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Zitat von: Holger Haehle am 27.06.2017 17:50
Lieber Micha,
alte Moden verlieren ihren Erkenntniswert nicht durch neue Ergebnisse. So vernachlässigt die Physik nicht Isaak Newton, weil Einstein und Konsorten uns ein weitergehenderes Weltbild vermitteln können. Das neue baut auf dem alten. So wächst der Wissensberg. Homosexualität und Umweltprobleme wurden von früheren Forschergenerationen ignoriert. Ich sehe es als Bereicherung, wenn das kulturhistorische Spektrum an Weite gewinnt und Yoval Noah Harari Fragen beantwortet, die der Mensch des 21. Jahrhunderts nun mal hat.
Zitat von: Luan am 26.06.2017 16:52
Ich habe in meinen Urlaub zwei Bücher des derzeitigen Mainzer Stadtschreibers Abbas Khider gelesen. Ich hatte den Autor kürzlich bei "seiner Antrittsvorlesung" als Mainzer Stadtschreiber im Gutenberg Museum kennen gelernt.
Der Autor stammt aus dem Iran und lebt mittlerweile in Berlin. Er hat den Literaturpreis der Stadt Mainz (Stadtschreiber 2017) gewonnen. In seinen Büchern beschreibt er sein Leben im Iran und die Wirren/Stationen seiner Flucht nach Deutschland.
Die Bücher sind zwar irgendwie "beklemmend", aber da ich den Autor bei der Lesung als sehr lebensfroh erlebt habe, ahnte ich, was mich den Büchern erwarten würde.
Zitat von: Holger Haehle am 26.06.2017 16:31
Lieber Micha,
ein Autor kann maximal auf der Höhe seiner Zeit sein. Je größer die Zahl der Generationen ist, auf die er zurückblicken kann, um sie mit seiner Generation abzugleichen, desto umfassender ist die Qualität der Gesamtaufnahme. Da dieser Autor keine eigenen Untersuchungen, sondern eine Metaanalyse präsentiert, die Quellen unterschiedlichster Art und Alters einbindet, erhalten wir das bestmögliche Ergebnis, das diese Fachwissenschaft heute leisten kann. Und das ist weit mehr, als uns die Geschichtsbücher in der Schule gelehrt haben. Da die meisten von uns schon seit Jahrzehnten der Schule entwachsen sind, wäre ein Update für die meisten von uns enorm wissenserweiternd. Aber sicher werden nachfolgende Generationen noch mehr wissen, um eine noch genauere Analyse anzubieten. Willst du darauf warten, denn die übernächste Generation wird noch schlauer sein?


