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Können Männer im Kleid gut aussehen?

Begonnen von GregorM, 31.05.2020 08:16

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high4all

#90
Zitat von: Mann im Rock am 07.06.2020 18:15
Es gibt auch noch das Einstecktuch zur Individualisierung. Der Hemdkragen wechselt bisweilen. Und wer sich von der Masse abheben will, trägt Manschettenknöpfe und wählt kein Sakko mit drei, sondern nur mit zwei Knöpfen.

Gruß
matthias
Das ist natürlich sehr, sehr gewagt!

Würde ich mich nicht trauen. :o
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Mann im Rock

Zitat von: DesigualHarry am 06.06.2020 20:48
Der "Modische Mann" existierte für mich immer mal wieder, wenn auch nur kurz und lang nicht in dem Ausmaße wie für Frauen. Die Beispiele aus der Vergangenheit sind wohl wohlbekannt. Das bisher letzte mal erlebte er den Hauch einer Auferstehung im Zeitraum zwischen ca. Ende der 1960iger bis Anfang der 1990iger.

Gut, Ende der 60iger, in den 70igern waren die Hippiezeiten. Die brachten ein ganz neues, wirkliches lebendiges Erscheinungsbild. Ob das eine Modebewegung war, weiß ich nicht. Es war auf jeden Fall Stil. Mit den Poppern war das sowieso alles schon wieder vorbei.

Wenn du dir die Beatles in den Anfangsjahren oder andere Bands, die zeitgleich in Erscheinung treten, wirst du feststellen, dass diese auch oft mit Anzug und Krawatte auftraten.

Ok, die letzten Dekaden sehe ich auch so gähnend langweilig. Farben darf es nur noch bei Ampeln und Lichtwerbung geben. Mensch und Autos im Einheitsgrau. Eigentlich ist der Schritt zum Totenhemd nicht mehr so weit.

Gruß
matthias

Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

culture skirt

Zitat von: Mann im Rock am 07.06.2020 18:15
Es gibt auch noch das Einstecktuch zur Individualisierung. Der Hemdkragen wechselt bisweilen. Und wer sich von der Masse abheben will, trägt Manschettenknöpfe und wählt kein Sakko mit drei, sondern nur mit zwei Knöpfen.

Gruß
matthias
Also genauso interessant und ins Auge stechend, wie sich die Unterhose zu wechseln oder eine Woche durch zu tragen?  ;D ::)

culture skirt

Zitat von: Mann im Rock am 07.06.2020 18:27
Gut, Ende der 60iger, in den 70igern waren die Hippiezeiten. Die brachten ein ganz neues, wirkliches lebendiges Erscheinungsbild. Ob das eine Modebewegung war, weiß ich nicht. Es war auf jeden Fall Stil. Mit den Poppern war das sowieso alles schon wieder vorbei.
Hallo Matthias,

das war Mode. Ich habe mal gelesen, dass sich die Jugend damals von den Bonzen und Spießern in ihren Anzügen abgegrenzt hat. Heute sind es zerrissene Jeans und Jogginghosen. Ein Teil der Hippies von damals sind heute selber Spießer mit Häuschen und Garten und arbeiten im Vorstand oder einer großen Firma. ;)
Und die Rocker und Metaler mochten keine Popper. Galten damals schon als schwul.

ZitatOk, die letzten Dekaden sehe ich auch so gähnend langweilig. Farben darf es nur noch bei Ampeln und Lichtwerbung geben.
Und bei Frauen.

Viele Grüße

culture skirt

Zitat von: MAS am 07.06.2020 17:00
Aber das ist doch gerade, was eine Sache zu Mode macht, dass viele es machen. Aus welchem Grund sie es dann machen, ist zweitrangig. Und wenn der Trend länger andauert, ist er eben ein langlebiger Trend.

