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Klimawandel

Begonnen von MAS, 04.08.2021 16:07

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MAS

Na ja, CO2 versus Radioaktivität: Das eine durch das andere zu ersetzen ist wir Regen und Traufe oder Teufel und Beelzebub.

Es geht m.E. auch nicht so sehr um den absolute Ausstoß pro Land, sondern pro Kopf. 1,8% bei 80 Mio Menschen. So muss man rechnen. Und entsprechend bei anderen Ländern auch. Dann kommt man zu anderen Verhältnissen.

Aber eins ist klar: Wir betreiben Klimaschutz tatsächlich nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Ich nehme mich da nicht raus, sondern wir haben uns alle einen sehr luxuriösen Lebenstil angewöhnt, auf den wir ein Recht zu haben glauben. Dabei ist der derzeitige Luxus noch vor wenigen Jahrzehnten nicht so gewesen, steigerte sich aber kontinuierlich. Und das wollen gerne alle Menschen so haben, also nicht alle, aber in allen Ländern gibt es viele, die es so wollen. So wir wir es haben wollten, wie die Amerikaner, so wollen es viele, so wie wir es haben.

Und wir träumen von einer Wundertechnik, die das erlaubt: Vollkommen klimaunschädlicher Superluxus.

Ob das wohl realistisch ist?

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Forgotten Fashion

#571
Ein Kohlekraftwerk stößt ein vielfaches an Radioaktivität aus, als ein Atomkraftwerk. Atomkraftwerke sind die einzigen Kraftwerke, die ihre Rückstände nicht unkontrolliert in die Biosphäre abgeben.
Was die Gefährlichkeit angeht, sind Atomkraftwerke trotz der Havarie der Atomwaffenfabrik Tschernobyl weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Am gefährlichsten sind Wasserkraftwerke (Staudämme) und Kohlekraftwerke. Auch die Windkraft holt inzwischen gewaltig auf!

Der Atommüll ist nur dann gefährlich, wenn man direkt mit ihm in Kontakt kommt. Bereits 5 m Grantigestein, 5 m Wasser oder Steinsalz reichen für die Abschirmung völlig aus. Da der Atommüll aber nur in vergleichsweise winzigen Mengen anfällt, ist das technisch leicht beherrschbar. Im Untergrund gibt es wesentlich gefährlichere Dinge (z.B. Schwermetallerze), die auch sehr viel leichter ins Grundwasser gelangen, als der Inhalt eines Atommüllbehälters.

Unser Lebensstil ist trotz allem Luxus einer der sparsamsten aller Industrieländer. China hat uns inzwischen in den Pro-Kopf-Emissionen weit überholt. Von den USA reden wir erst gar nicht.
Trotzdem hat Deutschland bislang nur als Abschreckung gedient, was Dekarbonisierung angeht. Auch, weil wir das nur auf dem Papier tun, mit maximal wirtschaftsschädlichen Maßnahmen.

Zwurg

Ich hab gestern einen Beitrag geshen, das Deutschland seinen CO² Austoß gegenüber 1990 um 30% reduziert hat.
Dagegen China und Indien oder auch der Iran, ihren CO² Ausstoß um über 300% gesteigert haben.

Es bleibt kein Liter Gas und Rohöl in der Erde, nur weil wir sparen. Die anderen freuen sich nur über den geringeren Weltmarktpreis.

Und da es nur ein Weltklima gibt, bringt es meiner Meinung nach nichts auf biegen und brechen, bei uns den CO² Austoß zu reduzieren, und dabei die Grundlagen unserer Wirtschaft und unseres Wohlstandes zu zerstören. Das heißt nicht nur ein reduzierter Wohlstand, für die meisten, sondern für einige existenzielle Not. Und Not schafft Gewalt, Kriminalität und Unsicherheit. Da möchte ich persönlich nicht hin.

