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Interreligiöser Dialog

Begonnen von MAS, 03.01.2015 15:41

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Barefoot-Joe

Hallo Hajo,

ZitatWenn es keinen Gott gibt, weil die Aussagen der Schriften menschlicher Fantasie entspringen, kann ich leben wie ich will, weil ich keinem höheren Wesen gegenüber verantwortlich bin.

Das passiert aber offensichtlich nicht, denn auch Menschen, die nicht an Gott glauben, haben moralische Werte. Und mal ehrlich: Einen jähzornigen, eifersüchtigen, völkermordenden Gott als Instanz für moralische Werte?

ZitatEs könnte ja sein, dass beispielsweise die Aussagen der Bibel nicht von Menschen erfunden wurden, sondern von Gott selbst mitgeteilt wurden, damit die Menschen wissen, was Sache ist.

Wenn ein Gott seinen Schäfchen etwas mitteilen wollte, hätte er das doch so getan, dass es alle verstehen und nicht nur ein paar wenige Leute in einer abgelegenen Wüstenregion. Und ganz sicher nicht mit einem Buch zu einer Zeit, als die meisten in dieser Region weder lesen noch schreiben konnten.

ZitatWenn das ins Kalkül ziehe, ist es nicht egal, wie ich mein Leben lebe. Weil ich Gott gegenüber verantwortlich sein könnte.

Es gibt Tausende von Religionen. Was, wenn man an den falschen Gott geglaubt hat und nach dem Tod plötzlich vor Odin steht, der ja ganz andere Maßstäbe hat? Müsste man nicht vorsichtshalber an alle Götter glauben, weil man jedem von ihnen verantwortlich sein könnte?
Ich bin ein Mensch mit Irritationshintergrund.

Normality is a paved road: it's comfortable to walk, but no flowers grow. - Vincent van Gogh

high4all

ZitatDas passiert aber offensichtlich nicht, denn auch Menschen, die nicht an Gott glauben, haben moralische Werte.

Das stimmt. Auch Terroristen und Diktatoren haben moralische Werte. Die sind freilich so dehnbar, dass die Versklavung von Frauen oder die systematische Ermordung ganzer Volksgruppen damit vereinbaren lassen.

Rudolf Höß war außerhalb von Auschwitz ein Familienvater mit moralischen Werten:

https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&ccid=EY1ruf4c&id=BB69633B374BB6B12DAF15CE3253A111807052FF&thid=OIP.EY1ruf4cJV8QB-x8ibrdiwEsEC&q=h%c3%b6ss+familie&simid=608038865239737405&selectedIndex=0&ajaxhist=0
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

MAS

Hallo zusammen,

ich empfehle ein Studium der Religionsgeschichte!

LG, Michael
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

MAS

So, ein wenig differenzierter:

Ce: Wenn Du danach fragst, welche Kenntnisse oder Voraussetzungen ich für meine Berufsausübung brauche, müsstest Du erstmal danach fragen, in welchem Beruf ich überhaupt tätig bin. Wäre ich ein evangelikaler Prediger, wäre ich sicher mit meinem Zugang fehl am Platze. Auch als Theologe wäre das von mir kurz angerissene Verständnis nicht unbedingt das richtige, obwohl wissenschaftlich arbeitende Theologen dem auch nicht widersprechen würden, wenn sie auch glauben, dass dahinter noch Gott am Werk ist, was ich ja gar nicht unbeding bestreite, sondern nur sage, dass Gott sich wissenschaftlicher Methoden entzieht. Nun bin ich aber weder Prediger, noch Theologe, sondern Religionswissenschaftler, und verstehe mein Fach in etwa wie hier beschrieben: https://www.dvrw.uni-hannover.de/rewi0.html  Für Religionswissenschaft wäre ich ungeeignet, würde ich behaupten, es sei eine wissenschaftliche Aussage, dass Gott die Bibel geschrieben oder diktiert habe.

Mein Hinweis auf die Religionsgeschichte bedeutet, dass wir Gewaltanwendungen im Namen des Glaubens in allen in Religionen finden, auch wenn die jeweilige Theorie das längst nicht alles gut heißt. Das meinte ich, dass es darauf ankomme, was Menschen daraus machen. Aber darüber haben wir schon viele fruchtlose Diskussionen geführt.

