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Kopftuch-Streit in Ludwigsfelde (maz-online)

Begonnen von Asterix, 12.08.2016 03:41

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Asterix

Beleidigte Tunesierin verlässt die Stadt

Beim dritten Tischtennis-Training in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) wird eine junge Tunesierin wegen ihres Kopftuchs kritisiert. Sie fühlt sich zutiefst beleidigt. Gerade erst war sie beim Neubürger-Empfang der Stadt begrüßt worden. Der Tischtennisclub hat sich entschuldigt. Doch die Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik verlässt Ludwigsfelde.


Weiter hier: http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Beleidigte-Tunesierin-verlaesst-die-Stadt

Meine Anmerkung dazu: Diesen Artikel bringe ich nicht, weil ich über den Inhalt des Korans und über dessen Auslegung diskutieren möchte, sondern weil im Zusammenhang mit dem Tragen eines Kopftuches (aus welchen Gründen auch immer) sehr ähnliche Argumente, die auch gegenüber Männern mit einem alternativen Kleidungsstil, vorgebracht und ge- und missbraucht werden.  Bei Männern wird das Geschlecht in Zweifel gezogen, bei Frauen kommt die Frage nach der Religion, zumindest hinsichtlich des Kopftuches. Beides mMn Argumente, um die Selbstentfaltung zumindest in Sachen Kleidung in Zweifel zu ziehen...
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" (Giovanni Bosco)

high4all

#1
Wenn ich mir die Kommentare in der Zeitung zu dem Artikel anschaue, fürchte ich, dass Deine Absicht, nicht über den Koran bzw. Islam zu diskutieren, mißlingen wird.

Abgesehen davon spielt der Beweggrund zum Tragen eines Kopftuches schon eine Rolle. Wenn es ein religiöser ist, kommst Du um eine Diskussion kaum herum.

Insofern hat das Thema ein großes Potenzial zum gegenseitigen "in die Pfanne hauen". Leider.

Hier tragen Männer Kopftuch im Iran:

http://www.welt.de/vermischtes/article157408111/Warum-iranische-Maenner-jetzt-ploetzlich-Kopftuch-tragen.html

http://www.n-tv.de/panorama/Maenner-tragen-aus-Protest-Kopftuch-article18338716.html
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Asterix

Trotzdem sollte es meines Erachtens egal sein, warum mann/frau ein Kleidungsstück trägt...selbst wenn viele das nicht so sehen. Die in den Kommentaren schimpfen, sind meinstens auch die, die Männern die Kleidungsfreiheit verderben wollen...
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" (Giovanni Bosco)

MAS

Es ist ein Kampf um Symbole, auf dem Rücken bzw. dem Kopf der Frauen. Einige Länder verpflichten Frauen zum kopftuchtragen, andere verbieten es ihnen. Nur die Frauen selber fragt keiner. D.h. in Deutschland ist es ja nicht verboten, auch wenn dieser Trainer es wohl gerne so hätte. Manche Frauen reagieren dann auch trotzig und beleidigt, was auch nicht sooo konstruktiv ist. Aber sie sind halt auch nur Menschen.

Ich muss aber sagen, dass ich als rocktragender Mann solche Anfeindungen selten erlebt habe.

LG, Michel 
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

high4all

Zitat von: MAS am 12.08.2016 11:11
Aber sie sind halt auch nur Menschen.


LG, Michel 
Gratulation!

Du bist mit dieser Erkenntnis weiter als manche männlichen Zeitgenossen in Deutschland und der Welt.

LG
Hajo
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

MAS

Zitat von: high4all am 12.08.2016 19:20
Zitat von: MAS am 12.08.2016 11:11
Aber sie sind halt auch nur Menschen.


LG, Michel 
Gratulation!

Du bist mit dieser Erkenntnis weiter als manche männlichen Zeitgenossen in Deutschland und der Welt.

LG
Hajo

Dabei ist das doch keine Erkenntnis, die der Rede wert wäre, Hajo, sondern wirklich eine Selbstverständlichkeit.

So verstehe ich übrigens auch Humanismus: Nicht nur im Sinne von Orientierung an griechisch-römischer Antike und erst recht nicht nur im Sinne von Atheismus, sondern im Sinne, Menschen als Menschen mit ihrer Würde, aber auch ihren Schwächen anzuerkennen.

