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Warum gewagte Männermode der Modeschöpfer nicht zieht

Begonnen von christian, 19.10.2010 23:53

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christian

Servus Rockers,

das ist jetzt mal meine ganz persönliche These:

Die 'gewagten' Designerklamotten (*) kosten ein Schweinegeld. Das kann man/frau sich nur leisten, wenn man unverschämt viel verdient. Und unverschämt viel verdienen bis auf Ausnahmen im wesentlichen Männer. Und diese müssen sich sehr genau an Spielregeln inkl. Kleiderordnung halten, um überhaupt beim Spiel um das große Geld mitmachen  zu dürfen. Also nix mir gewagter  Klamotte. Die gibt's dann eben nur am Vorzeigeweibchen.

Vermutliche eigne ich mich nicht mehr als Vorzeigemännchen. Sonst könnte ich ja mal versuchen, mir eine dieser Frauen zu angeln, die unverschämt viel Geld verdienen. Aber ob die dann nett ist? Und Bier dürfte ich dann wohl auch nicht mehr trinken. Stattdessen ehr hungern.
Bleibe ich doch bei meiner allerbesten Ehefrau und kaufe bei BonPrix. :)

ciao, christian

(*) mit 'gewagten' Designerklamotten meine ich alle am Mann sonst unübliche Kleidung, die auf dieversen Laufstegen vorgeführt wird.
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!

MasinAD

Hallo Christian!

Dazu habe ich erst gestern im Gespräch mit Freunden wieder feststellen dürfen: Es gibt außergewöhnliche und gutaussehende Kleidung für Männer. Im Gegensatz zur Frauenmode dringt die aber nicht in die Niedrigpreisbereiche vor. Ich habe das vor Jahren mal anhand von Korsetts für Frauen schon mal feststellen dürfen: Viele Frauen und Mädchen finden Korsetts toll und würden auch welche tragen. Sie werden sich aber nicht durchsetzen, bis es halbwegs tragbare Korsetts für um die 50 Euro bei H&M, C&A, Pimkie, Orsay oder sonstwo gibt. Und ähnlich sieht es auch mit gewagter Herrenmode aus: Kein Mann mag tief in die Tasche greifen für Kleidungsstücke, mit denen er sich einem gewissen Risiko aussetzt. Ich möchte nicht darüber spekulieren, ob sie es überhaupt tragen würden, solange der Preis jenseits von gut und böse ist.

LG
Masin

Jürgen64

Hallo Christian,

die Frage mag zwar grundsätzlich korrekt sein, aber um etwas zu bewirken müsste man eher fragen:

"Was muss anders gemacht werden, damit gewagte Männermode der Modeschöpfer Erfolg hat?"

Gruß
Jürgen
Sei Du selbst. Von den anderen gibt es schon genug!

silixflox

Sie muss das Label von "IVES SAINT PAISON" tragen!
Lach

Nein, wenn das von verschiedenen Modemachern kopiert wird, dann wird es ein Renner und in den Billiglinien stehen.
Vorher vergesst es vorläufig.
Oder wir alle müssten an den gefeierten Modenshows als Rocker im Publikum stehen/sitzen.
Irgend wann fallen wir auf, und Man(n)/Frau wird sich fragen, hat das was an sich???
Aber wer von uns hat schon das nötige Kleingeld an jede Schicki Micki Party zu fahren.

Oder?

christian

Servus Masin,

Zitat von: MasinAD am 20.10.2010 10:14
Dazu habe ich erst gestern im Gespräch mit Freunden wieder feststellen dürfen: Es gibt außergewöhnliche und gutaussehende Kleidung für Männer.

Zum Beispiel was?

Zitat von: Jürgen64 am 20.10.2010 13:34
die Frage mag zwar grundsätzlich korrekt sein, aber um etwas zu bewirken müsste man eher fragen:

...

Nö, garnicht, Jürgen,

nicht fragen müsste mann, sondern machen. Und Du z.B. machst ja schon. Super. Prima. Weiter so!

ciao, christian
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!

Ce_Jäger

ich denke (auch) dass der Preis der Hauptgrund ist. Solang die Discounter (wie h&m oder c&a...) keine Männerröcke und Konsorten im großen Stil und breiten Preisspanne anbieten...

aber solang die "Modeschöpfer" nur völlig abgedrehte Männermode zeigen die zum einen nur einen bruchteil der Männer bemerkt und zum anderen maximal in speziellen Laden (keine Mehrzahl) angeboten wird - zum erstmal Probieren würde ich diesen mehraufwand nicht auf mich nehmen.

