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Zitat von: Mann im Rock am 12.02.2017 11:15Zitat von: MAS am 12.02.2017 10:56Und wie gesagt: Innere Haltung ist mir wichtiger als äußerer Stil.
Der äußere Stil ist ein Spiegel der inneren Haltung. Oder behältst du deine innere Haltung für dich allein und teilst sie nicht mit?
Gruß Matthias
Zitat von: DesigualHarry am 11.02.2017 20:45
Ich frage mich gerade wem, wenn nicht mich selber soll ich sonst Darstellen?
Zitat von: MAS am 12.02.2017 10:56Und wie gesagt: Innere Haltung ist mir wichtiger als äußerer Stil.
Zitat von: Mann im Rock am 12.02.2017 09:22
Guten Morgen, Micha.Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14Ich kann es mir aber vorstellen, was darin steht: Farben müssen zueinander passen und miteinander harmonieren.
Es geht mir gerade darum, mir keine Gedanken um den Stil zu machen!
Nein, darum geht es nicht in dem Artikel. Lustigerweise geht es um einen ganz anderen Ansatz, den ich bewusst lebe und den ich auch als meinen Lebensstil betrachte. Seltsamerweise finde ich in deiner wie auch in anderen Meinungen ein Bewusstsein der gegenwärtigen Welt, aber dann eine Ablehnung: Nee, über Stil will ich nicht nachdenken.Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14Seit Jahren merke ich, dass sich Menschen in unserer Gesllschaft oft so dunkel kleiden, so von Grau bis Schwarz. Auch die meisten Autos haben diese Farben. Das wirkt oft so düster, so unfreundlich. Ich hatte einmal das Erlebnis auf einer Tagung, das plötzlcih meine Stimmung aufhellte. Ich sah gegenüber von mir einen Mann in einem gelben Hemd sitzen, währden alle anderen, ich auch, grau bis schwarz gekleidet waren, allenfalls noch jeansblau dabei. Whow! Und nun habe ich diesen gelben Pullover. Warum nicht meinerseits dazu beitragen, dass sich die Stimmung anderer Menschen aufhellt, indem ich Gelb trage? Im Mittelalter galt Gelb als die Farbe der Schande. Deshalb mussten Juden gelbe Hüte tragen. Wie kam das? Gelb ist für micht die Farbe der Sonne und damit eine Farbe des Lebens (sofern nicht zu viel Sonne rüberkommt).
Das ist Thema des Artikels. Und: Wer sich darüber Gedanken macht, beschäftigt sich mit Mode und mit Stil. Er ist schon mittendrin im Thema, mit dem er eigentlich nichts zu tun haben will.Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14
Kleidung als Kommunikationsmittel. Ja, das hat mir schon mal jemand gesagt. Das ist auch nicht verkehrt, aber primär dient Kleidung dem Schutz, und zwar dem Schutz des Körpers vor Witterungseinflüssen und auch dem Schutz der Psyche vor ungewollten Blicken auf den Körper, besonders wenn man so erzogen ist, dass Nackheit Scham verursacht.
Das ist schon klar. Natürlich: Jeans an, Shirt drüber, das ist keine großartige Kommunikation, lediglich ein Rauschen im Einheitsgrau. Aber du willst mir nicht ernsthaft sagen, dass ein Hochzeitskleid, ein Abendkleid, ein Kostüm, ein Anzug, Rüschen, Bommel usw. dem Schutz des Körpers vor Witterungseinflüssen dient? Du willst mir nicht erzählen, dass du primär mit dem Tragen eines Rockes ungewollte Blicke auf deinen Körper vermeiden willst? Dann könntest du ebenso gut eine Hose tragen. Dieser primäre Zweck ist kein Grund dafür, dass wir bevorzugt einen Rock tragen. Da muss schon ein bisschen mehr sein. Und da sind wir mittendrin im Thema Mode und Stil. Stil bedeutet in diesem Zusammenhang auch Lebensstil. Und du lehnst es ab, dir darüber Gedanken zu machen, obwohl du dir schon Gedanken darüber gemacht hast, für dich schon einiges umgesetzt hast? Liegt es vielleicht daran, dass das Wort "Stil" eine gewisse innere Abwehr verursacht? Dann gib mir dafür ein anderes Wort.
