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Zusammenfassung

Autor MAS
 - 07.05.2016 08:02
Hier gibt es einen ganz kurzen Radiobeitrag zu der Studie mit einem kritischen Schlusssatz: http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2016/04/27/dlf_20160427_0936_7fd4fb99.mp3

Und geht der Beitrag weiter: http://www.deutschlandfunk.de/jugendstudie-junge-leute-sind-religioese-touristen.886.de.html?dram:article_id=352530
Da gibt es am Schluss auch ein paar Wort zur Repräsentativität von qualitativer Forschung.

LG, Michael
Autor MAS
 - 04.05.2016 20:50
Zitat von: rock aktiv am 04.05.2016 20:40
Zitat von: MAS am 04.05.2016 10:42
es sei denn, man hat in einer Vorerhebung diese 72 repräsentativ im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung erhoben und ausgewählt. Ich weiß nicht, ob das passiert ist.
Ja, hat man. Die Vorbereitungen wurden in den Medien groß angekündigt. Hab jedenfalls davon im Radio gehört, bevor das Ergebnis eine Woche später veröffentlicht wurde.

Ich sprach heute Mittag mal mit einem Kollegen darüber, der ein Meister der quantitativen Methoden ist. Er meinte, für dieses Studie habe man entsprechend der Millieus Jugendliche ausgesucht, so dass eine gewisse Repräsentativität gegeben sei.

LG, Michael
Autor androgyn
 - 04.05.2016 20:40
Zitat von: MAS am 04.05.2016 10:42
es sei denn, man hat in einer Vorerhebung diese 72 repräsentativ im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung erhoben und ausgewählt. Ich weiß nicht, ob das passiert ist.
Ja, hat man. Die Vorbereitungen wurden in den Medien groß angekündigt. Hab jedenfalls davon im Radio gehört, bevor das Ergebnis eine Woche später veröffentlicht wurde.

Zitat von: GregorM am 04.05.2016 10:46
mit dem angepassten Jugend hast du Recht, glaube ich. Nur weiß ich nicht, wie verbreitet es ist. Auch nicht, ob die Eltern bzw. die Elterngeneration daran Schuld sind/ist, oder es mehr um eine Tendenz handelt, wo junge Leute andere Leute ihrer eigenen Generation kopieren.
Das Dumme ist immer, dass solche Väter wie du es bist, oft Töchter bekommen haben. Töchter werden 1. anders behandelt und 2. wird denen mehr zugestanden. Wenn's sein muss auch mit aller emanzipatorischer Kraft, um das Mädel aus der Rosafalle zu holen und sich an männlichen Werten zu orientieren (lern was vernünftiges wo du viel Geld verdienst, mach Karriere, trete selbstbewusst auf, das was Männer können, können Frauen besser) während man Jungen rosa und alles weibliche untersagt und den Friseurberuf aus den Kopf zu schlagen versucht. Richtige Kerle gehen auf den Bau oder fahren einen LKW.
Autor MAS
 - 04.05.2016 13:40
Zitat von: GregorM am 04.05.2016 10:46
PS. Meine Tochter, etwas älter als du, arbeitet beruflich mit qualitativer Marktforschung und will nichts mit quantitativen Untersuchungen zu tun haben.

Lieber Gregor,

das ist so typisch: Qualitative Forscher wollen nicht mir quantitativer Forschung zu tun haben und umgekehrt.
Das ist aber ein Fehler, denn beide ergänzen sich gegenseitig. Ich verstehe zu wenig von Statistik, um quantitative Forschung zu betreiben, aber höre gerne den Kollegen zu, die sie machen und diskturiere mit.

LG, Michael
Autor GregorM
 - 04.05.2016 10:46
Hallo Nico,

mit dem angepassten Jugend hast du Recht, glaube ich. Nur weiß ich nicht, wie verbreitet es ist. Auch nicht, ob die Eltern bzw. die Elterngeneration daran Schuld sind/ist, oder es mehr um eine Tendenz handelt, wo junge Leute andere Leute ihrer eigenen Generation kopieren.

