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Kulturelle Aneignung oder Gesinnungsdiktatur?

Begonnen von Morle, 24.05.2023 15:37

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Morle

Ich vermute, Yoshi, die Idee einer "Nation in einer Nation", also außerhalb von Palästina, war nach der zweitgrößten Drecksau der Weltgeschichte (nach Dschingis Khan, der, bezogen auf die damalige Weltbevölkerung, anteilig mehr Menschen umgebracht hat), also dem Gefreiten aus Braunau, kein Thema mehr. Die Juden fanden, wahrscheinlich nicht zu Unrecht, nur in einem eigenen Staat halbwegs sicher sein zu können. Die Erfahrungen nicht nur des millionenfachen Mordes an ihnen seitens der Nazis, sondern auch der vorausgegangenen Pogrome haben sie das gelehrt. Daraus resultieren, das gestehe ich ihnen vorbehaltlos zu, zu einem (großen?) Teil wahrscheinlich auch ihre zahlreichen unangemessenen, illegalen, völkerrechtswidrigen Aktionen. Wahrscheinlich kann sich ein nicht jüdischer Angehöriger irgendeines anderen Staates gar nicht vorstellen, wie kollektiv traumatisch die Pogrom- und insbesondere Holocaust-Erfahrungen waren und sind. Aus der Psychologie ist ja bekannt, daß diese Traumata generationsübergreifend sein können.
Es entbehrt nicht eines gewissen Sarkasmus, daß ausgerechnet Adolf-der-zum-Glück-Einmalige genau das Gegenteil dessen erreicht hat, was sein krankes Gehirn ausgebrütet hat.

Wenn ein etwas abwegiger/makabrer Scherz erlaubt ist: bezogen auch auf Kaufhof/Metro-Benko denke ich, haben wir nicht unbedingt viel Glück mit Österreichern in Deutschland.
Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist (Nietzsche)
Was für eine schlaue Erschleichung und hinterlistige Insinuation in dem Wort Atheismus liegt! – als verstände der Theismus sich von selbst.
Arthur Schopenhauer

Morle

Ich hoffe, Hajo, ich habe auch für Dich genügend klar dargelegt, daß die von dir inkriminierten Formulierungen ein Lapsus waren und ich nicht beabsichtigt habe, einen Broder oder Ofarim als Teil des Ganzen anzusehen.
Ich teile Deine Meinung, ,,ein gewisses Maß an Hysterie gegenüber rechtem und linkem Antisemitismus" sei angebracht. Du hast auch recht damit, daß es Ende der 1920er Jahre gefehlt hat, bis es zu spät war. Dennoch sehe ich zu große Unterschiede in der gesellschaftlichen Situation damals und heute, die es aus meiner Einschätzung Ende der Zwanziger bereits unmöglich machte, noch mit Aussicht auf Erfolg gegen linken oder rechten Terror vorzugehen und sie idealerweise kaltzustellen: die Gesellschaft war, wie ich es sehe, geprägt von einem verlorenen Weltkrieg, dem Zusammenbruch der alten Ordnung, die in, wie ja so oft, verklärender Rückschau besser schien, sie war geprägt von der mittlerweile historisch weitestgehend widerlegten Behauptung der deutschen Alleinschuld am 1. Weltkrieg, von obszön hohen Reparationszahlungen und internationaler Ächtung sowie galoppierender Inflation und schrecklicher Massenarmut, wobei es selbstverständlich den Reichen immer noch gut bis sehr gut ging.
Und dann kam der Irre aus Braunau und erzählte den Deutschen, nichts sei ihre Schuld, sondern der böse Jude. Ich schüttele einerseits immer noch den Kopf über die formal legale Machtergreifung des Irren, kann aber, wenn ich versuche, mich in diese Situation Ende der Zwanziger hineinzuversetzen ein wenig nachvollziehen, daß die Leute nach jedem Strohhalm gegriffen haben und dieser Hirnfraß-Wahn vom internationalen bolschewistischen Weltjudentum ignoriert worden ist.
Bei aller noch so berechtigten und notwendigen Kritik am Zustand des heutigen Deutschlands: wir leben in vergleichsweise paradiesischen Zeiten. Umso weniger kann ich den schon seit Jahren andauernden Erfolg der AfD verstehen, vor allem im Osten, wo sie prozentual doppelt bis dreifach so viele Stimmen holt wie im Westen, mit Ausnahme Bayerns natürlich! Und ich unterlasse es selbstverständlich auch mich zu fragen: was haben wir Westler uns bloß mit vielen Milliarden herangefüttert?
Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist (Nietzsche)
Was für eine schlaue Erschleichung und hinterlistige Insinuation in dem Wort Atheismus liegt! – als verstände der Theismus sich von selbst.
Arthur Schopenhauer

