprochen wird. Und solange dass so ist habe ich beschlossen ihr zuliebe in unserem "Dorf" keinen Kilt in der öffentlichkeit zu tragen. Nicht weil ich Befürchtungen habe, sondern weil ich ihre Angst respektiere!
Schalom
Hermann
Autor triks
 - 15.11.2004 10:50
Ich hatte meine erheblichen Zweifel daran geäußert, das es ein guter Trick ist, einem Kind einen Rock als Hose zu verkaufen. Wo und wann jemand einen Rock trägt, bleibt jedem selbst überlassen. Das steht für mich nicht zur Diskussion.

Zitat von: Herminator am 15.11.2004 10:26...
Und dann ist es IMO eine Sache selbst mich einer Situation zu stellen und eine ganz andere zu verlangen, dass jemand anderes mit"leiden" soll. ...

Ich hatte es schon mal gefragt, aber keine Antwort dazu bekommen. Ich frage es nochmal: Hast Du schon schlechte Erfahrungen gemacht im Zusammenhang mit Kindern, Kindergarten und Erziehern oder Erzieherinnen?

Du sagst ja sinngemäß, dass es für Dich eine Abwägung der Risiken und des Nutzen ist. Wonach bemißt Du die Risiken? Ich trage auf der Arbeit auch keine Röcke, weil ich aus Pausengesprächen weiß, wie meine Kollegen denken, und ich mich noch nicht am Ende meiner beruflichen Laufbahn sehe. Aber im Privaten - dazu zähle ich auch Kindergarten und Schule - nehme ich mir die Freiheiten, die ich für meinen Seelenfrieden benötige.

Wolfgang