Autor MAS
- 25.04.2020 19:24Zitat von: conne am 25.04.2020 19:21Zitat von: MAS am 25.04.2020 00:08
Interessant ist ja, dass es im Englischen nur Orange Marlemade gibt, aber keine Strawberry Marmelade, sondern nur Strawberry Jam. Wie man das wohl ins Schwäbische übersetzt?
LG, Micha
Marmelade ist im Englischen für Orangen reserviert.
Darum haben sie auch durchgesetzt, daß in der EU alle anderen Marmeladensorten Konfitüre heißen müssen. Worauf die Österreicher für ihre Marillenmarmelade wieder eine Ausnahmegenehmigung ertrotzt haben.
Da haben es die Schwaben mit dem Breschdlengsgsälz schon besser.
Und jetzt wo die Briten die EU verlassen haben, kann man diese Verordnung auch wieder zurückdrehen...
Grüßle
Conne
https://diesunddas.net/bilder/asterix-die-spinnen-die-briten-brexit.jpg
LG, Micha
Autor conne
- 25.04.2020 19:21Zitat von: MAS am 25.04.2020 00:08
Interessant ist ja, dass es im Englischen nur Orange Marlemade gibt, aber keine Strawberry Marmelade, sondern nur Strawberry Jam. Wie man das wohl ins Schwäbische übersetzt?
LG, Micha
Marmelade ist im Englischen für Orangen reserviert.
Darum haben sie auch durchgesetzt, daß in der EU alle anderen Marmeladensorten Konfitüre heißen müssen. Worauf die Österreicher für ihre Marillenmarmelade wieder eine Ausnahmegenehmigung ertrotzt haben.
Da haben es die Schwaben mit dem Breschdlengsgsälz schon besser.
Und jetzt wo die Briten die EU verlassen haben, kann man diese Verordnung auch wieder zurückdrehen...
Grüßle
Conne
Autor MAS
- 25.04.2020 17:13Zitat von: JJSW am 25.04.2020 14:01
Also für mi isch Schtrawberry Jam au ganz oifach Breschtlingsgsälz.
Was denn au sonscht?
Grüßle
Jürgen
Des hent i mir do glei gdenkt!
Grüßle zrück!
Micha
Autor JJSW
- 25.04.2020 14:01Also für mi isch Schtrawberry Jam au ganz oifach Breschtlingsgsälz.
Was denn au sonscht?
Grüßle
Jürgen
Was denn au sonscht?
Grüßle
Jürgen
Autor MAS
- 25.04.2020 00:08Das erinnert mich an ein Erlebnis, ca. 1988 in einem Freizeitcampus im Westerwald. Ich stand an der Essenausgabe, wo schon jemand wartete.
Ich fragte: "Haben Sie schon geklingelt?"
Die Frau: "Ha noi!"
Ich klingelte. Eine Frühstücksausgeberin kam.
Die Frau fragte: "Hend Sie Gsälz?"
"Wie bitte?"
"M... M... M... Marmelade?"
So lernte ich, was Gsälz ist, aber Breschlingsälz hent die wohl net ghet!
Oder sie wussten nicht, dass sie sie doch haben.
Interessant ist ja, dass es im Englischen nur Orange Marlemade gibt, aber keine Strawberry Marmelade, sondern nur Strawberry Jam. Wie man das wohl ins Schwäbische übersetzt?
LG, Micha
Ich fragte: "Haben Sie schon geklingelt?"
Die Frau: "Ha noi!"
Ich klingelte. Eine Frühstücksausgeberin kam.
Die Frau fragte: "Hend Sie Gsälz?"
"Wie bitte?"
"M... M... M... Marmelade?"
So lernte ich, was Gsälz ist, aber Breschlingsälz hent die wohl net ghet!
Oder sie wussten nicht, dass sie sie doch haben.
Interessant ist ja, dass es im Englischen nur Orange Marlemade gibt, aber keine Strawberry Marmelade, sondern nur Strawberry Jam. Wie man das wohl ins Schwäbische übersetzt?
LG, Micha
Autor ChrisBB
- 24.04.2020 23:08Achtung Gefahr:
Dronda em Suterrah sitzt a gloene Weschp mittlad uf am Breschdlingsgsälzglas.
Gruß,
ChrisBB
Dronda em Suterrah sitzt a gloene Weschp mittlad uf am Breschdlingsgsälzglas.
Gruß,
ChrisBB
Autor culture skirt
- 24.04.2020 17:41Erdbeere.
