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ZitatIch hoffe ihr verzeiht mir, wenn ich Mama auch mal hier in das Forum bringe, sie es mal lesen lasse, was wir hier schreiben.
ZitatIch will einfach dass alles wieder gut wird. Ich habe meinem Vater verziehen. Klar wird es schwer, das Vertrauen wieder auf die alte Basis zu stellen, aber ich will es versuchen und ihm eine 2. Chance geben.
ZitatAber und das ist ein richtiges Aber, ich habe eben Angst, dass die Gesellschaft noch nicht bereit für sowas ist, außer im Fasching.
Zitat von: lea am 27.11.2016 08:20Liebe Lea,
Ich hoffe ihr verzeiht mir, wenn ich Mama auch mal hier in das Forum bringe, sie es mal lesen lasse, was wir hier schreiben. Ich will einfach dass alles wieder gut wird. Ich habe meinem Vater verziehen. Klar wird es schwer, das Vertrauen wieder auf die alte Basis zu stellen, aber ich will es versuchen und ihm eine 2. Chance geben. Aber und das ist ein richtiges Aber, ich habe eben Angst, dass die Gesellschaft noch nicht bereit für sowas ist, außer im Fasching.
Zitatch war völlig geschockt als ich ihn so sah. Und evtl. habe ich auch übertrieben, als ich es zuhause gleich Mum erzählte, aber ich war so enttäuscht von ihm, so völlig allein gelassen. Von dem Mann, den ich bisher absolut vertraute und der für mich wie eine Vorbildfigur war. Völlig integer und über jedem Zweifel erhaben. Nur ist das jetzt weg. Völlig. 17 Jahre Vater Tochter Beziehung weg. Und Mum gehts genau so. 27 Jahre zusammen und jetzt? Kein Vertrauen mehr. Nur noch blanke Enttäuschung.
ZitatStell dir immer wieder als Hilfe vor, dass er durch das Röcketragen dich und deine Mutter als Frauen wertschätzt und vertritt. Für ihn sind Damenröcke und Strumpfhosen kein minderwertiger Weiberkram, was seiner Männlichkeit abschwächen würde. Starke und selbstbewusste Menschen leisten es sich eher von der Norm abzuweichen.
Zitat von: lea am 26.11.2016 20:53Ja eben, weil es dein Vater ist. Die gleiche Scham dürfte auch bei dir aufkommen, wenn es dein Bruder wäre oder ein anderes sehr nahestehendes männliches Familienmitglied. Die Ursachen liegen darin, dass Weiblichkeit als etwas "minderwertiges" bewertet wird und Männer, die sich feminin anziehen, sich in ihrer Rolle als Mann anderen gegenüber "abwerten". Im Gegensatz zu Mädchen, wenn sie Skinnyjeans und Basecaps anziehen, sich erhöhen, weil sie etwas "maskulines" übernehmen. Aber Weder Weiblichkeit noch Männlichkeit ist minder oder höherwertig als das andere. Die Gesellschaft trennt immer noch danach und das bekommt jeder von klein an eingeimpft.
Wie sehr ist die Angst meiner Mutter korrekt, sich für einen Ehemann im Rock schämen zu müssen? Ich meine, wenn es nicht mein Vater wäre, wäre es mir noch mehr egal. Denn mir ist egal, wer was trägt. Aber da es mein Vater ist, komm ich mir eben grade richtig bescheuert vor und völlig überrumpelt.
Zitat von: lea am 26.11.2016 20:53Das ist nur bei pupertierenden Jungen so. Darauf solltest du nichts geben.
Denn die Akzeptanz die ich mitbekam als ich ihn im Rock "erwischte", war von meinen Kumpels her 2 geteilt. Die Mädels sagen cool. Die Jungs sagen, seit wann ist dein Vater eine Schwuchtel und machen sich jetzt über mich und meine Familie lustig.
Zitat von: lea am 26.11.2016 20:53Mit der Bildung hat das relativ wenig zu tun, eher mehr damit, in welchem Umfeld man sich bewegt, Freundeskreis und wie man gewillt ist, Dinge und festgefahrene Strukturen zu hinterfragen und aufzubrechen.
Ob Hauptschule oder bei uns eben Gymnasium ich denke mal, dass geht durch alle Schichten der Gesellschaft. Mein Dad ist Syndikus und Mum ist Anwältin für Steuerrecht. Also hat das Rocktragen der Männer evtl. in den eher gehobeneren Schichten der Gesellschaft mehr zulauf als bei den,sagen wir mal, unteren Schichten?
