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Zusammenfassung

Autor Asterix
 - 20.10.2017 10:56
https://finelinerundkatechismus.blogspot.de/2017/10/a-handmaids-satire-oder-von-der.html?m=1

Diesen Blogartikel habe ich mit recht großem Gewinn gelesen.

Gruß
Autor MAS
 - 20.10.2017 10:49
Das ist m.E. alles gut nachvollziehbar, was Du schreibst, lieber Zwurg.

Wenn wir aber die gesamte Menschheitsgeschichte betrachten, sind die heute 1400, 2000, 2500 oder auch ein wenig mehr Jahre alten großen Religionen noch relativ neu. Ich sehe in ihnen eher Reationen auf sich ändernde Lebensbedingungen im Zuge der Bildung großer Städte und Staatem in denen sich die Menschen nicht mehr so selbstversändlich heimisch fühlten wir vorher in ihren Dörfern oder nomadisierenden Familienverbänden. Es kamen erstmals (sofern wir das sehen können) Ideen menschheitlich-universeller Ethik auf, sowie Ideen, dass das Leben nicht so in Ordnung sei, sondern sich ändern müsse, also von einem Unheilszustand erlöst in einen Heilszustand kommen müsse. Der heutige, in der Aufklärung aufkommende Fortschrittsgedanke ist eine Folge dieser Veränderung. Allerdings kämpft diese neue universelle Denkweise und Religiosität noch immer mit den alten Mustern, die wir biologisch in uns haben: Kleingruppendenken, Bedürfnis nach eindeutiger Orientierung in der Weltanschauung als Ersatz für verloren gegangene Instinktseuerung usw.. Diese alten Muster machen sich jetzt in dem sog. Rechtsruck wieder deutlich bemerkbar. Sie lassen sich aber auch nicht einfach rational wegerklären, denn sie sitzen tief uns uns drin.

Was mich als selber liberal-religiösen Menschen dann oft ärgert ist, dass die traditionellen, konservativen und auch die neokonservativen, fundamentalistischen Religiösen die Religion quasi für sich pachten und auch Religionskritiker deren Religiosität mit Religion generell gleichsetzen. Letzteres sehe ich auch bei Dir. Religiosität oder Spiritualität muss keinesfalls traditionalistisch oder fundamentalistisch sein.

Die damals in der Mitte des 1. vorchristlichen Jahrtausends - Karl Jaspers nannte das die Achsenzeit - begonnene grundlegene Veränderung menschlicher Lebensbedingungen, geht ja weiter. Wir stehen jetzt gerade vor enormen Herausforderungen. Mit diesen müssen wir rational, aber auch emotional zurechtkommen. Und da sehe ich wirklich, dass die reine Ratio überfordert ist. Ich schrieb ja woanders mal, dass ich Religion quasi als eine emotionale Philosophie betrachte. Und die brauchen wir dann auch, wenn wir als ganze Menschen bestehen wollen und nicht nur mit unseren Köpfen. Da ist Religion nachwievor eine wichtige Ressource für das Leben, wenn nicht schon für das Überleben.

Welche Klamotten wir dabei tragen, ist dann relativ gleichgültig.

LG, Micha
Autor Zwurg
 - 20.10.2017 09:46
Natürlich sind Empathie und Einfühlungsvermögen wichtig. Das darf aber keine Einbahnstraße sein. Sich gegenseitig zu ängstigen ist auch kein geegnetes Mittel um miteinander in Frieden zu leben.

Allerdings stehe ich Religionen und ihren Entstehungen mit zunehmendem Alter kritischer gegenüber, ich betrachte heute alles mit den Augen eines modernen aufgeklärten Menschen.

Also jemand, der behauptet Visonen zu haben, anschließend seine Freunde zu überreden, es ist ok andere Menschen zu überfallen und zu töten oder zu versklaven, dann halte ich diesen Typen für wenig geeignet, um darauf eine Religion des Friedens zu gründen, die Menschen vorschreibt wie sie sich zu verhalten haben und welche Kleidung sie tragen dürfen.

Genau so wenig glaube ich das jemand der blutet und aus dem Grab verschwindet, um sich dan später wieder seinen Freunden zu zeigen, am Kreuz gestorben ist.  Zumindest hat der Zweite sich für seine Kreuzigung entschieden, anstatt einen blutigen Aufstand anzuzetteln (wozu er wohl genug Einfluss gehabt hätte). Also eine besser Ausgangslage für eine Religion des Friedens.

