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Im Rock auf der Arbeit

Begonnen von MAS, 03.11.2022 16:29

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Lars

Hmmm, mein Lieber, auf mich wirkt dieses Outfit extrem altbacken. Und die Midi-Länge des Rocks haut irgendwie auch nicht hin, hier kann allerdings die Perspektive des Fotos täuschen.
So cool wie deine Nicht-Büro-Outfits teilweise sind, so uncool finde ich deine bisher gezeigten Büro-Outfits. Die sind meist sehr konservativ.
Aber vielleicht schwappt das eine ja in das andere hinein, dann sehen wir hier bald richtig geile Büro-Geschichten von dir 8) ;D

Viele Grüße,
Lars

radix

Hallo Hirti,

die Reaktion von Lars kann ich nicht so recht nachvollziehen. Natürlich ist dein Outfit vielleicht etwas "konservativ", aber aus meiner Sicht vorzeigbar und tragbar, auf jeden Fall absolut bürotauglich. Allerdings mag ich als Endsechziger auch eine andere Sichtweise haben als jüngere Rockträger unter uns. Mir selbst gefallen auf jeden Fall Midi-Röcke mit ausgestellter A-Form sehr. Und auch der Rest deines Outfits ist doch absolut stimmig.

Viele Grüße

Radix

Skirtedman

#692
Farblich alles recht gut abgestimmt, hirti!

So kannst Du sicherlich unter die Leute gehen und mit Deinen Kollegen kollaborieren.

Dennoch tendiert mein persönlicher Eindruck auch ein wenig weg davon, meinen Geschmack getroffen zu haben. Leicht altmodisch à la Lars´ Urteil mag da mitschwingen. Mich stört nun auf dem großen Display jetzt auch ein wenig der Materialmix zwischen Strickjacke und glattem Rock - durchaus grundsätzlich möglich, was genau mich daran stört, kann ich noch nicht einmal genau benennen - vielleicht ist der Strick doch eine Spur zu grob, oder ist es die Farbnuance, die der Strick durch seine Struktur mit einbringt.

Was mich bereits auf dem kleinen Display meines Handys störte: a) Ich finde, die A-Linie des Rocks mit seiner Materialsteifheit schmeichelt Deiner Figur nicht gänzlich. Sie zaubert eine Silhouette, die - vielleicht mischt da auch die Perspektive noch ein klein wenig mit - zu sehr den Rock in Dominanz bringt, Deinen Oberkörper incl. dem wichtigsten, was Du vermutlich mit ins Büro bringst: Deinen Kopf so gänzlich zur Nebensache erscheinen lässt. Mich dünkt fast, eine Nummer kleiner dieses Rockes hätte Dir auch gestanden.
Verstärkt wird das noch von b) dem dominanten Gürtel mit der noch mehr um Dominanz buhlenden Gürtelschließe (oder wie das da in der Mitte heisst ... Schnalle eben). Hierzu fallen mir zwei Dinge ein:
nämlich zwei ganz wesentliche Stilelemente, die in der Damenmode häufig eingesetzt werden, um die Trägerinnen niedlicher wirken zu lassen:
ba) entweder alles ein wenig niedlicher, enger, körperbetonter zu gestalten als im Verhältnis zu Männersachen (daher oft auch die etwas zu kurzen Ärmel, oder 3/4-Ärmel z.B.)
bb) oder ganz konträr, Dinge plakativ groß zu gestalten, wie z.B. große Blumenprints, übergroße Puffärmel, Oversized-Pullis, sehr auffallend große Knöpfe etc.
Und zu dem Fall bb) zählt eben auch die Breite des Gürtels, die Gürtelschnalle noch mehr, aber auch die Silhouette des Rocks.

Nicht, dass es in der Männermode nicht auch manchmal wuchtige Elemente, z.B. Gürtelschnallen gäbe. Die sind zwar eher die Ausnahme, dann aber auch oft mit einer Schwere, mit Ecken und Kanten versehen.

Mir steckt in Deinem Outfit - entschuldige, wenn ich mal wieder soweit aushole - unterhalb Deiner Rippenbögen zuviel wuchtige Niedlichkeit, die Deinem Typ meines Erachtens nicht gerecht wird. Vielleicht - um mal etwas konstruktiv zu sein - würde ein dunkleres Oberteil, aber dafür eine mindestens ähnlich helle (wie der Rock) oder noch hellere Jacke dieser ganzen Wirkung etwas Schärfe nehmen.

Willkommen im Alltag, Hirti! Deine Rockbegeisterung ist im Alltag angekommen. Da kann nicht jedes Outfit bis ins letzte Detail immer ausgefeilt sein. Da muss man auch mal Unzulänglichkeiten in Kauf nehmen. Deine Kollegen werden Dich dafür nicht steinigen. Und manchen Kollegen gefällt vielleicht ein Outfit von Dir, was mir super gefällt, weniger und dafür das hier, das ich gerade "auseinander genommen habe", vielleicht super. Man kann es freilich nicht allen Recht machen. Im Alltag nimmt man manchmal bewusst auch einige Unzulänglichkeiten in Kauf, macht Kompromisse (vielleicht weil irgendwas gerade einen Fleck hatte, oder man nicht so viel Zeit für das Optimum aufbringen konnte, oder ein unpassendes Licht hatte). Manchmal ist man aber auch so gedanklich in ein bestimmtes Teil verliebt, das man unbedingt an diesem Tag tragen möchte, und übersieht, dass die darum gebaute Kombination Schwachstellen hat - sowas kommt bei mir im Alltag immer wieder vor - vielleicht sogar bei jedem dritten Outfit von mir...

