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Interreligiöser Dialog

Begonnen von MAS, 03.01.2015 15:41

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MAS

Und auch nicht alle Katholiken denken so.

Zudem hat der Papst zu anderen Themen auch sehr gute Statements von sich gegeben, z.B. in Bezug auf Mitweltschutz und Wirtschaft.

Man darf halt nicht erwarten, dass ein Papst unfehlbar sei!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Yoshi

Gestern bin ich an der Bushaltestelle ausgestiegen und war gerade auf dem Heimweg. Zwei junge Frauen, schätzungsweise Mitte 20, kamen mir entgegen. Beide trugen lange Röcke, wirkten etwas bieder und betrachten mich schon von Weitem. Sie wirkten fröhlich, mussten lachen und als wir uns näher entgegen liefen, fiel der Blick dabei eindeutig auf meinen Rock. Dann sahen sie mir tief in die Augen und ich hielt den Blick stand. Sie blieben stehen und sprachen mich an: "Entschuldigen Sie, dürfen wir Ihnen eine Frage stellen?" Ich dachte natürlich, dass nach dieser Reaktion eine Frage nach dem Rock kommt, jedoch war es folgende Frage: "Wir sind von der Heiligen Kirche Jesu Christi der letzten Tage. Haben Sie Interesse an einem Gottesdienst?" - "Nein, danke." - "Kennen Sie jemand, der Interesse daran hätte?" - "Nein, denke eher nicht." - "Wir geben Ihnen eine Karte mit, die können Sie jemanden schenken, der Interesse hat." - "Alles klar." - "Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag." - "Danke, gleichfalls."

Seit letzten November ist diese Gruppierung sehr aktiv in Frankfurt. Ich wurde schon öfter angesprochen, es dürfte schon sechsmal gewesen sein. Hauptsächlich passiert das an Bahnhöfen oder in der U-Bahn, aber auch auf der Straße. In meinem Stadtteil scheinen sie immer freitags zu sein, weil ich wurde bisher immer Freitagnachmittag nach Feierabend angesprochen. Jedenfalls sind das hauptsächlich junge Leuten von Anfang bis Mitte 20, mit amerikanischem Akzent, die aber perfektes Deutsch sprechen, sehr bieder angezogen und gebildet sind. Bisher waren es allerdings alles sympathische junge Menschen, die nicht zu aufdringlich sind. Manche wollten mich auch mehr in ein Gespräch verwickeln als diese jungen Damen und stellten tiefsinnigere Fragen.

Ich nehme an, dass es eine organisierte Missionierungsaktion ist. Es kommt zwar immer mal wieder in einer Großstadt vor, dass man von unterschiedlichsten religiösen Gruppierungen angesprochen wird, aber die Häufigkeit und Regelmäßigkeit (immer freitags) deuten doch sehr auf eine größere geplante Aktion hin. Mich würde es mal interessieren, wie ihre biblische Auslegung in Bezug auf Kleidung ist. Sie sind stets bieder gekleidet, aber keineswegs "schlecht" angezogen. Die jungen Männer tragen immer schwarze Anzüge mit Hemd und teils Krawatte, die jungen Frauen immer Röcke in neutralen Farben wie weiß, schwarz, grau und dazu eine ebenso neutrale Bluse. Ich könnte mir vorstellen, dass das thematisiert werden würde, wenn ich als Interessent einen Gottesdienst besuchen würde.

Skirtedman

#707
Soweit ich weiss, sind das junge Menschen, die organisiert für mehrere Monate oder ein ganzes Jahr nach Europa geschickt werden, um eben für ihre Glaubengemeinschaft zu werben.

Der Freitag dürfte kein Zufall sein, weil die Handlungsaufforderung, zum Sonntags-Gottesdienst zu kommen, ja buchstäblich vor der Tür steht.

Das Wertesystem dieser Gemeinschaft dürfte dem der vergangenen 50er Jahre entsprechen. Und Röcke sind nur an weiblichen Gemeindemitgliedern vorgesehen. Ich meine zu wissen, dass sie mit Frauen in Hosen auch schon einen Wertekonflikt haben. Ein potentielles Argument "Gleichberechtigung" für die Kleidungsfreiheit am Mann dürfte da nicht auf Verständnis treffen.