Gleichermaßen gilt: Rocktragende Männer heben sich ab, fallen auf. Es gab doch etliche Diskussionen darüber, dass ein Mann im Rock als schwul bezeichnet wurde. Das ist keine Kommunikation? Als Mann im Rock teilt man der Welt mit: es gibt auch Männer, die Röcke tragen. Schließlich leben wir nicht allein auf einer einsamen Insel, wo es vollkommen egal ist, ob man Lendenschurz oder Ballkleid trägt. Da reagiert niemand drauf. Aber wir leben in einer Welt mit Mitmenschen. Es gab etliche Diskussionsthemen darüber, ob und wie man als rocktragender Mann auffällt. Das ist keine Kommunikation? Im Gegenteil: das ist primär das Thema Kommunikation, weil die eigentlich primäre Funktion der Kleidung in den Hintergrund gerät. Sonst könnten wir Hosen tragen, Shirt drüber und fertig. Dann bräuchten wir darüber nicht zu reden.Zitatdass Kleidung zu den Äußerlichkeiten gehört und dass Eitelkeit in Äußerlichkeiten eher ein Laster als eine Tugend ist. Eitelkeit in Innerlichkeiten auch, das stimmt.
Diese Aussage geht mir auch leicht bitter runter. Erstens: rocktragende Männer heben sich ab von allen anderen Mitmenschen, und zwar aufgrund von Äußerlichkeiten. Ist das nicht schon eine gewisse Eitelkeit? Und zweitens: Ist der Ansatz nicht auch irgendwo sexistisch? Frauen machen sich Gedanken über Kleidung, über Mode, aber Männer machen sich Gedanken über Autos. Ein Auto als Statussymbol. Ist das keine Äußerlichkeit? Ist das keine Eitelkeit? Ein Auto ist primär nichts weiter als ein Mittel zur Beförderung von A nach B. Aber wer redet noch über die primäre Funktion eines Autos?
Gruß Matthias
Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14Ich kann es mir aber vorstellen, was darin steht: Farben müssen zueinander passen und miteinander harmonieren.
Es geht mir gerade darum, mir keine Gedanken um den Stil zu machen!
Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14Seit Jahren merke ich, dass sich Menschen in unserer Gesllschaft oft so dunkel kleiden, so von Grau bis Schwarz. Auch die meisten Autos haben diese Farben. Das wirkt oft so düster, so unfreundlich. Ich hatte einmal das Erlebnis auf einer Tagung, das plötzlcih meine Stimmung aufhellte. Ich sah gegenüber von mir einen Mann in einem gelben Hemd sitzen, währden alle anderen, ich auch, grau bis schwarz gekleidet waren, allenfalls noch jeansblau dabei. Whow! Und nun habe ich diesen gelben Pullover. Warum nicht meinerseits dazu beitragen, dass sich die Stimmung anderer Menschen aufhellt, indem ich Gelb trage? Im Mittelalter galt Gelb als die Farbe der Schande. Deshalb mussten Juden gelbe Hüte tragen. Wie kam das? Gelb ist für micht die Farbe der Sonne und damit eine Farbe des Lebens (sofern nicht zu viel Sonne rüberkommt).
Zitat von: MAS am 11.02.2017 23:14
Kleidung als Kommunikationsmittel. Ja, das hat mir schon mal jemand gesagt. Das ist auch nicht verkehrt, aber primär dient Kleidung dem Schutz, und zwar dem Schutz des Körpers vor Witterungseinflüssen und auch dem Schutz der Psyche vor ungewollten Blicken auf den Körper, besonders wenn man so erzogen ist, dass Nackheit Scham verursacht.
Zitatdass Kleidung zu den Äußerlichkeiten gehört und dass Eitelkeit in Äußerlichkeiten eher ein Laster als eine Tugend ist. Eitelkeit in Innerlichkeiten auch, das stimmt.
