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Rock tragen im Ausland?

Begonnen von Piper, 16.12.2009 23:10

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Albis

Danke für Eure Rückmeldungen. Ich habe erwartet, dass Ihr mir Mut macht. Ich denke, ich werde Röcke und Hosen mitnehmen und von Fall zu Fall entscheiden, was ich anziehe. Oder ich kaufe mir doch noch eine Soutane...

hummerbrummer

Zitat von: muc_mike am 27.02.2024 11:12
Ich bin öfters in Südtirol, einer italienischen Provinz im Norden und trage dort sehr häufig Rock. Es gab dort noch nie irgendwelche negativen Sachverhalte beim Rocktragen. Ist doch im Sommer viel luftiger bei der Hitze!

Allerdings.
Frankreich: Keine Probs an der Atlantikküste von der Region Calvados bis runter nach Bayonne. Auch nicht auf Campingplätzen.
Belgien: Keine Probs auf der Durchreise.
Luxemburg: Keine Probs. Nur ein überraschter Blick, als ich die in der EU erlaubten vier Stangen Zigaretten für meinen Bedarf eingetütet hatte. Locals dürfen wohl nicht ganz so viele mitnehmen.
Im alten Röchling- Stahlwerk in Völklingen war meine Kamera auffälliger, weil die auf einem Stativ stand...

Gruß Hummerbrummer



MAS

#122
Wenn der Hummerbrummer (der Name erinnert mich an die Hummernummer vom Fin de Filou*) schon Länder aufzählt, in denen er keine Probleme im Rock hatte, kann ich das auch: Deutschland, Tschechien, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande, England, Wales, Irland (Rep.+N). Und natürlich auch keine in Sri Lanka. Ich merke, viele Länder habe ich im Rock noch nicht bereist. Wenn es klappt, wird in diesem Jahr Schweden und dann sicher auch Dänemark dazu kommen.

LG, Micha

*Guckst Du hier: https://siegburg.de/stadtleben-aktuelles/newsletter/034371/index.html
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

cephalus

Staaten im Rock?
Das waren bei mir noch nicht viele, aber alle Problem bzw. Interessen los:
D,A,E,NZ,COK.

Letztere völlig unbedeutend, da ich mich faktisch den Einheimischen angeschlossen hatte.
Bei den meisten anderen Ländern würde ich mehr oder weniger lange nachdenken...

JJSW

Mir gefällt immer noch so das Bild in Antwort #7,
wo Karli im kurzem Rock durch Rom spaziert und die ganzen Schulmädchen hinter her schauen  :D
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Holger Haehle

Zitat von: MAS am 27.02.2024 16:24
Zitat von: Holger Haehle am 27.02.2024 15:40

Übrigens fällt man in Ägypten mit einer Dschallabija auch nicht auf, obwohl die schon eine starke A-Linie hat. Habe darin ein sehr angenehmes und erfrischendes Erlebnis gehabt auf einem Pickup sitzend bei der Fahrt durch die heiße Sinai-Wüste
https://de.wikipedia.org/wiki/Dschallabija

Erzähl mal von dem sehr angenehmen und erfrischenden Erlebnis!

LG, Micha

Ich habe die Geschichte für einen Artikel in einem amerikanischen Online-Magazine mal so geschrieben ...Years ago, during my visit to a Bedouin village in Egypt's Sinai Desert, the tour guides provided us with a traditional Egyptian caftan known as a jellabiya for our excursion. Unlike the straight-cut Saudi thobe, the jellabiya is much more voluminous and flared, similar to modern A-line skirts. Everyone on tour found the dress remarkably comfortable. The sensation of light fabric flowing around the body was new to me. I felt somehow exposed wearing it, especially while we were driving through the desert in the back of a pickup truck and I struggled to manage the fabric flapping wildly. It was a very refreshing experience in the desert heat. The design of the caftan facilitated airflow under the skirt, which was a distinct advantage over any pair of pants.
    Back at the hotel, I had the dress laundered and decided to wear it again the next day for the breakfast buffet. This time, however, I encountered different reactions. People responded with smiles, commented that the excursion was over, or mentioned that the time was right to change clothes. Some fellow tourists even ironically speculated that I had converted to Islam.
    Although everyone wore the same dress during the desert excursion, the hotel environment was less accepting of my attire because it deviated from their accustomed cultural norms. Practical arguments, such as the cooling airflow of the dress, no longer seemed relevant. When I returned to the hotel, everyone had reverted to previous conventions. I was strongly advised not to wear the jellabiya on the return flight lest I be suspected of being an Islamic fundamentalist.
    I was struck by the sharp disparity between my intention to wear comfortable clothing, a sentiment shared by everyone during the excursion, and the subsequent perception that emerged in the hotel - utterly unrelated to my original intention. I could not help but wonder how my fellow travelers had so misunderstood me.
    Fashion employs coded symbols in nonverbal communication, as discussed earlier. Misunderstandings can arise when individuals wear garments for purposes other than their intended official purpose and connotation. Considering the ubiquitous and restrictive impact of dress codes in any society, it is unlikely to assume that the clothing choices of an individual are based on anything other than conformity to social norms - though there is the possibility of wearing certain clothes just for practical reasons, such as relief from the scorching Egyptian heat.

