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Zitat von: GregorM am 21.07.2016 05:36ich finde die Idee mit der Fallstudie sehr gut. Für eine Unterrichtungssituation perfekt. Im wirklichen Leben aber viel komplizierter, weil wir uns auf einem extrem kleinen Segment befinden.
Wir könnten zum Beispiel auch in diesem Forum fragen, wie ein Männerrock aussehen sollte, wie er vermarktet werden sollte, wie wahrscheinlich es wäre, dass man ihn kaufen würde, was er kosten sollte etc.
Zitat von: Holger Haehle am 20.07.2016 17:09Woran ist denn Gaultier oder Jacobs bitte gescheitert? Die verdienen ihren Löwenanteil an Accessiores, wie Handtaschen und Parfum. Die Kleidung ist nur Passion. Wenn du in der Modeszene das machst, was schon 5 andere machen, hast du kein Alleinstellungsmerkmal und keinen Wiedererkennungswert. Hast du dir schon mal angeschaut was ein Modestudium abverlangt? Dort ist zu 90% Marketing und Wirtschaftswissen. Wo siehst du, dass Metrosexuelle ein Marktpotenial haben? Wäre dem so, hätten Anbieter sich längst darauf eingeschossen. Die Industrie versucht immer wieder Männer mit irgendwelchen Trends für sich zu gewinnen. Die meisten machen sich über Metros lustig und vielen Frauen sind solche Männer zu eitel und oberflächlich, zu sehr auf sich bedacht.
Ich vermute, daran sind auch Gaultier und Co. gescheitert. Gerade die Diskrepanz, z.B. zwischen dem metrosexuellen Marktpotenzial und der tatsächlichen Marktbearbeitung, sollte Anlass sein mit umfassenderer Marktforschung neue Ideen und Wege für das Marketing von Männerröcken zu entwickeln.
Zitat von: Holger Haehle am 20.07.2016 17:09Wozu brauch ich Unisex, wenn ich genauso gut Damenröcke anziehen kann?
Gerade kleine Modelabels mit kleinen Etats profitieren von UNISEX-Strategien, einfach weil der Weg zum Break-Even kürzer ist. Leider werden in emotionalen Märkten oft nur bedingt rationale Entscheidungen getroffen.
Zitat von: Holger Haehle am 20.07.2016 17:09Ein Männerrock ist doch unisex in dem Sinne. Männerröcke haben es aus anderen Gründen schwer.
Die Sexualisierung durch die Gesellschaft, die auch schon weit präpubertär Kleinkinder einbezieht, ist doch mit ein Problem, warum der Männerrock es so schwer hat. Wäre der Rock heutzutage nicht weiblich sexualisiert, würden Männer im Rock überhaupt nicht auffallen.
Zitat von: Holger Haehle am 20.07.2016 17:09Conchita stößt außerhalb der Fangemeinde nicht großartig auf Verständnis oder Nachahmungswert. Das Rocktragen ist am Arbeitsplatz progressiver als in der Freizeit. Dir wird eh jeder sagen, dass jeder in der Freizeit tragen dürfe, was er wolle.
Aber auch hier finde ich es positiv, das eine männliche Lady Gaga nicht abgelehnt werden würde wie das Beispiel Conchita Wurst zeigt. Im Übrigen empfehle ich allen Nichtkünstlern nicht gerade am Arbeitsplatz mit dem Rocktragen anzufangen. Ich trage Rock fast nur in meiner Freizeit.
Zitat von: Holger Haehle am 20.07.2016 17:09Lahm hängt Andreja locker ab, weil er ein gewöhnlicher Mann ist und sich 99% der Männer mit seinem Körperbau identifizieren können. Andrej Pejic ist übrigens amtlich eine Frau. Damit kein Mann mehr.
Es spielt für diese Menschen eine Rolle was z.B. Phillip Lahm oder Andrej Pejic anziehen. Sie richten ihren eigenen Geschmack danach aus. Natürlich hängt die Wirkung eines Stars von der Größe der jeweiligen Szene ab. Deswegen hängt der Lahm den Pejic locker ab.
Zitat von: high4all am 20.07.2016 11:21Zitat von: rock aktiv am 20.07.2016 11:15Das kannst Du auch nicht. So gut wie ich! Nee.
hm, wo verkörperst du für mich ein Ideal? Ich möcht nicht aussehen wie du. (Das ist nicht böse gemeint)

Zitat von: rock aktiv am 20.07.2016 11:15Das kannst Du auch nicht. So gut wie ich! Nee.
hm, wo verkörperst du für mich ein Ideal? Ich möcht nicht aussehen wie du. (Das ist nicht böse gemeint)
ZitatNicht mal für Hajo oder Asterix wäre ich ein erreichbares Ideal. Muss es auch nicht. Jeder soll seinen Stil finden.


Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Hallo Holger,
So bietet die spanische Modekette Zara 2016 erstmals eine ungendered-Kollektion in ihren Läden an. Das Wochenmagazin Stern wirft in seinem ModeEXTRA vom 25. Mai die Frage auf, ob sich die modische Emanzipation des Mannes anbahnt. Es wird berichtet von Labels wie Burberry und Gucci, die gemeinsame Modeschauen für Frauen und Männer planen.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Was erzählst du da? oder hast du dich verschrieben. Bei unisex Produkten wird das Produkt doch nicht zweimal verkauft. Zweimal verkauft wird, Disneywasser, einmal in Pink und einmal in Blau, So muss die Mutti mit einem Sohn und einer Tochter tiefer in die Tasche greifen, Besonders, wenn man das pinke paar cent teurer verkauft. Glaubst du wirklich, Unternehmen geht es um Ökonomie? Was den Aufwand betrifft, sicherlich, aber bestimmt nicht was den Verkauf betrifft. Da gehts um Gewinnmaximierung und Verkaufszahlen. Das geht am besten mit gegenderten Produkten wie das Disneywasser oder das Ü-Ei für Mädchen.