Das 8 Milliarden Menschen Klimaveränderungen mit sich bringen, muss allen klar sein. Und das in relativ kurzer Zeit. Als meine Eltern geboren wurden, gab es ca. 2,5 Milliarden Menschen, als ich Mitte der 60iger geboren wurde ca. 3,5 Milliarden.

Ich persönlich betrachte 21 Grad im Wohnzimmer während des Winters für ein Minimum um mich darin wohlzufühlen, ich kenne aber Leute die sich die Gasrechnung nicht leisten können und dann bei 15 Grad in der Bude sitzen. Und da hört dann der Spaß auf, finde ich.

Eine Mobilität mit Auto ist für mich da ich auf dem Land lebe, auch ein muss. Von E-Mobilität halte ich aus mehreren Gründen nichts. Letztlich ist das nur teuere Augenwischerei.

Der Augenblickliche Weg Deutschlands und Europa halte ich für einen Irrweg, der uns alle sehr teuer zu stehen kommen wird.

Was sollten wir also tun?

Da Öl und Gas endliche Güter sind, sehe ich die Lösung im Technologiewandel, hin zu Methanol. Bevor jetzt wieder einige aufschreien, ich meine nicht in Deutschland, sondern in Äquatornahen Zonen, dort ist Sonnenenergie eine berechenbare Größe und ich bin der Überzeugung dass man dort mit Solarkraftwerken günstiges Methanol oder Silan herstellen könnte. ich habe einmal gelesen, dass wenn man 10x10 km in der Sahara mit Solarzellen bedecken würde, den Energiebedarf Europas decken könnte und mit 100x100km den Energiebedarf der ganzen Erde.

Nun werden einige sagen nur Strom direkt, verbrauchen ist gut. Aber es gibt ein kleines HIndernis zwischen Europa und den Äqatornahen Zonen: das Mittelmeer.
Was wir dagegen bereits haben ist eine hervorragende Infrastruktur für Flüssigkraftstoffe.
Und wenn wir den in Massen erzeugen erschaffen wir einen geschlossenen Kreislauf


Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Zwurg

Was ich noch dazu sagen wollte:
Es gibt auch Klimaeinflüsse, die der Mensch nicht beeinflussen oder Vorhersehen kann.
Zum Beispiel Vulkanität.
Im 19. Jahrhundert gb es 2 sehr große Vulkanausbrüche mit großen Auswürfen in die oberen Athmosphährenschichten, die das Klima auf viele Jahre beeinflusst haben.
Ich denke dass wir die imposanten Gletscher der vorletzten Jahhundertwende, die teils auch in Fotografien festgehalten wurden, dem Ausbruch des Krakatau zu verdanken haben.

in den letzten 140 Jahren gab es keine vergleichbaren Vulkanischen Ereignisse.

Eine zweite natürliche Ursache ist die Sonnentätigkeit. Man spricht seit Jahren auch von einer erhöhten Sonnentätigkeit. Und vor kurzem wurden mehrmals Nachts eindrucksvolle Fotos von Polarlichtern hier in Oberbayern gemacht.

Dann gibt es auch noch die Plattentektonik, die dazu führt, dass in einigen Erdregionen, der Meeresspiegel steigt, während er in anderen Regionen gleich bleibt oder fällt.
(wo er steigt, wird es natürlich nur dem Mensch gemachten Klimawandel zugeschrieben)
Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Forgotten Fashion

#574
Das Problem ist ganz einfach:
Um aus 10.000 km² Photozellen Solarstrom zu erzeugen, ist eine vielfache Menge an Resourcen notwendig, als wenn man die gleiche Strommenge aus Kernenergie erzeugt (laut einer Studie des DLR beträgt der Faktor bis zu 1100 (Deutschland), in einer Wüste werden es immer noch Faktor 250 - 500 sein). Dementsprechend fallen am Ende auch die vielfachen Kosten an.