LG!
Michel
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Tine

Hallo Michael,

wie versteht der Atheismus den Humanismus? Sieht ein Atheist keine Würde für den Menschen vor?
(Ich frage neugierig interessiert, nur damit hier kein Missverständnis aufkommt.)

Viele Grüße
Tine

MAS

Zitat von: Tine am 12.08.2016 19:55
Hallo Michael,

wie versteht der Atheismus den Humanismus? Sieht ein Atheist keine Würde für den Menschen vor?
(Ich frage neugierig interessiert, nur damit hier kein Missverständnis aufkommt.)

Viele Grüße
Tine

Doch, liebe Tine, die Idee der Würde der Menschen wird gleichermaßen von Theisten und Atheisten vertreten und gebrochen.

Was ich meine, ist, dass der Humanistische Verband, der ja atheistisch orientiert ist, kein Alleinvertretungsrecht für den Humanismus hat.

LG!
Michel
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

JoWi

Zitat von: Asterix am 12.08.2016 03:41
...um die Selbstentfaltung zumindest in Sachen Kleidung in Zweifel zu ziehen...
und (in der Antwort drauf) "Abgesehen davon spielt der Beweggrund zum Tragen eines Kopftuches schon eine Rolle. Wenn es ein religiöser ist, kommst Du um eine Diskussion kaum herum."

Genau das läßt eher bezweifeln, ob das Kopftuchtragen etwas ich echter Selbstentfaltung zu tun hat.

Johannes

MAS

Zitat von: JoWi am 13.08.2016 09:48
Zitat von: Asterix am 12.08.2016 03:41
...um die Selbstentfaltung zumindest in Sachen Kleidung in Zweifel zu ziehen...
und (in der Antwort drauf) "Abgesehen davon spielt der Beweggrund zum Tragen eines Kopftuches schon eine Rolle. Wenn es ein religiöser ist, kommst Du um eine Diskussion kaum herum."

Genau das läßt eher bezweifeln, ob das Kopftuchtragen etwas ich echter Selbstentfaltung zu tun hat.

Johannes

Das musst Du dann mal die kopftuchtragenden Damen fragen. Du bekommst dann ganz verschiedene Antworten.

Und was ist, wenn eine gut mystisch antwortet, es komme nicht auf Selbstentfaltung, sondern auf Selbsteinfaltung an?

LG!
Michel
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!


Jo 7353

Es ist kein Jahrhundert her, als ein Kopftuch eine in ländlichen Gegenden öfter getragene Kopfbedeckung von nicht muslimischen Frauen in Deutschland war. Da störte es niemand, oder wurde nur als Indiz für bäuerliche Frauen angesehen. Erst durch die religiöse Aufladung durch den Islam wird es zum Streitthema.
Für uns folgt daraus vor allem, daß wir die symbolische Aufladung des Männerrocks vermeiden sollten, um nicht auf ähnliche Weise eine Ablehnung zu provozieren, die eigentlich nur den verknüpften Botschaften gilt.

Gruß,
Jo
Der Rock ist kein Geschlechtsmerkmal.

Asterix

Selbst meine kürzlich verstorbene Großmutter trug bis vor nicht allzu langer Zeit Kopftuch. Jedenfalls hab ich dies noch erlebt. Insofern liegst du vollkommen richtig, Jo.

Gruß
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" (Giovanni Bosco)

Bruno

Hallo zusammen,

ich kann die letzten beiden Beiträge aus eigener Erfahrung nur bestätigen und unterschreiben.

herzliche Grüße

Bruno

Tine

Hallo zusammen,

der große Unterschied war, dass die einheimischen Frauen auf dem Land in dem Kopftuch ein praktisches Kleidungsstück sahen/sehen und kein bisschen mehr. Sie konnten es ohne seelische Probleme abnehmen, mussten es nicht tagein tagaus tragen.
Sie haben ihr Kopftuch nicht thematisiert, sie haben es einfach getragen, wenn es angebracht war und abgenommen, wenn sie es nicht für nötig gehalten haben. (Sie waren auch nicht beleidigt, wenn sie jemand gebeten hat, das Kopftuch abzunehmen, zum Beispiel in der Schule.)

Warum drängt sich mir gerade der Gedanke an die zwei großen Gruppen im Rockmodeforum auf? Die einen, die einfach machen, in einem Rahmen, in dem es in Ordnung ist, mal Hose oder gar Anzug tragen und die andern, die mit großem Eifer eine Randerscheinung zur Normalität erheben wollen? ???

Viele Gtüße
Tine