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"Welches ist Dein Pronomen?"

Begonnen von Albis, 15.01.2023 21:20

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MAS

Ich lese zwar nicht auf dem Handy (habe (noch) gar kein Smartphone), aber lange Texte kann ich aus Zeitgründen oft auch nur überfliegen.
Deswegen versuche ich micht hier auch kurz zu halten, was nicht immer gelingt.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Rockie

Micha, mein Problem ist nicht das geschriebene Wort zu verstehen, sondern dies in meiner Freizeit zu möchten  8) Einige meist längere Beiträge müssen wirklich sehr aufmerksam gelesen werden, um sie verstehen zu können. Und dieser Anspruch deckt sich nicht mit meinem Verständnis von Vergnügen und Forum  ::)

LG Harald

MAS

Lieber Harald,

tja, des einen Vergnügen, des andern Verdruss.

Wenn ich z.B. Wolfgangs Texte lese, dann spüre ich seine Freude an seinen Formulierungen, seinen verschachtelten Sätzen, seinen Einfügungen usw. Aber ich habe nicht immer die Muße, mich da voll drauf einzulassen. Muße braucht Zeit, die oft fehlt bzw. mit anderen Prioriäten gefüllt ist. Wenn ich mir aber die Zeit nehme und die Muße gönne, habe ich durchaus Freude an seinen Texten, zumal sie sehr schön differenziert sind und er sich stets bemüht, andere zu verstehen.

Wenn ich selbst schreibe, bin ich meist zu sehr unter Zeitdruck, um so lange, ergiebige Texte zu schreiben. So bleibt es meist dann doch kurz und knackig, aber eben auch oberflächlich.

Dir scheinen sie aber immer noch zu lang zu sein, wenn ich Dich richtig verstehe.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Rockie

Micha es ging nicht um deine Beiträge. Diesmal bist du fein raus und unschuldig  ;D

LG Harald

Skirtedman

#259
Zitat von: MAS am 15.02.2023 11:52
Ich lese zwar nicht auf dem Handy (habe (noch) gar kein Smartphone), aber lange Texte kann ich aus Zeitgründen oft auch nur überfliegen.
Deswegen versuche ich micht hier auch kurz zu halten, was nicht immer gelingt.

LG, Micha

Viele differenzierte Gedankengänge lassen sich schlecht auf vier Sätze reduzieren. Es spielen da ja oft ganz viele Aspekte mit hinein. Die weg zu lassen, öffnet Lücken, die wieder missverstanden werden können. Und die oft Ansatzpunkte sind, die Diskussion mit Blick auf einen anderen Aspekt umzuleiten. Dann ist der gesamte Gedankengang nicht ausreichend kommuniziert. Dann kann ich meine Gedanken gleich ganz für mich behalten.

Ausserdem machen lange Texte rund 25 Prozent ihres Inhaltes aus, konkret zu beschreiben, um Missverständnissen aus allen möglichen Richtungen vorzubeugen.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Albis

Nachdem ich unter der Woche keine Zeit fürs Forum hatte, so habe ich zumindest alles mal überflogen und kann jetzt nicht alles schreiben, was mir zwischenzeitlich durch den Kopf ging.

Bei der Diskussion ums Utrum habe ich dieses in meiner Wahrnehmung für sinnvoll erachtet. Aber es läuft tatsächlich darauf hinaus, wie weit man differenzieren möchte. Wenn ich es zu Ende denke, sind meines Erachtens nur folgende Varianten sinnvoll:
- zwei Pronomen für belebte (Utrum) und unbelebte (Name vergessen) Subjekte bzw. Objekte.
- vier Pronomen für männlich, weiblich, sächlich, divers
Zumindest im Singular halte ich die Variante mit vier Pronomen für sinnvoller, um das, was man meint, differenziert ausdrücken zu können bzw. um weniger Verwechslungen zu induzieren. Im Plural hingegen genügen meines Erachtens zwei Pronomen. Aber auch das wäre in jeder Zeitform jeweils eines mehr als jetzt.

Mit dem Wort xier tun sich viele womöglich schwer, weil das X aus zwei Lauten besteht, nämlich k und s. Aber ich finde Konsonantenhäufungen, wie sie gefühlt am häufigsten in den slawischen und am seltensten in den romanischen Sprachen vorkommen, ganz nett. Sie ermöglichen eine größere Wortbildungsvielfalt, von der ich mir durchaus eine Verkürzung der Sprache erhoffe.

So, das klingt wahrscheinlich alles sehr theoretisch wie aus dem Sprachentwicklungslabor. Die einen von Euch werden es verstehen, die anderen es für abgehobenen Quatsch halten, der sich sowieso nicht durchsetze.

MAS

Ich halte es für gute Gedanken, Albis!

Aber wozu braucht man im Plural zwei Formen, wenn wir auch jetzt schon mit einer, "sie", auskommen?

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Albis

Hallo MAS,

mit zwei verschiedenen Pluralpronomen könnte man zwischen belebten und unbelebten Sub-/Objekten unterscheiden. Das würde die Sprache auch eindeutiger machen.

LG, Albis

MAS

Das stimmt, Was würde dann aber alls zu den belebten Objekten gehören? Auch Viren? Oder Geister? Und es gibt ja Weltanschauungen, in denen die ganze Natur belebt ist? Würde eine Zweiteilung der Sprache in belebt und unbelebt nicht den Weltanschauungen den Vorzug gehebn, für die es eine solche Zweiteilung auch in der Realität, also unabhängig von der Spache, gibt?