Ich bin selbst nie der Vater gewesen, der gesagt hat, sowas tut MAN nicht. Das Resultat deutet auch nicht daran.

Gruß
Gregor

PS. Meine Tochter, etwas älter als du, arbeitet beruflich mit qualitativer Marktforschung und will nichts mit quantitativen Untersuchungen zu tun haben.
Autor MAS
 - 04.05.2016 10:42
Zitat von: GregorM am 03.05.2016 11:14
Stellt Such vor, EIN Jugendlicher der 72 Interviewten hätte unter anderem behauptet, Jungen wären dabei, sich zu realiseren, und dass sie seiner Meinung nach in überschaubarer Zeit anfangen würden, Rocke und andere Sachen, sonst nur für Mädchen, zu tragen.
Entweder hätte es die Resultate in eine falsche Richtung gezogen, oder wahrscheinlicher, man hätte ihn mit sämtlichen seinen Aussagen von der Studie entfernt.

Oder dass man sich begnügte, nur 72 Personen zu fragen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollten. Auch diskutierte man mit ihnen nachher drei Tage lang ununterbrochen Politik, würde es kaum der Wahrheit entsprechen. 

Qualitative Untersuchungen können überaus wichtig und relevant sein, fordern aber eine höhe Masse von Homogenität. Wie viel Mühe man sich mit der Auswahl auch geben möchte, wäre es mit 72 Personen nie von Repräsentativität die Rede sein.

Gruss
Gregor

Lieber Gregor,

Repräsentativität ist nicht die Zielsetzung von qualitativen Studien, also keine statistische Repräsentativität. Dafür braucht man quantiative Studien. Ich habe hier Kollegen, die das machen. So was sieht dann so aus: https://www.uni-bielefeld.de/theologie/forschung/religionsforschung/forschung/streib/inter/index.html

Qualitative Studien haben zum Ziel, Zusammenhänge in Einzelfällen zu untersuchen, also z.B. Biographien, Geschichtsverläufe, Kausalitäten usw. So wie z.B. meine Magisterarbeit: https://www.yumpu.com/de/document/view/3451064/buddhismus-in-bonn-universitat-bonn/5 und auch meine Dissertation: https://books.google.de/books?id=gKjtAgAAQBAJ&pg=PP1&lpg=PP1&dq=Pers%C3%B6nliche+Religi%C3%B6se+Konstruktsysteme+Schmiedel&source=bl&ots=AkFaCCTlmX&sig=dSfuyMjwC-Uj1ZWpeeDWFpgpiV8&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwin4f-Dg8DMAhWHKCwKHS5RCmsQ6AEILzAD#v=onepage&q=Pers%C3%B6nliche%20Religi%C3%B6se%20Konstruktsysteme%20Schmiedel&f=false

Wenn in der Jugendstudie die 72 so hervorgehoben werden und von diesen auf 80 Mio hochgerechnet werden soll, begeht man eigentlich einen Methodenfehler, es sei denn, man hat in einer Vorerhebung diese 72 repräsentativ im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung erhoben und ausgewählt. Ich weiß nicht, ob das passiert ist.

LG, Michael
Autor MAS
 - 04.05.2016 10:32
Zitat von: rock aktiv am 03.05.2016 18:04
Ach? Das ist dein Text? :o Das wusste ich nicht. Verklag ihn zu 120 Tagen Rocktragen.

Yep!  ;D

LG, Michael
Autor androgyn
 - 03.05.2016 19:51
Zitat von: GregorM am 03.05.2016 19:04
PS. Wenn es um Männer im Rock geht, und die Antworte sich 99/1 oder so verteilen (nein/ja), kann man mit einem sehr kleinen Sample arbeiten, oder man hätte es tun können (falls man es erst nach Durchführung der Untersuchung feststellt).

