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Erklärt mir mal bitte Mann und Kirche

Begonnen von Gatito, 10.04.2006 13:13

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Gatito

Hola,

obwohl ein Buchstabe in meinen angestrebten Abschluß das Kirchenrecht historisch einschließt, kann ich nur sagen, welche christliche Religion knebelt so die PErsönlichkeit ihrer Mitglieder? Das würde ich noch nicht einmal den KAtholiken unterstellen.

Gatito
Vielleicht müssen wir erst das loslassen was wir waren um das zu werden was wir sein werden. Carrie Bradshaw

Ferdi

Hallo hirti!

Da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich würde auch niemals eine Kirche als Catwalk missbrauchen, da fühle ich mich auf der Rheinpromenade oder in der City-FuZo wohler. Da ich aber gar keine Hosen mehr besitze, ziehe ich bei kirchlichen Veranstaltungen aller Art einen dezenten schwarzen Rock oder einen Kilt an. Beides ist der Örtlichkeit angemessen und ist auch noch nie beanstandet worden.

Gruss,
Ferdi
Freiheit heißt, sich von anderen unterscheiden zu dürfen.

triks

#32
Hallo,

Zitat von: Gatito am 10.04.2006 13:13... erklärt mir doch bitte mal ganz sachlich, was daran respektlos ist, wenn ein Mann in einen Rock in die Kirche geht? ...
das ist eine Suggestivfrage. Es ist nicht respektlos als Mann mit einem Rock bekleidet in die Kirche zu gehen.

Zitat von: Gatito am 10.04.2006 13:13... Und wo liegt der Unterschied zu anderen Orten? Wenn man das jetzt am Thema Kirche festmacht, dann nennt mir doch einen entsprechenden hinweisen aus den Kirchenwesen. ...
Der Unterschied zwischen einer Kirche und anderen Orten für den respektablen, rocktragenden Mann? Strumpfhose oder Unterrock nicht vergessen. In Kirchen ist meisst schlecht geheitzt.
;)

Wir leben im 21-sten Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund hat die Diskussion für mich etwas bizarres. Wenn ich nicht bereits ausgetreten wäre, aus der Kirche, dann wäre Franzs Erlebnis ein guter Grund dazu.
>:(

TomC

Moin triks!

Wenn ich nicht bereits ausgetreten wäre, ... dann müßten wir aus sehr vielen Vereinen austreten - ich verglich ja Kirche oben schon mit einem Kanninchenzüchter-Verein. Das sind ganz normale gruppendynamische Prozesse, die mehr mit der Zusammensetzung einer Gruppe, als mit Glauben oder Bibel zu tun haben. So einen Laden verändert man auch nicht durch Austritt, das ist doch das letze Mittel, wenn nichts mehr geht - und das auch nicht zur Bestrafung anderer, sondern als Selbstschutz.

Lieben Gruß
Tom C.

TomC

Moin Frantz!

Ja, schade, dass du nicht gleich um die Ecke wohnst. Das wäre sicher ein fröhlicher Abend - also noch fröhlicher als sonst schon  ;)

Lieben Gruß Tom C.

triks

#35
Hallo Thomas,

Zitat von: TomC am 13.04.2006 23:48... Wenn ich nicht bereits ausgetreten wäre, ... dann müßten wir aus sehr vielen Vereinen austreten - ich verglich ja Kirche oben schon mit einem Kanninchenzüchter-Verein. Das sind ganz normale gruppendynamische Prozesse, die mehr mit der Zusammensetzung einer Gruppe, als mit Glauben oder Bibel zu tun haben. So einen Laden verändert man auch nicht durch Austritt, das ist doch das letze Mittel, wenn nichts mehr geht - und das auch nicht zur Bestrafung anderer, sondern als Selbstschutz. ...
durch meinen Austritt aus der Kirche wollte ich weder die Kirche verändern noch den Akteuren in der Kirche eins auswischen. Das hat auch nichts mit Selbstschutz zu tun, denn mit dem Austritt aus der Kirche verliert man den Schutz dieser Gemeinschaft. Es hat mit nicht an Gott glauben zu tun. Es hat damit zu tun, dass ich, wenn es eben nur geht, Leuten aus dem Weg gehe, die mich dabei behindern, zu sein, was ich bin. Das Treiben in diesen Glaubenszüchtervereinen, die sich Kirche nennen, ist für mich ein Indiz gegen die Exitenz eines Gottes.

Ich gehe in die Kirche, weil es dort meisstens ruhig und im Sommer schön kühl ist, weil es dort schöne große, bunte Fenster gibt und hohe Türme, von denen man einen prima Ausblick hat. Ich gehe im Rock in die Kirche, wenn mir danach ist.
8)

Gatito

Zitat von: triks am 13.04.2006 21:56
Wir leben im 21-sten Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund hat die Diskussion für mich etwas bizarres. Wenn ich nicht bereits ausgetreten wäre, aus der Kirche, dann wäre Franzs Erlebnis ein guter Grund dazu.

Das sehe ich genauso. Da war ich vor einigen Jahren richtig weise vorausschauend.  ;D

Gatito
Vielleicht müssen wir erst das loslassen was wir waren um das zu werden was wir sein werden. Carrie Bradshaw

Andree

#37
Hallo an die Kirchgänger,

mir stellt sich diese Problematik glücklicherweise nicht. Da ich keiner Kirche zugehöre, sehe ich auch keinen Anlass einen Gottesdienst zu besuchen. Zumindest nicht freiwillig.

Wenn ich eine Kirche besuche, dann aus dem Grund, weil mich das Bauwerk als solches interessiert. Und dabei kann ich anziehen was ich will. Mir soll dann mal einer sagen: "Hey Du ! Im Rock darfst Du aber nicht hier rein. " Dem jenigen würde ich etwas anderes erzählen, auch wenn es Hochwürden selbst wäre.

Davon abgesehen glaube ich kaum, dass ein Pfarrer - egal ob katholisch oder evangelisch - sich darüber mokieren würde, wenn ein Mann in einem gepflegten Rock-Outfit einem Gottesdienst beiwohnen würde.
Die Mitgliederfluktuation in diesen Clubs ist so hoch, dass es kaum ein Vertreter des klerikalen Bodenpersonals wagen würde, es zu riskieren, dass ihm eines seiner Schäfchen, auf Grund eben dieses Verbotes, abtrünnig würde.

Geld regiert die Welt. Auch bei den Kirchen ist das der Fall. Da interessiert es kaum jemanden, wer ihnen das Geld gibt, geschweige denn, welche Kleidung er trägt.

Ich bin praktizierender Christ im Sinne der Nächstenliebe. Dazu brauche ich aber ganz bestimmt keine Kirche.

Guten Abend und ein schönes Osterfest wünscht Euch allen

Andree

Aryaman Stefan

In denn 60er und 80er Jahren habe ich zusammen fast zwei Jahre in Südindien gelebt - Kerala und TamilNadu. Dort gibt es allerlei kirchliche Gemeinschaften. Gerade bei den alten - Thomas-Christen, Syrische Katholiken, Kirche von Babylon ... - war es damals üblich, daß Frauen und Männer nahezu gleiche Kleidung trugen: einen weißen Wickelrock (Lungi, Dhoti). Und um den Oberkörper trugen die Damen ein Tuch, das die Brust verhüllte und die Männer einfach eine Art Handtuch über die eine Schulter gelegt. Das war die gute Kleidung, in mancher Weise einfach-elegant.

Ich erinnere mich, daß Hosen bei besseren Anlässen (Kirchgang, Hochzeiten, Empfängen, Konzerten, Theater, anderen Feiern) nicht gerne gesehen waren, galten als primitiv. Der Lungi/Dhoti war auch für Männer die elegantere, feinere, gesellschaftlich richtigere Kleidung. Hosen wurden von Männern bei schmutzigen Arbeiten getragen, zum Beispiel in Autowerkstätten.

Knaben in der Schule trugen Lungis, eventuell kurz hochgeschlagen, wenn es den Beinen zu heiß  war. Gleiches galt für Feldarbeiter und so weiter.

Es galt eher als unsittlich, in der Kirche Hosen zu tragen - wie übrigens ähnlich in den anderen Religionsgemeinschaften: Moslems, Hindus, Juden ... von denen es alle in verschiedenen Ausprägungen gab. Nur die Sikhs machen eine Ausnahme, da tragen Frauen und Männer Hosen, fast immer.

Ich vermute, daß sich das alles bis heute nicht grundlegend geändert hat - wenn auch die "Jeanifizierung" selbst hier ihren erdweiten Siegeszug hatte. Jedenfalls zeigt diese alte Sitte, daß Rock oder Hose beim Mann nicht eine grundsätzlich religiöse Angelegenheit ist sondern eine gesellschaftliche. Ach ja, und was hat das überhaupt mit Religiosität zu tun? Oder mit Religion? Ist die Hose ein Repäsentant von Gott? oder Jesus? oder meiner Inneren Stille und Selbstbetrachtung?

Jai Hind ruft Aryaman



ich liebe lange weite Röcke - oh dieses Wehen im Meereswind hier im Norden

TomC

Moin Stefan!

Ich sag es ja: Mann im Rock in Kirche, das ist eine gesellschaftliche, keine religiöse Frage. Nur wie so oft versuchen Menschen eine religiöse Frage daraus zu machen. Das hat eine lange Tradition: Stricken am Sonntag, Frau in Hosen, Mann mit langen Haaren, das alles erregte schon sich für besonders fromm haltende Menschen. Nur bitte bedenkt eins: Die Aussagen der Bibel sind ganz andere! Die Bibel schreibt Christen keine Kleidung vor! das ist sehr weise, denn so bleibt die Botschaft zeitlos.

LG Tom

Gatito

Hola Stefan,

sehr guter Beitrag. Da könnte man natürlich die Frage aufwerfen ob das Tragen ines Rockes ein Ausschließungsgrund von einer Religionsgemeinschaft ist.

Gatito
Vielleicht müssen wir erst das loslassen was wir waren um das zu werden was wir sein werden. Carrie Bradshaw

HenryGo

Hola gatito,
como andan las cosas por tus lares ?

Ausschliessen sollte man wohl keine mann wenn er einen rock an hat....
eine ausnahme waere vielleicht zu machen wenn dieser rock 'unanstaendig' kurz waere. :)

Günter

Alle sagten : "Das geht nicht" und dann kam einer und machte es.

George_MacGregor

#43
Hallo!

Habe mal das Posting in Tom's Cafe durchgelesen und wieder mal etwas eher typisch amerikanisches entdeckt.

Ganz offensichtlich trägt der Schreiber ja Kilts, also reine Männerkleidung, trotzdem "wundern" sich einige Frauen und halt auch die kleinen Kinder, wieso dieser Mann "Röcke" trägt.

Ich las vor Monaten mal eine Seite auf der fast ausschließlich amerikanische Frauen über Kilts diskutierten, also nicht mal Männerröcke. Alle sind Mitglieder diverser christlciher Gemeinden und nur eine kleine Anzahl findet Kilts völlig ok. Eine der beliebtesten Ausreden ist jene, daß man hier ja auf einem Kontinent lebe, wo nun mal Männer Hosen tragen. Das alles wird dann so gut es geht biblisch untermauert, was ihnen aber nicht so recht gelingen mag, denn in biblischen Zeiten gab es nun mal keine Hosen und diese wurden irgendwann mal erfunden und seitdem getragen.  Diese ganze Diskussion ist schon zu alt, um dort noch einzusteigen, da sie eigentlich beendet ist, aber es nervt trotzdem, wenn man dieses Hier trägt man eben Hosen Argument liest. Daß der Kilt erstens kein Rock ist und schon gar kein weibliches Kleidungsstück, wird dabei ständig unter den Teppich gekehrt.

Diese Leute sollten besser mal in Foren wie Kilt Review schauen, denn der Chief Administrator und noch einige sind Christen und tragen sehr wohl den Kilt. Einer von ihnen ist sogar Pastor und trägt den Kilt ebenfalls in der Kirche. Heute kommt kein Mensch mehr auf die Idee, ihn daraufhin dumm anzumachen.

Wer Pastor Graham mal im Kilt sehen will, hier ist der Link, Graham ist zur Zeit auf der Huptseite zu sehen.

http://kiltreview.com/

Wie ich schon am Anfang dieses Threads schrieb, hatte ich noch nie Probleme, wenn ich im Kilt zur Kirche gehe, da gab es nicht mal schräge Blicke. Manchmal sieht es für mich so aus, als ob wir hier in Österreich, was den Kilt betrifft, überhaupt weitaus toleranter sind, denn von tausend Menschen wundern sich vielleicht ein bis zwei über einen Kiltträger, alle anderen kümmert das herzlich wenig, denn man ist die verrückteste Mode gewöhnt und ein Kilt ist nicht mal ein Modegag. Egal, in welches Bundesland wir hier kommen, noch nie hat sich jemand über unsere Kilts gewundert, im Gegenteil, wir lösen damit ständig ehrliche Begeisterung aus. Es gibt schon fast in jedem Bundesland Highland Games und überall sind Kiltträger bekannt, da es davon tausende gibt.

Das war jetzt zwar etwas außerhalb des Themas, aber anders erging es uns auch nicht in Kirchen. Keinen Menschen interessiert es in der Kirche, wenn man im Kilt kommt. Er wird einfach als Männerkleidungsstück genau wie Hosen akzeptiert.

Mag sein, daß die Situation nicht überall gleich ist, aber ich habe bis jetzt noch nie negative Reaktionen erlebt. Sowas geschieht hier bei uns höchstens, wenn man auf Menschen trifft, die etwas bescheiden mit Intelligenz ausgestattet sind.  Solche Menschen lachen dann aber sowieso über alles, das ihren geistigen Horizont übersteigt und dazu gehört nicht viel.
'S RIOGHAL MO DHREAM

Gatito

Ich kann mir vorstellen, das man große Angst hat, bei Gott in Ungnade zu fallen wenn man in einen Rock in die Kirche geht.

Das manifestiert sich dann in so irdischen Ausprägungen wie Kirchenausschluß etc.

Übrigens, die Erde ist eine flache Scheibe.

Gatito
Vielleicht müssen wir erst das loslassen was wir waren um das zu werden was wir sein werden. Carrie Bradshaw