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Im Rock auf der Arbeit

Begonnen von MAS, 03.11.2022 16:29

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Skirtedman

#660
Zitat von: MAS am 12.09.2023 23:46
Also sind die Eltern der heutigen Kinder/Jugendlichen anders drauf als die Eltern vor 10 Jahren?

LG, Micha

Worauf Deine Frage basiert, stützt sich ein gutes Stück auch auf die Perspektive eines Einzelfalls.

Darum lässt sich die Frage anhand eines Einzelfalls (gezielt auch die 10 Jahre, die Du nanntest) nicht hinreichend beantworten.

Statt 10 würde ich eher 15, 20, 30 Jahre in die Frage einsetzen. Und in diesem Zeitraum gesehen: Ja, auf jeden Fall!

Ist natürlich auch kein großes Wunder, da hierzulande die Generationenabfolge innerhalb 25 - 30 Jahren stattfindet. Und jede Generation entwickelt sich von der vorherigen in irgendwelchen Weisen (und Sichtweisen) fort.

Und ich denke, jede Entwicklung wird besonders von den jüngeren als Weiterentwicklung gesehen. Besonders von den älteren wird nicht alles an Fortentwicklung als Weiterentwicklung angesehen bzw. befürwortet. Das merken wir ja in anderen Bereichen mehr oder weniger an uns selber. Wir tun uns schwer, jugendliche soziale Plattformen als grundsätzliche Bereicherung anzuerkennen oder die ständige Präsenz des Handys im öffentlichen Raum halten wir auch nicht unbedingt als Glücksfall der Fortentwicklung.

Jetzt in Bezug auf die eigentliche Fragestellung hier im Diskussionsverlauf: Ja, die Eltern und damit die jeweiligen Kinder haben sich sozial deutlich weiterentwickelt als wir es in den 80ern noch vorgefunden haben. Wir mit unseren Neigungen beobachten das als positive Bereicherung.

Ich selbst empfinde die nachwachsenden Generationen als deutlich sozialkompetenter und empathischer als wir das in unserer Generation in den jeweils verschiedenen Altersstufen selber waren.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Skirtedman

Zitat von: GregorM am 13.09.2023 08:05

Es ist wirklich unvorstellbar leicht geworden, einen Rock zu tragen.

Gruß
Gregor,

Ja, das empfinde ich auch so.

Und ich finde diese Feststellung wert, sie noch einmal herauszuheben.

Natürlich beim Thema "Im Rock auf Arbeit" sind da die Hemmnisse noch einmal hürdenreicher. Ganz klar.

Aber im privaten Umfeld kann ich ebenso ganz klar wiederholen:
"Es ist wirklich unvorstellbar leicht geworden, einen Rock zu tragen."

Wenn nicht gerade ein Revolution stattfindet, dann sind gesellschaftliche Veränderungen ein schleichender, zäher, aber im im Gang befindlicher Prozess. Und bis sich sich gesellschaftliche Veränderungen in die Arbeitswelt einschleichen, ist nochmals ein sehr langsamer, schleichender Prozess.

Die Arbeitswelt als solche ist sehr konservativ, von den wirklich konservativen Branchen erst gar nicht zu reden. Einzig Kampagnen oder Start-Ups mit oftmals entsprechenden neuen Geschäftsideen schaffen es relativ leicht, neue gesellschaftliche Strömungen aufzugreifen und in die Arbeitswelt mit Nachdruck einzubringen. In den kleineren mittelständischen Unternehmen sickert sowas eher langsam ein. Da haben große, oftmals auch konservativ und zäh geltende Konzerne wiederum den Vorteil, dass der einzelne Mitarbeiter in der firmeninternen Anonymität ein wenig untergeht und sich auch ggf. einen größeren Freiraum erlauben kann als Mitarbeiter einer 50-, 100-Mitarbeiter-Firma.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

SW Michl

#662
Zitat von: Peter55Muc am 13.09.2023 08:02
Würde wirklich gerne mal so im Büro sein, wird wohl ein Wunsch bleiben.

Dass du Hemmungen hast, den Wunsch plötzlich auf einmal umsetzen, verstehe ich. Aber was hindert dich - bei all den positiven Beispielen im Forum - dich der Erfüllung des Wunsches in kleinen Schritten immer mehr anzunähern.

Ich weiß nicht, in wie weit du jetzt schon mit Rock in die Öffentlichkeit gehst oder nicht. Für mich war jedenfalls war der erste Schritt der schwerste, nämlich in einer völlig fremden Stadt mich zwischen den Menschen zu bewegen. Alles andere war nur noch Konsequenz daraus.

Irgendwann gehst du auch in die eigene Stadt. Ein paar Monate lang. Dann sieht dich ein Bekannter und erzählt es den anderen und niemand wird mehr überrascht sein. Vielleicht verabredest du dich mal abends mit einem Kollegen - die Gelegenheit für die nächste Stufe. Und danach kannst du auch so ins Büro, wenn es keinem Dresscode widerspricht und mal kein Kundenkontakt zu erwarten ist. Du wirst sehen, alles wird mit der Zeit selbstverständlich.