Und doch tun die Stregen unter den Dschihadisten genau das, was ich sage: Sie beauftragen oder inspirieren Attentäter nicht nur aus dem Grund, durch sie Menschen töten zu lassen, sondern den Hass der Nichtmuslime auf den Islam generell anzufachen, um so einen Keil in die Gesellschaft zu treiben. und hoffen, auf diese Weise Muslime dazu zu bewegen, sich den Terroristen anzuschließen, weil sie sich von Nichtmuslimen nur gehasst fühlen. Und insofern arbeiten alle die Islamhasser ihnen in die Hände.

Dass "die Erfolgsgeschichete des christlichen Westens" - also technischer Fortschritt, Ausbeutung der Erde, Kolonisierung der Welt, zwei Weltkriege usw. - alle auf der Bibel basieren, ist Unsinn. Die Bibel ist eine wichtige Inspirationsquelle für die Kuturen, deren Mitglieder sie "christlich" nennen, aber nur eine unter vielen. Christentum ist auch nicht nur Biblizismus, sondern auch Philosphie, Tradition, religiöse Erfahrungen, Weltzugewandtheit und Weltabgewandtheit und vieles mehr.

"Sola Scriptura" ist aus der aktuellen kirchlichen Situation des 15./16. Jh. in Deutschland heraus zwar ein verständliches Postulat Martin Luthers gewesen, auf die Dauer gesehen aber ein zu enges Korsett für den freien Heiligen Geist, um es jetzt mal nicht religionswissenschaftlich, sondern religiös auszudrücken. Jesus wäre damit sicher nicht einverstanden gewesen. Muhammad vielleicht schon.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Tine

Zitat von: Barefoot-Joe am 07.06.2017 11:39
Hallo Hajo,

ZitatWenn es keinen Gott gibt, weil die Aussagen der Schriften menschlicher Fantasie entspringen, kann ich leben wie ich will, weil ich keinem höheren Wesen gegenüber verantwortlich bin.

Das passiert aber offensichtlich nicht, denn auch Menschen, die nicht an Gott glauben, haben moralische Werte. Und mal ehrlich: Einen jähzornigen, eifersüchtigen, völkermordenden Gott als Instanz für moralische Werte?

ZitatEs könnte ja sein, dass beispielsweise die Aussagen der Bibel nicht von Menschen erfunden wurden, sondern von Gott selbst mitgeteilt wurden, damit die Menschen wissen, was Sache ist.

Wenn ein Gott seinen Schäfchen etwas mitteilen wollte, hätte er das doch so getan, dass es alle verstehen und nicht nur ein paar wenige Leute in einer abgelegenen Wüstenregion. Und ganz sicher nicht mit einem Buch zu einer Zeit, als die meisten in dieser Region weder lesen noch schreiben konnten.

ZitatWenn das ins Kalkül ziehe, ist es nicht egal, wie ich mein Leben lebe. Weil ich Gott gegenüber verantwortlich sein könnte.

Es gibt Tausende von Religionen. Was, wenn man an den falschen Gott geglaubt hat und nach dem Tod plötzlich vor Odin steht, der ja ganz andere Maßstäbe hat? Müsste man nicht vorsichtshalber an alle Götter glauben, weil man jedem von ihnen verantwortlich sein könnte?

DANKE Joe!!! :)

Viele Grüße
Tine

PS: Ich vermisse gerade einen Smiley der Applaus klatscht und einen der sich verbeugt!

MAS

Zitat von: Tine am 07.06.2017 17:38
Zitat von: Barefoot-Joe am 07.06.2017 11:39
Hallo Hajo,

ZitatWenn es keinen Gott gibt, weil die Aussagen der Schriften menschlicher Fantasie entspringen, kann ich leben wie ich will, weil ich keinem höheren Wesen gegenüber verantwortlich bin.

Das passiert aber offensichtlich nicht, denn auch Menschen, die nicht an Gott glauben, haben moralische Werte. Und mal ehrlich: Einen jähzornigen, eifersüchtigen, völkermordenden Gott als Instanz für moralische Werte?

ZitatEs könnte ja sein, dass beispielsweise die Aussagen der Bibel nicht von Menschen erfunden wurden, sondern von Gott selbst mitgeteilt wurden, damit die Menschen wissen, was Sache ist.