Dazu kommt: Mit Solarenergie ist nur ein intermittierender Betrieb (nachts scheint keine Sonne) mit maximal 20%  - 25% Volllaststunden möglich, was die Anlagenkosten um mindestens den Faktor 4 - 5 treibt. Dazu kommen noch horrende Umwandlungsverluste (Power to Fuel: 70 %. Power-to-Gas-to-Power: 75 - 80%).

Mit anderen Worten: Technisch möglich wäre das, aber niemals finanzierbar. Wir reden hier von Preisen pro kWh von deutlich über ein Euro, bei "grünem Wasserstoff" sogar noch eher mehr. Auch die Speicherung von Strom als Gas oder in Batterien bringt Kosten über ein Euro pro kWh. Und das sind alleine die Anlagen- und Infrastrukturkosten.

Zum Vergleich: Kernkraftwerke liefern rund um die Uhr und planbar Strom für 4 ct / kWh, Erdgas kostet um die 5 ct/kWh.

Kernbrennstoff für Fissionskraftwerke ist für mindestens 1000 Jahre vorhanden, Fusionsbrennstoff für länger, als die Erde noch existieren wird (> 1 Milliarde Jahre).

high4all

#575
ZitatZum Vergleich: Kernkraftwerke liefern rund um die Uhr und planbar Strom für 4 ct / kWh,

Und hinterlassen strahlende Souvenirs. Deren Entsorgungskosten bei der Rechnung tunlichst unterschlagen werden.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.... ::)


Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Forgotten Fashion

"Und hinterlassen strahlende Souvenirs. Deren Entsorgungskosten bei der Rechnung tunlichst unterschlagen werden. "

Die Entsorgungskosten einschließlich Kraftwerksrückbau nach ca. 60 Jahren sind bei den genannten Zahlen - im Gegensatz zu Windenergieanlagen und Photovoltaik, die alle 20-25 Jahre erneuert werden müssen - bereits enthalten.

Ein AKW produziert pro Jahr gerade einmal ein 200-Liter Faß Abfall, der sich durch Wiederaufarbeitung auf etwa einen Putzeimer reduzieren lässt.  Dem steht eine Strommenge von 420 TWh = 420.000.000 kWh gegenüber.

Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk emittiert für die gleiche Strommenge 10 Millionen Tonnen CO2 bzw. verbrennt rund 3 Millionen Tonnen Kohle. Dabei werden auch gigantische Mengen Radioaktivität in die Umwelt verteilt (Radon, C14, und andere Isotope). Dazu entstehen noch tausende Tonnen Schlacke und Asche, die ebenfalls giftig und krebserregend sind.

Den Abfall aus den Kernbrennstäben verglast man, vergießt ihn in Edelstahlbehältern und lagert ihn in einem Bergwerk ein. Das radioaktive Material ist damit nicht mehr wasserlöslich.
Wie das ganz ohne Hysterie geht, macht Finnland gerade vor. Die Kosten pro kWh liegen im Bereich einiger 1/100 Cent.
Dieser Stollen (500 m tief) wird am Ende der Einlagerung mit Beton vergossen und damit hat sich auch eine eventuelle Bewachung erledigt. Von der Radioaktivität ist bereits nach spätestens 10 m Gestein nichts mehr zu messen, da dann die natürliche Strahlung des Granits bereits höher liegt, als die durchdringende Strahlung des Atommülls.

doppelrock

Wenn etwas daran ist, dass Dual Fluid-Reaktoren den Atommüll deutlich verringern können, wären sie mittelfristig eine Lösung. Mir liegen aber keine konkreten Zahlen vor, nur die Aussage, dass seit 2016 welche im betrieb sind. Vielleicht weiß jemand genaueres?
Irgendwoher muss ja auch der Strom kommen, wenn man weitere 26000 Kommentare schreiben will. Mit Windmühlen allein wird das nix ;-)

MAS

Interessant, dass wir hier alleswissende Experten haben.  ???