doppelrock

Hier wird in vielen Meinungsbeiträgen gefährliches Halbwissen verbreitet. Ich vermisse den Hinweis auf Ausgewogenheit oder auf Schließung des Themas, wenn weiter philosophiert wird.
Das geschieht offensichtlich nur bei Beiträgen, die vom eigenen Standpunkt abweichen.

Es sollte immer wichtig sein, WAS gesagt wird, nicht WER es sagt.

Lars

#153
Zitat von: Morle am 21.01.2024 02:22
Und ich unterlasse es selbstverständlich auch mich zu fragen: was haben wir Westler uns bloß mit vielen Milliarden herangefüttert?

Ihr Westler habt euch selber so fett gefüttert, daß man euch jetzt problemlos die DDR 2.0 überstülpen kann, ohne daß ihr es merkt.
Da sitzen jetzt einige hinter den Kulissen, lachen sich schlapp und denken: geil, es hat funktioniert ...

Ihr merkt es vielleicht schon, ihr wollt es aber partout nicht sehen. Kann ich in gewisser Hinsicht sogar nachvollziehen ...

Nachtrag:
Ich habe bewusst stark überspitzt und verallgemeinert.
Wenn "wir Westler" als Vorlage kommt, kann die Antwort nur genauso allgemein erfolgen.

MAS

Guten Morgen zusammen!

Danke für Deine Klarstellung, Morle! Ich habe mir auch nicht vorstellen können, dass Du antisemitische Überzeugungen habest.

Es ist wichtig, mit Sprache sorgfältig und achtsam umzugehen, vor allem, wenn man über Menschen spricht, die sich mit einer langen Geschichte der Unterdrückung, Ausgrenzung und der Behandlung als Menschen 2. oder 3. Klasse identifizieren.

Wir haben nächsten Samstag in unserm BIM-Verein einen Workshop zum Umgang mit Sprache in poilitischen Kontexten: https://migrapolis.de/veranstaltung/workshop-und-diskussion-grenzen-des-sagbaren/

Ganz wichtig ist, nicht zu verallgemeinern und jeden Angehörigen einer Gruppe für etwas verantwortlich zu machen, was andere Angehörige dieser Gruppe gesagt oder getan haben. Wenn allgemeine Tendenzen zu beobachten sind, kann man das natürlich sagen, aber da ist es auch ein großer Unterschied, ob man über eine Regierung, eine poltische Partei, eine religiöse Institution, einen Verein oder so spricht, oder über ein ganzes Volk, keine ganze Religionsgemeinschaft, eine ganze Kultur, eine ganze Generation usw. 