Wenn ein Gott seinen Schäfchen etwas mitteilen wollte, hätte er das doch so getan, dass es alle verstehen und nicht nur ein paar wenige Leute in einer abgelegenen Wüstenregion. Und ganz sicher nicht mit einem Buch zu einer Zeit, als die meisten in dieser Region weder lesen noch schreiben konnten.

ZitatWenn das ins Kalkül ziehe, ist es nicht egal, wie ich mein Leben lebe. Weil ich Gott gegenüber verantwortlich sein könnte.

Es gibt Tausende von Religionen. Was, wenn man an den falschen Gott geglaubt hat und nach dem Tod plötzlich vor Odin steht, der ja ganz andere Maßstäbe hat? Müsste man nicht vorsichtshalber an alle Götter glauben, weil man jedem von ihnen verantwortlich sein könnte?

DANKE Joe!!! :)

Viele Grüße
Tine

PS: Ich vermisse gerade einen Smiley der Applaus klatscht und einen der sich verbeugt!

Ich glaube auch nicht, dass ein zugleich liebender und allmächtiger Gott mit Absicht so viele Menschen ins Verderben rennen ließe, wie Augustinus das behauptet hat. Ich glaube viel mehr, dass in allen Religionen Wahrheit vorhanden ist und aber auch Irrtum. Insofern kann jeder die zu ihm passende Religion finden, aber es gibt keine, die zu allen passt. Und auch ohne Religion im herkömmlichen Sinne kann jeder seinen richtigen Weg finden.

Das ist jetzt allerdings eine religiöse Aussage meinerseits, keine wissenschaftliche.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Tine

Zitat von: MAS am 07.06.2017 19:28
Insofern kann jeder die zu ihm passende Religion finden, aber es gibt keine, die zu allen passt. Und auch ohne Religion im herkömmlichen Sinne kann jeder seinen richtigen Weg finden.

Das ist jetzt allerdings eine religiöse Aussage meinerseits, keine wissenschaftliche.

Vielleicht nicht wissenschaftlich, aber sehr sympathisch!  :)

Viele Grüße
Tine

Ce_Jäger

#592
Servus beisammen :)

schade Michael, dass du weniger Geschchtskenntnisse bezüglich unserer Aufklärungszeit hast als ich angenommen habe.
Leider hast du dich nur sehr oberflächlich mit meiner Fragestellung beschäftigt - die aber essentiell für das geschriebene ist:
Zitat von: Ce_Jäger am 07.06.2017 10:32
Gerade zum 500jährigen Jubiläum sollte man mal wieder darüber nachdenken was
"Reformation" bedeutet - und warum es bei der Bibel unsere grandiose Erfolgsgeschichte des christlichen Westens begründet hat - und warum es weder in islamischen noch in Buddhistischen Ländern derartiges geben kann.
Luther hat nichts neues erfunden, er hat das einzig richtige gemacht: sola scriptura.

ich hatte dir ja schon mal Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte zum Lesen empfohlen - Wie ein nichteuropäer den Aufschwung Europas sieht: trotz schlechterer Voraussetzungen - und vor allem die damaligen Vorreiter zu überholen.
Ganz überraschend hast du dich damit wohl nicht beschäftigt...

ZitatSie fragt auf der Basis vielfältigen Quellenmaterials (Texte, Bilder, Filme, Architekturen usw.) sowie empirischer Daten (Umfragen, Interviews, Statistiken usw.) nach den Funktionen von Religion in der Gesellschaft, nach Grundmustern religiösen Wandels, nach Formen der Interaktion mit anderen Religionen oder anderen sozialen Systemen (z.B. Politik, Wirtschaft, Recht, Wissenschaft) und vielem anderen mehr.

Bei Forschungen im Voraus die Auswahlmöglichkeiten reduzieren war noch nie eine gute Forschungsarbeit.