Selbst kleinere auf erweiterte Männermode spezialisierte wie anderslandinger usw. erreichen nur nen Bruchteil der Männer und haben einfach zu Hohe Preise für den Massenmarkt.

Ce.
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

Hansi1973

Nun ja, was bei den Prête-a-porter-Schauen so gezeigt wird, ist vielfach nicht lltgstuglich - weder auf der Straße, noch im Büro oder beim Opernball.

Allerdings - und das ist der Unterschied zu der Herrenkollektion - wird das, was halbwegs tragbar erscheint auch sofort von den Modelabels, bishin zu H&M und Quelle (o.ä.) übernommen, angepasst und angeboten.

Bei den Herren? Fehlanzeige! Selbst wenn alle namhaften Top-Designer für die nächste Saison klassische, aber scharlachrote Herren-Anzüge propagieren würden, so fände man solche bei C&A bestenfalls in Größe 128 oder 110, aber sicher nicht in Gr. 54 - und wenn, dann bestenfalls in einem ins siennabraun-changierenden Rubinrot.  :P


Ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben:
Nicht allein die Nachfrage bestimmt das Angebot - sondern umgekehrt!

Wenn es nur Anzüge in Schwarz gibt, kaufe ich mir doch davon nicht gleich zehn Stück, sondern bestenfalls soviel, dass ich während ich den einen tragen, den anderen zur Reinigung bringen kann und ggf. einen weiteren zum Schneider.

Und darum kaufen Männer meistens nur dann Klamotten, wenn die derzeit getragenen Modell verschlissen sind. Und nicht, weil es etwas neues zu kaufen gibt.

Männer haben aber auch Glück. Frauen kann man da auch leichter manipulieren.
Denen erzählt man das eine Jahr 7/8 Hosen sind der letzte Schrei; die nächste Saison sagt man, das wäre ein NoGo und nur ganze Hosen wären okay. So schafft man sich Absatzmärkte!
Für den Mann gibt es nur die 1/1 Hose. Alles andere reden ihm schon Mutter, Freundin, Frau, Bekannte aus.
Der Mann bringt nur dann Sachen zum Rot-Kreuz-Container, wenn er weiß, dass man daraus nur noch Putzlumpen machen kann.


Doch zurück zum Ausgangsthema:
Trotz all der Misere hast Du dennoch Recht. LEIDER!
Brad Pitt oder David Beckham sind auch schon im Rock zu sehen gewesen. Reaktion? Nieder schmetternd!
Die könnten sich durchaus von Nobel-Schneidern was tolles auf den Leib zaubern lassen, aber es wird ihnen medial vom Leib gerissen.

Dennoch denke ich, dass eine größere Öffentlichkeit auch zu einer "Normalisierung" führt.
Momentan sind all diese "typisch weiblichen" Accessoires am Mann etwas ungewohnt und lassen viele Leute irritiert schauen. Aber wenn jeder zehnte Mann auch mal Rock trägt, wird keiner mehr komisch schauen.

Die Haute-Couturiers müssen wir wohl nicht belatschern - die probieren es ja!
Eher müssen wir Druck auf die Einkäufer/ Designer der großen Ketten (H&M, C&A, P&C, usw.) ausüben und auch redaktionell auf Modetitel - von GALA bishin zu den Klamottentipps in der BRAVO oder MensHealth.

3 spacige Röcke bei H&M ins Regal zu hängen, wird niemanNden hinterm Ofen hervorlocken und/ oder berkräftigen,
es doch mal zu versuchen.

cephalus

Zitat von: christian am 20.10.2010 21:32
Servus Masin,

Zitat von: MasinAD am 20.10.2010 10:14
Dazu habe ich erst gestern im Gespräch mit Freunden wieder feststellen dürfen: Es gibt außergewöhnliche und gutaussehende Kleidung für Männer.

Zum Beispiel was?

Was tragbar ist und was nicht, ist mMn sehr vom Betrachter abhängig. Bei den bekannten Modenschauen gibt es vielleicht gelegentlich skurrilen Kopfputz o.ä. aber im allgemeinen finde ich die für Männer angebotenen Entwürfe oft eher tragbar als die für Frauen.