Dazu gehören beispielsweise Jeanshosen für Frauen und Männer oder bei Dienstleistungen gleiche Versiche¬rungstarife für Frauen und Männer. Unisex-Produkte können sehr ökonomisch sein. Man kann ein Produkt quasi zweimal verkaufen. Der Aufwand für Kampag¬nen für Frauen und Kampagnen für Männer kann durch eine einzige all-gender-Kampagne deutlich reduziert werden.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Ich stehe einer Unisexmode skeptisch gegenüber. Gleichheit tötet die Erotik. Und wo siehst du denn Leute im Guccigewand oder Westwood rumlaufen?
Vivienne Westwood hat androgyne Mode entworfen. Miuccia Prada hat Männer in kurze Hosen gesteckt, deren Beine so weit waren, dass sie Röcken glichen. Unter dem Titel monovolar hat der Münchener Designer Patrick Mohr eine Unisex Kollektion geschaffen, die von jedem Menschen getragen werden kann.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Wie riecht denn Unisexduft so? Ich kauf das Parfum, was gut auf meiner Haut riecht, und nicht, ob da unisex oder for woman drauf steht. Für mich sind die Designer nicht progressiv. Und ganz ehrlich. Wer identifiziert sich denn mit Andreja Pejic? Das wäre das gleiche, wenn sich die Mitlgieder hier mit mir identifizieren würden.
Modelle wie Erika Linder oder Andrej Pejić zeigen ihre Einzigartigkeit in einer Vielfalt weiblicher und männlicher Facetten. Sie sprengen die Rollen-Klischees, die jeder kann. [..] Und Chanel zieht nach mit dem Unisex-Duft Boy, erhältlich ab Juni 2016. Es gibt also bereits einen funktionierenden Markt und offensichtlich Wachstumspotenzial.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Mit Sandra habe ich mich intensiv beschäftigt. Ich habe auch einen Rock von ihr. Sandra hatte damals den Hype der Loveparade Jünger mitgenommen und ist auf den Zug aufgesprungen. Das war 1996. Die Kuratle-Röcke von Amok sind die meist getragen Männerröcke, wenn man von Kiltvarianten absieht. Mit dem abflachen der Technowelle ging auch das Interesse bei Männerröcken weg. Die Finanzkrise hat ihren Rest getan und die Raver von damals sind jetzt Häuslbesitzer mit Vorgarten und Familie. Seit dem 11. September haben wir immer häufiger Terror. Mode ist jetzt das letzte, womit sich das Gro der Gesellschaft beschäftigt. Vereinfacht gesagt, sind die Leute froh, ein Dach übern Kopf und was im Kühlschrank zu haben und paar Klamotten zum wechseln.
Die Männerröcke von J.-P. Gaultier, Marc Jacobs, Tommy Hilfinger, Robert Landinger, Sandra Kuratle u.a. haben bisher Erfolge erzielt, die nicht in die Breite gingen.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Achso? Wenn wir so ein beachtliches Marktpotenzial sind, wieso haben sich dann Anbieter nicht auf uns eingeschossen und bedienen stattdessen imme rnoch die Männer mit ihren 0815 Looks?
Metrosexuell denkende Menschen bilden ein beachtliches Marktpotenzial. Sie konnten aber noch nicht mit attraktiven Angeboten ausreichend mobilisiert werden.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Metrosexuelle sind eine Subkultur, die weitgehendst von Hipstern ersetzt wurde und den meisten Menschen so fern sind wie der Punk vom Leistungsträger. Als Leistungsträger gibst du einen Teil deiner Freiheiten auf. Das schlimme daran ist, dass Männer das als völlig normal sehen. Darum gewinen wir auch keine Anhänger für eine Männerrockbewegung. Finanzielle Sicherheit zählt mehr als modische Freiheit.
Die Gruppe metrosexueller Menschen ist für die Männerrockidee essentiell. Zu dieser Gruppe gehören Männer mit einem ausgeprägten Sinn für funktionelle Kleidung und einem Modegeschmack, der Geschlechtergrenzen ignoriert.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Kann er doch. Als Musiker stehen dir alle Türen offen. Du könntets auch eine männliche Lady Gaga sein. In bürgerlichen Berufsfeldern kanns schwieriger sein.
Der Keyboarder Martin Gore von Depeche Mode ist ein früher Vertreter dieser Gruppe. Er trug bereits in den 80er Jahren Röcke und Nagellack.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Beckham kompensiert seine Damenhöschen durch seinen Fußball der eine sehr männlich-geprägte und dominante Sportart ist.
Die Sarong¬fotos vom Profi-Fußballer David Beckham haben wir für eine Marktforschung genutzt.
Zitat von: Holger Haehle am 19.07.2016 12:27Welchen Nutzen bringt dir diese Auswertung im kleinen bis mittelgroßen Rahmen?
Nach sehr viel zusätzlicher Arbeit liegt die Auswertung vor. Alle Ergebnisse sind statistisch signifikant und somit wissenschaftlich valide. In den zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden war das unmöglich zu leisten. Das gelang nur durch die enorme Initiative der Projektteilnehmer.