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ARD Beitrag Wie gleich sind Mann und Frau?

Begonnen von Holger Haehle, 18.03.2017 05:58

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GregorM

Ist diese Diskussion über Spielzeug nicht ziemlich irrelevant? Die Zeit, wo sich Kinder mit Spielzeug beschäftigen wird immer kürzer. Der iPad ist doch echter Unisex.

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor

MAS

Zitat von: Barefoot-Joe am 18.03.2017 20:32
Hallo Micha,

ZitatVon mir aus kann man geschlechtspezifische Spielsachen abschaffen, und die Kinder spielen lassen, womit sie wollen.

Es gibt keine geschlechtsspezifischen Spielsachen. Es gibt nur Spielsachen. Eine geschlechtliche Zuordnung bekommen sie erst über ein geschlechtspezifisches Marketing oder über die Zuordnung von Geschlechterrollen.

Das Problem ist aber auch nicht, dass es Spielsachen gibt, die bestimmte Rollen ("Hausfrau", "Feuerwehrmann", "Prinzessin") abdecken sondern daß diese rollenspezifischen Spielzeuge dem Kind aufgrund körperlicher Unterschiede empfohlen oder verboten werden.


Man kann noch weiter reduzieren, lieber Joe: Es gibt keine Spielsachen, es gibt nur Sachen, die zum Spielen verwendet werden können, wenn Menschen das so wollen.

Ich sah letztens einen Bericht über einen Kindergarten, in dem ein paar Wchen lang sämliches Spielzeug weg geräumt war. Daraufhin wurden die Kinder sehr kreativ, beschäftigen sich mit sich selber, miteinander und machten sich Spielsachen aus den eigentlich zu anderm Zweck hergestellten Dingen. Ob sich dabei Mädchen und Jungen unterschiedlich verhalten haben, wurde nicht thematisiert.

LG, Micha

PS: IPods waren da wohl auch nicht zugegen, Gregor. Aber sonst stimmt es schon, was Du sagst.
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Barefoot-Joe

Hallo Micha,

ZitatMan kann noch weiter reduzieren, lieber Joe: Es gibt keine Spielsachen, es gibt nur Sachen, die zum Spielen verwendet werden können, wenn Menschen das so wollen.

Stimmt. Für ein Kind ist sowieso alles eine Spielsache.

ZitatDaraufhin wurden die Kinder sehr kreativ, beschäftigen sich mit sich selber, miteinander und machten sich Spielsachen aus den eigentlich zu anderm Zweck hergestellten Dingen. Ob sich dabei Mädchen und Jungen unterschiedlich verhalten haben, wurde nicht thematisiert.

Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, die ich mit Freunden oft im Wald verbracht habe. Tatsächlich fanden wir echte Spielsachen - also Dinge, die genau dazu produziert wurden - meist sehr schnell langweilig. Sie haben eben auch nur einen bestimmten Zweck und man kann sie nur zu diesem Zweck verwenden. Ein Stock im Wald dagegen kann alles sein, was die Phantasie hergibt. (Fällt mir gerade dazu ein, ein Filmtip: "Die Brücke nach Therabithia"). Deshalb sind Smartphones bei Kindern auch so beliebt - sie sind der moderne Stock. Durch die Apps können sie alles Mögliche sein und man braucht dazu nicht mal Freunde. Und das Smartphone legitimiert bzw. ermöglichst das Spielen für Erwachsene, ein weiterer Grund für seine massive Verbreitung. Hier wurden auch mal Genderspezifische Unterschiede dazu analysiert: https://www.wired.com/2013/04/men-women-app-usage/

Die Erfahrung, dass Langeweile Kreativität fördert, können vermutlich alle Eltern bestätigen. ;) Kinder spielen eben mit dem, was da ist, um die Langeweile zu vertreiben und wenn wenig da ist, wird das wenige zwangsläufig kreativ benutzt. Aus meiner Kindheit weiß ich aber, dass sich hier (genau wie bei der Smartphone-App-Nutzung) auch die erlernten Rollen widerspiegeln. Beim Vater-Mutter-Kind Spiel damals waren die Rollen bspw. ganz klar verteilt und wurden auch nie in Frage gestellt. Kinder spielen eben das, was sie von den Erwachsenen vorgelebt bekommen, denn die sind für die Kinder erst einmal der einzig gültige Maßstab.
Ich bin ein Mensch mit Irritationshintergrund.

