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Im Rock auf der Arbeit

Begonnen von MAS, 03.11.2022 16:29

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cephalus

#1095
Hallo zusammen.

Zitat von: Peter58Muc am 10.05.2025 07:29
Ich fände es toll, wenn man wie die Frauen, Rock ,Hosen, Kleider tragen könnte, wie einem gerade danach ist.

Ich habe für mich diesen Punkt erreicht.
Das bedeutet nicht, dass ich keine Rücksicht auf Situationen oder besondere Befindlichkeiten meiner Mitmenschen nehme, was gerade angemessen erscheint oder nicht.
Genaugenommen machen das Frauen genauso, nur dass bei mir weitaus häufiger die Wahl auf einröhriges fällt, als bei den meisten Frauen.



Zitat von: MAS am 10.05.2025 01:33
Und dennoch bin ich sehr zufrieden, denn soweit zu kommen habe ich mir vor 40 Jahren kaum vorstelleVor 26 Jahren aber dachte ich, heute noch weiter zu sein. Zwischen diesen beiden Gefühlen bewege ich mich.


Ich bin weiter gekommen, als ich mir vor 5 Jahren vorstellen konnte und wüsste auch gerade nicht, was ich noch erreichen könnte/wollte.

Ich will das Spiel mit der Kleidung, dem Ausdruck,  der Abwechslung und der Mode.
Die von anderen angehängten sozialen und gesellschaftlichen Aspekte finde ich eher nervig.

MAS

Zitat von: cephalus am 10.05.2025 09:03
Ich bin weiter gekommen, als ich mir vor 5 Jahren vorstellen konnte und wüsste auch gerade nicht, was ich noch erreichen könnte/wollte.

Ich will das Spiel mit der Kleidung, dem Ausdruck,  der Abwechslung und der Mode.
Die von anderen angehängten sozialen und gesellschaftlichen Aspekte finde ich eher nervig.

Na ja, lieber Cephalus, vor 40 Jahren dachte ich nicht, jemals in der Öffentlichkeit Kleider und Röcke zu tragen, aber als ich dann doch 1999 damit anfing, dachte ich, zehn oder zumindest zwanzig Jahre später, sei das normal für Männer, auch Röcke und Kleider zu tragen. Das ist es, was ich meinte mit: "Vor 26 Jahren aber dachte ich, heute noch weiter zu sein."

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

JJSW

2015 hab ich so richtig angefangen mit Röcke zu tragen.
Bin ganz zufrieden mit dem, was ich erreicht hab  in den zehn Jahren :)

Gruß
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

hirti

Hallo!

Die Tragehäufigkeit von MAS beeindruckt mich doch.
Obwohl ich viele deiner Beiträge gelesen habe, war mir das nicht bekannt, dass du doch fast immer Röcke trägst. Dabei hilft sicher auch dein gutes Fingerspitzengefühl bei der Auswahl deiner Outfits dass du dir deine Glaubwürdigkeit und Sicherheit nicht durch total überzogene verrückte Stylings untergräbst.

Bei mir ist gerade ein wenig Rock Flaute in der Arbeit.
Das heißt nicht, dass ich gar keine trage, aber doch bedeutend seltener.
Das wirtschaftliche Umfeld erfreut ich aktuell einer gewissen Angespanntheit, und ich möchte nicht so gern in einem überraschenden Krisengespräch mit der Geschäftsleitung landen und dabei durch ein in deren Augen lächerliches Outfit von meiner Kompetenz ablenken.

Ich fühle es wie meine Vorredner und bin recht zufrieden und eigentlich sogar total überrascht von dem was ich erreicht habe, aber als bedingungslose modische Freiheit ist es trotzdem nicht zu bezeichnen.
Ich hatte übrigens nicht erwartet als ich vor über 20 Jahren begonnen habe, Röcke zu tragen, dass das jemals Normalität für Männer werden könnte. Vielleicht, weil ich damals schon Freude an besonderen Outfits hatte, von denen ich nicht annahm, dass sie meine Geschlechtsgenossen an sich selber begeistern würden.

