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Amtlicher Blick durch den Rock
Neue Überwachungskameras können Briten unter die Kleidung sehen
Von Michael Jacobs
Man will ja nicht jeden zweiten Tag über neue Schrullen unserer britischen Freunde berichten, aber seit sie die Kolonien los sind, neigt das Rest-Empire arg zur Selbstbespiegelung.
Gewiss, es bringt rein sicherheitsmäßig schon einige Vorteile, wenn man George Orwells "Big brother is watching you" -- Roman "1984" flächendeckend nachgespielt und noch in der ranzigsten "Fish and Chips"-Bude Überwachungskameras installiert. In Middlesborough haben die ferngesteuerten Späher ja sprechen gelernt und raunzen jeden an, der auf offener Flur ein Bierchen kippt. Nur nützt es den Ertappten wenig, wenn sie war pädagogisch korrekt der drohenden Trunksucht gewahr werden, vor Schreck über das blecherne Gepolter aber einen Herzinfarkt bekommen.
Aber das ist auch bald kein Problem mehr, weil die Briten in Straßenlaternen Durchleuchtungskameras einbauen wollen, die die Inselbürger so zeigen, wie sie der himmlische Beobachter schuf, also nackt bis auf die Schwarte. Sicher, man kann beim gespannten Blick durch die Textilien jede Menge Waffen entdecken -- vor allem bei Schotten, die ja gern Messer in ihre Socken stecken, und was unter dem Röcken herumlungert, wäre dann auch geklärt. Andererseits weiß man ja, wo solche Durchleuchtungsfilmchen der Untertanen ihrer Majestät früher oder später langen -- im Internet bei YouTube. Und dann können das alle angucken. Sherlock Holmes würde sich bedanken.