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Seminar in Rock und Leggings

Begonnen von MAS, 13.01.2020 00:23

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MAS

Ich war am WE auf einem Seminar in einen katholischen Hause, hielt dabei einen Vortrag, und trug die ganze Zeit einen kurzen Rock, 50-DEN-Leggings und Stiefel, sowie Hemd und Pullover. Absolut niemand thematisierte meine Kleidung, und ich führte viele gute Gespräche, viele fragten mich nach meinem Vortragsinhalt, der Seminarleiter will mich gerne wieder einladen (ich war jetzt zum dritten Mal dort). Nur abends beim Bier, als wir über Verhältnisse zu unseren Müttern sprachen, erzählte ich von dem loyalen Verhalten ihrem rocktragenden Sohn gegenüber, als sie schon einiges über 70 war, und einer der beiden Gesprächspartner, ein Kunsthistoriker, meinte, Röcke für Männer seien eigentlich immer ganz normal gewesen.

Ich genoß es, auch so gekleidet, als ganz normal wahrgenommen zu werden.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Pablo

Super toller Erfahrungsbericht ich wünschte ich würde den Mut haben im Rock unterwegs zu sein :)
mach weiter so  :)
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MAS

Danke, lieber Pablo!

Ich habe inzwischen über 20 Jahre Rockerfahrung in Deutschland und Umgebung. Ich habe mich damals langsam herangetastet, mir also die nötige Zeit gelassen, aber das Ziel geduldig verfolgt. Und auch jetzt noch erfahre ich immer wieder mal neue Weiterentwicklungen, so eben Vorträge im kurzen Rock und Leggings. Hatte ich schon vor Jahren auch gemacht, aber es wird jetzt normaler. Mal sehen, wann ich im Sommer auch im luftigen Sommerkleid nicht nur in der Freizeit unterwegs sein werde, sondern auch Vorträge halte. Vereinsvorstandsitzungen im Kleid habe ich schon mitgemacht.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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JJSW

Lieber Micha
Vielen Dank für Deinen Bericht vom Seminar im Rock. Alles gut gelaufen, wünsche weiterhin so viel Erfolg.
Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

MAS

Danke, lieber Jürgen!

LG, Micha
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radix

Lieber Micha,

vielen Dank für den tollen Bericht! Er wird sicher viele von uns motivieren, auch öffentliche Termine im Rock wahrzunehmen. Du bist da ein schönes Vorbild.

Dabei war gestern ein ganz besonderer Tag für dich, denn du hattest Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch im Nachhinein und alles Gute für das neue Lebensjahr!

Viele Grüße

Radix




MAS

Ja, vielen dank, lieber Radix. Auf dem Seminar haben mir um Mitternacht in der Kneipe sogar zwei ein Ständchen gesungen.
Jetzt bin ich 55, blicke auf gut 21 Jahre öffentlichen Rocktragegenuss zurück (das Sarongtragen in Sri Lanka 1986 und das Fasnetsschottenkostüm 1991 nicht mitgerechnet) und denke, man sollte schon als kleiner Junge ganz selbstverständlich die Kleidungsfreiheit haben, die wir uns hier so mühsam erarbeiten. Wenn wir dazu Vorbilder sind, ist das gut!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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McKilit

Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Meinen Respekt für deinen Mut und für das voran treiben.
Auch von mir alles Gute zu Deinem Geburtstag.

MAS

Zitat von: McKilit am 13.01.2020 16:51
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Meinen Respekt für deinen Mut und für das voran treiben.
Auch von mir alles Gute zu Deinem Geburtstag.

Danke, lieber McKilit,

Na ja, Mut: Ich probiere ein neues Outfit meistens zuerst privat aus, dann versuche ich es hier oder da in einem ehren- oder auch hauptamtlichen Umfeld, zunächst mal an einem Termin, nehme  keine negativen Reaktionen wahr, weite den Aktionsradius aus, und gehe in jedes neue Feld ja mit den positiven Erfahrungen der anderen Situationen hinein, so dass ich schon das Gefühl habe, nichts Ungewöhnliches zu tun.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Matthias

Ich finde das auch super von Micha. Sich im Rock vor eine Gruppe zu stellen und einen Vortrag halten ist ja nochmal eine ganz andere Sache. Es schauen einen schließlich alle an und man hat die ganze Aufmerksamkeit der Leute auf sich gerichtet.