Autor Matthias
- 24.04.2020 17:25Hallo,
ich habe mal wieder ein schwäbisches Wort:
,,Breschdling"
Grüße Matthias
ich habe mal wieder ein schwäbisches Wort:
,,Breschdling"
Grüße Matthias
Autor MAS
- 16.03.2020 07:51Lieber Jürgen,
Hajo hat schon recht: https://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/ward.shtml
Ich musste aber auch nachschauen, weil ich an "werden" dachte.
LG, Micha
Hajo hat schon recht: https://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/ward.shtml
Ich musste aber auch nachschauen, weil ich an "werden" dachte.
LG, Micha
Autor JJSW
- 16.03.2020 07:45Hallo Leute
Nochmal zu
"Ward ihr eigentlich an diesem schönen Wochenende vor der Tür?"
würde im Schriftdeutschem wohl heißen:
Seid ihr eigentlich an diesem schönen Wochenende vor der Tür gewesen?
Hätte gar nicht bedacht, das dieser Ausdruck im anderen Regionen ungeläufig sein könnte.
Ich rede so, aber ob ich es richtig geschrieben habe, keine Ahnung.
Grüßle
Jürgen
Nochmal zu
"Ward ihr eigentlich an diesem schönen Wochenende vor der Tür?"
würde im Schriftdeutschem wohl heißen:
Seid ihr eigentlich an diesem schönen Wochenende vor der Tür gewesen?
Hätte gar nicht bedacht, das dieser Ausdruck im anderen Regionen ungeläufig sein könnte.
Ich rede so, aber ob ich es richtig geschrieben habe, keine Ahnung.
Grüßle
Jürgen
Autor MAS
- 27.02.2020 07:46Ja "Deetz" kenne ich auch.
LG, Micha
LG, Micha
Autor Skirtedman
- 27.02.2020 04:44Zitat von: MickyBlueEyes am 26.02.2020 22:22
Aahhh, vielen Dank Jürgen - "Dee(t)z" hab i scho' lang nimm'r g'hört!
De Deez! Kenne ich auch! Ich nehme an, das ist eine landschaftliche Übernahme vom französischen "tête" (aus lat. testo, der Kopf)
Hier bei uns sagt man für Kopf auch "Schwelles".
Autor Skirtedman
- 27.02.2020 03:46#Fläggabäs
Ja, wie Micha, fällt mir auch die Tratschtant ein. Oder einfach "die Tratsch" (Traaatsch gesproche).
#Grind
Na, da kommt Grind ja vor. Und Kruschd.
Grind kenne ich, vor allem auch als Grindchen.
Das kannte meine Ex nun gar nicht. Obwohl sie nur mal 100 km von mir entfernt aufgewachsen ist und noch im ähnlichen Sprachraum sprechen gelernt hat.
Grindchen, besser Grindsche: Blustgerinsel auf der Haut.
Meine besagte Ex kannte dafür nur den Ausdruck: Krüstchen, besser: Krüschtsche.
Meine etymologische Deutung des Wortes Grind wäre:
Substanzivierung von "gerind"/"gerindt", im Wortausklang ähnlich wie "gewandt", "verwandt". Wortbildung parallel zu "Gerinsel", wobei ich eben erst vergegenwärtige, dass "Gerinsel" ja "Gerinnsel" geschrieben wird. Und Gerinnsel geht zurück auf "rinnen" (fließen, laufen bei Flüssigkeiten), und das aufs Altgriechische rhéō. Und steckt in Rinnsal, Rinne, Rhinoceros, Rinupret, Diarrhoe, panta rhei, Rhein, Rhone etc., vllt. Rohr, vielleicht sogar in Brunnen (obwohl da eher der Bezug zu "geboren werden" -> Born).
Soweit meine Deutung dieses Wortes.
Nachgeschaut, geht Grind wohl eher auf "Rinde" zurück.
Wobei "Rinde" ausser in den nah mit dem Deutschen verwandten Sprachen keine weitere Wortentsprechungen existieren. Die Franzosen z.B. sagen zur Rinde "Kruste". Andererseit wurden Rinnen früher lange Zeit wirklich aus Baumrinden hergestellt. Dass da vielleicht doch ein Zusammenhang mit "rinnen" besteht - nicht zuletzt, weil ja an den Baumstämmen da das Regenwasser ja auch abläuft. Und in der Rinde ja auch seinerseits weitere Risse, also kleine Rinnen sind, in den das Wasser ablaufen kann. Insofern könnte nach meiner Mutmaßung sogar das Wort Riss aufs Altgriechische rhéō zurückgedacht werden, wobei "reissen" wohl eher mit "reiben" zusammenhängt.