Ich war nie in Israel und nie in Palästina. Ich war 1996 drei Monate in Ägypten. Ich habe einiges gelesen und mich mit Muslim:innen und Jüd:innen über viele Dinge ausgetauscht. Da ist so viel Geschichte aufzuarbeiten. Einen großen Anteil daran hat europäisch-christliche Kolonisationsgeschichte. In ihrem Namen geschah so viel, was wir heute als Unrecht bezeichnen. Noch in den 1960ern hat Frankreich eine Unabhängigkeitsbewegung in Algerien mit militärischen Mitteln niedergeschlagen. Also auch demokratische Staaten nach dem II. Weltkrieg haben sich - nach heutigen Maßstäben - verbrecherisch verhalten. Den islamistischen Terrorismus hat sich Europa sozusagen selbst herangezüchtet, ähnlich wie Hisbollah, PLO, HAMAS usw. ohne militante israelische Politik nicht so entstanden wären.

Nach dem I. Weltkrieg hatten Großbritannien und Frankreich große Teile des zerschlagenen Osmanischen Reiches besetzt und gleichermaßen den Muslimen und den Juden einen eigenen Staat zugesprochen, auf teilweise demselben Territorium (vgl. Balfour-Deklaration: https://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration und Sykes-Picot-Abkommen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sykes-Picot-Abkommen). Das konnte ja nicht gut gehen.

Ich bin da aber kein Fachmann für die Geschchte dort seit dem.

Was mir hier wichtig ist: Wir hier in Deutschland sollten mit unseren jüdischen und muslimischen Mitbürger:innen nicht anders umgehen, als mit unseren christlichen und säkularen Mitbürger:innen. Wir gehören zusammen in eine gemeinsame Gesellschaft!

Und wir Europäer:innen sollten Verantwortung übernehmen für unsere Kolonialgeschichte. Wir Menschen gehören zu einer gemeinsamen Weltgesellschaft!

Statt uns über Verbote von bestimmten Wörtern oder Symbolen aufzuregen, sollten wir von selbst mitfühlend und achtsam mit Gefühlen von Menschen umgehen, die sich mit einer langen Geschichte der Unterdrückung, Ausgrenzung und der Behandlung als Menschen 2. oder 3. Klasse identifizieren.

Ich denke auch, dass manche Verbote übers Ziel hinausschießen und manche Menschen, die das richtige Ziel verfolgen, dies mit so aggressivem Ton tun, dass es schon kontraproduktiv ist. Diese Übertreibung ist aber auch eine Folge von übertriebener Gedankenlosigkeit und Selbstgerechtigkeit von Menschen, denen es egal ist, ob sie mit ihren Worten andere verletzen oder die sich keine Gedanken darum machen. Man könnte sagen: Übertreibungen ziehen Übertreibungen nach sich, und zwar wechselseitig.

Ich habe in den letzten zwei Monaten Menschen erlebt, die sich sehr viel Mühe geben, alle Gefühle von Menschen ernstzunehmen und Worte zu finden, die niemanden verletzten. Ich sah dabei auch, dass es unmöglich ist, es allen recht zu machen. Manches muss man dann mal einfach stehen lassen. Jedenfalls ist das hier dabei herausgekommen: http://interreligioeser-rundbrief.blogspot.com/2024/01/bonner-initiative-fur-respekt-und.html Ich bin sehr gespannt auf den 4.2. und die Zeit danach.

Gleich geht es erstmal hierhin: https://migrapolis.de/21-01-14-uhr-demo-gegen-rassismus-fuer-demokratie-bonn-bleibt-bunt/

Liebe Grüße und allen einen gesegneten Sonntag!
Micha





Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Morle

Danke, Micha, für Deinen Beitrag!
Jetzt, wo die Schultergelenkentzündung dabei ist nachzulassen und ich wieder zweihändig schreiben kann, vielleicht noch eine Anmerkung: es dürfte nicht nur meinem Alter geschuldet sein, zunehmend pessimistischer auf Deutschland und die Welt zu gucken. Auch meine Lebenssituation, im Wesentlichen geprägt durch Kommunkation erstens aus TV, eine ausgesprochen einseitige Angelegenheit, und der Unterhaltung mit meiner Frau, birgt die Gefahr entstehenenden einseitigen Denkens; das habe ich gerade jetzt mit diesem Thread und meinen Beiträgen deutlich erfahren.
Aber in Einem irre ich mich hoffentlich sehr: die Massendemonstrationen gegen Rechts und die AfD stülpen mein pessimistisches Bild über Deutschland ziemlich um. Vielleicht ist dieses Land doch noch zu retten. Wert wäre es das jedenfalls, auch wenn meine Liebe dazu eine recht schmerzvolle geworden ist. Um einen Bezug zum eigentlichen Zweck und Hauptthema dieses Forums herzustellen: es ist beileibe kein so dringender, wichtiger Faktor wie andere hochpolitische, aktuelle Themen es sind, aber die Selbstverständlichkeit, mit der wir, ausgenommen Regionen des ehemaligen Dunkeldeutschlands vielleicht, ansonsten überall in Deutschland im Rock herumlaufen können, ohne von der Polizei einkasiert zu werden, ist doch ein nicht zu unterschätzender Vorzug dieses Landes. Ich möchte jedenfalls nicht im Rock in Polen, auch jetzt nach der Wahl, in der Slowakei, in Ungarn oder gar in der Türkei herumlaufen.
Das wäre es erst mal von mir. Vielleicht findet der Thread ja auch jetzt sein Ende und kommen wir wieder zu berückenden, äh, berockenden Themen.
Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist (Nietzsche)
Was für eine schlaue Erschleichung und hinterlistige Insinuation in dem Wort Atheismus liegt! – als verstände der Theismus sich von selbst.
Arthur Schopenhauer

JJSW

Zitat von: Morle am 24.01.2024 04:14
Das wäre es erst mal von mir. Vielleicht findet der Thread ja auch jetzt sein Ende und kommen wir wieder zu berückenden, äh, berockenden Themen.

Genau

Das liegt ganz an euch, ob ihr dieses Thema weiterführt
oder beendet und lieber mal wieder einen lesenswerten Beitrag zum Thema Rock schreibt  :)

Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

MAS

Lieber Morle,

hier hast Du Dich sicher vertippt:
ZitatAber in Einem irre ich mich hoffentlich sehr:
Dann der Optimismus, der danach kommt, ist sicher nicht der, von dem Du Dir hoffst, dass er ein Irrtum ist.
So sollte es sicher heißen:
ZitatAber in Einem irre ich mich hoffentlich nicht:
Oder?

Liebe alle!

Und ja, das Rocktragen als Mann, als Frau, als Diverse:r ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Für eine Gesellschaft zu kämpfen, die vielfältige Kleidungs- und überhaupt Lebensweisen akzeptiert, lohnt sich! Wir müssen alle immer wieder dazulernen. Wir müssen uns weiterentwickeln.
Deutschland ist ein wunderbares Land, sowohl von seinen Landschaften und Städten her, von seinen regionalen Kulturen, von seinem Klima, das von allen vier Himmelsrichtungen was hat - also atlantisch, mediterran, kontinental und boreal - als auch von seinem Grundgesetzt und der bislang stabilen Politik und Wirtschaft her. Das gilt es zu verteidigen und negative Veränderungen, wie den Klimawandel und den politischen Rechtsruck (wobei ich nicht nur den deutschen meine, sondern auch den anderer Länder, der ja auch Einfluss auf uns hat) abzuwehren. Beides geht nicht im Hauruckverfahren. Beides hat Gründe, die man beseitigen muss. 

Ich empfinde übrigens diesen Thread hier als derzeit den spannensten im ganzen Forum. Und ich merke, wir lernen es, miteinander zu diskutieren, ohne einander an die Gurgel zu gehen. Das ist doch auch ein Fortschritt! Oder nicht?

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

doppelrock

Zitat von: MAS am 24.01.2024 09:14
Lieber Morle,

hier hast Du Dich sicher vertippt:
ZitatAber in Einem irre ich mich hoffentlich sehr:
Dann der Optimismus, der danach kommt, ist sicher nicht der, von dem Du Dir hoffst, dass er ein Irrtum ist.
So sollte es sicher heißen:
ZitatAber in Einem irre ich mich hoffentlich nicht:
Oder?

Liebe alle!

Und ja, das Rocktragen als Mann, als Frau, als Diverse:r ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Für eine Gesellschaft zu kämpfen, die vielfältige Kleidungs- und überhaupt Lebensweisen akzeptiert, lohnt sich! Wir müssen alle immer wieder dazulernen. Wir müssen uns weiterentwickeln.
Deutschland ist ein wunderbares Land, sowohl von seinen Landschaften und Städten her, von seinen regionalen Kulturen, von seinem Klima, das von allen vier Himmelsrichtungen was hat - also atlantisch, mediterran, kontinental und boreal - als auch von seinem Grundgesetzt und der bislang stabilen Politik und Wirtschaft her. Das gilt es zu verteidigen und negative Veränderungen, wie den Klimawandel und den politischen Rechtsruck (wobei ich nicht nur den deutschen meine, sondern auch den anderer Länder, der ja auch Einfluss auf uns hat) abzuwehren. Beides geht nicht im Hauruckverfahren. Beides hat Gründe, die man beseitigen muss. 

Ich empfinde übrigens diesen Thread hier als derzeit den spannensten im ganzen Forum. Und ich merke, wir lernen es, miteinander zu diskutieren, ohne einander an die Gurgel zu gehen. Das ist doch auch ein Fortschritt! Oder nicht?

LG, Micha

Lieber MAS:
Frage1:Wo siehst du stabile Politik und Wirtschaft? Deutschland ist in Europa das einzige Land mit starkem Wirtschaftsrückgang, dessen Energieversorgung zunehmend unsicher, umweltschädlich durch Import von Flüssiggas und Kohle und auch teuerer wird. Es ist das Land, das unter den Sanktionen am meisten leidet und bisher profitable Firmen vertreibt. Das kann ich täglich bestätigen, ich betreue Standortverlagerungen von Unterlieferanten. Man kann den Stellenabbau aber auch regelmäßig in den Hauptmedien lesen.

Frage 2: Wo siehst du die Ursache für den "Rechtsruck"? Ist es vielleicht ein Linksruck der ehemaligen Volksparteien schon der vorigen Ära? Wer rückt nach rechts und wieviele Bürger sind es nach deiner Schätzung?

Frage3: Nach Nennung der Gründe, die du als Ursache siehst: Wie willst du diese Gründe beseitigen?

Freue mich auf deine Antworten
doppelrock

Peter55Muc

Ich habe im privaten und auch im Geschäftlichen Umfeld die Erfahrungen gemacht, sobald ein
Gespräch politisch wird, ist es vorbei mit dem netten geselligen Abend, oder Geschäftsessen.
Ich weis Micha, dass du unheimlich gerne diskutierst und hoffst du kannst die Leute von deinen Idealen überzeugen, aber ich bin froh wenn es nicht politisch wird bei meinen Gesprächen.

LG Peter und euch noch viel Spaß, bei den unendlichen Diskussionen

DesigualHarry

Hallo!

Das beste für eine Demokratie währe es, wenn sich rechte und linke Parteien die Waage halten würden. Dann währe immer genug Gegendruck da, damit keine Richtung zu sehr in eine Richtung abdriften kann.
Wenn aber so, wie bei uns in Österreich derzeit 4 Parteien links ausgerichtet sind, und nur eine Rechts, dann kann das nicht Funktionieren. Ich persönlich bin froh, dass bei uns die FPÖ derzeit regen Zulauf hat, und hoffe sie bringen den Vorsprung ins Ziel.

Angst machen mir die Globalisten mit ihren Handlangern. Angst vor Zwang vor einem angeblichen Menschen gemachten Klimawandel, oder vor einer angeblichen neuen Pandemie, vor Zwangsimpfung, vor Ausverkauf der Heimat und, und, und.

Lars

Zitat von: MAS am 24.01.2024 09:14
... und der bislang stabilen Politik und Wirtschaft her ...

Reden wir vom selben Land?
In den Städten stehen so viele Geschäfte leer, wie noch nie. Eine mittelständische Firma nach der anderen geht pleite, Streik hier, Streik da, Bahnfahren ist selbst ohne Streik ein Lotteriespiel, überall hohe Krankenstände, Schlaglochpisten werden zu 30er-Zonen und nicht etwa repariert, in Berlin grad ganz große Mode ... Politikdarsteller, die eher in die Augsburger Puppenkiste gehören etc etc.
Ist das alles an dir vorbeigegangen? Kann ja andererseits auch ganz schön sein, wenn man es schafft, dies alles konsequent aus seiner Blase fernzuhalten.

Andererseits sei die Frage gestattet: Wem dient denn eine starke Wirtschaft ganz konkret? Ist sie ein erstrebenswertes Ziel, dem alles andere untergeordnet werden muss?

MAS

Zitat von: doppelrock am 24.01.2024 11:27
Lieber MAS:
Frage1:Wo siehst du stabile Politik und Wirtschaft? Deutschland ist in Europa das einzige Land mit starkem Wirtschaftsrückgang, dessen Energieversorgung zunehmend unsicher, umweltschädlich durch Import von Flüssiggas und Kohle und auch teuerer wird. Es ist das Land, das unter den Sanktionen am meisten leidet und bisher profitable Firmen vertreibt. Das kann ich täglich bestätigen, ich betreue Standortverlagerungen von Unterlieferanten. Man kann den Stellenabbau aber auch regelmäßig in den Hauptmedien lesen.

Frage 2: Wo siehst du die Ursache für den "Rechtsruck"? Ist es vielleicht ein Linksruck der ehemaligen Volksparteien schon der vorigen Ära? Wer rückt nach rechts und wieviele Bürger sind es nach deiner Schätzung?

Frage3: Nach Nennung der Gründe, die du als Ursache siehst: Wie willst du diese Gründe beseitigen?

Freue mich auf deine Antworten
doppelrock

Zu 1: Wir haben immerhin noch nicht alle paar Jahre eine neue Regierung und die Wirtschaft funktioniert anders als noch vor Jahren. Man kann das betrauern - tue ich auch - aber sie läuft noch.
Zu 2: Ich sehe keinen Linksruck der ehemaligen Volksparteien: Die SPD ist neoliberaler geworden, also weniger "links" als noch in den 1970ern, die Grünen waren auch mal "linker" als sie es heute sind, die FDP ist nach wie vor neoliberal, so dass die Zeiten der sozial-liberalen Kalition leider der Vergangenheit angehören. Die CDU ist ein wenig sozialer, also "linker, wenn Du so willst, weil ihr sonst die Wähler:innen wegbrechen. Bei der CSU sehe ich das allerdings nicht. Ich sehe eine (nicht DIE, dazu ist es zu komplex) in den Folgen der Globalisierung: Outsourcen von Arbeitsplätzen, daher weniger Geld in vielen privaten Kassen, Kriege und andere Krisen (Klima z.B.) die Menschen ihr Heil in Europa suchen lassen, und ein Unvermögen unserer Gesellschaft, damit konstuktiv umzugehen, was dann zu Ausländerhass (wichtiges Merkmal von Nationalismus) führt.
Zu 3: Wir brauchen eine echte sozial-ökale Politik, die das Ganze im Auge hat und nicht nur eigene Parteiinteressen. Und wir brauchen eine bessere Vermittlung demokratischer Werte. Ich bin aber kein Alleswisser, der alles beantworten kann.

Gruß,
Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

MAS

Zitat von: Lars am 24.01.2024 20:54
Zitat von: MAS am 24.01.2024 09:14
... und der bislang stabilen Politik und Wirtschaft her ...

Reden wir vom selben Land?
In den Städten stehen so viele Geschäfte leer, wie noch nie. Eine mittelständische Firma nach der anderen geht pleite, Streik hier, Streik da, Bahnfahren ist selbst ohne Streik ein Lotteriespiel, überall hohe Krankenstände, Schlaglochpisten werden zu 30er-Zonen und nicht etwa repariert, in Berlin grad ganz große Mode ... Politikdarsteller, die eher in die Augsburger Puppenkiste gehören etc etc.
Ist das alles an dir vorbeigegangen? Kann ja andererseits auch ganz schön sein, wenn man es schafft, dies alles konsequent aus seiner Blase fernzuhalten.

Andererseits sei die Frage gestattet: Wem dient denn eine starke Wirtschaft ganz konkret? Ist sie ein erstrebenswertes Ziel, dem alles andere untergeordnet werden muss?

Na ja, es war schon mal besser, das stimmt. Ich war neulich dabei, als hier beim Kaufhof das letzte Mal die Tür abgeschlossen wurde. Aber konsumieren die Menschen wirklich weniger, weswegen so viele Geschäfte zumachen? Oder konsumieren viele nicht eher online? Amazon usw. boomen.

Und zur letzten Frage ganz klar nein! Eine gesunde Mitwelt, ein stabiles Klima, Artenvielfalt und Frieden zwischen den gesellschaftlichen Gruppen sind wichtiger. Nur hängt viele wechselseitig auch mit der Wirtschaft zusammen.

Sowei meine persönlichen Antworten, Lars.

LG, Micha
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GregorM

#164
Ich bin mit Micha in seiner Analyse in seinen letzten zwei Beiträgen sehr einig, obwohl ich politisch vermutlich länger rechts stehe als er. Denn wir haben ein Klima, auf das Rücksicht genommen werden muss, wir haben Kriege, auch in Europa. Und es gibt Leute, die lieber bei uns wohnen möchten, als dort wo sie geboren sind. Das alles kostet. Das alles ändert, wie wir leben können.

Glaubt nicht, dass es nur in Deutschland so ist. Die Probleme sind Global, die Folgen auch. Auch in anderen Ländern stehen Laden leer, aber vor allem weil wir anders einkaufen. Das würde auch der Fall sein, wenn die Wirtschaft mit 20% Zuwachs im Jahr boomte.

Und wir kaufen sowieso anders. Das gilt auch bei Autos, von deren Produktion Deutschland seit Jahrzehnten gut lebt, das sich aber in diesen Jahren verändern könnte, denn hier stehen die Amerikaner, wenn auch nur eine Firma, und die Chinesen immer stärker.
Wenn es der deutschen Autoindustrie geht, wie einst der deutschen Fotoindustrie, die alles an die Japaner verlor, wird es Arbeitsplätze kosten, und es wird Einbußen in der Ökonomie mit sich führen. Aber wer ist daran schuld? Die Produzenten, also die Arbeitgeber, die die Gefahr der elektrischen Teslas oder die der chinesischen Autohersteller hätten einsehen sollen? Oder sind es die Arbeitnehmer/die Gewerkschaften, die hätten Aufschreien sollen, dass die Produktion umgestellt werden müsse?

Aber klar hat es niemand eingesehen. Wir haben alleine hier im Forum mehrere Mitglieder, die nicht einsehen möchten, wollen oder können, dass die Welt sich unter Wandeln ist, ob sie es nun wollen oder nicht, ob sie es für gut oder akzeptabel halten oder nicht. Aber der Gesellschaft die Verantwortung geben, das können und tun sie, und hoffen daran, dass ihnen ein neuer ,,Gott" helfen wird, oder sie sind auf ihn schon auf der Suche..   

Gruß
Gregor