Zitat von: lea am 26.11.2016 20:53Wenn das ein Kompromiss für euch ist, könnte das die bessere Wahl sein. Das wichtigste ist immer, dass man darauf achtet, dass es zur Person passt und dein Dad sich darin wohl fühlt. Dann kommt auch ein Damenrock nicht schräg oder peinlich rüber. Gregor kann dir in Sachen Kilts am besten weiterhelfen.
Und kann ich evtl. zwischen Mum und Dad vermitteln, wenn ich als Vorschlag bringe, dass er öffentlich halt in einem Männerrock, ich denke hier gelesen zu haben, dass das dann der Kilt ist und privat im Damenrock mit Nylonstrumpfhosen experimentieren soll?
Zitat von: lea am 26.11.2016 20:53Das was ich in deinem Anfangsthread gelesen habe, kann ich jetzt nur mit meiner männlichen Auffassung wiedergeben, wie ich mich als Mann fühlen würde. Ihr habt ihm ganz schön Schuldgefühle reingedonnert, dass er sein Handeln jetzt als falsch und etwas abnormales sieht und dass er seine Ehe aufs Spiel setzt, wenn er nicht damit aufhört. Dazu kommt die Verletzung als Vorbildsfunktion von einem richtigen Vater und Ehemann. Ich würde mich schon gekränkt durch den Satz "Was tust du uns und mir da an" gekränkt fühlen. Wenn du nicht mehr auf ihn zugehen möchtest, verständlicherweise, lass ihn etwas zeit, lass ihn seine Röcke zu Hause anziehen. Ich vermute aber die Enttäuschung rührt nicht von seinem Rocktragen, sondern dass er nicht erhlich zu euch war, richtig?
Ich will nicht, dass Mum und Dad sich trennen, wegen einer Phase oder der Midlife Crises meines Dads. Ich bin aktuell echt völlig überfordert mit der Situation. Ich war völlig geschockt als ich ihn so sah. Und evtl. habe ich auch übertrieben, als ich es zuhause gleich Mum erzählte, aber ich war so enttäuscht von ihm, so völlig allein gelassen. Von dem Mann, den ich bisher absolut vertraute und der für mich wie eine Vorbildfigur war. Völlig integer und über jedem Zweifel erhaben. Nur ist das jetzt weg. Völlig. 17 Jahre Vater Tochter Beziehung weg. Und Mum gehts genau so. 27 Jahre zusammen und jetzt? Kein Vertrauen mehr. Nur noch blanke Enttäuschung.
Zitat von: kalotto am 10.11.2016 03:33In Niederösterreich und Wien habe ich niemals Probleme beim Tragen von Röcken und Kleidern gehabt.
Akzeptanz hängt von Individuen ab, nicht von Nationen, bei mir ist's nur die Familie, Kilts und Jeansröcke gehen sogar da durch, wenn sie nicht zu kurz sind.
Zitat von: DesigualHarry am 09.11.2016 17:05Ein Österreicher erzählte mir, dass er Sarongs und Kilts zuhause trägt aber nicht in der Öffentlichkeit, weil es in Österreich nicht akzeptiert ist.
Vielleicht ist es aber auch in Österreich, und speziell in Tirol durch den Aktiv Tourismus sehr angenehm und leicht als Mann im Rock.
Zitat von: Holger Haehle am 09.11.2016 16:41
Zitat Micha: na ja, ich kann das Rock-Thema nicht zum Thema der Forschung oder Lehre machen. Es hat zu wenig mit Religionswissenschaft zu tun. Ich kann also nur die mir zukommenden Reaktionen wahrnehmen. Und die sind hier in der Uni ohne Ausnahmen positiv im Sinne eines freundlichen, respektvollen Umgangs mit mir, egal ob seitens der Studierenden, der Verwaltung, der anderen Dozenten*innen oder der Profs.
Ich möchte das Thema auch niemandem aufdrängen. Aber ich gebe zu Beginn eines Semesters ein kurzes Profil von mir aus, worin steht, was meine Aufgaben an der Uni sind, was ich sonst noch beruflich, auch ehrenamtlich mache, und auch dass ich überzeugter Rockträger bin. Zwei Fotos von mir sind dabei, eines mit Rock, eines nur den Oberkörper zeigend, und ein Link auf unser Forum ist auch dabei. Ich habe nicht den Eindruck, dass das schlecht ankam.
Wenn der Schwerpunkt deiner Arbeit kein Rockthema zulaesst, kannst du natuerlich nicht so weit gehen wie ich. Aber der offene Umgang mit dem Rockthema gegenueber den Studenten ist auch wichtig. Und da hast du offensichtlich das Moegliche getan.