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

JJSW

#579
Nur wieso sind die hier in einem Forum für Röcke und nicht in den Beratungsgremien der Bundesregierung?

Vielleicht würde dann die Politik besser funktionieren...
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

GregorM

Zitat von: JJSW am 16.06.2024 04:38
Nur wieso sind die hier in einem Forum für Röcke und nicht in den Beratungsgremien der Bundesregierung?

Vielleicht würde dann die Politik besser funktionieren...

Da bin ich mir nicht so sicher, aber wären sie dort vollbeschäftigt, wären wir hier ihren "Wahrheiten" los. Auch nicht schlecht.
Gruß
Gregor

Zwurg

Würde die Mitglieder dieses Forums die Bundesregierung stellen, gäbe es möglicherweise ebenso viele Streitereien, wie in der momentanen Gesellschaft.

Vielleicht würde es aber auch besser laufen, weil wir hier einen Querschnitt durch die Bevölkerung haben. Ich glaube wir haben hier niemand ohne Berufsausbildung.
Keinerlei Berufspolitiker. Niemand der von einer Lobby infiltriert wird.
Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Rockie

Zitat von: GregorM am 16.06.2024 12:04
Zitat von: JJSW am 16.06.2024 04:38
Nur wieso sind die hier in einem Forum für Röcke und nicht in den Beratungsgremien der Bundesregierung?

Vielleicht würde dann die Politik besser funktionieren...

Da bin ich mir nicht so sicher, aber wären sie dort vollbeschäftigt, wären wir hier ihren "Wahrheiten" los. Auch nicht schlecht.

Da stellt wieder mal Jemand seine Meinung als die einzige Wahrheit dar! Und will die Gegenstimmen möglichst loswerden 🤮

Forgotten Fashion

ZitatInteressant, dass wir hier alleswissende Experten haben.  ???

Die Diplomurkunde über meinem Schreibtisch, ausgestellt von der Universität Karlsruhe weist mich zwar nicht als "Experten" aus, aber als Fachmann für Elektroenergiesysteme. Stromerzeugung durch Kernkraftwerke (und der Aufbau und die Funktion der verschiedenen Reaktortypen) war damals Prüfungsstoff.

Zudem bin ich fast in Sichtweite des AKW Philippsburg aufgewachsen, deren umgfangreiche Informationsangebote ich ebenfalls genutzt habe. Auch Kernenergie ist relativ einfache Physik und radioaktive Strahlung ist exakt berechenbar und beherrschbar.


P.S.: Lobbyismus ist per se unverzichtbar in einer Demokratie, da nur so die unterschiedlichen Interessen Gehör bekommen. Problematisch wird es, wenn bestimmten Lobbygruppen mehr oder ausschließliches Gehör geschenkt wird (wie z.B. sogenannten NGO, die auch nichts anderes sind, als Wirtschaftsunternehmen mit einer oft knallharten Agenda).

P.P.S.: Der Unterschied zwischen "Experte" und "Fachmann" ist der, dass Experten in aller Regel selbsternannte Autodidakten ohne einen entsprechenden Ausbildungshintergrund sind.

MAS

"Fachmann/Fachfrau" oder "Expert:in" werden zumeist synonym verwendet.

Ich bin in Bezug auf Kraftwerke weder das eine, noch das andere. Meine Allgemeinbildung sagt mir aber, dass in Fukushima mehr Radioaktivität frei wurde, als von einem ähnlich havarierten Kohlekraftwerk ausgegangen wäre. Und sie sagt mir, dass noch unsere Nachfahren in Zehntausenenden von Jahren mit unserm radioaktiven Müll umgehen werden müssen. Mit einer stark mit CO2, Methan usw angereicherten Atmosphäre haben auch noch lange Generationen nach uns ihre "Freude".

Deswegen sage ich, dass sich beides wie Regen und Traufe verhalten.

LG, Micha

Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

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