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Im Rock auf der Arbeit

Begonnen von MAS, 03.11.2022 16:29

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Albis

@Uckermärker: Na, ich habe nicht das Ziel Stadtgespräch zu werden. Möglicherweise bin ich das aber schon, ohne es zu wissen. Jedenfalls habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass mir manche Menschen freundlicher und aufgeschlossener begegnen, wenn ich eher auffällig unterwegs bin. Auf Arbeit (auch im alten Job) war ich bislang nur in schlichten Röcken.

LG, Albis

doppelrock

#1111
Man muss ja schon unterscheiden, welchem Arbeitgeber man dient.
Im Schnitt ist es leichter, an einer Uni, von denen die meisten ja klassisch "links", heute meist woke sind, Rock zu tragen, weil es optisch einfach in die Ideologie von DEI passt. In privaten Industriebetrieben oder Banken, wo man auf ein Feedback der Kundschaft achtet oder zumindest nicht anecken möchte (als Firma) bzw. sich auf die angebotene Kompetenz konzentrieren möchte und nicht auf die Selbstdarstellung einzelner Mitarbeiter, ist das naturgemäß schwieriger.
Schade nur, dass die Uni-Angestellten nicht diesen Unterschied wahrhaben wollen und behaupten, dass die Lage überall gleich wär.

Aus meiner eigenen Erfahrung spielt aber die Firma und sogar der Vorgesetzte und das team eine sehr große Rolle. deshalb habe ich im Büro weder Rock noch Kleid getragen, sondern individuelle Kleidung, die als "männlich" durchgeht, aber von keinem 2. getragen wird.  Es fällt auch nicht jeder Frau leicht, mit Männern über Mode zu reden, während es untereinander ständig Themen für lange Diskussionen gibt.

Mir genügt es vollkommen, mich während der Arbeit auf diesen Teil des Spektrums zu beschränken, weil es auch lästige Diskussionen und Kommentare verhindert. Und in der Arbeit bei einem Industriebetrieb
mit seinen stark herausfordernden Aufgaben verzichte ich gern auf Diskussionen, die über Arbeit und Kompetenz hinausgehen.

Das ist eben der Unterschied zu einem öff. Angestellten oder Beamten, der zudem noch der Ideologie des Hauses folgt und sich somit die geduldeten oder geforderten Spleens leisten kann.

hirti

Hallo!

Damit nicht die abgehobenen Outfits ganz überhand nehmen und der Eindruck entsteht, ein einfacher Rock am Mann würde keinen Spaß mehr machen, streue ich diesmal ein ganz klassisches, sommerlich entspanntes Arbeits-Outfit ein:

(um eventuelle Anfragen gleich zu beantworten: NEIN, ich arbeite nicht an der Tankstelle, aber alle 1100km muss ich mal ein paar Liter Benzin in den Tank blubbern lassen und da hat man dann Zeit für ein Selfie. Damit nicht immer die Büro-Ecke im Hintergrund ist.  ;))


MAS

Super, lieber Hirti, also Dein Outfit meine ich, nicht das Benzin.

Wenn ich so den Beitrag Deines Vorredners lese, verrate uns doch mal, was für einen Arbeitgeber Du hast.

Was die Unis angeht, so erkenne ich selbige in dem Beitrag Deines Vorredners nicht wieder. Selbstdarstellung statt Kompetenz z.B. hätte keine Chance. "Woke" kommt als Wort so gut wie nicht vor, aber wir bemühen uns alle, wach zu sein. "DEI" kenne ich gar nicht. "Links" mögen viele von uns sein. Aber eine Ideologie machen wir nicht daraus. Eher geht es um Haltung und ein gutes Miteinander.

Aber das ist nicht unser Thema, Hirti, solche Kulturkämpfe tragen wir nicht miteinander aus. Du trägst vielmehr unsere "Genderideologie", nach der Männer auch Röcke und Kleider tragen dürfen, in Deine Firma und stößt dort auf mehr Zustimmung als Ablehnung. Deshalb erzähle doch mal was über Deine Firma. Oder hast Du schon? Dann verlinke doch mal bitte darauf.