Also, Hirti: Super! Deine Röcke sind im Alltag angekommen! Und das ist das wichtigste, was zählt!!!
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

hirti

Hallo!

Es hätte mich auch gewundert wenn kein Kommentar wie der von Lars gekommen wäre, und eigentlich habe ich auch schon auf das Wörtchen "bieder" gewartet.  ;)
Mir fällt nämlich auch selber auf dass ich auf dem Foto aussehe wie eine dienstbeflissene Sekretärin aus den 1950er Jahren. Das schöne an Röcken ist ja, dass man damit so viele unterschiedliche Stylings erzeugen kann und das hier mag ich. Ich mag diesen Hemd-im-Rock-Look mit dem über-dominanten Rock und Gürtel weil er so anders ist als das normale männliche.
Ein weiterer Aspekt ist natürlich auch dass ich einfach mein Styling in der Arbeit nicht zu sexy gestalten will. (gilt nicht für die Weihnachtsfeier.  ;) ) Der Midirock ist einfach ungleich praktischer unproblematischer und weniger irritierend für Kollegen mit denen man zusammensitzt, als ein kürzerer Rock.
Viele Gestaltungsmöglichkeiten die ich im privaten Umfeld nutze (feminine Schuhe, hohe Absätze, sexy Strumpfwaren Damen-Oberteile...) lasse ich in der Arbeit erst mal bleiben.

Lars,
Trägst du eigentlich Röcke in der Arbeit?
Nachdem du hier wirklich einen geschmackvollen und beeindruckend-opulenten zur Schau trägst, würde mich interessieren wie du dich dann in der Arbeit präsentierst?

Skirtedman,
danke mal wieder für deine ausführlichen Kritiken und Anregungen.
Wie du richtig sagst ist Rock tragen im Alltag nicht das gleiche ausnahmsweise beim Ausgehen Rock tragen.

Radix,
dankeschön!   :laugh:

Timper

@ Hirti, abgesehen von der Farbe ( mag halt schwarz) finde ich ihn gut. Kein Aufreißer, eher zurückhaltend. Ich finde mittlerweile diese etwas längeren Röcke insofern schön weil sie auch schwingen und schaukeln. Hat irgendwie was.
Vielleicht wäre es ein kleinwenig kürzer besser. Aber wenn es Leder ist wird es schwierig das anzupassen. Bei Stoff ist das einfach. Man ist eben auf die Hersteller angewiesen.
Und da du kein Laufsteg schaulaufen machst ist es auch völlig nebensächlich.
Ich denke das passt zu einem sensiblen, schwierigen Arbeitumfeld. Das ist nun wahrlich kein Platz für sexy Schaulaufen wie mancher hier meint und es selber auch auch nicht praktiziert.
Anderen aus dem Home Office Ratschläge zu geben ist billig.
Rock tragen? Ich darf das! Dress to Impress!
Schwarz ist bunt genug! :-)
Bis es was Dunkleres gibt, als Schwarz trage ich Schwarz!

Lars

Zitat von: hirti am 22.11.2023 07:59
Lars,
Trägst du eigentlich Röcke in der Arbeit?
Nachdem du hier wirklich einen geschmackvollen und beeindruckend-opulenten zur Schau trägst, würde mich interessieren wie du dich dann in der Arbeit präsentierst?

Auf der Arbeit trage ich grundsätzlich keine Röcke, wie ich hier irgendwo schonmal geschrieben habe.
Meine Arbeitskleidung besteht aus einer hellen Jeans und einem farbigen T-Shirt. Quasi so etwas wie Praxiskleidung bei Physiotherapeuten oder ähnlichem.
Alles andere wäre völlig ungeeignet und würde unnötige Fragen aufwerfen oder Verwirrung stiften beim Kunden.

cephalus

#696
Ja, es gibt Tätigkeiten, da passt ein Rock einfach nicht, egal ob ihn ein Mann oder eine Frau trägt. Selbst wenn es prinzipiell möglich wäre.

Ja, meine Kollgen können mich gerne im Rock sehen, wie vermutlich deine Kunden auch, aber nur ausserhalb der beruflichen Tätigkeit.

Lars

#697
Ein paar meiner Kunden wissen um meine modische Vorliebe oder haben mich sogar schon im Rock gesehen.
Aber das ist kein Grund für mich, auf der Arbeit einen Rock anzuziehen.
Auch bei meinem Zweitjob im Laden trage ich nie einen Rock. Da wissen es übrigens alle, sogar die meisten Kunden.
Im Falle dessen, daß ich selber nur zum Einkaufen da bin, kann es schonmal vorkommen, daß ich einen Rock oder ein Kleid anhabe. Das interessiert dort aber im Grunde niemanden mehr.