Zurück zu Rinde: da dieses Wort (norddt. "Rinn") nur in direkten deutschen Vorläufersprachen, und da nur begrenzt vorhanden ist, kann etymologisch nur mit Kraftanstrengung auf `altindisch rándhram 'Öffnung, Spalt, Höhle' auf indoeuropäisch *rendh- '(zer)reißen'` (laut Wiktionary) erklärt werden (wobei wir da ja doch wieder bei "reissen", "reiben" wären).
Und vor diesem Hintergrund wurde "Grind" früher benutzt, um Schorf, Hautausschlag, Haut- und Kopfschuppen zu meinen. (also gewissermassen eine Rindenbildung der Haut, also Grind als Kurzwort für "Gerindet", "Gerindetes") (auch: sandige Ablagerungen im Zusammenspiel mit Wasser an Flüssen, Küsten)
Blutgerinnsel auf der Haut bildet ja auch eine Rinde, die dann im Heilungsprozess abschuppt.
Mir ist "Grind" bzw. "Grindsche" eben als Blutgerinnsel bekannt, aber nicht in der Bedeutung von "Kopf".
Bemerkenswert ist, dass Grind in früheren Zeiten eben besonders am Kopf sichtbar war, während andere Körperteile gut verhüllt werden konnten. Die Gebrüder Grimm schreiben und zitieren: "wo bloszes grind appellativ gebraucht wird, ist in der regel der kopfgrind gemeint, in älterer zeit eine der gewöhnlichsten krankheiten: zukt er i(h)m daz piret von synem kopf und sicht daz er den grind hat Steinhöwel Äsop 316" und stellen in einer ausführlichen Analyse von Quellen fest, dass "Grind" sehr oft auch scheltend, verächtlich im übertragenen Sinne für "Kopf" verwendet wird.
Insofern hängt wie so oft vieles miteinander zusammen. Und doch hat es dann schnell für manche ganz unterschiedliche Bedeutungen.
---Edit:
Noch eine, leider ganz andere, aber dennoch bemerkenswerte Parallele. Wiktionary sagt zur Herkunft des Wortes Rind(vieh):
"Rind n. Der Name für wiederkäuende, horntragende Paarhufer, ... ahd. (h)rind (8. Jh.), mhd. rint, asächs. hrīð, ... westgerm. *hrinda-, ... aengl. hrȳþer (germ. *hrunda-) führt über indoeuropäisch *k̑rent-, *k̑ṛnt- auf die Wurzel ie. *k̑er(ə)- 'das Oberste am Körper, Kopf, Horn'
Dann könnte vielleicht zu meinem "Grindchen" ganz umgekehrt ein Schuh draus werden, indem Grind eine Verhornung meint, also eine Verhornung der Haut...
Ja, wie Micha, fällt mir auch die Tratschtant ein. Oder einfach "die Tratsch" (Traaatsch gesproche).
#Grind
Zitat von: ChrisBB am 26.02.2020 16:38
Fleggabäs
so mancher will dära an d'Grind na schlaga, wenn se wiedr so viel Kruschd vrzehlt.
Na, da kommt Grind ja vor. Und Kruschd.
Grind kenne ich, vor allem auch als Grindchen.
Das kannte meine Ex nun gar nicht. Obwohl sie nur mal 100 km von mir entfernt aufgewachsen ist und noch im ähnlichen Sprachraum sprechen gelernt hat.
Grindchen, besser Grindsche: Blustgerinsel auf der Haut.
Meine besagte Ex kannte dafür nur den Ausdruck: Krüstchen, besser: Krüschtsche.
Meine etymologische Deutung des Wortes Grind wäre:
Substanzivierung von "gerind"/"gerindt", im Wortausklang ähnlich wie "gewandt", "verwandt". Wortbildung parallel zu "Gerinsel", wobei ich eben erst vergegenwärtige, dass "Gerinsel" ja "Gerinnsel" geschrieben wird. Und Gerinnsel geht zurück auf "rinnen" (fließen, laufen bei Flüssigkeiten), und das aufs Altgriechische rhéō. Und steckt in Rinnsal, Rinne, Rhinoceros, Rinupret, Diarrhoe, panta rhei, Rhein, Rhone etc., vllt. Rohr, vielleicht sogar in Brunnen (obwohl da eher der Bezug zu "geboren werden" -> Born).
Soweit meine Deutung dieses Wortes.
Nachgeschaut, geht Grind wohl eher auf "Rinde" zurück.