Dass sie dennoch so offen und fröhlich mit Dir in Kontakt traten, vermute ich, weil sie in Dir eine Seele gesehen haben, die vielleicht noch zu retten ist. Vermutlich würdest Du sogar im Rock an Deinem ersten Gottesdienstbesuch und in der anschließenden gemeinsamen Gesellschaft teilnehmen können ohne ausgestoßen zu werden, vermutlich wirst Du aber auch schnell spüren, wie aktiv man sich um die Rettung Deiner Seele bemüht.

Einige dieser jungen Menschen bleiben nach Ablauf ihrer Zeit in Europa dann auch diesseits des Atlantiks, gründen schön brav neue Familien und zumindest die Männer steigen dann oft höherwertig in den Dienst ihrer Glaubensgemeinschaft ein.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Lieber Yoshi, lieber Wolfgang,

das Thema "KJCdHdLT hatten wir ja schon mal: https://www.rockmode.de/index.php?topic=4967.msg186226#msg186226

Mehr nachher.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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MAS

#709
Also: Bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist es üblich, als junger Mensch ein Jahr lang in einem anderen Land zu missionieren. Die kommen dann in Gemeinden und dort in Privatfamilien unter, und zwar so, dass sie ein paar Monate in einer Familie wohnen und dann zu einer anderen wechseln. Und auch ohne diesen Missiondienst werden ehrenamtliche Arbeiten in der Kirche ganz groß geschrieben.

Die jungen "Elders" und "Sisters" sind oft schon von weitem als solche zu erkennen. Ich erkannte mal welche über die Kennedybrücke in Bonn als solche, was sich bestätigte, als wir uns näher kamen. Die Jungs tragen lange Hosen, Hemden, meist mit Krawatten, wenn es kalt ist Jacken, die Mädchen Röcke und Blusen oder Kleider. Die bis vor kurzem üblichen Rucksäcke wurden kürzlich in Umhängetaschen getauscht. Aber auch so wirken sie immer etwas uniformiert. Ihre Vornamen haben sie auf schwarzen Ansteckern an der Keidung.

Im Tempel tragen die Kirchenmitglieder besondere Kleidung, sogar mit besonderer Tempelunterwäsche.

Ich habe seit einiger Zeit öfter mit ihnen zu tun, wie schon im Beitrag vom 5.12.2023 geschrieben. Man sieht auf den Fotos hinter dem Link an der jungen Dame mit dem roten Oberteil und der schwarzen Hose, dass die Kleidungsvorschriften nicht immer so eng sind. Diese junge Dame ist Mitglied der Kirche, stammt aus den USA und hat das Gespräch moderiert. Und es sind auch noch weitere Kirchenmitglieder auf den Fotos zu sehen, die sich kleidungsmäßig nicht von den anderen abgebildeten Menschen unterscheiden. An meinem Rock hat auch niemand Anstoß genommen.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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MAS

A propos Religion und Kleidung. Ich fand gestern diese beiden Artikel über eine Pfarrerin, die vor ihrer Pfarrstelle auch schon meine Kollegin an der Uni war:

https://www.evangelisch.de/inhalte/149612/23-04-2018/wie-der-talar-pfarrerinnen-veraendert
https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=9067

Ich finde diese beiden Beiträge sehr interessant.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Yoshi

#711
Ich weiß nicht, ob das Zufall war oder so beabsichtigt ist: Die Männer waren immer alleine unterwegs und die Frauen jedes Mal zu zweit.

MAS

Das kenne ich auch anders, nämlich dass auch die Elders zu zweit unterwegs sind. Ob es auch Paare aus einem Elder und einer Sister gibt, weiß ich dagegen nicht.

LG, Micha
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Skirtedman

Nein, noch nie gesehen.

Ausserdem ist mein Eindruck, dass Männer überwiegend Frauen ansprechen und Frauen überwiegend Männer. Ich denke fast, das ist Konzept. Sie wollen mit ihrem geflegten Äusseren mehr als nur religiösen Eindruck hinterlassen, also mit einer gewissen Attraktivität diese als Türöffner für das Religiöse einsetzen.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Ich wurde schon von Männern und von Frauen angesprochen.