cephalus

#126
Ohje,  wie lange liegt das zurück,  Holger?

Spannend finde ich auch immer wie Einheimische das sehen - da sind ganz verschiedene Denkweisen möglich.

Ich habe bislang nir an einem Ort Röcke getragen  an dem das auch Einheimische machen:
In der Südsee. Da macht man sich keinerlei Gedanken dazu, (ich habe nachgefragt) jeder trägt entweder Schlabbershorts oder Rock, und wenn ein Tourist Rock wählt dann fällt es bewusst keinem als ungewöhnlich auf.

Ein de Waf

Zitat von: karli am 17.12.2009 14:47
.....also in Italien muß man schon unterscheiden:

Norditalien: Da wird eher blöd geschaut, vor allem in der "Modemetropole" Milano. Aber trotzdem keinerlei Probleme.
Süditalien: Meiner Meinung nach geht ab Rom Süditalien los, hier ist alles etwas gelassener, auch die Reaktionen der Leute.

Wie hier vorigen Monat in einer kleinen Gasse in Rom:




...oder leider etwas unscharf - die Reaktion einer Schulklasse. Ich liebe es...





Ich habe im Laufe der Jahre schon fast alle Länder Europas im Rock mit dem Zug bereist und muß folgendes dazu loswerden:

Nordeuropa (Großbritannien,Dänemark,Norwegen,Schweden,Finnland):
- absolut null Probleme und man sieht auch öfters Rocker

Frankreich,Benelux,Schweiz,Österreich,Ungarn,Portugal,Tschechien,Slovakei,Türkei,Slowenien,Serbien,Moldawien,Ukraine usw.:
- geringe Reaktionen bis gegen Null

Spanien,Griechenland,Bulgarien,Rumänien,Kroatien usw.:
- die schauen schon verwundererter bis teilweise recht blöd. In Rumänien werden oft Schwulenrufe laut (gut, woher sollen die das kennen..).
Am verwundertsten schauten die Leute in Kroatien, keine Ahnung warum...

Ich hatte jedenfalls in all den Ländern noch nie Probleme!

Gruß
Karli

Hallo Karli, haben sie reagiert wegen des Mannes im Rock - oder wegen nackter Haut bei diesem Temperaturen (bei der Klasse kann man sehen, dass es eher frisch war)?

LG. Peter.


Karli Muc

...die schauten nur auf mich, mehr nicht.


Interessant ist in Italien immer das Zusammentreffen mit Schulklassen, ich liebe es.

Hier mal etwas aus Florenz....








...das wäre hier doch das Richtige für cephalus, gell?




...oder hier in Sizilien am Ätna...




Die Fotos sind schon ein paar Jahre alt.

Viele Grüße
Karli


Holger Haehle

Zitat von: cephalus am 28.02.2024 07:27
Ohje,  wie lange liegt das zurück,  Holger?

Spannend finde ich auch immer wie Einheimische das sehen - da sind ganz verschiedene Denkweisen möglich.

Ich habe bislang nir an einem Ort Röcke getragen  an dem das auch Einheimische machen:
In der Südsee. Da macht man sich keinerlei Gedanken dazu, (ich habe nachgefragt) jeder trägt entweder Schlabbershorts oder Rock, und wenn ein Tourist Rock wählt dann fällt es bewusst keinem als ungewöhnlich auf.