MAS

Lieber Hirti,

das ist bei mit allmählich gewachsen. Als ich 1999 mit den öffentlichen Rocktragen in Deutschland anfing, trug ich Röcke nur in der Freizeit, 2000 dann auch in der Uni, aber nicht bei der Arbeit als Hilfskraft, 2001 dann auch bei dieser Arbeit. Dann durch die Jahre bei wechselnden Arbeitgebern und Vorgesetzten immer selbstverständlicher.

Meine Stile entwickelten sich von einfach Rock statt Hose immer mehr dazu, dass ich die einzelnen Kleidungsstücke mehr oder weniger aufeinander abstimmte und nach und nach auch mehr andere Kleidungsstücke aus der Damenabteilung integrierte.

Aber bisher war ich noch nie im Kleid auf/in/bei der Arbeit. Beim Ehrenamt schon, aber nicht beim Hauptamt. Und die ganz luftigen Rock-Blusentop-Kombinationen trug ich bisher nur an sehr heißen Sommertagen eher an Casual-Tagen, also wenn ich keine Lehrveranstaltung hatte, sondern nur z.B. Klausuraufsicht. Aber auch das kann sich ändern. Ich schaue dann auch immer mal, wie luftig sich die Frauen zu tragen trauen. Und dann denke ich immer mehr, wenn eine Frau im luftigen Outfit ihrer Arbeit nachgehen darf, dann darf ich als Mann das auch.

Ich schaue schon auf die Reaktionen meiner Mitmenschen, und wenn ich was neues ausprobiere, wie vor ein paar Wochen rote Stiefeletten oder wie meinen kurzen Jeansrock mit Blumen- und Vogelstickerei, dann bin ich immer gespannt auf Reaktionen. Aber da keine kommen oder eher mal Komplimente, bin ich dann bald auch wieder sicherer. Ob ich dann auch mal Kleid auf/in/bei der Arbeit trage oder eine Bluse mit Lochstickerei oder anderes, was bisher doch eher der Freizeit vorbehalten ist, bleibt abzuwarten.

LG, Micha   
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Albis

Nach einem dreiviertel Jahr im neuen Job habe ich mich heute zum ersten Mal im Rock dorthin gewagt. Ich habe extra auf einen möglichst heißen Tag gewartet. Begünstigend kam heute hinzu, dass mich sehr viele Kollegen sahen (reduziert die Gerüchteküche, hoffe ich), aber keine Termine mit externen anstanden. Ich trug meinen kniebedeckenden schwarzen Velourlederrock, der irgendwie meine Allzweckwaffe ist, weil er schlicht ist und Taschen hat, die groß genug für meine Wertsachen sind. 

Es gab zwei verbale Reaktionen: Meine Chefin meinte: "Oh, heute im Rock! Dann sind wir ja heute die Rockfraktion." ...und hat sich scheinbar gefreut. Ein mir untergeordneter 60jähriger Mitarbeiter, der auch sonst nicht immer einfach ist, schien entsetzt: "Was ist denn das? Ein Rock?" und schüttelte den Kopf. Was sich die anderen Kolleg*innen bei meinem Anblick (ich bin der Chef der meisten von ihnen) so gedacht, weiß ich nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass alle, die mich heute nicht gesehen habe, es mittlerweile auch wissen oder spätestens morgen erfahren, wie ich so rumgelaufen bin.

Fazit: Der Tag lief ungefähr so ab, wie ich es erwartet habe. Ich denke, es war richtig, das ich das heute gemacht habe. Morgen auf dem Höhepunkt der Hitzewelle gönne ich mir Homeoffice und am Donnerstag ziehe ich erstmal wieder Hosen an. Ich denke, ich werde die Rockdosis und die Extravaganz sehr langsam steigern. Wenn ich schneller machen würde, befürchte ich, alsbald nicht mehr ernstgenommen zu werden. Und das will ich mir nicht leisten.