Nur eins würde ich nicht machen - vorher um Erlaubnis fragen. Das gibt Diskussionen mit sich verhärtenden Fronten.

Liebe Grüße
Michael

Skirtedman

Ja, richtig, nicht vorher um Erlaubnis fragen!

Und auch nicht vorher jemanden befragen, was er/sie davon hält, wenn er/sie Dich noch nie live im Rock erlebt hat.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

GregorM

Zitat von: Peter55Muc am 13.09.2023 08:45
Zitat von: GregorM am 13.09.2023 08:06
Mit Schuhen sollte es wohl möglich sein?
Die Schuhe wären wohl das kleinste Problem 😜

Dänische Ironie.

Ich hoffe, dass du den Mut aufbringst.

Gruss
Gregor
Gruß
Gregor

Yoshi

Zitat von: Peter55Muc am 13.09.2023 08:02
Würde wirklich gerne mal so im Büro sein, wird wohl ein Wunsch bleiben.

Ich denke mittlerweile eher so, dass ich mich nicht mehr verstecken will. Wenn es meinem Arbeitgeber nicht passen würde, dann würde ich mir einen Anderen suchen, der damit kein Problem hat. Bei meiner neuen Stelle bin ich schon gleich am ersten Tag im Rock und lackierten Fingernägeln erschienen. Ich dachte mir: "Entweder ihr akzeptiert mich so oder ihr sucht euch einen anderen!" Man richtet sich im Leben oft viel zu sehr an Anderen und achtet zu wenig darauf, was einem selbst gut tut.

Peter55Muc

Ich habe mal im Aldi einen alten Mann getroffen, der einen Rock und Stumpfhosen trug.
An der Kasse stand ich hinter ihm und ich sagt ihm, dass ich es toll finde das er das macht und ich zu Hause auch gerne Röcke trage, aber mich öffentlich nicht trauen würde.
Er meinte nur, dass er inzwischen zu alt sei um sich zu verstecken und eigentlich auch nur sehr selten darauf angesprochen werden würde.
Das fand ich toll und ich traue mich inzwischen auch an manchen Tagen öffentlich mit Rock und Strumpfhose unterwegs zu sein, aber meistens habe ich erhebliche Zweifel und traue mich nicht vor die Tür und verzichte auch zu Hause darauf.
Sind halt so Stimmungsschwankungen bei mir, kanns auch nicht erklären.

LG Peter

Silkman

Hallo Peter,

Stimmungsschwankungen sind ganz normal, wie Ebbe und Flut, Vollmond und Neumond, Sonntag und Montag.

Und an wievielen Tagen (gerade die glutheissenTage) hab ich mir vorgenommen, endlich mal im Rock zur Arbeit zu gehen - um es dann nicht zu tun. Und an wievielen hab ich keinen Gedanken drauf verschwendet...

Nur zu Hause ist das übliche Ritual: Schuhe weg, Hose weg, Rock her  :)

grüßt
Jürgen

Jean

#668
Zitat von: owlrocker am 07.09.2023 16:21
Da hast Du sicherlich recht, Jean. Noch bin ich nicht soweit. Deine Outfits gefallen mir übrigens auch. Meistens trage ich zu dem Rock auch eine Strumpfhose. Meiner Meinung nach, sollte jeder sich so kleiden wie er möchte. Und wenn einer Blümchenkleider, High Heels usw. tragen möchte, soll er das doch tun. Mein Ding ist das zwar nicht, aber warum sollte mich das stören?

Danke das dir meine outfits gefallen für mich muss es einfach praktisch sein. Da sind für mich shorts mit strumpfhosen einfach ideal und zu dem noch das ganze jahr gut tragbar.
Ich war die letzten zwei wochen in den ferien darum die späte antwort🤗
Ich finde auch das jeder mensch das tragen sollte was er mag.
Ob rock oder hose ist egal hauptsache man fühlt sich wohl👍 Also lass dir zeit🙂
I will wear tights even if it's 100 degrees outside.
Tights are my safety blanket."
- Zooey Deschanel

Yoshi

Bereits vor einigen Tagen habe ich von meinem Kindergartenalltag berichtet und auch eine negative Reaktion beschrieben:

Zitat von: Yoshi am 08.09.2023 22:03
Ein Vater beschwerte sich bei einer Kollegin: Er möchte wissen, als was ich mich identifiziere, er sei gegen Frühsexualisierung und ich soll hier nicht meinen Fetisch ausleben.