Und ich glaube auch nicht dass ein unsterbliches Wesen das so mächtig ist, dass es das ganze Universum mitsamt seinen Naturgestzen geschaffen hat, daran intressiert ist welche Klamotten wir uns anziehen.

Alle Menschen sollten sich wohl eher auf ihre Kreativtät und ihren gesunden Menschenverstand besinnen, als ewig den Vorschriften alter Religionen nachzuhängen.



Autor MAS
 - 19.10.2017 23:33
Der Thread ist schon ganz schön lang geworden!

Ich möchte die Verschwörungstheorien mal außen vor lassen.

Zwurg, Du argumentierst sehr von einer modernen, liberalen Perspektive aus. Grißenteils teile ich sie. Aber zugleich sehe ich, dass überall auf der Welt, egal ob in Europa, der Türkei, Indien, Nord- oder Südamerika, Menschen mit dieser Moderne nicht zurecht kommen, sondern nach klaren Orientierungen suchen, seien sie religiös oder traditionell oder beides begründet. Eben war bei Maybrit Illner das Thema "Heimat". Ob man die geistige Heimat nun im christlichen Abendland oder Islam hat oder meint zu haben oder auch in der Modernen - ja, viele argumentieren auch mit einer inzwischen Tradition gewordenen nachaufklärerischen Denkweise auf ganz ähnlich Weise.

Zugleich ist es auch nicht so, dass religiöse Menschen im Allgemeinen oder Muslime im Besonderen religiöse Ansichten nicht in Frage stellen und kritisieren. Der Islam hat da eine nicht minder intensive Diskussionsgeschichte als das Christentum, und es waren oft die gleichen Fragen, wie die nach den sicheren Quellen des Glaubens, der Freiheit der Menschen, den Kriterien von Autorität usw. usf. Die Sunniten haben es sich aber angewöhnt, solche Diskussionen nicht zu intensiv zu führen, weil sie oft zu Streit und sogar Krieg geführt haben. Sie sagen lieber: Befolge die 5 Säulen, wenn Du Muslim bist, das reicht. Alles andere sei Deine Privatsache.

Religionen haben z.T autoritäre Instiutionen usw. hervorgebracht, die wiederum oft auch missbraucht wurden und werden. Am Anfang der Religion stehen aber wohl eher Gefühle wie Ehrfurcht, Verbundenheit, Loyalität, Solidarität, Respekt usw. Auch Angst vor dem Übermächtigen. Diese Gefühle musten dann vor der Vernunft rechtfertigt werden. So entstand Theologie. Wer in einer religiösen Tradition aufwächst wird aber oft mit Vorstellungen konfrontiert, bevor er diesbezügliche Gefühle hat. Diese ihm beigebrachten Vorstellungen bringen ihrerseits Gefühe hervor, angenehme und unangenehme. Ihm werden Antworten auf Fragen gegeben, die er gar nicht hat, während die Fragen, die er hat, ihm mitunter gar verboten werden.  Die meisten Menschen geben sich damit zufrieden und passen sich an und ein. Einige aber rebellieren und werden zu Ungläubigen oder zu Reformern. So geht dann die Religionsgeschichte weiter.

Wenn so eine Muslimin einen Niqab trägt, kann das durchaus auch aus Trotz gegen eine Kultur sein, die ihr fremd ist und die sie als aufgezwungen empfindet. Oder ganz unreflektiert aus Gewohnheit. Oder gegen ihren Willen von der Tradition, de sie gerne loswerden will, aufgezwungen. Von außen können wir das nicht beurteilen.

Die not-wendige Tugend für unsere Zeit ist Empathie oder Mitgefühl. Den Anderen verstehen wollen.

LG, Micha
Autor Barefoot-Joe
 - 19.10.2017 21:27
Zitat von: MAS am 19.10.2017 20:16
Ein Bekannter von mir meint, auf der Rückseite des Mondes leben die sardischen Juden.  ???

Kann gar nicht sein. Wir wissen doch alle, dass da die Nazis sind und nächstes Jahr zurückkommen.  ;)
https://youtu.be/3aTPmGk2P4c?t=18s
Autor Lars
 - 19.10.2017 20:29
Zitat von: Hansi1973 am 19.10.2017 18:33
Aua!  :o
Ich hoffe du glaubst nicht, was Du da eben geschrieben hast.