Zitat von: MAS am 07.06.2017 16:54
Ce: Wenn Du danach fragst, welche Kenntnisse oder Voraussetzungen ich für meine Berufsausübung brauche, müsstest Du erstmal danach fragen, in welchem Beruf ich überhaupt tätig bin.[...]
sondern Religionswissenschaftler[...]

ja wie gesagt, für einen "Religionswissenschaftler" ist dein "Wissen" über Christentum und auch Islam sehr dürftig. Weder weisst du die Grundlagen des Islam noch weisst du die Grundlagen des Christentums. Genausowenig wie du die Historie kennst; mehr als faktenressistentes Wunschdenken ist da nicht. Schade, gerade von einem Wissenschaftler erwarte ich konkrete Faktenbasierende Aussagen. Und Lernbereitschaft bzw. verbesserung des Wissens durch Recherchen und vermeidung falscher Behauptungen. Insofern sind deine, Michael, arbeitsweisen unterschiedlich von o.g. Vorgehensweisen (Zitat übrigens von (vermutlich) deinem Arbeitgeber)

wie gesagt Schade. Aber Worte sind manchmal leichter als Taten.
Deswegen mag ich etwa das Bibel-fundamtalistische Christentum mehr als etwa Koran-fundametalistische Moslems. Denn in der Bibel steht das man "sie" an den Früchten (Taten) erkennen kann, dass Reden und Tun eins (das gleiche) sein sollen.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------(schlussstrich)

Ich bin froh dass ich keine Religion befolgen muss. Ich find das ein großartiges Vorrecht meiner generation, welches ich auch der nächsten gerne gönne.

Jedem steht es frei sich für oder gegen Jesus zu entscheiden - aber unwahrheiten zu behaupten nur weil man sich nicht für "ja" entschieden hat (bzw. weil man kein interesse daran hat) - dass muss einfach nicht sein. Insbesondere stört mich wenn man vorgibt "mehr" zu wissen - und dann nichts dahinter ist.

gruß
Ce.
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

MAS

Sag mal Ce,

meinst Du das alles ernst, oder ist hier irgendwo eine versteckte Kamera, die filmen soll, wie ich auf Deine "Expertisen" reagiere?


LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Ce_Jäger

#594
Nö, ich erwarte von einem Wissenschaftler nur ein anderes Niveau.

Ein "Wissenschaftler" der nicht über den eigenen Suppenteller hinausblickt - ist leider arg begrenzt im Wissen-schaffen.

und ja, es ist schon länger her dass mir bewusst wurde dass du vom "Islam" nur die Taquita mitbekommen hast - aber dass du dieses als "Wissen" unter dem Deckmantel "Wissenschaft" Studenten lehrst und deine Taquita Antworten in deren Tests erwartest - das erschreckt mich. Nur ziemlich krass wie du beratungsresistent bist.


generell.
Michael, du hast in einem anderen Thread geschrieben, in etwa "lieber die eigene Meinung als das was andere sagen" - und leider hast du dich zwar zum Gralshüter des Islams erhoben, sämtliche Meinungen (nicht nur bezüglich Islam) die dir nicht passen sind falsch - egal wie faktenfundiert diese sind. Du hast leider eine Wunschvorstellung die mit der Realität kollidiert.
Dir ist die politische Korrektheit wichtiger als die Realität: Egal wie faktenbasiert oder egal wie oft reproduziert.
Das finde ich einfach schade. Du magst ein super netter Typ zu sein - in deinem Beruf bist du falsch.


gruß
Ce.

ps. wie vielen Muslimischen Schülern hast du, lieber Michael, eigentlich schon beigebracht dass der Koran nichts bedeutet?
pps. Lieber michael, auf meine "expertisen" (kannst auch Ansichten schreiben) brauchst du eigentlich nur ehrlich deine Meinung schreiben. nichts weiter.
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

MAS

#595
Zitat von: Ce_Jäger am 19.06.2017 14:10
Nö, ich erwarte von einem Wissenschaftler nur ein anderes Niveau.

