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Zitat von: Holger Haehle am 13.09.2022 06:33https://www.rpr1.de/magazin/liebe-familie/vater-aus-wickelraum-geworfen
Heutzutage können Männer Babys wickeln und Frauen Kampfjets fliegen.
Zitat von: Holger Haehle am 13.09.2022 06:33Es gibt kein Gender. Das ist nur ein Kunstbegriff aus dem universitätischen Milieu. Nirgends steht Gender als Geschlechtseintrag.
Muss Gender eine öffentliche Angelegenheit sein, mit unterschiedlichen Symbolen und konnotierter Kleidung, die wir jeden Morgen anziehen? Warum lassen wir die Menschen nicht einfach sie selbst sein? Warum kann Gender nicht einfach der persönliche Ausdruck eines Individuums sein?
Zitat von: Holger Haehle am 14.09.2022 14:47
Na Timper,
du kannst in den Shoppingmeilen nichts sehen, wenn es im Retail kein entsprechendes Angebot gibt. Das muss aus den Herrenabteilungen oder reformierten Unisexkollektionen kommen. Du darfst nicht davon ausgehen, das plötzlich alle Männer eigeninitiativ Röcke in den Damenabteilungen kaufen. Das wäre ein Sekundäreffekt.
Mafo bezieht die Daten für Analysen immer aus unterschiedlichen Quellen. Dazu gehört in diesem Falle zu aller erst die Extrapolation von Absätzen aus dem Onlinehandel (Rockbestellungen unter männlichem Namen) und den Anbietern von Männerröcken. Eine weitere Quelle sind die Umfragen, wie sie von unserem und anderen Instituten für Unternehmen durchgeführt werden. Da die nach dem gleichen Regime konzipiert sind, sind sie vergleichbar. Bei hoher Kongruenz (Übereinstimmung) spricht man dann von einem potenziellen Trend. Wenn der dann auf eine Marktanpassung des Handels stößt, sollte der Effekt auch in einer Einkaufsmeile nachzählbar sein. Die vielen Männerröcke derzeit in der Designermode sind Trendreaktionen. Der Einzelhandel will oder kann die Botschaft wie im Ausgangspost beschrieben aber nicht kapieren. Es braucht den Generationenwechsel. Der wird in den nächsten 5-10 Jahren stattfinden, und dann kannste wieder in die Einkaufsmeilen zählen gehen.
Also erwarte keine großen Veränderungen in den nächsten Jahren. Erwarte lediglich, dass die Thematik in den Medien mit exponentieller Zunahme besprochen und die Anzahl prominenter Testimonials zunehmen wird.
Zitat von: Holger Haehle am 14.09.2022 02:45
Ja Modernfashion,
den Eindruck, dass diese Bastion in westlichen Gesellschaften erheblich bröckelt, kann ich unterstreichen. Das ist allmählich ziemlich gut untersucht. Tendenzen zeigten sich schon bei der Genration Y, aber bei den Zoomern nimmt das richtig Fahrt auf. Und das gilt nicht nur für Mode. Die junge Generation, ist besonders gleichberechtigt aufgewachsen. Deswegen stellen sich die Jungs auch deutlich abseits der Kerle auf, die für toxische Maskulinität stehen. Röcke werden nicht mehr als abwertend empfunden, weil sie Rock tragende Frauen als gleichwertig erfahren haben. Deswegen finden wir unter jungen Männern eine viel höhere Akzeptanz von Männer in Röcken als bei den Boomern der 60er und 70er Jahre.
Damals wurde Gleichberechtigung gepredigt, aber sie war in der Gesllschaft noch nicht so weit verankert, dass sie die ganze damalige junge Generation prägte. Heute ist der Rock fast schon genderless. Da fehlt nicht mehr viel zum Tipping Point.
Der Tipping Point, wie es die Marktforschung ausdrückt, ist der Moment, wenn ein Trend an Fahrt aufnimmt und größere Bevölkerungsanteile anfangen einzusteigen, weil parallel dazu der aufmerksame Handel, informiert durch Trendscout, einsteigt und entsprechende Kollektionen von den Designern übernimmt.
Der Trend ist schon da, aber leider reagiert der Einzelhandel nicht. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, weil dann die junge Generation auch berufstätig wird und die alten Säcke im Einzelhandel ersetzt, die jetzt noch jede Innovation blockieren. Denn die sind im Moment der Grund, warum die vielen Rockkreationen der Designer nicht in den Läden der Innenstädte ankommen und warum sich Unisexmode immer nur an klassischer Männermode orientiert, die es dann auch in Frauengrößen gibt. Zur Zeit ist da nie ein schlichter Rock oder Leggings und Strumpfhosen dabei.
Zitat von: Modernfashion am 13.09.2022 17:28
Ich kann jeden Satz nur unterschreiben!
Vermutlich wollen Männer nichts aus der Damenabteilung für sich übernehmen, weil sie nicht von ihrem gefühlt höheren gesellschaftlichen Rang gegenüber Frauen herunter wollen.
"Weibersachen" gelten deshalb für sie als nicht erstrebenswert.
Ich habe auch den Eindruck, dass diese Bastion in westlichen Gesellschaften erheblich bröckelt.
Umgekehrt war es für Frauen ein Anreiz, das höhere gesellschaftliche Prestige von Männern zu erreichen und haben deshalb dafür gekämpft, Hosen tragen zu dürfen.