Normality is a paved road: it's comfortable to walk, but no flowers grow. - Vincent van Gogh

blauerSamt

Es gibt auch Bemühungen, die Unterscheidungen aufzuheben, z.B. seitens Disney Kostüme allen Kindern zugänglich zu machen, siehe hier. Es liegt dann an den Eltern, was die Kinder anziehen und was nicht.

GregorM

#19
Zitat von: Barefoot-Joe am 18.03.2017 20:32

Es gibt keine geschlechtsspezifischen Spielsachen. Es gibt nur Spielsachen. Eine geschlechtliche Zuordnung bekommen sie erst über ein geschlechtspezifisches Marketing oder über die Zuordnung von Geschlechterrollen.


Als ich Kleinkind war, gab es kein Marketing, und für Spielsachen nicht mal Werbung. Marktsegmentierung sonst nur Mann und Frau. Für Kinder gab es keine Medien, wo Werbung möglich war.

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor

RockyBee

#20
Hallo!

Ich glaube euch ist der neueste Trend noch nicht aufgefallen.

Der topaktuelle Kampfbegriff lautet: Geschlechtsneutral.

was man darunter verstehen kann > könnte das hier sein: https://www.vice.com/de/article/so-ist-es-ein-kind-geschlechtsneutral-zu-erziehen

P.S. Passt doch gut ... oda ??? ;-)

LG
Mario

high4all

Es sind einige interessante Gedanken in dem Artikel ausgeführt.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

MAS

Zitat von: RockyBee am 21.03.2017 13:17
Hallo!

Ich glaube euch ist der neueste Trend noch nicht aufgefallen.

Der topaktuelle Kampfbegriff lautet: Geschlechtsneutral.

was man darunter verstehen kann > könnte das hier sein: https://www.vice.com/de/article/so-ist-es-ein-kind-geschlechtsneutral-zu-erziehen

P.S. Passt doch gut ... oda ??? ;-)

LG
Mario

Man könnte ja sagen, was sich nach oder während einer geschlechtsneutralen Erziehung an weiblichen oder männlichen Verhaltensweisen herausbildet sei das natürliche Geschlecht. Aber es gibt ja auch immer noch weitere kulturelle Einflusse außerhalb der eigenen Familie und Vorschule.

LG, Micha
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GregorM

Gruß
Gregor

MAS

Wenn ich so darüber nachsinne kommt mir meine Frage in den Sinn, was an geschlechtsspezifischem Spielzeug neu sein soll. Nien, das ist alt. Neu ist diese geschlechsneutrale Erziehung. Die ist - meines Wissens - echt neu. Ich finde es interessant und wüsste gerne, was letztlich dabei für Menschen herauskommen. Wahrscheinlich unterschiedliche, wie bei der geschlechsspezifischen Erziehung auch.

LG, Micha
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Ce_Jäger

Geschlechtsneutrale Erziehung ist nicht so neu wie es allgemein gern verkauft wird.
Es gab in Kommunistischen Ländern diverse Versuche über "neutrale" Erziehung. Unter anderem auch weglassen von "Geschlechtsspezifischem".
Die Erkenntnisse haben manchen nicht gepasst: Im Durchschnitt gab es einen signifikanten Unterschied zwischen Mann und Frau. Auch wenn die betroffenen Kinder es gar nicht gewusst haben.

Wenigstens waren die Forschungsergebnisse nicht so dramatisch wie der Versuch als Babys ohne Hinwendung (also Lieb- und Kontaktlos) "erforscht" wurden. (Sie konnten nicht lange leben)

gruß
Ce.
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

MAS

Zitat von: Ce_Jäger am 22.03.2017 09:49
Geschlechtsneutrale Erziehung ist nicht so neu wie es allgemein gern verkauft wird.
Es gab in Kommunistischen Ländern diverse Versuche über "neutrale" Erziehung. Unter anderem auch weglassen von "Geschlechtsspezifischem".
Die Erkenntnisse haben manchen nicht gepasst: Im Durchschnitt gab es einen signifikanten Unterschied zwischen Mann und Frau. Auch wenn die betroffenen Kinder es gar nicht gewusst haben.

Wenigstens waren die Forschungsergebnisse nicht so dramatisch wie der Versuch als Babys ohne Hinwendung (also Lieb- und Kontaktlos) "erforscht" wurden. (Sie konnten nicht lange leben)

gruß
Ce.

Der Kommunismus ist ja auch noch nicht so alt.