PPS. Es wird in der Studie auch darauf aufmerksam gemacht.
Na okay Gregor. Das stimmt schon. Das kleine Sample ist ja auch da. Experiementalistische Hedonisten. Da zählt alles rein, was vom konservativ bürgerlichen Lebensstil abweicht.
Ich vergleiche die Ergebnisse gern mit einem offenen Zeitungsforum, wo täglich mehr als 72 User zu unterschiedlichen Themen schreiben schreiben. Nehmen wir mal die Wirtschafts und Moderubrik.
Karrierekolumne:
"Ich will versuchen Karriere zu machen, um eine Familie zu gründen" Das sind so 90% meines Alters.
Viele schimpfen sogar, dass es keine Möglichkeit mehr gibt aufzusteigen, ohne Überstunden zu machen.
Die würden alles dafür geben. Also sich anpassen und nichts zu schulden kommen lassen. Daher auch nicht modisch rebellieren. Dazu ist die Karriere und finanzielle Sicherheit zu wichtig.

Im Vergleich zur Modekolumne:
"Wenn ich so zur Arbeit gehe (war ein Gucci Anzug), kann ich mir gleich die Kündigung bei meinem Chef abholen"
"Wenn ich im Rock auf Arbeit käme, wäre ich unten durch."
"Ich habe keine Zeit für solche Späße. Ich riskiere meinen Job nicht wegen solchen Selbstverwirklichungsblödsinn. Ich muss Geld verdienen und hab eine Familie zu ernähren. Kapierst du das?"

Für mich sind die Aussagen sehr identisch mit den Ergebnissen dieser Fallstudie. Die Jugend ist angepasst und strebt nach Sicherheit, aber nicht weil sie doof, unmutig oder unflexibel ist, sondern weil unsere Eltern die Welt uns so hinterlassen hat, wie sie jetzt ist und wir unseren Platz suchen müssen, statt sie verändern zu dürfen. Da stellen sich ältere Leute gern dagegen mit der Begründung fehlender Lebenserfahrung bei jungen Menschen.
Autor GregorM
 - 03.05.2016 19:04
Ich bin nicht einig, Nico. Ich habe professionell mit Marktforschung gearbeitet.

Qualitative Untersuchungen können sehr viele und wertvolle Informationen geben, aber sie sagen alleine, was - in diesem Fall - 72 Personen meinen. Die Resultate brauchen bestimmt nicht falsch zu sein, aber eine Garantie dafür, dass sie richtig sind, gibt es nicht. Das fordert eine Verifikation, die nur durch eine quantifizierte.Untersuchung mit "Random Sampling" möglich ist. Da eine statistische Unsicherheit immer besteht, muss der Sample groß sein, allerdings wenn die Unterschiede wenig sind.

Gruß
Gregor

PS. Wenn es um Männer im Rock geht, und die Antworte sich 99/1 oder so verteilen (nein/ja), kann man mit einem sehr kleinen Sample arbeiten, oder man hätte es tun können (falls man es erst nach Durchführung der Untersuchung feststellt).

PPS. Es wird in der Studie auch darauf aufmerksam gemacht.
Autor androgyn
 - 03.05.2016 18:04
Ach? Das ist dein Text? :o Das wusste ich nicht. Verklag ihn zu 120 Tagen Rocktragen.
Autor MAS
 - 03.05.2016 18:00
Zitat von: rock aktiv am 03.05.2016 10:46
Zitat von: MAS am 03.05.2016 08:01
Dieser Gabor Paal hat aufmerksam meinen "Mundus bracatus? Nein danke!"-Text gelesen, aber leider nicht als Quelle angegeben.

LG, Michael
Von was redest du?  ???

Von der Seite, auf der Du verlinkt hast, auf der steht:

ZitatWarum werden Röcke fast ausschließlich von Frauen getragen?