Aber natürlich wollen sie einen positiven Eindruck machen. Und den machen sie auch interrelgiös neuerdings, was ich sehr gut finde. Mit ihrer Theologie kann ich dagegen wenig anfangen. Aber ich muss ja auch nicht an ihre Inhalte glauben, um mit ihnen interreligiös zu dialogisiereun und in zusammenzuarbeiten.

LG, Micha
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Yoshi

Ich wurde in den vergangenen Monate häufiger von Männern als von Frauen angesprochen. Die Männer haben mir halt mehr diese tiefsinnigeren Fragen gestellt ("Glaubst du an Gott?", "Wie denkst du, kann der Mensch Kontakt zu Gott aufnehmen?", etc.), um mich dann zum "Reden" in der Gemeinde einzuladen. Die Frauen stellten mir nie diese theologischen Fragen, dafür eher zum Sozialen Umfeld ("Haben Sie eine Familie?", "Haben Sie Freunde, die interessiert sind?"). Sie luden mich auch nie zum "Reden" ein, sondern für den Gottesdienst. Männer duzten mich, Frauen siezten mich. Bei Männern war das Intellektuelle im Vordergrund, bei Frauen das Soziale. Sehr klassisches Rollenmodell.

MAS

Lieber Yoshi,

wenn es Dir recht ist, könnte ich Deine Erlebnisse mal Freunden, die der Kirche angehören, zum Lesen schicken. Dann könnten sie sich dazu äußern und die Fragen, die damit verbunden sind, beantworten.

Zugleich wäreen es sicher für sie selbst interessante Rückmeldungen.

Der eine Freund ist auf gemeindeebende in Bielfeeld, der andere auf Gemeindeebene in Offenbach und auf Bundesebene füt den interrel. Dialog zuständig.

Was meinst Du?

LG, Micha
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Yoshi

Zitat von: MAS am 10.03.2024 17:38
Lieber Yoshi,

wenn es Dir recht ist, könnte ich Deine Erlebnisse mal Freunden, die der Kirche angehören, zum Lesen schicken. Dann könnten sie sich dazu äußern und die Fragen, die damit verbunden sind, beantworten.

Zugleich wäreen es sicher für sie selbst interessante Rückmeldungen.

Der eine Freund ist auf gemeindeebende in Bielfeeld, der andere auf Gemeindeebene in Offenbach und auf Bundesebene füt den interrel. Dialog zuständig.

Was meinst Du?

LG, Micha

Ja, mach mal. Bin schon gespannt, was sie dazu antworten.

Yoshi

#718
Heute morgen habe ich wieder eine Gruppe junger Damen gesehen. Sie wirkten auf mich bieder (aber nicht schlecht!) gekleidet und allesamt trugen lange Röcke. Jeden Mittwochmorgen, wenn ich auf den Bus warte, treffen sie sich zur gleichen Zeit an der Kreuzung. Die Zahl schwankt zwischen vier und dreißig jungen Damen, aber meist sind es zwischen acht und zwölf. Ich nehme an, dass sie zu den Mormonen gehören, von denen ich in kurzwöchigen Abständen immer mal wieder zu Missionierungszwecken angesprochen werde. Sowohl in meinen Nachbarstraßen als auch in der U-Bahn. Ich berichtete ja einige Male schon davon.

Bei meiner Recherche über Google fand ich heraus, dass die häufigen Begegnungen in meinem Frankfurter Stadtteil nicht zufällig sind. Zwei Straßen weiter von meinem Zuhause befindet sich nämlich deren Kirche, die sogar Hauptverwaltungssitz der Mormonen in Europa ist und als Dreh- und Angelpunkt der europäischen Missionierung fungiert. Ich laufe da fast täglich vorbei und dachte immer, dass es eine freikirchliche Pfingstbewegung sei. Dort treffen sich häufig junge Gemeindemitglieder, um zu musizieren, Federball zu spielen oder natürlich auch zum Gottesdienst. Die Leute machen immer einen sehr freundlichen und zufriedenen Eindruck. Das wirkt nach einem lebendigen Gemeindeleben.

MAS

Da fällt mir ein, dass ich die Frage noch gar nicht an meine beiden Bekannten geschickt habe. Werde ich noch tun.

Ich wusste nicht, dass in Frankfurt ein solches Europazentrum ist, kenne nur deren Deutschlandzentrum in Friedrichsdorf.

LG, Micha
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