Nur: Männer würden mit diesen eigentlich weniger extremen Ideen mindesten ebenso auffallen wie Frauen in den untragbaren Haute Cauture fetzen – einfach weil die Abweichung zur norm größer ist.
Ich komme gerade aus Paris wieder wo ich etwas Freizeit genutzt habe um durch die Edeldesignerläden zwichen Oper und Concorde zu stöbern. Abgesehen davon, dass ich die Preise wenig ähm kaufmotivierend finde, gibt es dort schon ungewöhnlicheres und gleichzeitig für meinen Geschmack, Tragbares zu kaufen. Allerdings nicht so weit vom Mainstream entfernt, dass man angst haben müsste irgendwie damit an zu ecken.

Außerdem: Je weiter Mann sich im Interesse von Anzug und Schlabberjeans weg bewegt, desto mehr sollte sich die Figur einem (hunger)Modell annähern.
Für Menschen meiner Statur gibt's dort nur wirklich gut aussehende Anzüge (und das sagt ein Anzughasser ;-)

Ingo_ZS

@ Hansi 1973


Geil, Geil, Geil.... ;D ;D ;D


Besser hätte es hier niemand beschreiben können.


Gruss

Ingo

Rockmusiker

Ich habe in den letzten Wochen einige Bilder von Designerröcken und anderer ungewöhnlicher Herrenmode gesehen. Ehrlich gesagt, fand ich die meisten Entwürfe untragbar bzw. unsäglich. Manchmal habe ich den Eindruck, daß sich die Designer da nur austoben, um ein bischen Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne wirklich die Absicht zu hegen, etwas in der Herrenmode zu verändern. Man erinnere sich nur an die Latexkreationen mancher Designer in den 80er. Ich glaube nicht, daß die ernst gemeint waren, man hat die meines Wissens auch nur in den Modeschauen sehen können - und natürlich ähnliches in Sex-Shops. Vielleicht kann man solche Kreationen auch mit den Automobilstudien vergleichen, die immer wieder auf Messen zur Schau gestellt werden, aber nie wirlich in Serie gehen. Man läßt die Muskeln spielen und beobachtet, was von den neuen Ideen tatsächlich markttauglich ist.

Gut, davon abgesehen gibt es ja tatsächlich einige Hersteller von Männerröcken und die haben wohl auch etwas Erfolg. Aber sieht man die auf den großen Mode-Events? Ich glaube jedenfalls nicht, daß die großen Modehäuser viel dazu beitragen, daß Röcke für Männer populärer werden.

cephalus

Zitat von: Rockmusiker am 29.01.2011 00:24
Vielleicht kann man solche Kreationen auch mit den Automobilstudien vergleichen, die immer wieder auf Messen zur Schau gestellt werden, aber nie wirlich in Serie gehen.

Hi Rockmusiker,
der Vergleich zu Autos ist vielleicht gar nicht so schlecht: Auf den Messen / Modeschauens sieht man die Studien, in den Edelläden die kreativen und unbezahlbaren Luxusmodelle und auf der Straße Golf und H&M ...

Der einzige Unterschied ist evtl. dass weniger Männer ein Problem hätten sich mit einem Veyron sehen zu lassen, als mit manchem, was in Topdesignerläden hängt.

Cephalus

AsiaHarry

Hallo

Ja, schon witzig: Je mehr Geld ein Mann hat umso laaaaangweiliger ist sein Bekleidungsstil ??? ;D

Ce_Jäger

autos versus mode.

also ich mag die "zukunftautos" genausowenig wie die Laufstegmode...
ich finde diese typische Laufstegmode ist nur für Aufmerksamkeiterhaschen. Notfalls werden da die Modells ja ohne Kleidung über den Steg gejagt, nur damit *irgendwer* darüber berichtet...

Ce.
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

Jörg HH

Hallo in die Runde.

Die Laufstegmode würden auch Ottonormal-Frauen auf der Straße kaum tragen wollen. Das kann man wirklich nur zum Großteil als Experimentierfeld betrachten. Ebenso verhält es sich zumeist mit den gezeigten Männerröcken. Die gefallen mir in der Regel auch nicht. Mit solchen "Fummeln" kann ich mich auch nicht identifizieren.

Also machen wir unsere eigene "Mode".

Gruß Jörg

Asterix

Zitat von: Jörg HH am 29.01.2011 18:42
Also machen wir unsere eigene "Mode".

Mode in dem Sinne, was für jeden einzelnen "modern" ist, wo er sich wohlfühlt, und das ist "zeitgemäß".

Viel Spaß!

Gruß, Asterix
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" (Giovanni Bosco)