LG, Albis

JJSW

#1101
Hallo Albis

Heisse Tage sind ein guter Start. Das fing bei mir ähnlich an und zwar am 22.06.2017.
Auch während einer sommelichen Hitzewelle, als sich immer mehr Mitarbeiter sich in Shorts zur Arbeit wagten.
Das gab anfangs auch etwas Palaver, doch bald gewöhnten sich Kolleginnen und Kollegen an meinen Rock.
Zunächst beschränkte ich mich auf heiße Tage im Sommer. Aber im Laufe der letzten Jahre hab ich die Rocksaison komplett  auf die Monate ohne "r" ausgedehnt.

Gruß
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

cephalus

Zitat von: Albis am 01.07.2025 20:59
Extravaganz sehr langsam steigern. Wenn ich schneller machen würde, befürchte ich, alsbald nicht mehr ernstgenommen zu werden. Und das will ich mir nicht leisten.

Hm, dieses ungute Gefühl kann ich nachvollziehen und ich hätte die gleichen Befürchtungen.

Aber ist das wirklich Realität, zumindest wenn es kein in sich lächerliches Outfit ist?
Nimmt man einen Menschen nicht mehr ernst wenn er unkonventionell gekleidet ist?

Ich hatte schon einige Situationen in denen ich sehr unkonventionell gekleidet mit Menschen intensiven,  auch geschäftlichen Kontakt hatte, und ich keinerlei Gefühl hatte, anders behandelt oder ernst genommen zu werden, als in Hose.

Aber, Arbeit ist vielleicht etwas anders - da habe ich nur Feiererfahrung im Rock. Aus praktischen Erwägungen verzichte ich da auf Röcke  - auch wenn es sicher kein Problem damit gäbe.


tigabeatz

#1103
hmmm... ich bin, bis auf wenige ausnahmen, immer im Rock oder Kleid unterwegs. Insbesondere im Kontext Arbeit. Hatte damit, auch weil bei uns gerade die Stimmung sehr schlecht ist und alles aufgrund der wirtschaftlichen Lage angespannt ist etwas gehadert. Aber mich für , ne jetzt erst recht, entschieden. Die wahl der Stoffe für meine Arbeitsgarderobe ist etwas anders, etwas feiner und weniger bunt aber auf Doppelröhren verzichte ich. Ist eventuell aber auch als IT und Governance Mensch mit sehr spezifischem Themengebiet etwas einfacher.
Im Herzen des digitalen Universums, wo Code auf futuristische Beats trifft 🎵. Mein Stil? Ein kosmisches Zusammenspiel von Kleidern & Röcken. Zwischen Sci-Fi, Mode und Musik. 🌌👗🎧

MAS

Lieber Albis,

ich habe mich damals, 1999-2002 auch langsam herangetastet, bis das Rocktragen auch auf der Arbeit normal wurde. Und auch heute gibt es manchmal noch die frage, ob dieser oder jeder Rock auch geht. Oder ein Kleid?

Jedenfalls gratuliere zu diesem ersten Schritt!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

hirti

Hallo Albis!

Ich GRATULIERE dir sehr herzlich zu diesem Schritt und freue mich mit dir!
Ich habe mich damals im Herbst für einen Tag entschieden an dem ich einen schwarzen Rock mit schwarzer blickdichter Strumpfhose getragen habe.
Ein Sommertag mit einem nicht zu auffälligen Allzweckwaffen-Rock ist aber auf jeden Fall auch die richtige Gelegenheit. Bestimmt wirst auch du mit Mitarbeitern zu tun haben, die es gut finden, mit ganz vielen, denen es egal ist oder scheint, und mit wenigen die es total blöd finden dass du einen Rock trägst.
Aber nach ein wenig Gewöhnung sind die Reaktionen immer weniger bis null, außer man entwickelt den Stil mal wieder spannend weiter.

Deine Strategie, Rockdosis und Extravaganz sehr langsam zu steigern, habe ich auch für mich entschieden und finde sie nach wie vor gut.
Rock-Tage sind weder verpflichtend noch verboten, sie passieren immer mal wieder und das ist das schöne.