Nun gesellt sich eine zweite Reaktion von einer neuen Mutter hinzu. Es wurde sich diesmal wieder bei Kolleginnen beschwert. Sie meinte: "Ich bin ja tolerant, aber...". Allerdings konnte sie nicht genau erklären, was sie stört. Ein Mann im Rock würde nicht ihren Werten entsprechen und sie überlegt, dass sie ihr Kind aus der Einrichtung abmeldet. Beim Nachhaken wiederholte sie nur diese Sätze. Sie unterstellt mir "Propaganda".
Meine Kolleginnen haben für Toleranz und Offenheit plädiert und meine Leitungen haben sich heute auch nochmal zu meiner Kleidung geäußert. Sie stehen hinter mir und ich muss mir deswegen keine Sorgen machen. Mein Kleidungsstil habe nichts mit meiner Arbeit zu tun: "Du könntest morgen geschminkt kommen oder dir die Haare grün färben. Da hat niemand Anderes reinzureden. Das ist deine persönliche Entscheidung." Abgesehen davon würden mich die Kinder "feiern" für meinen Nagellack und meine Röcke.
Es stärkt unglaublich, wenn man weiß, dass alle hinter einem stehen und von so negativen Einzelmeinungen lasse ich mich nicht unterkriegen.

MAS

Ich wüsste gerne mal, wie diese Frau ihre Werte beschreibt, denen Du angeblich nicht entsprichst, lieber Yoshi!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

cephalus

Genau Deine Frage habe ich mir auch gestellt, Micha!

Vermutlich können die Leute nicht formulieren, welches Problem sie genau haben.

hirti

Tut mir leid für dich Yoshi dass du solche Reaktion erlebst. Es ist wohl das, wovor sich jeder hier fürchtet bevor er zum ersten Mal im Rock oder Kleid in die Arbeit geht.

Mütter gehen oft recht radikal vor wenn es darum geht, ihre Kinder vor etwas zu schützen von dem sie meinen dass es davor geschützt werden sollte.

Super wenn deine Vorgesetzten zu dir stehen und drück dir die Daumen!


high4all

#673
Zitat von: Yoshi am 19.09.2023 21:29
Bereits vor einigen Tagen habe ich von meinem Kindergartenalltag berichtet und auch eine negative Reaktion beschrieben:

Zitat von: Yoshi am 08.09.2023 22:03
Ein Vater beschwerte sich bei einer Kollegin: Er möchte wissen, als was ich mich identifiziere, er sei gegen Frühsexualisierung und ich soll hier nicht meinen Fetisch ausleben.

Nun gesellt sich eine zweite Reaktion von einer neuen Mutter hinzu. Es wurde sich diesmal wieder bei Kolleginnen beschwert. Sie meinte: "Ich bin ja tolerant, aber...". Allerdings konnte sie nicht genau erklären, was sie stört. Ein Mann im Rock würde nicht ihren Werten entsprechen und sie überlegt, dass sie ihr Kind aus der Einrichtung abmeldet. Beim Nachhaken wiederholte sie nur diese Sätze. Sie unterstellt mir "Propaganda".
Was solchen Leuten gemeinsam ist, ist ihre Feigheit vor einer direkten Konfrontation. Sie trauen sich nicht, Dich direkt anzusprechen und versuchen es hintenrum. Bei einem direkten Gespräch besteht für diese Menschen die Gefahr, dass sie möglicherweise von Deinen Argumenten berührt werden und ihr Weltbild* ins Wanken kommen könnte.

*Vater: Mann im Rock = schwul/Fetisch = Frühsexualisierung
*Mutter: Mann im Rock = linksgrüne Propaganda

Solche indirekten Beschwerden sind mir nicht bei der Arbeit, aber in der Freizeit begegnet. Einmal im Nähkurs und einmal im Gymnastikkurs, wo mir die Leiterinnen davon berichtet haben.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Skirtedman

Zitat aus dem Probier-Thread:
Zitat von: hirti am 20.09.2023 14:23
Ja, Gehschlitze vorne sind tatsächlich eine recht unbequeme Mode.
Ich habe einen sportlichen Jeansrock von New Yorker. Der sollte eigentlich mit Midilänge recht unproblematisch sein. Er hat aber auch einen Gehschlitz vorne in der Mitte bis übers Knie sodass ich im Büro doch wieder saumäßig aufpassen muss wie ich mich zu jemandem hinsetze.

Ja, das ist es aber, was Dein Rocktragen im Ansehen Deiner männlichen Kollegen leicht in Misskredit bringen kann: Wenn Deine Kleiding Dir sichtbare Aufmerksamkeit abverlangt.

Männer glauben, dass ihre Alltagskleidung praktisch ist und sie sich unterm Tag nicht damit beschäftigen müssen, sie also den Kopf frei haben, ihrer Arbeit uneingeschränkt nachgehen zu können. Lenkt Dich Dein Rock auch nur 3 sichtbare Sekunden von Deiner Arbeit ab, wird das oft von anderen als lästig und unnötig wahrgenommen.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?