Ich hätte es nicht geschrieben, wenn ich es nicht glauben würde ...
Autor MAS
 - 19.10.2017 20:16
Zitat von: Hansi1973 am 19.10.2017 19:49
Ach so. Stimmt. Wir leben ja nur in der Matrix.

Genau!

Ha, wenn man mal damit anfängt, Fakenews zu erfinden, weiß man irgendwann selber nicht mehr, was wahr und was frei erfunden ist.  ???

Ein Bekannter von mir meint, auf der Rückseite des Mondes leben die sardischen Juden.  ???

So, jetzt will ich "Mare TV" sehen. (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/mare_tv/index.html)

LG, Micha
Autor Hansi1973
 - 19.10.2017 19:49
Ach so. Stimmt. Wir leben ja nur in der Matrix.
Autor MAS
 - 19.10.2017 19:11
Zitat von: Hansi1973 am 19.10.2017 18:33
Aua!  :o
Ich hoffe du glaubst nicht, was Du da eben geschrieben hast.

Wir sind alle nur von den Medien erfunden, damit sie zwecks Systemerhaltung GEZ-Zahler haben. Die Medien haben uns eine Umgebung erschaffen, die wir für die Wirklichkeit halten, wozu selbst unsere Körper gehören. In Wahrheit gibt es uns gar nicht. Und auch unser Staat existiert nicht, so dass das "sog." schon richtig ist. Das ist alles nur Fake. Es gibt nur eine Möglichkeit, der Medienmacht zu entkommen: Dieses FORUM hier. Das ist die einzige Realität, die unabhängig von den Medien ist. Deswegen können wir hier auch frei die Wahrheit verkünden, ohne deswegen GEZ-Gebühren zahlen zu müssen.

Ja, so ist das! Oder auch nicht! Wer weiß das schon?

LG, Micha
Autor Hansi1973
 - 19.10.2017 18:33
Aua!  :o
Ich hoffe du glaubst nicht, was Du da eben geschrieben hast.
Autor Lars
 - 19.10.2017 18:26
Zitat von: high4all am 19.10.2017 15:16
Zitat von: Asterix am 19.10.2017 14:30
Zitat von: Zwurg am 19.10.2017 12:32
Deshalb haben wir Regeln und Gesetze, um allen Menschen ein freiheitliches Handeln zu ermöglichen.

Schön, dass du es so siehst. Aber viele Gesetze der z.B. sog. Bundesrepublik Deutschland tun dies eben nicht...

Gruß

sog. Reichsbürger?

Die Reichsbürger-Ecke wurde von den Medien konstruiert ... damit man die Leute in eine Schublade stopfen kann, die hinter die Kulissen unseres "Staates" gucken ...
Autor MAS
 - 19.10.2017 17:12
Spannende Diskussion, Freunde!

Ich habe nur Angst, dass hier bald der Ingo ausflippt, weil wir vom Thema abweichen.

Was meint Ihr?

LG, Micha
Autor high4all
 - 19.10.2017 15:16
Zitat von: Asterix am 19.10.2017 14:30
Zitat von: Zwurg am 19.10.2017 12:32
Deshalb haben wir Regeln und Gesetze, um allen Menschen ein freiheitliches Handeln zu ermöglichen.

Schön, dass du es so siehst. Aber viele Gesetze der z.B. sog. Bundesrepublik Deutschland tun dies eben nicht...

Gruß

sog. Reichsbürger?
Autor Zwurg
 - 19.10.2017 15:03
Auch wenn in Deutschland nicht alles super ist und manoch vieles verbessern könnte, so sind wir immer noch eines der Länder mit der höchsten Freiheit des Individiums verbunden mit einem der besten Sozialsysteme und innerer Sicherheit.
Das wirst du in Asien oder Afrika kaum finden.
Autor Asterix
 - 19.10.2017 14:30
Zitat von: Zwurg am 19.10.2017 12:32
Deshalb haben wir Regeln und Gesetze, um allen Menschen ein freiheitliches Handeln zu ermöglichen.

Schön, dass du es so siehst. Aber viele Gesetze der z.B. sog. Bundesrepublik Deutschland tun dies eben nicht...

Gruß