LG, Micha
Du reißt dir halt Teile aus dem Zusammenhang und beleuchtest dann nur eine Seite. Jede Seite hat auch eine Kehrseite. Schwer zu erklären so textlich. Obdachlose wären in dem Sinne auch eigensinnig, weil sie aber nicht der neuesten Mode folgen können. Als Rocktragender Mann hat man den Status eines Obdachlosen, also sozial Verstoßenen, mit dem niemand was zu tun haben will (klischeemäßig). Aussätziger ist man dann nicht mehr, wenn man der  "Massenmode" folgt. Aber das ist halt keine Mode, sondern Massengeschmack. Mode ist das, was du auf den Laufstegen siehst. Und damit siehst du auch keinen rumlaufen, weil Mode automatisch abgrenzend wirkt, wenn man nicht das trägt, was alle anderen tragen und sich niemand ausgrenzen möchte. Ein Trend ist immer von gewisser Dauer. Alles was für immer hält, zählt dann zum Klassischen, Ritual oder Etablierten. Die Männerröcke hatten in den 90ern auch ihre 10 Jahre bestand in der Szene. Und dann war Schluss, weils keine Mode mehr ist.

Viele Grüße
Jule

JJSW

War heute auch wieder im Kleid draußen. Hab mich so wohl gefühlt. Ob es gut aussieht, liegt im Auge des Betrachters 😀

https://up.picr.de/38727517nz.jpg

Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

GregorM

Zitat von: culture skirt am 07.06.2020 00:30


Und bei Männern, die nicht den vollen Weg gehen, würde es ja dann anders oder nicht so gut aussehen. Halten wir mal fest. Damit einen solche Kleidchen stehen, muss man schon einen femininen Grundschliff rein bringen, damit es halbwegs nach was aussieht.


Eben. Halbwegs ist nichts.

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor

GregorM

Zitat von: culture skirt am 07.06.2020 19:24
Mode ist das, was du auf den Laufstegen siehst. Und damit siehst du auch keinen rumlaufen, weil Mode automatisch abgrenzend wirkt, wenn man nicht das trägt, was alle anderen tragen und sich niemand ausgrenzen möchte. Ein Trend ist immer von gewisser Dauer. Alles was für immer hält, zählt dann zum Klassischen, Ritual oder Etablierten.

Hallo Jule,

auch meine Auffassung von Mode. Auf den Laufstegs werden neue Styles gezeigt, doch in der Form wie es gezeigt wird, ist es nicht direkt verwendbar, mehr nur Ideen.

Egal wie radikal wird es immer eine Minderheit geben, die sofort jede neue Mode zu sich nehmen.  Wenn andere folgen, wird es zum Trend. Wenn nicht, verschwindet sie nach kurzer Zeit. Wir sagen, wenn viele eine Mode zu sich genommen haben, dass die Sachen ,,auf Mode" sind. Ich weiß nicht, ob man das auf Deutsch sagt. Was man meint, ist trendy.

In Relation zur Product Life Cycle Theorie

https://photos.prnewswire.com/prn/20140806/134162

könnte man sagen, dass Mode sich auf die (erste) Introduktionsphase beschränkt, wo die Trendsetter oder Innovators sie zu sich nehmen. Trend entsteht erst durch die Phasen Growth und Maturity, mit Early Adopters und Early Majority.  Wenn so weit, sind die Trendsetter auf eine neue Mode längst bereit. Und während des Rückgangens, Decline, ist die Late Majority so sehr ,,Gestern".

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor

MAS

#98
Ich würde sagen, was auf den Laufstegen zu sehen ist, soll mal Mode werden. Die meisten Modelle dort schaffen es aber nicht, weil sie nicht massentauglich genug sind.

Diese Definition ist auch ganz interessant:

ZitatDer Begriff ,,Mode" beinhaltet folgende Bedeutungsaspekte:

    etwas, das dem gerade vorherrschenden bevorzugten Geschmack oder den vorherrschenden Überzeugungen entspricht.
    etwas, was gerade üblich ist: Sitte, Brauch, Gewohnheit.
    etwas, was einem ständigen Wandlungsprozess unterzogen ist, einem Wandlungsprozess bzgl. dessen, was in einem gesellschaftlichen Kontext als üblich, vorherrschend oder als dem Zeitgeschmack entsprechend angesehen wird.
    etwas, was die Auswahl einengt
https://de.wikipedia.org/wiki/Mode

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Mann im Rock

Zitat von: culture skirt am 07.06.2020 19:07Also genauso interessant und ins Auge stechend, wie sich die Unterhose zu wechseln oder eine Woche durch zu tragen?  ;D ::)

Ohne Witz, ich hab das so auf einer Seite gelesen, die den "modischen Mann mit Stil" thematisiert hat.

