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Zitat von: Holger Haehle am 26.02.2017 01:41
Selbst was wir mit unseren Augen sehen ist nicht ein Abbild der Wirklichkeit, sondern eine bildgebende Interpretation des Sehzentrums. Unser Auge sieht auch die Welt andersrum. Unser Hirn dreht es fuer uns richtigrum. Und dann kommen noch die ganzen Wahrnehmungsfilter hinzu, die zum selektiven Sehen fuehren. Sie sind der Grund warum wir bestimmte Dinge nicht sehen, obwohl sie im Sichtbild sind. Ach ja, und nicht zu vergessen, der Sehnerv. Wo der im Augenhintergrund andockt kann kein Bild erstellt werden. Trotzdem ist unser virtuelles Bild ohne Luecken. Da bedient sich das Sehzentrum eines Tricks durch kopieren, den man von Photoshop kennt.
Zitat von: Holger Haehle am 25.02.2017 15:50Manche Fehler könnten tödlich enden, erkannte auch der Hai, als er in die Schiffsschraube schwamm. Doch der Kahn lag ruhig im Hafen und so konnte er sich das Ding von allen Seiten besehen, sich ausmalen, was geschen würde, wenn er das gleig´che täte, während es sich dreht. Nun konnte er beruhigt von Dannen ziehen, denn die Angst vor der Schiffsschraube war ab diesem Zeitpunkt gebannt. Die Lösung ist: Nicht die Dinge selbst machen uns Angst, sondern unsere Vorstellung von den Dingen. Wenn man weiß, wie Dinge funktionieren und man selbst damit umgeht - vielleicht ihnen sogar manchmal fern bleibt, ist das Leben leichter.
Ich wünschte mir ich könnte nicht irren, denn dann könnte ich mutiger handeln. Die Angst vor Fehlern wäre weg. Und die Angst ist nicht unerheblich, denn Fehler können nicht nur verletzen, sondern töten. Da reicht schon vorübergehende Unachtsamkeit beim Autofahren. Deswegen beeindrucken mich Leute, die kleine Erfahrungen mit großer Überzeugung propagieren.
Da es mit Allwissenheit keine Herausforderungen gäbe deren Ausgang nicht kalkulierbar ist, würde selbst das Verlieben langweilig werden. Also doch besser nicht Allwissenheit?
... Mit unserer traditionellen Logik lässt sich das Problem nicht lösen.


Zitat von: Holger Haehle am 25.02.2017 15:50
Ich wünschte mir ich könnte nicht irren, denn dann könnte ich mutiger handeln. Die Angst vor Fehlern wäre weg. Und die Angst ist nicht unerheblich, denn Fehler können nicht nur verletzen, sondern töten. Da reicht schon vorübergehende Unachtsamkeit beim Autofahren. Deswegen beeindrucken mich Leute, die kleine Erfahrungen mit großer Überzeugung propagieren.
Da es mit Allwissenheit keine Herausforderungen gäbe deren Ausgang nicht kalkulierbar ist, würde selbst das Verlieben langweilig werden. Also doch besser nicht Allwissenheit?
So einen Zwiespalt, bei dem es unmöglich ist eine richtige Entscheidung durch Ausschluss anderer Optionen zu treffen, nennt man glaube ich Hegelsche Dialektik. Was machen wir nun, Micha. Mit unserer traditionellen Logik lässt sich das Problem nicht lösen.
Zitat von: Holger Haehle am 25.02.2017 15:19
Allwissenheit ist unmöglich. Das ist mathematisch bewiesen worden durch Heisenbergs Unschärferelation. Wir werden nie ohne unsere Fantasie auskommen. Nicht einmal der Papst träumt heute von Allmacht durch Allwissenheit. Die Welt ist nämlich nur in sehr engen Grenzen ein lineares System, wo mehr Informationen mehr Erkenntnis bringen. Im Raum-Zeit-Kontinuum, wo nach Einstein der Raum die Zeit krümmt, reicht die althergebrachte Logik zum Verstehen nicht aus. Nicht Logik hat die Quantenphysik geschaffen (Unsere Bundeskanzlerin hat übrigens in chemischer Quantenmechanik promoviert), mit der wir die Theorien Einsteins und seiner Kollegen beweisen können, sondern limbische Fantasie. Mit ausschließlich genialem Formelspiel nach klassischen Gesetzen funktioniert kein Paradigmenwechsel.
Aber ja, für unseren Alltag ist Ratio ein Tool, dass im Hirn einen Ausgleich schafft, also Harmonie zwischen unterschiedlichen Hirnsphären. Für ein vernunftfähiges Lebewesen sind wir noch ziemlich primitiv. Ich meine, was nützt ein Auto mit einem Gaspedal aber ohne Bremse. Man sollte weder auf das eine noch das andere verzichten, wenn man mit dem Auto von a nach b will.