Grüße Matthias

high4all

Und es spricht sich in der ganzen "Branche" rum. Hat den Vorteil, dass man an anderen Orten nicht neu anfangen muss, wenn die Kunde schon vorab bei den Leuten ankommt.

Wie ich darauf komme? Heute in einem Telefonat mit einem mir unbekannten Kollegen, der mich noch nie gesehen hat, fragte er, ob ich im Rock/Kleid zu einem neuen Einsatzort (Asse) fahren will oder vielleicht eine Ausnahme mache für drei Tage. Weil im Bergbaubereich die Leute konservativ sind. Hat sich in unserer Branche schon herum gesprochen, dass es da einen Kollegen gibt, der..... ;)

Natürlich hätte ich keine Ausnahme gemacht (der Einsatz hat sich erübrigt). Untertage gibt es ohnehin Schutzkleidung. die Leute hätten mich nur in der Umkleide erlebt.

Verstecken ist gar nicht so einfach, wenn man über einen längeren Zeitraum Röcke trägt.

Das Snoopy-Kleid finde ich auch süß. Eben typisch Frau. ::)
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

MAS

#11
Ich trage in der Uni ja schon Jahre Rock, aber neu ist, dass ich seit einigen Wochen auch kurz mit Leggins/Strumpfhose trage.  Die beiden vorherigen Seminare in diesem Hause, in dem ich jetzt war, hatte ich auch schon berockt absolviert, aber lang. Aber wie gesagt, jedes Erfolgserlebnis bestärkt den  nächsten Versuch. 

LG, Micha
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Lars

Zitat von: MAS am 13.01.2020 00:23
... und einer der beiden Gesprächspartner, ein Kunsthistoriker, meinte, Röcke für Männer seien eigentlich immer ganz normal gewesen.

Wow, was für ein Statement!
Und ein sehr schönes Erlebnis, von dem du da berichtest. Spektakulär unspektakulär, sozusagen.

Letzen Samstag hatte ich ein ähnliches unspektakuläres Erlebnis. Ich war auf einer Informationsveranstaltung, gehörte aber zu den Gastgebern. An diesem Abend war ich für den Empfang der Gäste zuständig, was natürlich in einem schicken Outfit durchgeführt werden wollte. Kurzer schwarzer Trägerrock mit recht durchscheinender schwarzer Strumpfhose, dazu einen dünnen, eleganten, hellen Rollkragenpullover. Es war sehr unaufgeregt, ich behaupte sogar, einige der Gäste haben beim Einlass gar nicht mitgekriegt, daß ich einen Rock anhatte. Es gab nur eine einzige Reaktion, die ich auch nur gehört habe, nachdem die betreffende Dame schon ein paar Schritte weitergegangen war: "Ich habe noch nie einen Mann im Rock gesehen!" Den Rest hab ich nicht mehr mitgekriegt, die Dame war dann außer Hörweite. Im Laufe der etwa zweistündigen Veranstaltung, auf der ich übrigens von ca. 25 Personen der einzige Mann war, gab es dann keine weiteren direkten Reaktionen von Seiten der Gäste. Die Gastgeberschar kennt mich allerdings schon lange nur mit Rock.

Viele Grüße,
Lars

MAS

Ja, lieber Lars, so spektakulär unspektakulär (schone Begrifflichkeit!) läuft das ab. Unsere Mitmenschen sind zumindest passiv viel reifer für den Mann im Rock oder den Rock am Mann als wir ihnen oft zusprechen. Das kann doch jetzt nur noch für jeden, der gerne möchte, aber sich nicht traut, ein mutmachender Wink sein. Und je mehr sich trauen und Röcke tragen, desto normaler wird es von allen wahrgenommen.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

GregorM

Zitat von: high4all am 13.01.2020 18:18

Natürlich hätte ich keine Ausnahme gemacht (der Einsatz hat sich erübrigt). Untertage gibt es ohnehin Schutzkleidung. die Leute hätten mich nur in der Umkleide erlebt.


Das finde ich gut von dir, Hajo. Und unverschämt von deinem Kollegen. Man ist, wer man ist.

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor