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Zitat von: Barefoot-Joe am 27.12.2016 12:52
Ich hatte keinen Kilt an, sondern einen knielangen normalen Rock mit Tartan Muster. Offenbar reicht schon das Muster aus, um "Schottland" zu triggern.

Zitat von: Barefoot-Joe am 27.12.2016 10:31
... fand ich jemandem im Kilt tatsächlich viel überraschender als jemanden im Sarong. Das lag aber daran, dass ich den Sarong schon öfter an Männern gesehen hatte, wenn auch immer nur an fremdländischen und die sahen eben nicht so aus wie wir.
ZitatGenau das ist der Punkt: Die vermeintliche Akzeptanz des Kilts für den Mann rechtfertigt das Tragen des Kilts. Aber der Kilt ist als traditionell schottisches Gewand bei uns letztendlich doch genausowenig üblich und akzeptiert wie ein Damenrock. In beiden Fällen setzt man sich von der Masse ab, in beiden Fällen ist man anders, in beiden Fällen fällt man auf. Der Unterschied liegt nur in dem, was die anderen denken könnten. Und weil der Kilt männerkompatibel ist, steuert es die Gedanken hin zu "Oh, ist das ein Schotte?" und weg von "Oh, ein Mann im Rock, ist der schwul?".
ZitatJeder sollte der Kleidung den Vorrang geben, in der er sich wohlfühlt, keine Frage.Wenn das der Kilt ist, warum nicht? Ich frage mich nur gerade, was du mit "Ich kann ihn jedem erklären" meinst? Fragen dich die Leute, wie er funktioniert? Oder meinst du die Frage, warum du ihn trägst?
ZitatDabei passiert es auch uns Damenrockträgern immer wieder, danach gefragt zu werden, ob wir aus Schottland kommen.


Zitat von: GregorM am 27.12.2016 00:28
Es fordert mehr Männlichkeit, in einem Rock aus der Damenabteilung, männlich zu erscheinen als in einem Kilt. Aber einige schaffen es.
Sind dann die Damenrockträger nicht eigentlich männlicher als die Kiltträger? 
Zitatich denke, der Sarong ist ziemlich unbekannt, und passt mit einem nordeuropäischen Klima nicht besonders gut zusammen.
, fand ich jemandem im Kilt tatsächlich viel überraschender als jemanden im Sarong. Das lag aber daran, dass ich den Sarong schon öfter an Männern gesehen hatte, wenn auch immer nur an fremdländischen und die sahen eben nicht so aus wie wir. Der Kilt wurde aber von jemandem getragen, der so aussah, wie ich und da fand ich es dann doch sehr viel erstaunlicher, dass damit jemand bei uns herumläuft.ZitatEs gibt Schotten und Nachkömmlinge von Schotten, für die der Kilt etwas Besonderes bedeutet, aber wenn ich von einem Mann höre, dass er lange Zeit verschwendet hat, um herauszufinden, dass es tatsächlich sieben oder acht Generationen zurück einen Schotten in seiner Familie gegeben hat, und dass er deshalb jeden Tag einen Kilt tragen möchte, dann ist es meiner Meinung nach eine schlechte Entschuldigung.

ZitatWenn ein Mann ohne schottische Ahnen einen Kilt trägt, ist es nicht, weil er gerne Schotte sein möchte, oder eine Tradition pflegen. Er trägt ihn, weil der Kilt der (einzige) Rock ist, der generell akzeptiert ist. Das wiederum, vermutlich, weil er nicht (so) weiblich empfunden wird wie andere Röcke.

ZitatIch bin so einer. Ich habe keinen Wunsch, weiblich zu erscheinen. Aber ein Kilt ist super bequem und sieht meiner Meinung nach gut aus.
Ich habe auch keinen Wunsch, weiblich zu erscheinen - ich habe aber den Wunsch, das anzuziehen, was mir gefällt. Wenn ich damit weiblicher erscheine, warum sollte mich das stören? ZitatAndere Röcke können auch super bequem sein – und ich trage auch solche – aber mit dem Kilt geht alles total problemlos vor sich. Ich kann ihn jedem erklären. Weil sollte ich dann nicht dem Kilt den Vorrang geben?
Wenn das der Kilt ist, warum nicht? Ich frage mich nur gerade, was du mit "Ich kann ihn jedem erklären" meinst? Fragen dich die Leute, wie er funktioniert? Oder meinst du die Frage, warum du ihn trägst?Zitatklar, mancher würde es nicht zugeben, ich gehe aber davon aus, dass Freunde, die ich gut kenne, und denen ich gerade in Rock und Strumpfhose gegenüberstehe, eine eher geringe Hemmschwelle haben müssten, es zuzugeben - erst Recht, wenn ich sie motiviere
Zitat von: JJSW am 26.12.2016 16:46Da stimme ich Dir zu, denn es ist doch gänzlich nebensächlich -sogar unbedeutend- aus welcher Abteilung oder welchem Laden die Kleidung stammt: Hauptsache, sie passt
Je nach Lust und Laune trag ich mal Kilt, Rock, Sarong oder Kleid. Mal schwarz, mal bunt.
Manchen gefällts, dann freuts mich.
Manchen gefällt es nicht, die meisten interessiert es überhaupt nicht. Deswegen brauche ich mich nicht zu grämen.
Mir gefällt auch nicht immer, was die anderen tragen. Aber soll doch jeder tragen was er will.
Ob Männer- oder Damenrock ist mir egal. Hauptsache paßt.
Grüßle
Jürgen