Ein "Wissenschaftler" der nicht über den eigenen Suppenteller hinausblickt - ist leider arg begrenzt im Wissen-schaffen.

und ja, es ist schon länger her dass mir bewusst wurde dass du vom "Islam" nur die Taquita mitbekommen hast - aber dass du dieses als "Wissen" unter dem Deckmantel "Wissenschaft" Studenten lehrst und deine Taquita Antworten in deren Tests erwartest - das erschreckt mich. Nur ziemlich krass wie du beratungsresistent bist.


generell.
Michael, du hast in einem anderen Thread geschrieben, in etwa "lieber die eigene Meinung als das was andere sagen" - und leider hast du dich zwar zum Gralshüter des Islams erhoben, sämtliche Meinungen (nicht nur bezüglich Islam) die dir nicht passen sind falsch - egal wie faktenfundiert diese sind. Du hast leider eine Wunschvorstellung die mit der Realität kollidiert.
Dir ist die politische Korrektheit wichtiger als die Realität: Egal wie faktenbasiert oder egal wie oft reproduziert.
Das finde ich einfach schade. Du magst ein super netter Typ zu sein - in deinem Beruf bist du falsch.


gruß
Ce.

ps. wie vielen Muslimischen Schülern hast du, lieber Michael, eigentlich schon beigebracht dass der Koran nichts bedeutet?
pps. Lieber michael, auf meine "expertisen" (kannst auch Ansichten schreiben) brauchst du eigentlich nur ehrlich deine Meinung schreiben. nichts weiter.

Taqiya meinst Du, Ce, nicht Taquita. Das ist die Erlaubnis, den eigenen Glauben zu verheimlichen, um sein Leben vor Feinden zu schützen. Aber was hat das mit mir zu tun?

Wechem Beruf gehst Du eigenlich nach? Ich habe Dich das schon mal gefragt, aber Du hast nicht geantwortet. Ich meine, wenn Du mir schon mal meinen Beruf erklären willst, wüsste ich doch zumindest gerne, welcher der Deine ist.

Wieso meinst Du, solle ich lehren, dass der Koran nichts bedeute? Er bedeutet sehr viel, dem einen mehr, dem anderen weniger, und ja, es gibt auch Menschen, denen er nichts bedeutet, das ist normal. Aber wieso sollte ich muslimische Schüler lehren, er bedeute nichts?

Und wieso meinst Du, ich würde die Realität mit Wunschvorstellungen verwechseln? Okay, ja, ich sehe auch bunte Autos und nicht nur schwarze, ich sehe auch ab und zu Rockträge und nicht nur Hosenträger, und ich sehe auch Muslime, die historisch-kritisch mit dem Koran umgehen und nicht nur fundamantalistisch. Ich sehe also auch Minderheiten, und meine Wunschvorstellungen ist es, dass sie sich vermehren mögen. Ich kann beides, Feststellung und Wunschvorstellung aber schon auseinanderhalten.
So verwechsele ich auch nicht meine Wunschvorstellung von dem, wie Christen sich verhalten sollten mit dem, wie sie sich 2 Jahrtausende lang verhalten haben. Und so sehe ich unsere westliche Zivilisation auch nicht als alleine biblisch begründet, sondern sich aus vielen Quellen speisend, und unseren Status quo auch nicht als ideal, sondern als verbesserungsbedürftig an. Ich gehöre nicht zu denen, die die Verbrechen der Kolonisation leugnen oder die Auswirkungen unserer Lebens- und Wirtschaftsweise auf das Klima.

Also, Ce, welchem Beruf gehst Du nach?

LG, Micha

PS: Der Gral ist ein christliches Symbol, kein islamisches. Es handelt sich dabei um die Schale, mit der das Blut Christi aufgefangen wurde. Also in der Legende, wohl kaum historisch.

Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Ce_Jäger

#596
also, Michael, du schreibst mir, dass der Koran nicht die Basis des Islams ist (Deine, unbewiesene Behauptung) - um meine zitierten Koransuren zu "entkräften".

vor muslimischen Leuten erzählst du etwas anderes?

-> wäre aber nicht konsequent! (um nicht zu sagen mit zweierlei Maß gemessen)

Ich hab einen technischen Beruf, bin glücklicherweise wirklich nicht vom Islam abhängig. Mehr tut hier nicht zu Sache.