Gruß
matthias
Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

cephalus

Zitat von: GregorM am 08.06.2020 07:40
dass Mode sich auf die (erste) Introduktionsphase beschränkt, wo die Trendsetter oder Innovators sie zu sich nehmen. Trend entsteht erst durch die Phasen Growth und Maturity, mit Early Adopters und Early Majority.  Wenn so weit, sind die Trendsetter auf eine neue Mode längst bereit. Und während des Rückgangens, Decline, ist die Late Majority so sehr ,,Gestern".

Da spricht der Marketingspezialist?

Leider finde ich es gerade nicht mehr, aber gestern bin ich noch über ein recht überzeugendes Beispiel für Mann im Kleid gestolpert: acne hat zur der Eröffnung des Münchner Geschäfts alle Kellner/innen in Kleider gesteckt - sah echt gut aus. Vielleicht findet es ja noch jemand.

high4all

Jule hatte unter seinen alten User-Namen eine Menge Links zu Männern in Röcken/Kleidern gesammelt.

Darunter waren außer uns auch andere Männer, die gut in Kleidern aussahen.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

culture skirt

#102
Zitat von: cephalus am 08.06.2020 08:13
Zitat von: GregorM am 08.06.2020 07:40
dass Mode sich auf die (erste) Introduktionsphase beschränkt, wo die Trendsetter oder Innovators sie zu sich nehmen. Trend entsteht erst durch die Phasen Growth und Maturity, mit Early Adopters und Early Majority.  Wenn so weit, sind die Trendsetter auf eine neue Mode längst bereit. Und während des Rückgangens, Decline, ist die Late Majority so sehr ,,Gestern".

Da spricht der Marketingspezialist?
Vereinfacht gesagt. Was vom Mainstream bzw. der Masse aufgenommen wurde, ist ab dem Zeitpunkt keine Mode mehr und eine neue Mode entsteht. Mode ist immer Abgrenzung zur Masse und Zugehörigkeit in den eigenen Grüppchen (Subkulturen, Randgruppen). Also männliche Rockträger zum Beispiel. ;) Darum wird das als Mode(Spinner) empfunden, wenn nicht gerade eine Transsexualität usw. rein interpretiert wird.

Viele Grüße
Jule

MAS

Ha, so ist das mit der Mehrdeutigkeit von Sprache. Man kann ein und dasselbe Wort sogar in gänzlich entgegengesetzter Weise verwenden. "Mode" ist dabei kein Einzelfall. Andere Beispiele sind "Wahnsinn", "cool", "toll", "sanktionieren" , und ich könnte noch mehr Wörter hinzufügen.

Wichtig für eine gelingende Kommunikation ist, das anzuerkennen und nicht darauf zu beharren, dass es nur eine einzige Bedeutung eines Wortes gebe und zwar jeweils die, die man selbst vertritt!

Ich stelle hier fest, dass ich als "Mode" ein Phänomen bezeichne, das dann zu existieren anfängt, wenn das Phäomen, das Jule als "Mode" bezeichnet, zu existieren aufhört, nämlich mit dem Schritt vom Laufsteg auf die Straße oder von einer kleinen Gruppe von Menschen in die Masse.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

culture skirt

Zitat von: MAS am 08.06.2020 16:59
"Mode" ist dabei kein Einzelfall. Andere Beispiele sind "Wahnsinn", "cool", "toll", "sanktionieren" , und ich könnte noch mehr Wörter hinzufügen.
Hallo Michael,

was ist an den Wörtern nun bitte mehrdeutig? Das würde mich mal gern interessieren.