Aber klar, wird sich das biologische Geschlecht so oder so sein Recht erkämpfen, spätestens in der Pubertät. Fragt sich bloß wie. 

Aber die letzt genannten Forschungen sind älter: Schon ein Pharao wollte herausfinden, welche Sprache Kinder lernen, die nicht bei Menschen, sondern bei Ziegen groß würden. Sie lernten zu meckern. Letztlich starben sie aber wegen Vernachlässigung. Friedrich II. der Staufer machte das Experiment auch noch mal, aber nicht mit Ziegen, sondern mit schweigenden Frauen. Auch die Kinder starben.

LG, Micha
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RockyBee

#27
Zitat von: Ce_Jäger am 22.03.2017 09:49
Geschlechtsneutrale Erziehung ist nicht so neu wie es allgemein gern verkauft wird.

Guten Morgen!
Bei dem Begriff "Geschlechtsneutral" geht es nicht nur um Erziehung!
Hier hatt eine politische Gruppierung oder MinisterIn (in Deutschland) etwas auf den Weg gebracht das uns in Zukunft wohl häufiger begegnen wird. Ein Beispiel wäre das die Behördensprache geschlechtsneutral gestalltet wird.

Damit sind jetzt aber auch nicht die kuriosen Wortschöpfungen mit Profx gemeint sondern ein Anschreiben könnte dann so aussehen das dort nicht mehr "Sehr geehrter Herr", sondern einfach "Guten Tag Max Muster" steht.

LG
Mario

Holger Haehle

Zitat von: RockyBee am 21.03.2017 13:17
Hallo!

Ich glaube euch ist der neueste Trend noch nicht aufgefallen.

Der topaktuelle Kampfbegriff lautet: Geschlechtsneutral.

was man darunter verstehen kann > könnte das hier sein: https://www.vice.com/de/article/so-ist-es-ein-kind-geschlechtsneutral-zu-erziehen

P.S. Passt doch gut ... oda ??? ;-)

LG
Mario

Hallo, für mich lautet die entscheidende Kernaussage im Artikel zu dem oben angegebenen Link:
"... geht es bei Geschlechtsneutralität nicht darum, eine neutrale Mitte zu finden, sondern dem Kind selbst zu überlassen, wer es sein will—ohne dass es sich gezwungen fühlt, zwischen Pink und Blau zu wählen. ,,Wir lieben alle Farben, wir lieben den Regenbogen. Die Welt ist bunt"

Geschlechtsneutralität bedeutet also nicht, die Kinder asexuell zu erziehen, sondern ihnen die Wahlfreiheit zu erhalten für eine eigene und freie Entscheidung ohne gesellschaftlichen Druck. Das klingt sympathisch. Ob es funktioniert wird sich zeigen. Nur fällt eine Entscheidung leichter, wenn man sich vorher in einer Rolle ausprobiert. Da könnte geschlechtliches Spielen wieder wichtig werden.

Jo 7353

Zitat von: Barefoot-Joe am 18.03.2017 08:23
So neu ist der gar nicht. Das nennt sich Marktsegmentierung und der Hintergedanke dabei ist (natürlich), dass du mehr verkaufen kannst, wenn du deine Zielgruppen einzeln ansprichst, weil du sie dann differenzierter bewerben kannst.
Richtig, und ein weitere Aspekt dabei ist: Bei den Kindern ist Zugehörigkeit ein wichtiges Element, und die Industrie liefert Zugehörigkeitsmerkmale zu den unterschiedlichen Gruppierungen, mit dem Ziel daß die Merkmale gekauft werden müssen, um dazuzugehören.

Zitat von: RockyBee am 21.03.2017 13:17
Der topaktuelle Kampfbegriff lautet: Geschlechtsneutral.

was man darunter verstehen kann > könnte das hier sein: https://www.vice.com/de/article/so-ist-es-ein-kind-geschlechtsneutral-zu-erziehen
Ich fürchte, daß das Kind keine Röcke bekommt, damit es nicht als Mädchen markiert wird, denn nur Hosen werden (fast überall, und manchmal sogar hier) als geschlechtsneutral bewertet.

Gechlechtlichkeit ist eine Realität, aber manche wollen so viel dranhängen, daß es irrsinnig wird, und andere wiederum die Geschlechtlichkeit mit diesem Irrsinn bekämpfen.

Gruß,
Jo
Der Rock ist kein Geschlechtsmerkmal.