-----------------------------------------
( zitat eines zitats: )
"ich hatte dir ja schon mal Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte zum Lesen empfohlen - Wie ein nichteuropäer den Aufschwung Europas sieht: trotz schlechterer Voraussetzungen - und vor allem die damaligen Vorreiter zu überholen.
Ganz überraschend hast du dich damit wohl nicht beschäftigt..."
--------------->  :o


btw. deine Wortklaubereien (hier bezüglich Gralshüter) sind zwar ganz nett, aber Dialog-zerstörend.
Du weisst was gemeint ist. Weigerst dich aber zum Dialog etwas beizutragen.

hör mir gerne an, was deine Meinung zum Islam ist. zu Mohammed und zur Grundgesetzvereinbarkeit der Scharia. Einfach mal deine ehrlich Meinung, gib dich nicht auf; du kannst das schaffen :)

gruß
Ce
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

MAS

Zitat von: Ce_Jäger am 19.06.2017 15:28
also, Michael, du schreibst mir, dass der Koran nicht die Basis des Islams ist (Deine, unbewiesene Behauptung) - um meine zitierten Koransuren zu "entkräften".

vor muslimischen Leuten erzählst du etwas anderes?

-> wäre aber nicht konsequent! (um nicht zu sagen mit zweierlei Maß gemessen)

Ich hab einen technischen Beruf, bin glücklicherweise wirklich nicht vom Islam abhängig. Mehr tut hier nicht zu Sache.

-----------------------------------------
( zitat eines zitats: )
"ich hatte dir ja schon mal Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte zum Lesen empfohlen - Wie ein nichteuropäer den Aufschwung Europas sieht: trotz schlechterer Voraussetzungen - und vor allem die damaligen Vorreiter zu überholen.
Ganz überraschend hast du dich damit wohl nicht beschäftigt..."
--------------->  :o


btw. deine Wortklaubereien (hier bezüglich Gralshüter) sind zwar ganz nett, aber Dialog-zerstörend.
Du weisst was gemeint ist. Weigerst dich aber zum Dialog etwas beizutragen.

hör mir gerne an, was deine Meinung zum Islam ist. zu Mohammed und zur Grundgesetzvereinbarkeit der Scharia. Einfach mal deine ehrlich Meinung, gib dich nicht auf; du kannst das schaffen :)

gruß
Ce


Werter Ce,

theologisch ist sicher der Koran die Hauptbasis des Islam, und daneben bei Sunnien die Sunna des Gesanden und bei Schiiten die Aussprüche der Imame. Aber Muslime sind ja auch normale Menschen, und so formen auch ganz andere menschliche Kräfte, wie die biologischen Triebe, sowie alles, was sonst noch Menschen ausmacht und woraus Menschen Kultur erwachsen lassen, den Islam, genau wie jede andere Religion auch. Und weil eben der Koran die theologische Hauptbasis darstellt, versuchen gläubige Muslime oft, alles aus dem Koran abzuleiten oder mit ihm in Übereinstimmung zu bringen.

Der Koran selber ist entstanden aus den religiösen Erfahrungen Muhammads, die er als Offenbarungen Gottes interpretierte und anderen Leuten erzählte, die es dann aufschrieben. Sie, die Muslime oder Gläubigen, interpretierten den Koran dann als unverfälschtes und wortwörtlich geoffenbartes Wort Gottes. Und das ist bis heute so etwas wie ein Grunddogma des Islam, dem aber auch Muslime widersprechen, eigentlich schon immer welche widersprochen haben, wie ein Studium der Geschichte des Islam zeigt.

Auch für Muslime, die z.B. annehmen, dass der Islam evtl. direkt von Gott an Muhammad geoffenbart wurde, aber schon bei der Aufnahme von Muhammads Predigten durch seine Zuhörer, deren menschliches Verständnis mit seinen Beschränkungen mit hinein spielte, so dass der Koran, wie er heute schriftlich vorliegt, nicht identisch ist mit den Ur-Koran, der bei Gott ist und den dieser Muhammad mitgeteilt hat, ist der Koran nicht ohne Bedeutung. Wie kommst Du darauf, ich würde es so sehen, dass er für Muslime ohne Bedeutung sei, nur weil er auch menschlich ist und nicht nur göttlich.

Und nein, ich erzähle Muslimen nichts anderes als anderen Menschen. Lediglich versuche ich, mich dem Verständnishorizont meiner Gesprächspartner oder Zuhörer anzupassen, sofern mir das gelingt. Bei Dir fällt mir das sehr schwer.