Jean

Hallo Hirti

Mir gefällt dein outfit ohne wenn und aber 🥰
Farblich sehr fein abgestimmt schlicht und chic👍
Lg, Jean
I will wear tights even if it's 100 degrees outside.
Tights are my safety blanket."
- Zooey Deschanel

Delme-Didi

Hi,

Mir gefällt das Outfit auch sehr gut. Farblich super abgestimmt. Wäre auch was für mich. Habe auch einige Röcke in der Länge. Auch wenn ich max. Knielang vorziehe.

Gruß Delme-Didi
Grüße vom Delme-Didi

Yoshi

#700
Bei mir auf der Arbeit wird von drei Familien Stimmung gegen mich gemacht und ich werde den Arbeitsplatz wechseln. Meine aktuelle Einrichtung ist als "Problemkita" in einem sozialen Brennpunkt bekannt. Ich bin dort als Springerkraft eingesetzt, doch der Träger will mich dauerhaft in der Kita einsetzen, weil ich eine gute Arbeit mache. Leider haben sie einen Wechsel abgelehnt, weswegen ich kündigen werde und einen neuen Träger suche.

Üble Beschwerden wurden aber nur hinter meinem Rücken gemacht. Sie haben mich bei meinem Team und meiner Leitung wegen meiner Röcke und meines Nagellacks angefeindet. Auf mich persönlich ist keiner zugekommen, weil man dazu zu feige ist. Ich habe sogar Gespräche angeboten, aber das wurde abgelehnt. Einige Eltern haben sich zwar für mich stark gemacht und gesagt, dass sie deren Problem nicht verstehen, aber die Mehrheit schweigt dazu. Eine Mutter instrumentalisiert auch ihre Kinder, die mich in den letzten Wochen beschimpfen wie beispielsweise "Geh nach Hause und zieh dir eine Hose an."

Hier mal eine kleine Auflistung, was diese Familien bei meinem Team über mich äußerten:
"Gibt es hier keinen Dresscode? In meinem Land wäre sowas nicht erlaubt."
"Als was identifiziert der sich denn?"
"Der möchte die Kinder beeinflussen und trägt die Röcke extra nur für die Kita. Ich habe ihn nämlich schon in Hosen einkaufen gesehen."
"Das ist nicht mit meinen Werten vereinbar."
"Ich bin ja tolerant, aber sowas geht zu weit."
"Ich habe nichts gegen Schwule, aber ich bin gegen Frühsexualisierung."
"Ich möchte nicht, dass so ein Mann meine Tochter wickelt."
"Der soll nicht mit meiner Tochter auf Toilette gehen."
"Ich habe Angst, dass sich das mein Sohn bei ihm abguckt und er dann auch Röcke wie ein Mädchen tragen will."
"Ist das ein Fetisch?"
"Ich werde mein Kind abmelden, wenn er nicht geht."
"Ich möchte nicht, dass mein Sohn so wird wie er."

Mir wird das langsam zu heikel, sodass ich einen Schlussstrich ziehen muss, um mich zu schützen. Ich finde es schade, dass diese Menschen so aggressiv und negativ eingestellt sind. Es ist schon krass, wie sehr ein Stück Stoff und ein bisschen Farbe manche Menschen so dermaßen triggern können.

In meiner vorigen Einrichtung war mein Erscheinungsbild kein Problem und ich wurde sogar von vielen Familien gefeiert. Ich werde mir deshalb meine neue Stelle auch wieder in diesem Stadtteil suchen. Bei meinen Hospitationstagen werde ich selbstverständlich Rock und Nagellack tragen!

Albis

Oh, das tut mir leid, Yoshi. Du bist Deiner Zeit eben so weit voraus, manche nicht mehr hinterherkommen. Ich drück Dir die Daumen, dass Du schnell einen neuen Job findest, wo Dich alle akzeptieren oder gar feiern.

LG, Albis

MAS

Auf der anderen Seite gibt es doch mehr Nachfragen als Kita-Plätze, auch wenn per Gesetz jedes Kind einen Anspruch darauf hat.
Wenn also die Trägerleitung Deine Arbeit für unverzichtbar hält, lieber Yoshi, könnte sie diesen Eltern nahelegen, sich eine ander Kita zu suchen.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Yoshi

#703
Der Knackpunkt ist, dass die Leitung mich nicht wirklich schützt. Sie meidet das Gespräch mit den Eltern. Ich werde mit der Problematik leider alleine gelassen. Zudem hat sie mich als psychisch labil hingestellt und mir eine verzerrte Wahrnehmung der Realität vorgeworfen. Ich bin da sehr unzufrieden und kündigen ist die einzige logische Konsequenz.

SW Michl

Wenns drauf an kommt, legt sich die Leitung wohl lieber nicht mit mehreren Eltern gleichzeitig an. Gerade wenn die Situation eh schon "problematisch" ist. Und wenn die Kinder gezielt gegen dich aufgebracht werden, kann man wohl auch nichts mehr hinbiegen. Sehr schade.

Ich wünsche dir ein glückliches Händchen bei der Jobsuche.