ZitatAngst ist ein schlechter Stylist
Früher diente die Stadt als Bühne, auf der man mit seiner Kleidung ein Statement setzte. Heute ist diese modische Selbstinszenierung nur noch im Internet zu finden, auf der Straße herrscht langweilige Neutralität. Mehr Mut würde uns guttun. Von Ingeborg Harms
Zitat von: Mann im Rock am 11.02.2017 20:10
Hallo Micha,
vielen Dank für deinen langen Beitrag. Ich muss ihn mir morgen nochmal auf der Zunge zergehen lassen.
Nur soviel:
- Ich spüre eine Annäherung im Verständnis, was das eigentliche Anliegen betrifft.
- Ich habe durchaus nichts gegen Farben, auch nicht gegen knallige. Mich stört nur Buntheit, ich setze lieber farbliche Akzente. Zu diesem Thema fand ich auch einen interessanten Artikel in der Zeit:
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/07/mode-stadt-jil-sander-modedesign-modegeschichte Vielleicht wird dir damit noch deutlicher, was ich denn eigentlich mit Stil meine.
Gruß Matthias
Zitat von: GregorM am 11.02.2017 18:49
Ich betone nicht, was Mann nicht machen muss, nur dass er nicht ALLES muss. Und ist wohl besser, als hätte ich geschrieben, was Mann nicht machen darf?
Dass Mann nicht alles steht, dürfte wohl allen klar sein? Ob für Männer konzipiert oder für Damen, ist es so. Alles steht auch nicht jeder Frau. Weit davon.
Das, worum es geht, ist zu wählen. Was steht mir? Was steht mir nicht? Und natürlich: Was meine wohl die, für mich bedeutende, Umwelt davon?
Zitat von: Mann im Rock am 11.02.2017 09:22Zitat von: MAS am 10.02.2017 19:40Von Dir habe ich Ablehnung in Bezug auf meine Gelb-grün-blau-schwarz-Kombination erfahren. Seit dem trage ich die so nicht mehr und ärgere mich dabei über mich selber. Ich habe mir nämlich so gefallen, und gefalle mir immer noch, habe aber jetzt Angst davor, dass noch mehr Leute denken wie Du und mich deshalb ablehnen. Blöd, gell?
Hallo Micha,
das ist ein sehr schönes Beispiel.
Mal ganz anders: Ich versuche, einen Gedanken zum Ausdruck zu bringen und eine gewisse Wirkung zu erzielen. Ich bemerke an der Resonanz von dir, dass da was ganz anderes zurückkommt. Jetzt gibt es ein paar Alternativen:
- ich teile etwas mit, du verstehst mich falsch, also bist du blöd
- ich teile etwas mit, du verstehst mich falsch, also bin ich blöd, insofern ich meine Worte nicht auf dich abgestimmt sind.
- ich teile etwas mit, du verstehst mich falsch, also könnte man gemeinsam in einem sokratischen Dialog den Kern erarbeiten.
Ich nehme an, solche kommunikativen Prozesse wirst auch du aus deinem Alltag kennen, wenn du irgendein Thema darstellen möchtest, es in deinen Worten zum Ausdruck bringst, eine gewisse Reaktion erwartest, die dann aber vollkommen von dem abweicht, was du eigentlich erreichen wolltest. Wenn du an dem anderen interessiert bist, wirst du dein Thema auf andere Art verpacken und mitteilen, um letzten Endes eine Interpretation des anderen zu bekommen, die in dem Erwartungsbereich liegt, wie du es dir vorgestellt hast.
Wenn du etwas mitteilst und du nicht verstanden wirst, heißt das Nicht-Verstehen: die Wirkung, die du erzeugen wolltest, weichen erheblich ab von der Resonanz, die du vom Gegenüber bekommst. Was dann? Wirst du total verunsichert sein? Wirst du dich grämen und dich über dich selbst ärgern, wirst du deshalb eine bestimmte Art des Ausdrucks deiner Thematik unterlassen?
Was für kommunikative Prozesse gilt, gilt auch bei der Kleidung. Denn auch Kleidung ist ein Kommunikationsfaktor, wenn auch der nichtverbalen Art. Aber durch Kleidung teilt man der Welt etwas mit.