Vishal Mangalwadi: Ja, danke, das hatte ich übersehen. Ich habe mir eben das hier über ihn durchgelesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Vishal_Mangalwadi Das erinnert ein bisschen auch an die Theorie von Max Weber von der Abhängigkeit des Kapitalismus vom Protestantismus calvinistischer Prägung. Ja, klar, es gibt zahlreiche Einflusse der Religion auf die Gesamtkultur, zum Positiven wie zum Negativen. Das ist nichts neues. Mangalwadi scheint es etwas einseitig positiv bewertend hervorzuheben, um den Indern ein Beispiel zu geben, dass sie sich als Vorbild nehmen können, so wie damals Tacitus den Römern ihre Dekadenz vorwarf und ihnen die Germanen als Vorbilder der Tugend und Stärke entgegenhielt. Das ist legitim. Man muss nur immer schauen, was ein Autor mit seinem Buch erreichen will, also sein Vorverständnis erkennen.

Wortklauberei? Manchmal ist die notwendig, manchmal hinderlich, manchmal lustig. Ob ich immer richtig einschätze, was gerade vorliegt, weiß ich nicht. Aber was meinst Du denn mit dem Bild des Gralshüters des Islam? Was soll das sein?

Einen technischen Beruf übst Du aus. Das hatte ich vermutet und die Vermutung auch schon mal geäußert, aber da hattest es weder bestätigt noch verneint. Aber es passt zu Deiner Theologie.

LG, Micha
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MAS

Dazu:

Zitat von: Ce_Jäger am 13.06.2017 10:01
Servus beisammen :)

schade Michael, dass du weniger Geschchtskenntnisse bezüglich unserer Aufklärungszeit hast als ich angenommen habe.
Leider hast du dich nur sehr oberflächlich mit meiner Fragestellung beschäftigt - die aber essentiell für das geschriebene ist:
Zitat von: Ce_Jäger am 07.06.2017 10:32
Gerade zum 500jährigen Jubiläum sollte man mal wieder darüber nachdenken was
"Reformation" bedeutet - und warum es bei der Bibel unsere grandiose Erfolgsgeschichte des christlichen Westens begründet hat - und warum es weder in islamischen noch in Buddhistischen Ländern derartiges geben kann.
Luther hat nichts neues erfunden, er hat das einzig richtige gemacht: sola scriptura.

wollte ich noch fragen, Ce, ob Du da nicht Reformation und Aufklärung verwechselst.

Nein, nach Deiner einseitig positiven Bewerung unserer Erfolgsgeschichte frage ich jetzt nicht. Die ist mir einfach zu hanebüchend.

LG, Micha
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MAS

Ich möchte nun doch einmal auf Dein Wissenschaftsverständnis eingehen, Ce:

Es wird doch sicher auch in den technischen Wissenschaften so sein, dass man nicht alle Probleme mit einem großen Wisch lösen kann. Je größer das Problem, desto ungenauer wird die Lösung. Je kleiner und präziser eingegrenzt ein Problem ist, desto exakter wird auch die Problemlösung ausfallen.

Ich mache schon immer sehr große entwürfe, indem ich z.B. die ganze Religionsgeschichte in ein-zwei Semestern anbiete. Da schlägt schon so mancher Kollege die Hände über dem Kopf zu sammen, weil es ihnen dabei viel zu ungenau wird. Sie nehmen sich dann lieber ein Jahrzehnt in einer bestimmten Region vor.
Andererseits bin ich auch manchmal so detailversessen, dass mich ein befreundeter Prof. schon mal "Fliegenbeinzähler" nannte.

Jede Wissenschaft hat ihre spezifischen Fragestellungen und Methoden, die gestellten Fragen zu beantworten. Die Frage, ob Gott etwas mit den Religionen zu tun habe, ist eine theologische, keine religionswissenschaftliche. So ist nunmal die Fächeraufteilung. Ich gehöre nun sogar zu den Religionswissenschaftlern, die das Prinzip der offenen Frage vertreten, also dass man eine Frage stellen darf, auch wenn man sie nicht beantworten kann. Sie zu stellen mancht aber was anderes mit einem als sie nicht zu stellen. Aber mit dieser Forderung bin ich in der Minderheit in meinem Fach.

Ansonsten gelten auch bei uns die drei Postulate jeder Wissenschaft: Objektivität, Validität und Reliabilität, aber sie sind nicht gleich gut anwendbar wie in den Naturwissenschaften. Zumal es echte Objektivität nicht gibt.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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