Ich zum Beispiel bin heute total glücklich, weil ich mit meinem wunderschönen kobaltblauen Sommerrock im Büro sitzen und mich einfach wohlfühlen kann. Das heiße Wetter reizt alle Kolleginnen zu schönen, leichten, bunten Sommer-Outfits gereizt und ich freue mich, zu dieser Gruppe zu passen und nicht zu den vielen Kollegen, die in den gleichen Jeans und geschlossenen Schuhen im Büro schwitzen, die sie auch im Winter tragen.


Albis

Ich danke Euch für Eure Rückmeldungen.

Zitat von: cephalus am 01.07.2025 22:34
Hm, dieses ungute Gefühl kann ich nachvollziehen und ich hätte die gleichen Befürchtungen.

Aber ist das wirklich Realität, zumindest wenn es kein in sich lächerliches Outfit ist?
Nimmt man einen Menschen nicht mehr ernst wenn er unkonventionell gekleidet ist?

Wenn ich gleich am ersten Tag im Rock erschienen wäre, hätte die meisten einen ersten Eindruck von mir nach dem Motto "Was ist das denn für ein komischer Typ? Der soll jetzt unser Chef sein?" Deshalb habe ich bewusst gewartet, bis die Leute mich und ich die Leute kenne. Auch heutzutage kann es jederzeit passieren, dass ich unvorbereitet zu irgendeiner Beratung mit Leuten, die ich nie zuvor gesehen habe, gehen muss. Von daher werde ich erstmal recht selten Rock tragen. Wenn es um schwierige Verhandlungen geht und ich schlüssig argumentiere, denke ich schon, dass der Rock in den Hintergrund tritt. Aber auch neue Leute bekommen einen ersten Eindruck von mir, den man ja so schnell nicht loswird. Daher werde ich zumindest, wenn ich weiß, dass ich am Tag auf unbekannte Menschen treffe, eine Hose anziehen. Schließlich weiß ich nicht, was andere lächerlich finden. Wir dürfen nie vergessen, dass andere Menschen im Gegensatz zu uns den Anblick von Männern im Rock nicht gewöhnt sind.

LG, Albis

MAS

Das kann ich gut nachvollziehen, lieber Albis. Ich bin inzwischen aber so weit, auch in erste wichtige Begegnungen im Rock zu gehen. So viele positive Erlebnisse bestärken mich darin.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Uckermärker

... auf der anderen Seite bleibt Mann im Rock stärker bei seien Kunden im Gedächtnis - Mann hebt sich aus der grauen (Anzugs-) Masse ab und wird viel sichtbarer - erhält mehr Aufmerksamkeit (Das Marketingziel).

Wenn Mann Rock stilvoll und elegant trägt, kann es ein großes Plus im Business bedeuten. Mann strahlt Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit aus.

Ob mir mein Rocktragen als Unternehmer schadet, ist schwer zu beurteilen.
In unserer Kleinstadt bin ich auf jeden Fall Stadtgespräch. Selbst im Fitnessclub diskutiert man über mich, wie uns eine Bekannte, die dort arbeitet, erzählte.  8)

Nun meine letzten Hosen-Stunden*) sind 2 Jahre her  ;) - verwunderte Blicke ernte ich fast nur noch von Nichteinheimischen.

Vielmehr werde ich öfter freundlich gegrüßt als früher. Vielleicht wird Mann im Rock so nahbarer und interessanter ...

LG
Jens



*) zu zwei Arztterminen
Gegen den Strom schwimmen & Anderssein wagen hält lebendig! Nur Mut!

cephalus

Noch gilt bei den meisten Vorsicht als Handlungsmaxime, auch bei mir, wenn auch die Situationen die das aus meiner Sicht erfordern, weniger werden.

Auffälligkeiten und Unkonventonalität kann auch ein Vorteil sei, mindestens bei der Wiedererkennung.

Ob, wo und von wem über einen Diskutiert wird,  erfährt man meist nicht.
Neugierig wäre ich was meine erweiterte Nachbarschaft sagt.

Über eine Mitarbeiterin meiner Frau habe ich mal einen Wink erhalten, dass eine andere immer wieder Mal die Kleidung ihrer Chefin Mann thematisieren möchte, dem Rest (alle 20 Jahre jünger) sei das aber kein Gespräch wert,  findet es aber cool.