von Gabor Paal am 04.03.2015

Und von diesem meinem Text hier: http://dress2kilt.eu/s0123.htm

LG, Michael
Autor androgyn
 - 03.05.2016 13:02
Zitat von: GregorM am 03.05.2016 11:14
Qualitative Untersuchungen können überaus wichtig und relevant sein, fordern aber eine höhe Masse von Homogenität. Wie viel Mühe man sich mit der Auswahl auch geben möchte, wäre es mit 72 Personen nie von Repräsentativität die Rede sein.
Nein, quantitative Befragungen sind viel mehr fehlerbehaftet als einen kleinen Teil zu befragen. 72 sind für solche Studien schon sehr hoch gegriffen. Die Fragen sind auch so gestaltet, dass sie weder in die eine noch in die andere Richtung lenken. Dein Vergleich mit den Röcken hinkt. Bei solchen Studien nimmt man eigentlich nie mehr als 15 Personen. Es wird ja bei medizinischen Studien auch nicht jeder getestet, um ein Mittel als verträglich abzusegnen. Da werden 5 Personen verschiedenen Typs genommen und das reicht. Dass es an Personen mit bestimmten Krankheiten nicht getestet wurde, spielt dabei keine Rolle, dass es für den Durchschnitt verträglich ist. Darum steht ja bei solchen Untersuchungen auch oft dabei, dass sie Probanden suchen, die gesund sind und nicht rauchen , um das Ergebnis der Verträglichkeit nicht zu verfälschen.



Zitat von: GregorM am 03.05.2016 11:14
Stellt Such vor, EIN Jugendlicher der 72 Interviewten hätte unter anderem behauptet, Jungen wären dabei, sich zu realiseren, und dass sie seiner Meinung nach in überschaubarer Zeit anfangen würden, Rocke und andere Sachen, sonst nur für Mädchen, zu tragen.
Entweder hätte es die Resultate in eine falsche Richtung gezogen, oder wahrscheinlicher, man hätte ihn mit sämtlichen seinen Aussagen von der Studie entfernt.
Hätte es auch nicht. Darum sind ja die Gruppen eingeteilt. Dein Beispiel fällt unter Experiementalistische Hedonisten. Die Mehrheit macht aber die bürgerliche Konservative und Expeditive aus, was der Wirtschaftslage und elterlichen Moralvorstellungen zu verschulden ist. Also kannst du davon ausgehen, dass ein kleiner Anteil crossdresst oder abseits des Mainstreams lebt. Aber eben nicht die Mehrheit, wie du in der Realität auch siehst.
Um die Hedonisten mehr werden zu lassen, müsste man die Welt zu einem Ponyhof machen, was aber konträr zum Familienverständnis und Verantwortungsbewusstsein steht. Und lass die Teens erstmal 30 sein, dann ist es bei den meisten hedonistischen Teens auch vorbei mit ihrem Hedonismus. Die berufen sich dann auf die konservativ bürgerliche oder Expeditive, weil sie Verpflichtungen haben.
Autor GregorM
 - 03.05.2016 11:14
Stellt Such vor, EIN Jugendlicher der 72 Interviewten hätte unter anderem behauptet, Jungen wären dabei, sich zu realiseren, und dass sie seiner Meinung nach in überschaubarer Zeit anfangen würden, Rocke und andere Sachen, sonst nur für Mädchen, zu tragen.
Entweder hätte es die Resultate in eine falsche Richtung gezogen, oder wahrscheinlicher, man hätte ihn mit sämtlichen seinen Aussagen von der Studie entfernt.

Oder dass man sich begnügte, nur 72 Personen zu fragen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollten. Auch diskutierte man mit ihnen nachher drei Tage lang ununterbrochen Politik, würde es kaum der Wahrheit entsprechen. 

Qualitative Untersuchungen können überaus wichtig und relevant sein, fordern aber eine höhe Masse von Homogenität. Wie viel Mühe man sich mit der Auswahl auch geben möchte, wäre es mit 72 Personen nie von Repräsentativität die Rede sein.

Gruss
Gregor
Autor androgyn
 - 03.05.2016 10:46
Zitat von: MAS am 03.05.2016 08:01
Dieser Gabor Paal hat aufmerksam meinen "Mundus bracatus? Nein danke!"-Text gelesen, aber leider nicht als Quelle angegeben.

LG, Michael
Von was redest du?  ???
Autor MAS
 - 03.05.2016 08:01
Dieser Gabor Paal hat aufmerksam meinen "Mundus bracatus? Nein danke!"-Text gelesen, aber leider nicht als Quelle angegeben.

LG, Michael