Das Ereignis liegt jetzt schon gut 10 Jahre zurück. Interessant war, dass auch die jungen Ägypter das total uncool fanden. Für die Touris war es nur für einen Themenabend okay. Und tatsächslich, wer zieht denn einen Kaftan oder Sarong  nach dem Urlaub nochmal in der Heimat an? Ein Arbeitskollege hat mal voller Stolz gesagt, dass er noch einen Lungi aus Indien habe. Aber auch der lag gewaschen im Regal und kam selbst im heißesten deutschen Sommer noch nicht zun Einsatz.

MAS

Danke Holger und Karli für Eure Berichte und Fotos!

Holger, die Assoziation von Galibiya zu Islam und von Islam zu Islamismus und von Islamismus zu Terrorismus ist schon erschreckend, aber weit verbreitet. Was natürlich auch daran liegt,  dass recht viele Islamisten Galabiyas tragen. Indes, würden noch mehr Männer Galabiyas tragen, würde diese Assoziatino geschwächt werden. In arabischen Ländern tragen auch Nichtsilamisten Galabiyas, aber zugleich gilt traditionelle Kleidung, auch Sarongs in Sri Lanka, vielen als rückständig, arm usw., so dass es ihr an hohem gesellschaftlichen Status mangelt.
Und für Europäer ist das Tragen von traditoneller Kleidung einer anderen Kutur oft nur Verkleidung, mal ein Spaß, aber nicht seriös genug für die Öffentlichikeit außerhalb des engen Kontextes. Das ging mir auch so mit meinen Sarongs aus Sri Lanka, als ich wieder in Deutschland war.

Wie sagte Annete von Droste-Hülshoff: Man darf denken, was man will, aber nicht tragen, was man will. (Oder so ähnlich.) Das war im 19. Jh. und gilt heute nicht mehr ganz so streng, aber ein wenig schon noch.

Karli, das ist klasse, dass Du einen Fotografen oder eine Fotografin dabei hattest, der oder die Dich mit den Jungendlichen fotografierte! Und schön, wie offen und locker Du mit den Jugendlichen umgingst!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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cephalus

Zitat von: Karli Muc am 28.02.2024 09:46
...das wäre hier doch das Richtige für cephalus, gell?

In meiner öffentlich aktiven Rockerzeit war ich zwei Mal in Italien, Reaktionen wie auf Dich blieben aber aus. Der erste Versuch  war unspektakulär, der zweite, bis auf einen Abend auch.

Also, solange man es nicht übertreibt, durch Rockkürze oder Auffälligkeiten des Kleides, geht man auch in Italien in der Masse unter.

Holger Haehle

#132
Schon klasse, wie Karli mit den Lokals kann. Das ist ja geradezu völkerverbindend.
Ich denke mit langen Röcken fällt Mann auch in Italien nicht auf. Bei Minis ist das wohl etwas anders, weil sie gerade bei jungen Frauen synonym sind mit sexy Beinen und weiblicher Erotik.

MAS

Zitat von: Holger Haehle am 28.02.2024 14:08
Schon klasse, wie Karli mit den Lokals kann. Das ist ja geradezu völkerverbindend.
Ich denke mit langen Röcken fällt Mann auch in Italien nicht auf. Bei Minis ist das wohl etwas anders, weil sie gerade bei jungen Frauen synonym sind mit sexy Beinen und weiblicher Erotik.

Das mag sein. Als ich in Rovereto im Rock war, trug ich meinen langen schwarzen von Men-in-time. So wir mich manche Leute grüßten, habe ich den Eindruck, sie hielten mich für einen Geisltlichen. Zumal ich dort auf einer interreligiösen Konferenz war.

Aber andererseits trugen in den europäischen Kulturen, in denen beide Geschlechter Kleider trugen, die Männer meist kürzere und die Frauen längere.

LG, Micha
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Karli Muc

...also ich denke, dass ich im Ausland in der grauen Masse untergehe.
Die Fotos sind schon über 10 Jahre alt, da war ich noch ein junger Spund mit Mitte Fünfzig.
Heute mit fast 70 Jahren habe ich den Saum deutlich nach unten korrigiert um mindestens 1,5cm.
Allerdings muss ich laufend aufpassen, um nicht auf den Rocksaum zu treten.... ;)
Hauptsache ist doch, dass man sich wohlfühlt.

Und ich lebe getreu meinem Motto SZU       ( schüchtern, zurückhaltend, unauffällig )

Jeder wie er mag, oder?

Gruß
Karli