Zitat von: GregorM am 27.12.2016 00:28Das ist gar nicht schwer. Ein Mann bleibt ein Mann, ob in Klit oder Rock.
Es fordert mehr Männlichkeit, in einem Rock aus der Damenabteilung, männlich zu erscheinen als in einem Kilt. Aber einige schaffen es.
Gruß
Gregor


Zitat von: high4all am 27.12.2016 00:31Zitat von: MAS am 26.12.2016 23:27Wenn ich die Kiltträger ausnahmsweise nicht zu den Rockträgern zähle, bezogen auf die begrenzte Sichtweise des westlichen Kulturkreises, der sich für den Nabel der Welt hält.
Wie kann denn die Teilmenge (Kilträger) größer sein, als die Gesamtmenge (Rockräger = Kiltträger + Sarongträger + Fustanellaträger + alle anderen Rockträger)?
LG, Micha
Zitat von: MAS am 26.12.2016 23:27Wenn ich die Kiltträger ausnahmsweise nicht zu den Rockträgern zähle, bezogen auf die begrenzte Sichtweise des westlichen Kulturkreises, der sich für den Nabel der Welt hält.
Wie kann denn die Teilmenge (Kilträger) größer sein, als die Gesamtmenge (Rockräger = Kiltträger + Sarongträger + Fustanellaträger + alle anderen Rockträger)?
LG, Micha
Zitat von: high4all am 26.12.2016 20:00
Wieviel ist ziemlich viel?
Sicherlich gibt´s mehr Kiltträger als Rockträger. Aber das hat nichts zu bedeuten, denn die Zahl der Rockträger ist überschaubar.
Selbst wenn es zehnmal mehr Kilt- als Rockträger gäbe, wären es nur wenige verglichen mit den Hosenträgern.
Zitat von: Barefoot-Joe am 26.12.2016 10:01
Wenn jemand sein Erscheinungsbild in einem Rock (oder Kilt) für männlich hält, dann basiert das auf dem, was er bisher gesehen, gehört, gelesen hat - Braveheart vielleicht. Die Entscheidung, ob männlich oder weiblich liegt allerdings nicht beim Träger, sondern beim Betrachter. Es kann also durchaus sein, dass der Betrachter das Bild als feminin beurteilt, weil er oder sie noch nichts von kernigen Schotten gehört hat.
Rein optisch betrachtet ist der Kilt ein Rock und beides ein MUG, so dass ich mich schon frage, ob der Kilt für den Träger nicht auch gleich die Entschuldigung für das Rocktragen mittransportieren soll: Ich trage einen Rock, der nicht Rock genannt werden darf (weil das feminin wäre?) und der in einem kleinen Land bei bestimmten Anlässen von Männern getragen wird und deshalb kann ich ihn tragen, ohne meine Männlichkeit aufzugeben?
Warum gilt der Kilt als männlich, der Sarong aber nicht? Vermutlich weil der Kilt auch außerhalb Schottlands fast ausschließlich von Männern getragen wird. Der Sarong dagegen ist neutral und wird genauso häufig von Frauen getragen und weil wir viel mehr Frauen darin gesehen haben als Männer, halten wir ihn für feminin. Deshalb kann der Sarong im Gegensatz zum Kilt bei uns auch keine "Trageerlaubnis" für Männer mittransportieren.
Die Frage die sich mir stellt, ist: Gefällt dem Kiltträger nur der Kilt? Oder trägt er ihn, weil er eine schottische Tradition pflegen möchte? Möchte er ein Schotte sein? Oder steckt hinter der Beschränkung auf den Kilt nicht doch die Angst, in einem anderen Rock feminin zu wirken?
Zitat von: high4all am 26.12.2016 20:00Zitat von: GregorM am 26.12.2016 07:41
Mehrere Kilt Forums dokumentieren, dass es doch ziemlich viele Männer gibt, die traditionelle Kilts sowie Utility Kilts tragen und dabei auf ein männliches Erscheinungsbild stehen.
Gruß
Gregor
Wieviel ist ziemlich viel?
Sicherlich gibt´s mehr Kiltträger als Rockträger. Aber das hat nichts zu bedeuten, denn die Zahl der Rockträger ist überschaubar.
Selbst wenn es zehnmal mehr Kilt- als Rockträger gäbe, wären es nur wenige verglichen mit den Hosenträgern.