LG, Micha, der gerade durchs Ruhrgebiet fährt.
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Skirtedman

#1114
Super, hirti, schaut gut aus, auch wenn der Rock etwas verschlissen ist!  ;) :D

Etwas anmerken aber muss ich dennoch:
Ich habe den Frontschlitz in der Mitte eines Rocks noch nie verstanden.
Sicher, es gibt interessante Einblicke und Träumereien, falls ich als Mann das an einer entsprechenden Frau sehe.
Aber aus der Sicht des Trägers (gen.masc.) habe ich das nie verstanden. Allenfalls außer, das man (gen.masc.) aufreizen will.
Und weil ich das noch nie verstanden habe, habe ich genau aus diesem Grund vor ca. 2 Jahren mir einen solchen zugelegt.

Getragen habe ich ihn wohl erst einmal. Genau aus meiner Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Frontmittelschlitzes habe ich aber schon des öfteren etwaige Gedanken verworfen, ihn eventuell mal wieder anzuziehen.

Interessanterweise habe ich gerade in den letzten zwei Tagen zweimal (aus der Ferne) daran gedacht, dass ich ihn mal wieder anziehen könnte; vermutlich, weil das Sommerwetter gerade eine etwas frischere Phase einlegt, und der wadenlange Jeansrock etwas dicker ist und wohl besser mit einem T-Shirt als mit Spaghettiträger-Tops zu kombinieren ist.

Dennoch würde ich persönlich diesen so geschlitzten Rock nicht anziehen, wüsste ich, dass ich längere Zeit unter Beobachtung sitzen würde.

Insofern erkenne ich Deinen Mut an, ihn fürs Büro zu verwenden.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Ich habe einen ähnlich langen Jeansrock mit Vorderschlitz. Der bremst berghoch aber viel mehr als ein gleichlanger mit Schlitz hinten. Und er ist schon ein paar Mal beim Hinhocken gerissen.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Skirtedman

#1116
Man hockt sich ja auch nicht hin,
man setzt sich hin.

Mehr Galanz bitte, Herr MAS!
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Zitat von: Skirtedman am 16.07.2025 14:51
Man hockt sich ja auch nicht hin,
man setzt sich hin.

Mehr Galanz bitte, Herr MAS!

Ich setze mich doch nicht auf die Straße, um die Schuhe zuzubinden oder um etwas aufzuheben oder um ein Foto zu machen.
Nicht immer geht es um Galanz. Wobei: Was ist galant dabei, sich auf die Straße zu setzen?

LG, Micha
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Skirtedman

#1118
Zwischen "hinhocken" und "in die Hocke gehen" liegt zumindest in meinem 'hessisch' geprägten Sprachraum ein bedeutender Unterschied.

Ausserdem schriebst Du nichts vom Ort, wo Du Dich "hingehockt" hast. Auch auf eine Straße könnte man sich galant niederlassen.

Aus welchem Material war denn der Rock, dass Du ihn auf diese Weise gleich sogar mehrmals fetzen konntest?
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

hirti

In der Tat - praktisch geht anders, als mit diesem Rock.
Diese vorne hoch geschlitzten Jeansröcke sind seit 2 oder 3 Jahren in Mode. Als der Trend ziemlich neu war, habe ich mir dieses Exemplar gekauft und finde es eigentlich ganz cool.
Aber bequem ist er nicht wenn man gerade unter Beobachtung steht - die Beine sind zwar verborgen, aber vorne ist er mindestens genau so gefährlich für Einblicke wie ein Minirock der auf Mitte der Oberschenkel endet.
Einzige Lösung: Beine übereinander schlagen. Das sieht dann wieder recht schick aus, finde ich. Bei mir geht das mit der Bequemlichkeit, weil ich nicht permanent mit jemandem zusammensitze wo ich auf die Beinstellung achten muss.

Das Thema mit hinhocken und hinsetzen ist übrigens ein eher sprachliches.
Bei uns sagen manche Leute "I huck mi hi" und andere "I sitz mi hi"... und meinen das Gleiche.