Ich bemerke an den Reaktionen von dir auch immer eine eigentümliche Angst oder Unsicherheit. Irgendein geäußerter Gedanke führt bei dir schnell zu der Entgegnung, das führe ja zur Uniformität. Warum? Vielleicht werden andere Gedanken deshalb gleich abgelehnt, weil sie die eigene Grundfeste erschüttern könnten? Vielleicht ist sowas nur eine Schutzmauer, die um einen selbst gezogen ist?
Ein rocktragender Mann teilt der Welt einfach ein Faktum mit: es gibt auch Männer, die Röcke tragen. Ein rocktragender Mann kann das auf vielerlei Art und Weise zum Ausdruck bringen, kurzer Rock, langer Rock, Bleistiftrock, Faltenrock usw. Der Ausdruck kann auf spezieller Freude an diesen oder jenen Kleidungsstücken beruhen. Der rocktragende Mann erzeugt auch immer eine Wirkung in der Umwelt. Diese Wirkung hängt aber auch von der Art und Weise des Ausdrucks ab: nicht jeder Rock wirkt gleich, nicht jeder Rock wirkt am Träger gleich. Meine Frage ist es nun: welche Wirkung möchte ich erreichen bzw. was möchte ich vermeiden? Und spüre ich an der Resonanz, dass ich halbwegs richtig oder falsch liege? Und wenn ich falsch liege, kann ich meinen Ausdruck verändern (wie du es tust, wenn du deine Farbenkombination nicht mehr trägst), oder ich kann mich danach fragen, ob ich den Ausdruck beibehalte, aber den Part überarbeite, welche Wirkung ich erreichen möchte.
Mal auf Hajo bezogen: Für mich ist die Wirkung, die er auf mich hat, Selbstdarstellung, Aufmerksamkeit zu erzeugen, auffallen um jeden Preis. Wenn das von ihm selbst angestrebt ist, wenn er sich so kleidet mit der Erwartung, auffallen, aus dem Rahmen fallen zu wollen, dann sind Selbst- und Fremdeinschätzung deckungsgleich. In diesem Sinne ist sein Ziel erreicht. Er demonstriert der Welt, dass alles möglich ist. Wenn aber die von ihm angestrebte Wirkung sein sollte, irgendwelchen unsicheren Männern als Muster zu dienen, wie sie sich selbst die ersten Male unauffällig im Rock in der Öffentlichkeit präsentieren könnten, schlägt sein Ansatz fehl.
Micha, wie du oftmals auf meine Diskussionsansätze reagierst, deine Angst und Unsicherheit vor Uniformität, wenn es um Stilfragen geht - verhältst du dich in kommunikativen Prozessen auch so? Erstmal eine Blockade aufbauen statt dich auf eine Thematik einlassen? Ich könnte mir vorstellen, dass es eher nicht so ist, dass du in Diskussionen offener bist, weil die Sache nicht so persönlich ist. Aber für mich gehört auch diese demonstrierte Unsicherheit in den Bereich der Stilfragen. Du zeigst, dass du doch nicht so ganz sicher und schnell ins Wanken zu bringen bist. Nur mal so als Frageansatz an dich selbst. Nochmal zu deiner Farbkombination:
du kannst es unterlassen, sie zu tragen, weil mein Feedback nicht so gut war.
Du kannst die grundlegende Thematik meines Feedbacks zu deinem Thema machen, eine gedankliche Auseinandersetzung mit Farbenlehre, und zu einer Schlußfolgerung kommen, dass die Farben nicht zusammen passen.
Du kannst diese Farbkombination aber auch zu deinem persönlichen Stil machen, sie weiter tragen und dich in deinem Selbstvertrauen gestärkt fühlen.
Gruß Matthias
ZitatEs gibt offenbar keine homogene Gruppe "rocktragende Männer".
Zitat von: high4all am 11.02.2017 16:35
Schon beklemmend, dass Du jegliche modische Abweichung am liebsten mit ganzen Löschzügen ersticken willst und bei fast jeder Gelegenheit betonst, was Mann nicht machen muss und dass Mann nicht alles steht.
Zitat von: Mann im Rock am 09.02.2017 19:35Nein, ich bin kein Botschafter, und schon gar kein Werbebotschafter.
Als rocktragende Männer in der Öffentlichkeit sind wir auch immer irgendwie Werbebotschafter, egal ob wir wollen oder nicht.