Wobei "Rinde" ausser in den nah mit dem Deutschen verwandten Sprachen keine weitere Wortentsprechungen existieren. Die Franzosen z.B. sagen zur Rinde "Kruste". Andererseit wurden Rinnen früher lange Zeit wirklich aus Baumrinden hergestellt. Dass da vielleicht doch ein Zusammenhang mit "rinnen" besteht - nicht zuletzt, weil ja an den Baumstämmen da das Regenwasser ja auch abläuft. Und in der Rinde ja auch seinerseits weitere Risse, also kleine Rinnen sind, in den das Wasser ablaufen kann. Insofern könnte nach meiner Mutmaßung sogar das Wort Riss aufs Altgriechische rhéō zurückgedacht werden, wobei "reissen" wohl eher mit "reiben" zusammenhängt.
Zurück zu Rinde: da dieses Wort (norddt. "Rinn") nur in direkten deutschen Vorläufersprachen, und da nur begrenzt vorhanden ist, kann etymologisch nur mit Kraftanstrengung auf `altindisch rándhram 'Öffnung, Spalt, Höhle' auf indoeuropäisch *rendh- '(zer)reißen'` (laut Wiktionary) erklärt werden (wobei wir da ja doch wieder bei "reissen", "reiben" wären).
Und vor diesem Hintergrund wurde "Grind" früher benutzt, um Schorf, Hautausschlag, Haut- und Kopfschuppen zu meinen. (also gewissermassen eine Rindenbildung der Haut, also Grind als Kurzwort für "Gerindet", "Gerindetes") (auch: sandige Ablagerungen im Zusammenspiel mit Wasser an Flüssen, Küsten)
Blutgerinnsel auf der Haut bildet ja auch eine Rinde, die dann im Heilungsprozess abschuppt.
Mir ist "Grind" bzw. "Grindsche" eben als Blutgerinnsel bekannt, aber nicht in der Bedeutung von "Kopf".
Bemerkenswert ist, dass Grind in früheren Zeiten eben besonders am Kopf sichtbar war, während andere Körperteile gut verhüllt werden konnten. Die Gebrüder Grimm schreiben und zitieren: "wo bloszes grind appellativ gebraucht wird, ist in der regel der kopfgrind gemeint, in älterer zeit eine der gewöhnlichsten krankheiten: zukt er i(h)m daz piret von synem kopf und sicht daz er den grind hat Steinhöwel Äsop 316" und stellen in einer ausführlichen Analyse von Quellen fest, dass "Grind" sehr oft auch scheltend, verächtlich im übertragenen Sinne für "Kopf" verwendet wird.
Insofern hängt wie so oft vieles miteinander zusammen. Und doch hat es dann schnell für manche ganz unterschiedliche Bedeutungen.
---Edit:
Noch eine, leider ganz andere, aber dennoch bemerkenswerte Parallele. Wiktionary sagt zur Herkunft des Wortes Rind(vieh):
"Rind n. Der Name für wiederkäuende, horntragende Paarhufer, ... ahd. (h)rind (8. Jh.), mhd. rint, asächs. hrīð, ... westgerm. *hrinda-, ... aengl. hrȳþer (germ. *hrunda-) führt über indoeuropäisch *k̑rent-, *k̑ṛnt- auf die Wurzel ie. *k̑er(ə)- 'das Oberste am Körper, Kopf, Horn'
Dann könnte vielleicht zu meinem "Grindchen" ganz umgekehrt ein Schuh draus werden, indem Grind eine Verhornung meint, also eine Verhornung der Haut...
Autor ChrisBB
- 27.02.2020 00:28Hallo Micky,
ja, leider machen die Zwillinge Köberlein auf Ruhestand. Und machen eben kein "Schwoißfuaß" und kein "Grachmusikoff" mehr.
Als sie das noch taten, konnten sie singen:
"Oiner isch emmer dr Arsch
ond er woiß ned mol worom.
Oiner isch emmer ibrig,
ond koiner schert sich drom."
Die Fleckabäs hatte da ihren Anteil.
Gruß,
ChrisBB
ja, leider machen die Zwillinge Köberlein auf Ruhestand. Und machen eben kein "Schwoißfuaß" und kein "Grachmusikoff" mehr.
Als sie das noch taten, konnten sie singen:
"Oiner isch emmer dr Arsch
ond er woiß ned mol worom.
Oiner isch emmer ibrig,
ond koiner schert sich drom."
Die Fleckabäs hatte da ihren Anteil.
Gruß,
ChrisBB
Autor MAS
- 27.02.2020 00:19Leider fehlen mir ähnliche Mundartkenntnisse von meiner Heimat.
Eine "Tratschtant" würde mir da noch einfallen.
LG, Micha
Eine "Tratschtant" würde mir da noch einfallen.
LG, Micha