LG, Micha
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Skirtedman

#264
Zitat von: Albis am 17.02.2023 22:06
So, das klingt wahrscheinlich alles sehr theoretisch wie aus dem Sprachentwicklungslabor. Die einen von Euch werden es verstehen, die anderen es für abgehobenen Quatsch halten, der sich sowieso nicht durchsetze.
(Hier, wie so oft bei mir, der Übersichtlichkeit halber nur stellvertretend für den ganzen Beitrag zitiert.)

Naja, Theorie ist auch sehr wichtig für alle, die Zeit neben der Praxis haben.

Ich hoffe, ich komme dazu, Deine Gedankenansätze - nein: Deine Gedanken im (in meinem) Ansatz mal genauer durchzudenken.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Skirtedman

#265
Zitat von: MAS am 17.02.2023 23:28
Würde eine Zweiteilung der Sprache in belebt und unbelebt nicht den Weltanschauungen den Vorzug geben, für die es eine solche Zweiteilung auch in der Realität, also unabhängig von der Spache, gibt?
Ohne jetzt das Satzende inhaltlich mit einzubeziehen...:

Aber das ist doch genau das, was viele Sprachen machen. Ich bin gerade gestern wieder über z.B. finno-ugrische Sprachen gestolpert (Makrelisch oder so ähnlich hiess die betreffende Sprache), wo ähnlich wie im Finnischen oder Ungarischen keine expliziten (Sex-)Geschlechter existieren. Dennoch ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal 'belebt' bzw. 'unbelebt'.

Wo genau da die Grenze festgelegt wird, ist sicher interpretations- oder zeitgeist-bedingt. Wer einem Stein ein Bewusstsein zuschreibt (manche 'Esoteriker', oder Hoimar von Ditfuth, der bestimmt kein Esoteriker war), der wird die Grenze vielleicht woanders ansiedeln als jemand, der einem belebten Ding auch eine Persönlichkeit zuschreiben will, um es als belebt anzuerkennen (und es freilich -  ? - nicht überall zubilligen will...).

Die deutsche Rechtsprechung hat da schon etliche Fortschritte in den letzten rund 10 Jahren gemacht, indem sie (manchen) Tieren auch eine Würde zubilligt.

Dennoch gibt es noch immer (in meinen Augen fatale) Missinterpretationen, z.B. wie dieser Tage, wo jemand, der ein Pferd auf einer Koppel unberechtigterweise erschossen hat, lediglich wegen Sachbeschädigung verurteilt wurde.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Ja, die Juristerei ist da widersprüchlich: Tiere seien keine Sachen würden aber wie Sachen behandelt.  ???

LG, Micha
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Albis

Zitat von: MAS am 17.02.2023 23:28
Das stimmt, Was würde dann aber alls zu den belebten Objekten gehören? Auch Viren? Oder Geister? Und es gibt ja Weltanschauungen, in denen die ganze Natur belebt ist? Würde eine Zweiteilung der Sprache in belebt und unbelebt nicht den Weltanschauungen den Vorzug gehebn, für die es eine solche Zweiteilung auch in der Realität, also unabhängig von der Spache, gibt?

LG, Micha

Skirtedman hat ja schon geantwortet, ich hätte sonst noch Russisch als Beispiel angeführt, wo, wenn ich mich richtig erinnere, bei männlichen Substantiven und Pronomen der Akkusativ Singular bei belebten Objekten dem Genitiv und bei unbelebten dem Nominativ gleicht. Wo da die genaue Grenze liegt, weiß nicht nicht.

Aber Du hast Recht, dass man genau überlegen sollte, ob diese Zweiteilung nicht neue Probleme aufwirft, ob das nun weltanschauliche oder andere sind. Möglicherweise könnte es eine unnütze Teilung sein. Und es stellt sich die Frage, ob sich die Sprache von der Juristerei, in der es diese Teilung in fragwürdiger Weise gibt, beeinflussen lassen sollte. Ich denke, man sollte beides trennen.

Yoshi

#268
Ich wurde heute zum ersten Mal in meinen Leben nach meinem Pronomen gefragt. Eine Kollegin fragte mich: "Entschuldige, dass ich dich erst jetzt frage, aber was sind deine Pronomen?" Irgendwie empfand ich es als ein seltsames Gefühl solch eine Frage gestellt zu bekommen. Die Person machte es natürlich aus sensibilisierter Rücksichtsnahme und sie gendert auch konsequent jedes mögliche Wort, was für mich "gewöhnungsbedürftig" ist, was ich absolut nicht wertend meine. Sicherlich hat sie mich wegen meines Kleidungsstil gefragt. Ich finde es prinzipiell eine gute Sache, wenn man sich unsicher ist und den anderen nicht verletzen möchte, aber in Bezug auf meine Person empfand ich das schon ziemlich skurril und irritierend.

MAS

Gestern in einem Zoom-Gespräch wurde ein Kollege auf das "sie/ihr" neben dem Namen einer Kollegin aufmerksam. Dabei besteht bei ihr wirklich keine Verwechslungsgefahr. Ich sagte, man sollte man "sie/ihm" schreiben oder "er/ihr" und lachte. Da sagte sie, sie habe man auf Englisch "they/them" gelesen. Das sei dann der Plurale majestatis, meinte ich dazu. So kann man das auch mit Humor nehmen.

Sollte mich mal jemand fragen, werde ich wohl sagen: "Such Dir aus, was Dir gefällt."

LG, Micha
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