Skirtedman

#1120
Eben.
Bei uns hier auch.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Zitat von: Skirtedman am 17.07.2025 01:31
Zwischen "hinhocken" und "in die Hocke gehen" liegt zumindest in meinem 'hessisch' geprägten Sprachraum ein bedeutender Unterschied.

Ausserdem schriebst Du nichts vom Ort, wo Du Dich "hingehockt" hast. Auch auf eine Straße könnte man sich galant niederlassen.

Aus welchem Material war denn der Rock, dass Du ihn auf diese Weise gleich sogar mehrmals fetzen konntest?

Ich meinte "hinhocken" im Sinne von "in die Hocke gehen". Sonst hätte ich "hinsetzen" geschrieben.

Ich weiß, dass in manchen Dialekten "hocken" und "sitzen" dasselbe bedeuten. Aber ich habe hier ja nicht in einer Mundart geschrieben, sondern standarddeutsch.

Der Rock ist aus schwarzem Jeansstoff.

LG, Micha

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MAS

Lieber Hirti,

sag doch mal bitte was zu Deiner Firma. Welche Art von Unternehmen ist das. Ich frage, weil hier im Thread ja auch behauptet wird, bei Unternehmen in der freien Wirtschaft sei das Rocktragen nicht so möglich wie in Universitäten. Ich denke, das stimmt so generell nicht, sondern hängt eher von der konkreten Firma oder Uni ab oder von den konkreten Menschen, die da das Sagen haben.

LG, Micha
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Skirtedman

#1123
Zitat von: MAS am 17.07.2025 10:11
Ich weiß, dass in manchen Dialekten "hocken" und "sitzen" dasselbe bedeuten. Aber ich habe hier ja nicht in einer Mundart geschrieben, sondern standarddeutsch.

Na, "hocken" und "sitzen" ist durchaus mit feinen Unterschieden beladen. "Hocken" schließt zumindest das elegante Sitzen eher aus.

Ich konnte aber bislang nicht ahnen, dass "hocken" bzw. "hinhocken" im Standarddeutschen "in die Hocke gehen" bedeuten kann. Wieder etwas gelernt.

Zitat von: hirti am 17.07.2025 07:16
In der Tat - praktisch geht anders, als mit diesem Rock.
Diese vorne hoch geschlitzten Jeansröcke...
Aber bequem ist er nicht wenn man gerade unter Beobachtung steht - die Beine sind zwar verborgen, aber vorne ist er mindestens genau so gefährlich für Einblicke wie ein Minirock der auf Mitte der Oberschenkel endet.
Einzige Lösung: Beine übereinander schlagen. Das sieht dann wieder recht schick aus, finde ich. Bei mir geht das mit der Bequemlichkeit, weil ich nicht permanent mit jemandem zusammensitze wo ich auf die Beinstellung achten muss.

Ah, danke für die Erläuterung dieser spezifischen Bürotauglichkeit!
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

MAS

Lieber Wolfgang,

die Wörter werden individuell und regional unterschiedlich verwendet. Immerhin ist ein Hocker ein Stuhl ohne Rückenlehnte, auf dem man aber sitzt, nicht hockt, also letzteres nicht in meinem Verständnis, weil man sonst mit den Füßen draufsteigen und sich dann hinhocken müsste.

Ich habe mich eben mal mit Petra besprochen, und sie verwendet "hocken" so wie ich als eine Haltung in der Hocke, also mit gekrümmten Kniegelenken, mit dem Hintern weit unten, ohne dass der Hintern den Boden oder sonst eine Sitzfläche berührt. "Sich hinhocken" ist dabei die Bewegung, die man durchführt, um in diese Hockhaltung zu gelangen, also gleichbedeutend mit "in die Hocke gehen". Insofern ist "sich hinhocken" was anderes als "sich hinsetzen" oder "sich hinknien" und auch als "sich bücken".

Laut Duden kann aber "hocken" auch "sitzen" bedeuten. Und Hans Waldenfels nannte die Sitzhaltung von meditierenden Zenmönchen "Hocksitz", was ich beim Lesen ganz komisch fand. Ich nenne es "Lotossitz".

So, jetzt warte ich aber noch auf Hirtis Antwort zu seiner Firma.

LG, Micha
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